Hallo zusammen,
Danke erstmal für all die Rückmeldungen!
Wegen der Zeugnisse - ganz ehrlich, in dem "Spenderforum" haben das einige potenzielle Spender ihre Abschlüsse sogar selbst angegeben... Ich fand da jetzt nichts verwerfliches bei. Kann aber verstehen, dass das beim Lesen für hochgezogene Augenbrauen sorgen kann.
Und wie gesagt, ich KENNE die Möglichkeit der priv. Spende seit EINER WOCHE. Das läuft hier alles noch unter Brainstorming, auch für mich ist das neu. Es geht mir hier auch ein stückweit darum, ein Bauchgefühl zu entwickeln. Das alles auch ein Stückweit als reale Möglichkeit anzunehmen. Es sacken zu lassen.
Zum "Geheimnis-Daddy". Das Kind u meine Familie (und jeder, der es wissen möchte), wird die Wahrheit erfahren. Das würde ich auch mit dem Spender so besprechen.
WIE intensiv der Kontakt sein wird, entscheiden der Spender und ich gemeinsam - wenn er eine große Rolle mit Sorge usw. spielen möchte - umso besser! Da kommen dann auch die bereits angesprochenen Sorge / Unterhaltsrechte ins Spiel.
Zu den Schwarzmalereien (Mehrlingsgeburten, Tot/Fehlgeburt, ich krank, Kind behindert, ...). Die habe ich "auf dem Radar" im Sinne von was-wäre-wenn. Es wird sich im Laufe der Schwangerschaft ja abzeichnen, wenn es Auffälligkeiten gibt, da kann ich mich dann noch drauf vorbereiten. Und Krankheit, ich hab meine Familie hier vor Ort, das wird sich finden.
Am liebsten wäre mir natürlich auch die Lösung mit einem schwulen Freund oder guten Freund oder ... . Aber ich hab keine schwulen Freunde (zumindest nicht, dass ich wüsste) . Jo, und der einzige Bekannte mit Kinderwunsch, ist verheiratet mit einer Frau, die eine Schwangerschaft solange verhindern wird, bis es bei ihr zu spät ist.
Was mögliche Kompensation / Ersatzbefriedigung usw. angeht. Puh. Ich wünsche mir ein Kind. (nicht ich WILL, oder ich MUSS oder ich BRAUCHE). Es ist ein Wunsch. Ein sehr großer, mächtiger Wunsch. Bis letzte Woche war ich soweit, diesen Wunsch irgendwann zu begraben, loslassen zu müssen. Einen möglichen Menschen zu begraben, den ich gerne begleitet hätte. Jetzt kommt dieser Hoffnungsschimmer, über den ich mich austausche. Trotzdem war ich heute abend nicht hier (oder dem Spenderforum), sondern beim Salsa. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mein komplettes leben nach der Umsetzung des Wunsches ausrichte. Aber ein Silberstreif am Horizont - ja, definitiv. Und über diesen Silberstreif muss ich mir im Klaren werden. Wie ich ihn erreiche.
Es geht mir nicht um ein pastellfarbenes Wunschbild einer gluckenden Übermutter, die IHR PROJEKT-KIND organisiert und plant und dann ist mein ganzes Leben ein einziger Traum von Zuckerwatte. Es geht mehr in die Richtung einem Baby das Leben zu schenken und es Stück für Stück mit (m)einer Familie mit Liebe (und guten Nerven) zu begleiten, seine Wurzeln zu stärken und irgendwann (vermutlich schweren Herzens) immer mehr loszulassen, damit es seinen Weg in der Welt gehen kann. Im Prinzip das, was mir selbst mitgegeben wurde.
Es tut manchmal weh, die (freundlich gesagt) "warnenden" Kommentare zu lesen - aber ich ahnte, dass die kommen werden. Nur, wenn ich meine Schmerzen kenne, kann ich einen Blick darauf werfen. Ich werde es mit meiner Entscheidung nicht jeder hier recht machen - für eine Absolution bin ich nicht hier.
Trotzdem oder auch deswegen - DANKE an alle, die mir Mut machen, gut zureden auch von denen, die zum Thema nichts sagen können. Es tut einfach nur gut, Verständnis für die Situation zu bekommen, das Gefühl bestätigt zu bekommen, dass dieser Wunsch sich nicht wegatmen oder "ersetzen" lässt.
Ich bin die nächsten 2 Tage beruflich unterwegs, versuche aber, abends hier reinzuschauen und zu reagieren.
Gute nacht!
Salsaschwedin
Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 85
-
23.10.2013, 01:00
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Geändert von Salsaschwedin (23.10.2013 um 01:13 Uhr)
Wo kämen wir denn hin, wenn alle immer nur sagten 'wo kämen wir denn hin' und keiner ginge um zu kucken wohin wir kämen wenn wir gingen! (unbekannt)
-
23.10.2013, 08:26Inaktiver User
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Schön, dass bei euch alles so gut zu klappen scheint, Kirana. Im Moment sind es allerdings nur die Erwachsenen, die sich dazu äußern können.
Wirklich interessant wird es erst in 15 - 20 Jahren, wenn dein Sohn erwachsen ist und ein klares Feedback geben kann, wie er diese Konstellation fand. So lange es noch keine Erfahrungsberichte von Kindern gibt, ist schwer zu sagen, wie sich solche Modelle auf die Betroffenen auswirken.
-
23.10.2013, 09:08Inaktiver User
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
.
Geändert von Inaktiver User (29.10.2013 um 17:02 Uhr)
-
23.10.2013, 09:59
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Das ist eine nett klingende und sehr harmlose Umschreibung in einem kurzen Nebensatz für etwas, das extremen Konfliktstoff birgt. Auch nach dem geänderten Unterhaltsrecht müssen Väter für einen gewissen Zeitraum nach der Geburt für den finanziellen Unterhalt von Mutter und Kind aufkommen. Nach einer Weile "nur noch" für das Kind.
Natürlich kann man als Mutter mit dem Vater vereinbaren, dass man gar nichts will. Aber diese Vereinbarung ist, wenn es hart auf hart kommt, unwirksam. Solange der Vater bekannt ist, und das soll er nach Deinen Plänen ja sein, ist er in der Pflicht.
Ein Kollege von mir wurde im vierten Lebensjahr des Kindes von seiner Frau verlassen, die das Kind mitgenommen hat. Mittlerweile studiert dieses Kind. Bislang hat ihn das den finanziellen Gegenwert eines halben Hauses (mit Keller) gekostet. Wenn das Studium beendet sein wird, ist das sicher ein ganzes Haus, mit Garage und Türmchen.
Ich frage mich - und empfehle, dass Du dich das vielleicht auch fragst - was das wohl für Männer sein mögen, die ein derartiges Armuts-Risiko auf sich nehmen wollen, in vollem Bewusstsein...Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
-
23.10.2013, 10:20
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Darum ging es doch gar nicht. Es ging um die Motivation der TE, der du gleich persönliche Defizite unterstellt hast, während ein Kinderwunsch bei einem Paar als völlig normale Sache angesehen wird. Die wünschen sich ein Kind. Aha. Fertig.
Ich bin etwas überrascht angesichts der Engstirnigkeit in diesem Strang. Die Umstände der Zeugung eines Kindes sind doch nur einer von vielen Faktoren, die die Entwicklung des Kindes beeinflussen können. Schön, wenn ein Kind als Wunschkind von Vater und Mutter zur Welt kommt, aber danach können tausend Dinge passieren, die eine glückliche Kindheit zur Hölle werden lassen können. Ich glaube einfach nicht, dass ein Kind, von einer geplant alleinerziehenden Mutter auf die Welt gebracht, per se schlechtere Startbedingungen hat als andere Kinder, die vielleicht ein "Unfall" waren, von einem Elternteil abgelehnt werden oder oder.
Die Bedenken bzgl. Unterhalt und weiterer rechtlicher Unwägbarkeiten teile ich allerdings.
-
23.10.2013, 10:31
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Woran er natuerlich voellig unschuldig war.
So ist das, wenn man Kinder bekommt. Man ist fuer sie verantwortlich, auch wenn die dazugehoerige Mutter einem nicht mehr zur Verfuegung steht.Bislang hat ihn das den finanziellen Gegenwert eines halben Hauses (mit Keller) gekostet. Wenn das Studium beendet sein wird, ist das sicher ein ganzes Haus, mit Garage und Türmchen.
Die meisten Menschen wollen wohl keine Kinder sondern eine Familie. Das ist ein kleiner aber deutlicher Unterschied.Ich frage mich - und empfehle, dass Du dich das vielleicht auch fragst - was das wohl für Männer sein mögen, die ein derartiges Armuts-Risiko auf sich nehmen wollen, in vollem Bewusstsein...
-
23.10.2013, 11:06Inaktiver User
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Ich unterstelle der TE keine persönlichen Defizite, sondern wundere mich darüber, dass sie sich so wenig in die Situation des Kindes versetzt.
Bei einem Paar halte ich den Kinderwunsch tatsächlich für "normaler", weil sich viele entscheidende Fragen, die bei der TE unbeantwortet sind, von vornherein nicht stellen: Wer soll der Vater sein, was sind seine Rechte und Pflichten, wie soll das Verhältnis Kind-Vater aussehen....
Die Zeugung ist weniger das Problem, sondern die "Brutpflege". Würden Menschen Eier legen oder wären die Jungen nach ein, zwei Jahren "flügge", wäre das alles viel einfacher
Ein Kind groß zu ziehen dauert fast 20 Jahre und erfordert sehr viele Engagement - sowohl sozialer, emotionaler wie finanzieller Art.
Diesen Satz finde ich interessant, denn du nennst als Vergleich Kinder, die unter anderen schlechten Startbedingungen geboren werden, nicht solche, die unter optimalen Bedingungen aufwachsen.
Ist es also deiner Meinung nach sinnvoll, ganz bewusst ein Kind in die Welt zu setzen, dass es nicht besser haben wird als solche, die als "Unfälle" gezeugt oder von einem Elternteil abgelehnt wurden?
-
23.10.2013, 11:19
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Ich bin ja eigentlich bei der ganzen Diskussion außen vor, weil ich nie Kinder wollte.
Ich sehe es grundsätzlich auch so, dass im Idealfall ein Kind von zwei Elternteilen zu 100 % gewollt ist.
Nur diese Voraussetzung sehe ich ganz oft nicht erfüllt, ganz oft vorallem von der Seite der Männer, die sich kaum für das Kind interessieren und es nur zu einem Kind kommt aufgrund des Wollens der Frau. Auch diese Kinder haben quasi nur einen Vater der "gelegentlich" mal da ist und keinen wesentlichen Anteil nimmt.
Und es gibt genug Frauen in beispielsweise in der Endphase einer Beziehung noch schnell ein Kind bekommen, obwohl sie eigentlich schon wissen, dass sie alleinerziehend sein werden.
Ich bin daher mit dem Wunsch der TE sehr zwiespältig. Auf der einen Seite halte ich zwei liebende Elternteile für ideal. Aber ein Großteil der Kinder hat das nicht - aus den verschiedensten Gründen. Ob es ein höheres Risiko ist sich einen Vater für sein Kind zu suchen, der zwar Anteil am Leben des Kindes hat, aber keinen Platz im Leben bzw. Herzen der Mutter - ich kann es nicht beurteilen. Kein weiß es es funktionieren wird - das weiß man aber auch von keiner Partnerschaft.
Unter Umständen ist das Umfeld aus einem Vater, der nie in einer Liebesbeziehung mit der Mutter war, dazu Freunde, Verwandt, Großeltern besser und stabiler als wenn sich die TE jetzt auf Biegen und Brechen einen Mann sucht - vornehmlich um ein Kind zu bekommen und die Beziehung hält nicht und dann ist sie mit weniger Vorbereitung alleinerziehend.
Wie es ausgeht weiß niemand.
Aus meiner Sicht wäre es halt wichtig, dass das Kind einen Vater hat, der nicht nur Sperma zur Verfügung stellt, sondern auch bereit ist mit allen Konsequenzen für das Kind da zu sein.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
-
23.10.2013, 11:50Inaktiver User
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Mich erinnert der Strang an ein Erlebnis im letzten Jahr. Mein LG und ich haben vor der Geburt unseres Sohnes das geteilte Sorgerecht eintragen lassen. Dazu gehört eine Belehrung, was Sorgerecht bedeutet, es wird beurkundet, dass der Vater augenscheinlich bei geistiger Gesundheit ist, man muss bestätigen, dass man bereit ist, finanziell zum Wohle des Kindes zu handeln.
All das gibt es nur bei unverheirateten Paaren. Bei verheirateten wird wohl automatisch davon ausgegangen, dass sie zurechnungsfähig sind und stets das Kindswohl im Auge haben.
Wie absurd das ist und wie fern jeder Realität! Im Leben gibt es keine Garantien. Aber bei Unverheirateten und Alleinerziehenden setzt die Gesellschaft viel höhere Maßstäbe an. Ich kann nur jedem raten, sich davon nicht berirren zu lassen, nur weil man sich für einen Weg abseits der angeblichen Norm entschieden hat.
-
23.10.2013, 12:00Inaktiver User
AW: Alleinerziehend durch private Samenspende - was beachten /bedenken?
Bei Verheirateten sind die Rechte und Pflichten rechtlich klar fixiert und gehen viel weiter als bei Unverheirateten. Die Verbindlichkeiten, denen Verheiratete unterliegen, sind deutlich strenger als die Unverheirateter - in jeder Beziehung. Was wäre sonst der Grund, warum so viele Leute nicht heiraten wollen, obwohl sie zusammen leben und sogar Kinder zusammen haben?
Es stimmt keineswegs, dass an Unverheiratete höhere Maßstäbe ansetzt werden. Der Gesetzgeber versucht nur zu verhindern, dass die Allgemeinheit für Alleinstehende aufkommen muss, wenn etwas schief geht. Bisher waren ledige Väter ausserdem fast rechtlos. Sie durften nur zahlen, sonst nichts.


Zitieren

