Ich sage es gern noch einmal:
Es war sicher nicht meine Absicht, jemandem ein Kind unterzuschieben, der keines will.
Ich möchte nicht gern in die Details gehen, wie die Verhütung ablief, aber ihr könnt mir glauben, dass ich es nicht auf eine Schwangerschaft abgesehen hatte. Es lief nicht nach dem Motto "Ich sage ich nehme die Pille, tue es aber nicht ätsch, bätsch, jetzt kannst du zahlen."
Als ich merkte, dass ich schwanger bin, habe ich mich trotz aller Widrigkeiten auf das Kind gefreut. Und es gab auch ohne einen unwilligen Vater genug Gründe, nicht mit Plan und Absicht schwanger werden zu wollen. Er war genauso so überrascht wie ich, aber gefreut hat er sich in keinster Weise.
Das ist sein Recht.
Ich hätte es trotzdem begrüßt, wenn wir uns beide um das Kind kümmern würden. Er ist sein Vater. Aber er möchte nicht. Das hat er mir nachdrücklich versichert.
Sicher will ich mich nicht durch ihn bereichern. Doch ich finde, er kann zwar den Umgang verweigern, aber warum sollte ich - im Interesse meiner Tochter - darauf verzichten, dass er seinen finanziellen Teil beträgt? Für meine Tochter, nicht für mich. Sie hat ein gesetzliches Recht darauf. Das kann ich durchsetzen, das Umgangsrecht nicht.
So - und jetzt wird hier im Forum über mich hergefallen, weil wieder so eine böse Frau einen armen Mann über den Tisch gezogen hat. Ist ja fast reflexartig hier.
Ich danke ausdrücklich allen, die auf meine Frage sachlich geantwortet haben.
Ich kann es nicht gut haben, wenn meine Tochter so viel von einem Papa spricht. Ich rede nie schlecht von ihm, aber das ist nicht immer leicht.
Gut zu wissen, dass Vater-Mutter-Kind wohl einfach zum Spielen dazugehört. Meiner Tochter geht es gut, aber ich möchte einfach gern wissen, wie ich mich am besten in diesem Punkt verhalte. Ich möchte da nicht gern soviel falsch machen und einfach Fehler vermeiden. Da gab es einige gute Anregungen. Vielen Dank dafür!
Liebe Grüße
Josia
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15.10.2013, 18:47
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
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15.10.2013, 18:55Inaktiver User
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Mir fällt gerade noch was ein - als Scheidungskind. Mein Vater war weg, bevor ich ihn so richtig wahrgenommen hatte, bevor ich vier war. Für mich war das der Normalfall, Oma war da, Mama, mein Bruder, sonst niemand. In der Schule war ich dann verwundert, dass viele Mitschüler Väter hatten, aber besonders präsent waren die auch nicht, wenn ich da mal zu besuch war.
Er hat dann den Kontakt zu uns gesucht, als ich etwa 9 war. Ein fremder Mann, der nicht mit Kindern umgehen konnte. Aber ich lernte ihn kennen und traf ihn (trotz seiner ruppigen und uncharmanten Art) bis kurz vor seinem Tod. Ich habe festgestellt, dass es für mich viel besser war, ohne ihn aufzuwachsen. Ich hätte einen Großteil meiner Energien darauf verwendet, mich gegen ihn aufzulehnen....
Vater, Mutter, Kind wollte ich trotzdem spielen, im Kindergarten wollte ich zum Fasching als Braut gehen...
Also, ich glaube, das ist schon ganz richtig so, wie du das machst. Allerdings sind mir Männer bis heute ein Buch mit sieben Siegeln, es könnte schon gut sein, wenn es männliche Bezugspersonen gibt.
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15.10.2013, 19:00
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Wo bitte schreibt die TE, dass der KV sich aktiv um einen Kontakt nach dem 1. Lebensjahr des Kindes bemüht hat?
Hat er nicht, wird er von sich aus wohl auch nicht tun. Aber warum gleich einklagen?? Hat die TE zuvor den Kontakt abgelehnt?
Nein!!
Was aber spricht dagegen, dass die TE sich "wohlwollend" an den KV wendet und freundlich um Kontakt bittet?
Genau das will sie nicht, fragt uns aber, was sie (selbst ohne Partner) tun soll??
Der Unterhalt ist das originäre Recht des Kindes, stimmt!
Es ist aber auch Recht des Kindes auf Umgangskontakt mit dem Vater.
Und genau den verweigert die TE, indem sie nicht tätig wird, den KV darauf anzusprechen.
Wie gesagt, sie dreht sich im Kreis.
*kopfschüttel*Viele Grüße
"Nichts schenkt mir mehr Frieden als mein schlafender Hund" (Nina Sandmann)
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15.10.2013, 19:03Inaktiver User
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Du meinst echt, sie sei da in einer Holschuld?

Meintest du mit dem Bezug auf das Klagen meinen Beitrag?
Ich meinte, dass es eben keinen reinen nZahlvater mehr geben sollte, laut Gesetz, wie das aber gehen soll, wenn der Vater das Kind sehen will, die Mutter aber nicht und hinterher das Kind vielleicht auch nicht, weiß ich nicht.
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15.10.2013, 19:15
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Mein posting hatte sich zeitlich überschnitten.
Schade, dass du häppchenweise den Sachverhalt erweiterst. Das der KV, "nachdrücklich" versichert habe, er wolle keinen Umgangskontakt , hattest du vorher leider nie erwähnt (nur die Unterhaltsverhandlung).
Und ich "falle nicht reflexartig über dich her".
Der Unterhalt gehört dem Kind, keine Frage.
(Leibliche) Väter sind wichtig für Kinder.
Andere Erziehung
, anderer Horizont
, andere Sichtweisen, anderer Urlaub. 
Aber ergehe dich lieber weiter in deinem Selbstmitleid.
Viel Glück.Geändert von Godelind (16.10.2013 um 15:43 Uhr)
Viele Grüße
"Nichts schenkt mir mehr Frieden als mein schlafender Hund" (Nina Sandmann)
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15.10.2013, 19:17Inaktiver User
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17.10.2013, 16:21Inaktiver User
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Naja, es braucht schon viel Phantasie, um bei Josias ersten Beiträgen davon auszugehen, dass hier ein Vater sehnlichst darauf wartet, Kontakt mit seinem Kind zu haben. Josi hat hier Rat zu einem konkreten Problem gesucht, dass ihr daraufhin unterstellt wird, sie hätte den Vater bei der Zeugung hintergangen und hätte besser abtreiben sollen, finde ich - als vollkommen Unbeteiligte merkwürdig und nicht gerade - ähm - einfühlsam.
Die (von Dir selbst zitierte) Aussage
"Das ist gerade wieder sehr deutlich geworden. In einer Gerichtsverhandlung, in dem es um Unterhalt ging. Bei dieser Gelegenheit hat er wieder sehr deutlich gemacht, dass er es mir sehr übel nimmt, dass ich das Kind bekommen und nicht abgetrieben habe."
legt Deine Folgerung, hier würde ein Vater auf die Wahrnehmung seines Umgangs warten, nicht gerade nahe.
Ich les hier aus Josias Aussagen auch nix von Selbstmitleid.
(mal ganz abgesehen davon, dass man m.E. durchaus mal selbstmitleidig sein darf, wenn man vom KV sitzen gelassen wird und deshalb das Leben als Alleinerziehende stemmen muss.)
Josia, ich kann zum eigentlichen Thema leider nichts sagen - ich fand aber die Antworten, die hier kamen, teilweise abstrus. Du machst das schon
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17.10.2013, 17:01
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Auch ich kann keinen konkreten Rat geben. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mit der Wahrheit am besten fährt.
Das Thema halte ich durchaus nicht für zu komplex für eine Dreijährige. Im Gegenteil, wenn man sich - altersgerecht - drauf einlässt, erkennt man erstaunt, wie hoch ausgeprägt bereits bei Kleinkindern die Fähigkeit zu verstehen ist.
Es ist ganz sicher möglich, dem Kind zu vermitteln: Bei uns gibt es - wie in vielen anderen Familien auch - keinen anwesenden Vater. Aber deswegen können wir ja trotzdem Vater - Mutter - Kind spielen. Eventuell kann ein großer Bär oder ein Stofftier oder sonstwas (meinetwegen ein Kater oder ein Hund oder ein Wellensittich) die "Rolle" des Vaters einnehmen. So kann die Phantasie im Spiel sich ausleben. (Bei Rollenspielen wird auch manchmal ein fehlender Teilnehmer durch ein Kissen ersetzt.)
Und jeder, der schon einmal Therapie gemacht hat, wird wissen, wie wirksam solche Rollenspiele sein können.
Ich glaube, dass das Kind erkennt, wenn man krampfhaft bemüht ist, das Thema zu vermeiden oder umzulenken. Dadurch bekommt es eine Aura des "Verbotenen", "Geheimnisvollen", und die Phantasie wird noch stärker angefacht.- Nie rechtfertigen -
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18.10.2013, 11:05
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Ich habe nie gesagt, dass die TE den KV hintergangen habe, um Unterhalt zu erlangen.
Offensichtlich ist es in diesem Forum nicht möglich, sinnvoll zu diskutieren.
Ich habe nur gemeint, dass die TE freundlich auf den KV zugehen soll, um evt. einen erneuten Umgangskontakt herzustellen.
Die Äußerung zum "Selbstmitleid" bezog sich auf Josias posting, einige würden "reflexartig" über sie herfallen...
Die TE hat um Rat nachgesucht; wenn daraufhin eine abweichende, ihr offensichtlich nicht genehme Meinung geäußert wird, ist es gleich ein "reflexartiges Herfallen".
Das kann ja wohl nicht sein.
Viele Grüße
"Nichts schenkt mir mehr Frieden als mein schlafender Hund" (Nina Sandmann)
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18.10.2013, 14:55
AW: Kind (3) redet viel vom Vater - der nichts von ihm wissen will
Vielen Dank für eure Tipps!
Den Vater bei Vater-Mutter-Kind durch ein Kuscheltier oder ähnliches zu ersetzen, ist eine Idee, die ich sofort ausprobieren werde, wenn es mal wieder soweit ist.
Wenn ich mit der Kleinen allein bin, zum Beispiel beim Fahrrad- oder Autofahren, dann erzählt sie mir Geschichten von "Papa". Dass bei ihm ein Einbrecher war (muss aus dem Kiga kommen, keine Ahnung, wie sie auf dieses Thema kommt). Dass er im Museum war (???). Wir waren schon im Museum, aber das hat sie damals nicht sehr beeindruckt. Ach und im Zoo haben die beiden auch schon die dollsten Sachen erlebt.
Ich höre mir das immer an, stelle eine kleine harmlose Nachfrage (zum Beispiel "welche Tiere hast du gesehen?") und dann antwortet sie mal sinnvoll, mal nicht.
Kann auch gut sein, dass sie Opa und Papa vermischt. Wenn ich meinen Vater auf dem Friedhof besuche, sagte ich manchmal zu meiner Mutter "ich gehe mal eben zu Papa". Das sage ich schon lange nicht mehr, aber dieses Kind hat ein Gedächtnis.... Und Opa ist auf Fotos präsent.
Das Foto, was ich vom KV habe, soll ich das präsentieren? Bin da unschlüssig.
Als ich einmal abends im Bett erklärt habe, dass wir beide ein Team sind, aber der Papa nicht bei uns ist (sie aber einen hat), wurde sie traurig. Das hielt nicht lange an, war aber ein komischer Moment. Ich habe exakt das gemacht, was auch immer geraten wird, sachlich und liebevoll die Wahrheit sagen, aber die Reaktion war, nun ja, irgendwie traurig.
Und liebe Godelind: Ich kann zurzeit wirklich keinen Kontakt zum Vater herstellen. Es würde nicht funktionieren, nicht im Moment. Ich würde das meinem Kind sehr wünschen, dass sie ihren leiblichen Vater kennenlernt, aber derzeit lehnt er uns beide ab (mich sowieso). Was nicht ist, kann noch werden, aber sicher nicht jetzt. Die Gründe dafür würden hier zu weit führen.
Mehr möchte ich mich da nicht rechtfertigen und bitte um Verständnis.
Allen anderen: Herzlichen Dank und liebe Grüße!


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