Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 17
  1. User Info Menu

    verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    Hallo zusammen,

    ich muss mich einfach mal hier ausweinen. Ich weiß nicht mehe wie es noch weitergehen soll.
    Mein Sohn ist 13, hat ADHS und steckt im Beginn der Pubertät. Ansonsten ist er ein echt lieber Junge und gibt sich oft echt Mühe.
    Sein Vater ist schon seit Jahren weg und hat mittlerweile eine neue Familie. Mich hasst er wie die Pest und weigert sich, mit mir zu sprechen, oder bei Gesprächen mit dem Jugendamt dabei zu sein, wenn ich auch da bin. Um seinen Sohn hat er sich bis vor ein paar Monaten noch gekümmert, an jedem 2ten WE war mein Sohn bei ihm. Kontakt hatte ich nur mit seiner neuen Frau, aber da es in der Ehe kriselte, ist auch dieser Kontakt nicht mehr da, weil mein Ex das nicht wollte. Er gibt mir die Schuld für seine Ehekrise, obwohl ich nichts gemacht habe, aber das ist eine andere Sache ... und es belastet mich nicht wirklich.
    Was mich jedoch belastet, ist, dass er sich nun gar nicht mehr um seinen Sohn kümmert oder ihn mal abholt ... eine kurze SMS an seinen Sohn vor ein paar Wochen war das einzige, was passiert ist.
    Mir fehlen einfach die freien Wochenenden ... ich bin rund um die Uhr nur noch Mutter. Dazu kommt, dass mein Sohn kaum Freunde hat und daher fast nur zu Hause ist.
    Meine einzige Abwechslung ist meine Arbeit, aber auch das ist nicht wirklich einfach ... ich arbeite Vollzeit jeden Tag fast 9 Stunden in einem ziemlich anvorderungsvollen Bereich, was mich psychisch noch zusätzlich belastet.
    Freunde habe ich nur wenige, aber auch für die habe ich kaum Zeit ... höchstens mal ein Telefonat, selten Besuche. An einen neuen Partner an meiner Seite brauch ich nichtmal denken, ich wüsste nicht, wie ich das noch hinbekommen sollte, obwohl ich mir das schon sehr wünsche. Ich wüsste nichtmal, wie ich jetzt noch einen Mann kennenlernen könnte, wo ich doch rund um die Uhr meinen Sohn hier habe.
    Außerdem bin ich durch den ganzen Stress über die Jahre immer dicker geworden und fühle mich total unattraktiv. Naja, gegen mein gewicht tu ich jetzt was und habe das Ziel, die überflüssigen Kilos loszuwerden. Aber mein Leben hat viele Spuren an mir hinterlassen ... ich habe dunkle Augenringe, finde immer neue Falten und hässliche dunkle Hexenhaare am Kinn ... ich fühl mich einfach nur alt, fett und hässlich ... Wer will sowas schon haben?!
    Mir gehts grad echt schlecht ... einerseits möchte ich eine gute Mutter sein, andereseits bin ich auch eine Frau mit eigenen Bedürfnissen.
    Ständig höre ich nur, dass es gut ist wie es jetzt ist und dass ich ja wirklich alles für meinen Sohn tu ... dass es so besser ist ...jetzt wo er nicht immer die Streitereien bei seinem Vater mitbekommt... und dass ich ja für meinen Sohn dasein muss...
    Ja, es ist für meinen Sohn sicher besser ... aber mir geht es immer schlechter, ich weine immer öfter und habe Angst zu vereinsamen
    Ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalte bevor ich endgültig zusammenbreche ... und was wird dann aus meinem Kind, wenn das passiert ... also werde ich wohl immer weiter funktionieren ... bis mein Sohn alt genug ist um sein eigenes Leben zu führen.

    So, ist ziemlich lang geworden, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.

    Danke fürs lesen und sorry wegen eventueller Fehler ... aber mit Tränen in den Augen schreibt sichs´nicht so einfach

  2. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    das tut mir echt leid!!!
    sag mal hastdu so gar keine freundin....oder verwandte bei dir in der nähe ???
    wo du evtl auch mal deinen sohn abgeben kannst ...und mal raus gehen kannst???
    was genau unternimmst denn wegen deinem gewicht...kommst da denn mal raus ? ( fitnessstudio evtl ?)
    wo ist denn dein sohn wenn du 9 std arbeitest?

  3. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    ich habe nur wenige Freundinnen, und die sind entweder selbst alleinerziehend mit entsprechenden Problematik oder kinderlos ... außerdem ist es bei einem ADHS-Kind nicht ganz einfach, ihn mal abzugeben.
    Wenn ich arbeite, ist er in der Schule und danach in einer Betreuungsgruppe zusammen mit anderen Kindern mit ähnlicher Problematik. Darüber bin ich auch sehr froh, weil ich meine Arbeitszeit auch nicht verkürzen könnte, da ich sonst zu wenig Geld hätte ... ich habe aus der Ehe eine Menge Schulden abzuzahlen...
    Wegen meinem Gewicht hab ich mich bei WW angemeldet und das klappt auch ganz gut, fürs Fitnessstudio hab ich keine Zeit, ich hätte damit auch echt Probleme, würde mich beobachtet fühlen ... ich versuche, mehrmals in der Woche zu walken.
    Ich versuche, langsam abzunehmen, muss halt Geduld haben

  4. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    Zitat Zitat von sandy1974 Beitrag anzeigen
    ... ich bin rund um die Uhr nur noch Mutter.
    Du klingst in der Tat sehr belastet, liebe Sandy.

    Aber Dein Sohn ist 13 ... da braucht er keine rund-um-die-Uhr
    Bemutterung mehr. Er würde sich bestimmt auch über Freiräume
    freuen, sie sind sogar sehr wichtig für seine Entwicklung.

    Wenn Du jetzt gezielt etwas für Dich und Dein Äußeres
    tun möchtest, dann bietet sich damit die beste Gelegenheit,
    Dir Zeit für Dich selbst zu nehmen ... Sport, evtl. Fitness-Studio, etc.

    Ganz schlimm ist es für Deinen Sohn, dass kein Kontakt zum
    Vater besteht. Aber dieses Defizit kannst Du leider nicht alleine
    auffangen.

  5. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    hallo schafwolle,

    ich wollte damit nicht sagen, dass ich ständig um meinen Sohn rumglucke ... sondern eher, dass ich nicht mal für längere Zeit wegkann ... oder auch mal abends. Ganz davon ab, er ist meist ohnehin in seinem Zimmer ... viele Freunde hat er leider nicht, und da ich hier eher ländlich wohne, kann er da auch nicht mal eben hin.
    Es ist für ihn schlimm genug, dass der Vater sich kaum meldet, denn er hängt an seinem Vater.
    Ich versuche einfach, so gut wie möglich für ihn da zu sein ... den Vater kann ich ihm nicht ersetzen und das will ich auch gar nicht.

  6. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    hast du denn zum gruppentreffen oder machst du online ww ??
    aber wenn deine freundinnen auch alleinerziehend sind..kann man sich ja evtl mal mit der kinderbetreuung arrangieren....wo man auch ein adhs kind für ne weile alleine lassen kann oder???
    hatte mal einen jungen betreut...9 jahre alt...der konnte vorm tv auch mal ne std alleine sein...da war er immer gaanz ruhig und friedlich. weiss ja nicht wie das bei deinem sohn ist.
    aber du brauchst dringend mal zeit für dich..um dich auch wieder als frau zu empfinden !!

  7. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    Ich mach online WW, die Gruppentreffen hier in der Nähe sind für mich zeitlich ungünstig.
    Das mit dem arrangieren ist leider nicht ganz so einfach, da sich die Kinder nicht zu besonders mögen ... wenn ich mal bei meiner Freundin zu Besuch bin, gehts so gerade noch ... aber leider hat sie ganz andere Arbeitszeiten als ich und daher sehen wir uns nicht oft.
    Zu den meisten Freundinnen ist der Kontakt fast abgebrochen ... weils mir ne zeitlang noch schlechter als jetzt ging und ich mich bei niemandem gemeldet habe.
    Mein Sohn ist 13 ... also einem nicht ganz einfachen Alter ... für ein zwei Stunden allein gehts, aber länger nur ausnahmsweise ... ich hab sonst Sorge, dass er mir die Wohnung "umdekoriert"

  8. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    hallo Sandy,

    Ländlich wohnen ist in so einem Fall leider problematischer als in der Stadt. Vielleicht kannst du trotzdem mal nach Menschen in ähnlicher Lebenslage schauen, z.b. Verband alleinerziehender Mütter und Väter. Die haben z.B. auch gemeinsame Freizeitveranstaltungen und natürlich Beratung und Information.

    Bezüglich den Vaterpflichten: kann da nicht der soziale Dienst vom Jugendamt vermitteln?
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  9. User Info Menu

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    Danke,
    das mit dem Verband alleinerziehende Mütter und Väter ist gar keine schlechte Idee, auf die ich noch gar nicht gekommen bin ... ich werd mich mal auf die Suche machen

    Aber in bezug auf Vaterpflichten sehe ich eher schwarz ... das Jugendamt ist schon im Boot ... nur leider sind die Mitarbeiter hier bei uns nicht besonders engagiert und mein Ex wird ohnehin alles verweigern, was mich auch nur im entferntesten entlasten könnte ... er hat sich schon immer die Rosinchen rausgepickt ... er meldet sich immer nur kurzfristig, wenn er seinen Sohn mal für ne Stunde abholen will ... wenn ich dann schon was mit dem Kurzen vorhabe, hat er Pech gehabt, so seh ich das ...

    Grüße S.

  10. Inaktiver User

    AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!

    Hallo Sandy,

    dass Wichtigste hast Du schon getan: DU willst was ändern an Deiner Situation! Und dann wirst Du es auch schaffen.

    Lebst Du in Deutschland? Nur hier weiß ich ein wenig über die Möglichkeiten...

    Ich halte gezwungene Begegnungen zwischen getrennlebenden Elternteilen und ihren Kindern für nicht förderlich, für niemanden. Wenn Dein Ex seinen Sohn nicht sehen will, dass ist das wirklich bitter. Ihr müsst das beste daraus machen. Dein Sohn erlebt so den wahren Charakter seines Vaters und kann viel daraus lernen, z. B. wie er später selbst mal eine eventuelle Vaterrolle ausfüllen will.
    Du musst hier auch nichts beschönigen oder Deinen Sohn schützen. Sag ihm ruhig, dass Du es auch traurig findest, aber Du nichts tun kannst.

    Wenn das Jugendamt nicht sehr engagiert ist, musst Du ihnen mit Fakten kommen, was Dir an Unterstützung zusteht.
    Erkundige Dich am besten bei "Freien Trägern der Jugendhilfe" nach Unterstützungsmöglichkeiten. "Freie Träger der Jugendhilfe" sind meistens überaus engagiert und übernehmen die Kontakte und den Papierkram zu den Jugendämtern. Du findest sie sicherlich über´s googeln. Es gibt Einzelfallhilfe, schaue da nach einem männlichen Einzelfallhelfer, der zumindest auf kleinen Gebieten des täglichen Lebens ein "männliches Vorbild" für Deinen Sohn sein kann. Die Kosten hierfür werden vom Jugendamt getragen.

    Ist bei Deinem Sohn das ADHS durch einen Grad der Behinderung dokumentiert? Wenn nicht, hole es nach, Anträge gibt es beim Versorgungsamt des Landkreises.
    Hole Deinen Hausarzt und den Kinderarzt ins Boot, Du liest Dich, als ob Du an einer bedrohlichen Erschöpfung leidest.

    Hast Du schon über eine Mutter-Kind-Rehabilitation nachgedacht?
    Oft hilft es schon, zu planen. Wenn Du eine Mutter-Kind-Reha beantragst, sehr hilfreiche Seite ist www kur org (dies ist ein gemeinnütziger Verein), bereite es gut vor. Gehe zum Arzt, zähle all Deine Beschwerden auf (ob du viel grübeln musst, Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Überlastung...).
    Nach einer Reha/Kur, die in der Regel drei bis vier Wochen dauert, steht Dir unmittelbar im Anschluss Dein Jahresurlaub zu. So kommst Du auf eine längere freie Zeit, in der Du Kraft schöpfen kannst und vor allem Deine Gedanken sortieren kannst.

    Kannst Du Dich mal für zwei/drei Wochen krank schreiben lassen, damit Du tagsüber freie Zeit zum aktiven Erholen, oder auch einfach mal tagsüber schlafen kannst?

    Hast Du schon mal über einen Umzug in die nächst größere Stadt nachgedacht, damit Du und Dein Sohn eine bessere Infrastruktur habt.
    Gibt es am jetzigen Ort Selbsthilfegruppen für alleinerziehende Eltern mit ADHS-Kindern? Kennst Du weitere betroffene Familien? Kannst Du selbst eine Selbsthilfegruppe gründen, aktiv werden?
    Gibt es an seiner Schule noch mehr ADHS-Kinder? Bist Du mit den Eltern dort im Kontakt? Auch wenn es erst einmal nur der Austausch über die Kinder ist, so könntest Du soziale Kontakte knüpfen.

    Du musst nicht alles alleine schaffen. Aber Du musst Dir aktiv Hilfe holen, um Deiner Selbst willen. Denn nur wenn es Dir gut geht, geht es Deinem Sohn auch gut.

    Fang an mit kleinen Dingen, so wie mit dem regelmäßigen walken. Rasierer gegen die "Hexenhaare", Gesichtsmaske gegen die Augenringe, schöne Musik, gute Düfte. Pflege Deine Seele und Deinen Körper.

    Ein richtig gut-blöder Quatschtipp: Lache Dich morgens und am Tag mehrmals selbst im Spiegel an. Auch wenn Dir nicht danach ist. Du wirst Dir so blöd dabei vorkommen, dass Du über Dich selbst lachen musst. Dieses "künstliche" Lachen wirft trotzdem Glückshormone im Körper aus (irgendein chemischer Prozess) und es hebt Deine Stimmung. Tagsüber wirst Du Dich immer wieder an diese komisch-blöden Momente vor dem Spiegel erinnern und Du wirst wieder lächeln und wieder werden Glückshormone ausgeschüttet...
    Mach mal, es funktioniert, habe ich während einer psychosomatischen Reha "gelernt".

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Mut und überhaupt, Pumpernickel

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •