ich wohne in Deutschland.
Demnächst steht wieder ein Hilfeplangespräch mit dem Jugendamt an, bei dem der Vater ebenfalls anwesend sein sollte, doch ich glaube nicht, dass er kommen wird. Ich werde dann die ganze Problematik mal schildern und sehen, was passiert.
Morgen hab ich einen Tag frei, da werd ich mal ein wenig telefonieren und versuchen, mir bei einigen kirchlichen Organisationen Hilfe zu holen. Vor allem weil ich auch nicht weiß, was ich in den Ferien machen soll... Vielleicht kann man mir ja dort helfen.
Mein Sohn hat keinen SB-Ausweis, und ich weiß auch nicht, ob ich das möchte. Er hats eh schon schwer genug,, ich möchte ihm irgendwelche Gespräche und Gutachten ersparen. Außerdem wüsste ich nicht, ob ich die Kraft habe, mich damit auch noch auseinanderzusetzen.
Über einer Mutter-Kind-reha habe ich auch schon nachgedacht, aber die Chancen darauf sind ja eher gering, weil mein Sohn mit seinen 13 Jahren schon zu alt ist. Trotzdem werd ich mal einen Termin beim Kinderarzt machen und mit ihm darüber sprechen ... vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit. Alleine eine Kur machen, geht nicht, ich wüsste nicht wohin mit meinem Sohn. Und 2 getrennte Kuren für uns beide ... ich weiß nicht.
Leider habe ich keinen Hausarzt, da ich mit meinem letzten nicht zufrieden war, weil er mir kaum zugehört hat. Einen neuen hab ich noch nicht gefunden. Von daher kann ich mich nicht krankschreiben lassen. Außerdem kann ich das mit meinem Gewissen auch nicht vereinbaren ... momentan ist so viel zu tun im Büro ... ich muss das irgendwie so schaffen.
Ich komme selbst aus einer Großstadt und möchte nicht mehr dorthin zurück ... im Grunde genommen gefällt es mir hier in meiner Kleinstadt, und mein Sohn kennt nichts anderes. Ob er in der Stadt klarkommen würde ...ich weiß nicht. Klar, ich hätte da eine bessere Infrastruktur und auch meine Familie (Mutter und Schwester) in meiner Nähe. Aber ich möchte meinen Kurzen nicht aus seinem gewohnten Umfeld reißen, andere Schule, neue Freunde etc. ... nein, das wär zuviel für ihn.
Selbsthilfegruppen gibt es hier, aber die finden vormittags statt ... nicht für alleinerziehende arbeitende Mütter ... manchmal hab ich das Gefühl, dass es hier entweder nur glückliche FDamielien gibt, bei denen Papa das geld nach Hause bringt und Mutti sich ums Kind und Haushalt kümmert ... oder die Muttis, die allein sind, gehen einfach nicht arbeiten. Da pass ich einfach nicht rein ... ich hab mich schon immer bei Kindergarten- und Schulveranstaltungen unwohl gefühlt zwischen den ganzen Übermuttis, die den ganzen Tag Zeit haben. Manchmal komm ich mit wie ein Alien vor...
Das hat gut getan, das mal alles aufzuschreiben ... so wird vieles klarer und greifbarer .... morgen werd ich anfangen, etwas zu ändern
Heute werd ich erstmal den Resttag nutzen und das Chaos, das sich angesammelt hat in meiner Wohnung, ein wenig zu beseitigen. Das ist nämlich auch was, das ich schon zu lange vernachlässigt habe ...und das sieht man auch
Und heute abend werd ich eine Runde walken...
Das mit dem lachen werd ich auch mal ausprobieren ... ich befürchte ich werd mir dabei echt blöd vorkommen ... aber wenns hilft ... was solls
Ach ich danke euch allen für eure lieben Antworten ...
Grüße
Sandy
Antworten
Ergebnis 11 bis 17 von 17
-
23.06.2013, 17:42
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
-
23.06.2013, 19:44Inaktiver User
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
Hallo Sandy,
ich kann verstehen, dass Du so erschöpft bist und Dir auf keinem Fall zusätzlich noch "auf die Füße treten", lies es nur als Anstupser:
Du machst auf mich den Eindruck, dass Du sehr ohnmächtig bist und Dich auf Aussagen verlässt, die andere machen. Wenn man auf Hilfe angewiesen ist, ist es immer wichtig, sich aus fundierten Quellen die Infos zu holen.
Dein Sohn ist nicht zu alt für eine Mutter-Kind-Kur!
Das Sozialgesetzbuch V regelt eindeutig die Mutter-Kind-Kuren. 2012 wurde das Recht auf Mutter-Kind-Kuren nochmals überarbeitet und die Ansprüche für bedürftige Eltern und Kinder sehr verbessert. Ab dem Dritten Abschnitt des SGB V ist alles gut erklärt. Die Gesetzestexte kannst Du im Internet nachlesen.
Wenn Du für Deinen Sohn einen Grad der Behinderung beanträgst, bedeutet es noch lange nicht, dass er einen Schwerbehindertenausweis bekommt, den gibt es erst ab einem GdB von 50. Wenn er regelmäßig beim Kinderarzt in Behandlung ist, wird dieser vom Versorgungsamt angeschrieben und er muss einen Befundbericht ausfüllen. Es können von Dir dann auch Berichte vom Jugendamt und eine Einschätzung der Schule beigelegt werden.
Wenn Ihr Euch für eine Kur entscheidet, ist es sicherlich sinnvoll, mit der GdB-Beantragung bis nach der Kur zu warten und dann gleich den aktuellen Kurbericht mit einzureichen.
Wenn Du aktuelle Berichte abgibst, ist es eher unwahrscheinlich, dass Dein Sohn begutachtet wird. Im SGB ist eindeutig geregelt, dass Doppeluntersuchungen zu vermeiden sind.
Dein Sohn ist erst 13 und ist durch die ADHS bestimmt ziemlich geplagt. Warum sollen er und Du nicht die "Vorteile", die eine Anerkennung eines Grades der Behinderung mit sich bringen, in Anspruch nehmen.
Wenn Dein Sohn sieht und erlebt, wie Du Dich für Euch einsetzt, lernt er so viel Eigenverantwortung für sein späteres selbstständiges Leben. Ja, es ist alles mit Papierkram, Kraftaufwand, Energie und sicherlich auch mal Enttäuschungen verbunden. Aber, Du bist aktiv und nimmst Eure Interessen in Deine Hand. Du hast so die Chance zu agieren und verharrst nicht in einer ohnmächtigen, abwartenden Haltung aus der Du heraus nur reagieren kannst.
Such mal unter Wikipedia: Mutter-Kind-Kur, Persönliches Budget, Grad der Behinderung - Es gibt so viele Möglichkeiten!
Ich dachte, Du lebst so richtig auf dem Lande, in einer Kleinstadt gibt es ja eine soziales Infrastruktur.
Vergleiche Dich nicht mit so von Dir eingeschätzten Musterfamilien. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und es bringt Dich kein Stück weiter. Es kann Dir egal sein, ob die Übermutter aus dem Haus gegenüber alles so super wuppt. Das ist reine Energieverschwendung, es geht um Dich und um Deinen Sohn. Das ist Deine Verantwortung.
Wie ist das, wenn Du zu Hilfeplangesprächen gehst? Bereitest Du Dich vor? Was Du/Ihr gemacht habt, seit dem letzten Gespräch. Kommst Du mit konkreten Fragen, Zielen, Forderungen? Wenn Du Forderungen stellst, Hilfe einforderst, schaust Du ganz konkret, was das Jugendamt anbieten kann, wer welche Kosten übernimmt, was Euch zusteht, Zeitraum?
Man kommt heute an so viele Informationen, nutze die Möglichkeiten.
Ich war selbst ein unbeschriebenes Blatt, bis ich durch die Krankheit meines Kindes und meiner eigenen Krankheit, anfing mich in Gesetzestexte einzulesen. Und ich merkte, man kann diese Dinger echt verstehen. Und wenn nicht, gibt man ein paar Stichpunkte bei Google ein und kommt wieder ein Stück weiter.
Klar wird man erstmal unbeliebt bei den Ämtern, aber Wissen ist Macht und verleiht Selbstbewusstsein, Stolz und Würde.
Man muss sich fast immer die Sozialleistungen "erkämpfen", aber es lohnt sich. Es geht ja hier nicht darum, dass Du etwas Unberechtiges geschenkt haben willst.
Schön, dass Du morgen frei hast und die Zeit nutzen willst, um Ordnung zu schaffen. Das Aufräumen des Heims bringt auch Ordnung in die Seele.
Und wenn Du die äußerliche Ordnung hergestellt hast, dann wird das sicherlich auch positive Auswirkungen auf Deinen Sohn haben?
-
23.06.2013, 21:15
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
ich danke dir für deine Tips und werde mich damit auseinandersetzen ... Schritt für Schritt...
Für morgen lege ich mir eine To-do-Liste an, damit ich nichts vergesse.
Ich werd einen Termin beim Kinderarzt machen um mit ihm über die Möglichkeit einer Kur zu sprechen, dann werd ich mich mal mit der Krankenkasse unterhalten und mir gegebenfalls auch andere Hilfe suchen von kirchlichen Einrichtungen ... die bieten ja ne ganze Menge an Hilfen an. Ich hoffe nur, dass die auch Termine anbieten, die nicht in meiner Arbeitszeit liegen, denn meinen Urlaub brauche ich für die Ferien, die ich ja nun allein irgendwie abdecken muss.
Ich hoffe, meine Motivation verlässt mich nicht so bald wieder .... ich musste jetzt schon so lange kämpfen und hatte zwischendrin kaum noch Kraft ... aber ich weiß, dass jedes Erfolgserlebnis neue Kraft gibt, und ich habe nicht vor, aufzugeben, auch wenns oft schwerfällt.
Mit der Sache mit der Schwerbehinderung tu ich mich jedoch noch recht schwer, auch wenns Vorteile bringen kann, hat der Gedanke daran einen leicht bitteren Beigeschmack ... aber ich werd trotzdem mit dem Doc drüber sprechen.
Bezüglich dem Termin mit dem Jugendamt habe ich einige konkrete Vorstellungen, was ich fragen möchte ... ich werd das in den nächsten Tagen zu Papier bringen und hoffe, dass ich den Zettel dann nicht vergesse so wie mir das mit meinen Einkaufszetteln immer passiert.
Wenn ihr mögt, halte ich euch auf dem Laufenden
Und nochmals ... vielen Dank für eure Unterstützung ... das tut so gut ... ich fühl mich nicht mehr ganz so allein
Grüße
Sandy
-
23.06.2013, 22:30
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
Liebe Sandy,
der Beitrag von HPumpernickel enthält wirklich sehr hilfreiche Anregungen,
die auch Mut zur Umsetzung machen ...
Da Du den Urlaub angesprochen hast, nehme ich an, Du meinst damit,
dass zumindest ein Teil der Ferien Deines Sohnes zeitlich durch Deine
Anwesenheit abgedeckt ist.
Was die verbleibenden Wochen betrifft, so würde ich das Jugendamt dazu
auffordern, den Vater dazu zu bringen, seiner anteilsmäßigen zeitlichen
Verpflichtung hinsichtlich Betreuung in den Ferien nachzukommen.
-
23.06.2013, 22:36
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
Hallo Schafwolle,
ich würde ja gerne meinen Ex in die Pflicht nehmen ... aber soll ich das meinem Kind wirklich antun?! Er würde dann nur wieder Streit miterleben, in dem auch sein name fällt. Das ist schon öfter vorgekommen, er hats mir vor kurzem erzählt ... ich glaube, er ist froh, dass er dort nicht mehr übernachten muss, weil er dort miterlebt, wie sein vater und seine Stiefmutter streiten, weil er dort ist.
Ich hatte eigentlich immer den Eindruck, dass seine Stiefmutter nichts gegen ihn hat, aber da habe ich mich wohl getäuscht, auch wenn sie das abstreitet.
Nein, er muss nicht dorthin, ich werde eine andere Lösung finden ... finden müssen.
LG
Sandy
-
23.06.2013, 22:49Inaktiver User
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
Bei uns gibt es über's Jugendamt organisierte Ferienfreizeiten, man muss je nach Einkommen etwas dazubezahlen.
Um jetzt noch was zu organisieren, ist es wahrscheinlich seeehr knapp.
Vielleicht bietet ja auch die Kirchengemeinde etwas an.
Wie ist denn Dein Sohn? Geht er auf neue Menschen zu? Was will er denn am liebsten in den Ferien machen? Was ist davon realisierbar?
Fahrt Ihr zusammen weg? Über die evangelische Kirche gibt es preiswerte Ferienfreizeiten und im Deutschen Jugendherbergsverband findet man auch immer noch Restplätze.
Wenn Du spürst, dass Vater und Sohn nicht mit Freude Zeit miteinander verbringen wollen, dann hast Du vollkommen Recht, niemanden zu zwingen.
Zahlt Dein Ex Unterhalt für Euren Sohn?
Wenn er sich jetzt nicht an der Feriengestaltung als Person beteiligen will, kannst Du vielleicht mit dem Jugendamt eine Extrazahlung durch ihn vereinbaren...?
-
24.06.2013, 09:30
AW: verzweifelt und einsam - Achtung lang!
Hier gibt es dieses Jahr offenbar leider keine Ferienfreizeiten vom Jugendamt ... die hatten sonst immer ein Programm, aber dieses Jahr ist noch keins raus ... vielleicht kommt ja noch was. Bei der Kirche schau ich auch noch.
Das Problem ist, dass ich nicht sicher bin, ob mein Sohn das auch wirklich machen würde. Er ist vom Naturell eher schüchtern ... hat er wohl von mir, ich war als Kind genauso. Ich frag ihn andauernd, wie er sich die Ferien vorstellt, was er machen will und ob er sich vorstellen kann, mit anderen Jugendlichen allein wegzufahren ... aber ich bekomme nur ein Schulterzucken.
Ich werd mal versuchen, mich heute nachmiottag gemeinsam vors Internet zu setzen um was passendes zu suchen. Vielleicht gibt es ja was, das ihm Spaß machen würde. Er wollte ja gern ins Fußballcamp seiner Lieblingsmannschaft, aber dort hätte er nicht übernachten können, und jeden Tag 2x 100 km fahren hätte ich auch nicht können ... außerdem waren die Plätze auch recht schnell ausgebucht.
Naja, ich werd schon ne Lösung finden.
Mein Ex zahlt für seinen Sohn ... ans Jugendamt, abder davon sehe ich nichts, da es gerade die Betreuung abdeckt, die von Jugendamt gefördert und finanziert wird, ich muss dazu auch einen Anteil zahlen. Ansonsten ist mein Ex sicherlich nihc tbereit, auch nur einen Cent mehr zu zahlen, oder sich an einer Ferienfreizeit zu beteiligen ... er ist ja soooo arm und muss ja auch seine neue Familie ernähren ... Mir fehlt auch die Kraft, mich deswegen noch weiter mit ihm aufzureiben, was er mir zuletzt per SMS an den Kopf geschmissen hat, reicht mir schon. Ich verdiene genug um über die Runden zu kommen, ums Geld gehts mir nicht, da komm ich schon irgendwie klar ... es geht mir wenn dann nur ums Prinzip.
mein Sohn verbringt eigentlich gern zeit mit seinem Vater, aber übernachten möchte er dort, glaub ich, nicht mehr ... er hängt auch sehr an seinem kleinen Halbbruder. Ich würde niemals wollen, dass der Kontakt ganz abbricht, irgendwann wird er selbst entscheiden, ob er den Kontakt weiter will oder nicht. Momentan möchte er wohl noch Kontakt, zumindest hat er sich gestern nachmittag gefreut als sein Vater ihn anrief und für eine Stunde abgeholt hat. Mich Ärgert das einfach nur, dass der Herr Vater tut wie es ihm grad beliebt. Aber ich möchte nicht, dass mein Ex weiß, dass mich die ganze Situation belastet, denn das würde ihn nur noch mehr freuen. Er hasst mich seit dem Tag, an dem ich von ihm Unterhalt für seinen Sohn forderte ... er betrachtet das als Erpressung weil er der Meinung ist, dass ich ja genug Geld habe und seins nicht auch noch brauche.
So, nun mache ich mich mal an die Arbeit, ich hab mir für heute viel vorgenommen und hoffe, ich schaff auch alles
Bis denne
LG
Sandy


Zitieren

