Hallo heavensgate,
das Verhalten Deiner Kinder ist eigentlich aufgrund der Vorgeschichte
schon verständlich.
Ich habe Dein Eingangsposting nochmal gelesen ... Du scheinst ein sehr
engagierter Vater zu sein, der seinen Kindern den Stellenwert einräumt,
den sie brauchen. Drei Mädels alleine großzuziehen ist eine, wenn auch
schöne, Herausforderung.
Therapeutische Unterstützung wird nicht nur den Kindern helfen, sondern
auch Dich in Folge entlasten, wenn die übergroße Verlustangst (das, was
Du "klammern" nennst) weniger wird.
Das mit Deiner Frau tut mir sehr leid, ist für Dich auch bestimmt nicht
einfach.
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Ergebnis 21 bis 30 von 98
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23.04.2013, 23:35
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Geändert von schafwolle (01.05.2013 um 11:00 Uhr) Grund: Wort geändert
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24.04.2013, 23:43Inaktiver User
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Nun wie du verstehen kannst fühlte ich mich besonders in den ersten Monaten nach dem Tod meiner Frau überfordert. Glücklicherweise hatte ich die Nanny, die wir vorher schon als Hilfe hatten. Sicherlich wäre es besser wenn ich mehr Zeit unter der Woche für die Kinder hätte. Aber Geld verdienen muss ich ja auch noch. Es ist schon Stressig morgens raus, auf die Arbeit- spät nach Hause, Hausarbeit, am Wochenende kochen... Das zehrt an einem. Aber meine Kinder sind es wert! und haben es verdient die Kindheit so gut wie eben in dieser Situation möglich zu genießen. Sie haben mich auch ein bisschen gerettet nach so einem Schicksalsschlag. Ich wüsste nicht was ich gemacht hätte wenn Sie nicht da gewesen wären. Trotzdem habe ich vielleicht nicht alles richtig gemacht. Mit dem Gruppenurlaub dachte ich eben da sich alle schon sehr lange kennen, meine Kinder besseren Kontakt zu anderen in der Familie aufbauen und ich auch etwas Zeit für mich habe. Das klingt jetzt bestimmt Egoistisch, aber ich muss auch mal abschalten können. Das zeigt sich bei mir seit kurzem auch körperlich. (Bluthochdruck und Nachtschweiß) Auf jeden Fall werden wir den nächsten Urlaub mal ohne die Verwanden und Bekannten unternehmen. Dann haben wir viel Zeit nur für uns. Unabhängig davon werde ich nochmal mit den Kindern zur Psychologin gehen und Ihr die Situation schildern. Vielleicht gibt es doch Dinge die mit Ihr besser zu Besprechen sind als mit mir. Meine Älteste wollte ich mal überreden das sie bei einer Freundin übernachtet, worauf die Nanny mir sagte das Sie keine Freundinnen hätte. Das hat mich etwas geschockt. Daraufhin habe ich Sie heute Abend angesprochen und Sie fing an zu Weinen. Ich konnte Sie kaum noch beruhigen, hab Sie in den Arm genommen und gedrückt. (Musste mich schwer beherrschen, dass ich nicht mitheule) Sie sagte die anderen Mädchen in Ihrer Klasse verstehen Sie nicht. Die haben ganz andere Interessen. Da wusste ich keine Antwort. Ich hoffe die Psychologin kann da etwas mehr rausfinden. Ich möchte dass es Ihr gut geht. Jetzt bin ich vorsichtig bei den kleinen und frage mal am Wochenende so nebenbei ganz vorsichtig. Wir werden am Samstag mal einen Ausflug machen und etwas Wandern und am Sonntag ein Badetag einlegen. (das hat Sie sich gewünscht) Vielleicht kann Sie da etwas Freude tanken und kommen vor die Tür.
Mir ist da noch etwas seltsames aufgefallen. Habe im letzten Urlaubsalbum geblättert. Da ist mir eine Situation wieder eingefallen: Meine große lässt sich von niemandem anfassen. Meine Tante wollte Ihr den Rücken mit Sonnenmilch eincremen (Den Rest macht sie natürlich selbst !). Da hat Sie sich heftig gewehrt. Sie ist dann zu mir gekommen und ich sollte Ihr den Rücken eincremen. Das fand ich schon sehr merkwürdig. Ihre Eigenen Kinder cremt Sie auch ein und die stellen sich nicht so an.Geändert von Inaktiver User (25.04.2013 um 00:10 Uhr) Grund: Mir ist was eingefallen...
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25.04.2013, 10:53
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Warum beantwortest du nicht die Fragen in Bezug auf die Nanny?
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25.04.2013, 14:00Inaktiver User
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Sie ist im Prinzip eine kombination. Sie kümmerst sich vom Frühstück bis Mittagessen (kocht selbst). Bringt die Kinder zur Schule/Vorschule und holt sie wieder ab. Putz die Wohnung, kauft ein, wäscht die Wäsche. Hilft bei den Hausaufgaben. Dafür bekommt Sie ein Gehalt und kostenlos Verpflegung.
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25.04.2013, 19:20
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Hallo heavensgate,
ich verstehe so einiges nicht an deinen Postings.
Du schreibst, es gäbe eine "Nanny", die sich um Kinder und Haushalt kümmern würde, wenn du nicht da bist. Wenn dem so ist, dann sollte es möglich sein, dass die Hausarbeiten erledigt sind, wenn du abends nach Hause kommst, meinst du nicht? Du solltest dann wirklich nur noch für die Kinder da sein, damit du ein offenes Ohr für ihre Erlebnisse, ihre Sorgen und Nöte haben kannst.
Dass dir so gar nicht bewusst war, dass deine Älteste keine Freundinnen hat, erschreckt mich. Einerseits beschreibst du den engen Kontakt zu deinen Kindern, aber diese elementare Tatsache entgeht dir? Mit 14 haben Mädels doch in aller Regel anderes im Kopf als mit den jüngeren Schwestern und dem Papa zusammen zu sein, und wenn das bei deiner nicht so ist, und sie über Einsamkeit klagt, fände ich es, wie von anderen bereits angemerkt wurde, einen Gedanken wert, dass sie sich Unterstützung holt. Du schreibst, deine Älteste wäre nach dem Tod der Mutter bereits in therapeutischer Behandlung gewesen. Es ist gut, dass es eine Therapeutin gibt, die deine Tochter bereits kennt, dann lässt sich dieser Kontakt bestimmt auch wieder herstellen.
Wie meinst du das - welche Interessen hat denn deine Tochter im Vergleich zu anderen Jugendlichen?
Ich kann verstehen, dass Kinder und Jugendliche, die früh ihre Mutter verloren haben, Verlustängste haben und sich umso enger an das verbleibende Elternteil binden. Allerdings solltest du als VATER sehr streng darauf achten, dass - gerade wegen des engen Verhältnisses deiner Töchter zu dir - gewisse Grenzen von deiner Seite aus nicht überschritten werden.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ein FKK-Urlaub mit einer Pubertierenden vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Mich wundert allerdings, dass deine Große diese Art Urlaub nicht von sich aus verweigert.
Völlig unverständlich ist mit deine Sorge, du könntest deine Töchter "zu verklemmten Zicken erziehen" (Eingangsposting). Das Problem sehe ich so überhaupt nicht. Wohl aber sehe ich, dass deine Töchter (offenbar alle drei) große Probleme mit der Loslösung vom Vater haben. Wie du das am besten angehen kannst, dazu können wir hier sicher nur begrenzt Rat geben. Du/ihr bräuchtet m.M.n. eine professionelle Unterstützung vor Ort.Geändert von Analuisa (25.04.2013 um 19:23 Uhr)
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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25.04.2013, 20:58
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Die Kleinste geht also in die Vorschule, nicht in den Kindergarten?
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25.04.2013, 23:23Inaktiver User
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25.04.2013, 23:33
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Ich finde die teilweise Überforderung und auch Blindheit des Vaters sowie auch das Verhalten und Empfinden vor dem Hintergrund des Todes der Frau/Mutter völlig normal.
Vielleicht liegt es daran, dass ich weiß, was so ein Verlust, so ein Einbruch im Familiengefüge und in der Kinderpsyche aber auch für den zurück gebliebenen Partner bedeutet.
Mein Vater starb, als ich 8 war. Und ab dem Tag war ALLES anders. Nicht nur für uns Kinder (habe noch eine jüngere Schwester) sondern auch für unsere Mutter natürlich.
Ich denke, wir sollten nicht zu streng mit dem TE sein. Er versucht, vor dem Hintergrund des Verlustes für seine Kinder - aber auch seines eigenen Verlustes - sein Bestes zu geben. Er hatte sich schon mal professionelle Hilfe gesucht. Sehr gut. Dann gemerkt, dass es "irgendwie schräg" läuft und sich hier ans Forum gewandt (ich gebe zu, auch für mich klang das Eingangspost "merkwürdig"). Ich kenne es auch, dass meine Gedanken erst mal ziemlich krude sind und mir das aussprechen/aufschreiben - und dann die Rückmeldungen helfen, mich zu sortieren. Das tut er ja bereits. Hat auch den Rat mit nochmaliger professioneller Hilfe aufgegriffen.
@heavensgate
Ja, deine große Tochter braucht Hilfe. Ihre Kindheit war in dem Moment zu einem großen Teil vorbei, als die Mutter starb. Kein Wunder, dass sie sich von den anderen Kindern unverstanden fühlt. Und im Grunde ist es ja auch so, dass sie einfach einen anderen Erfahrungsschatz hat. Dieses Unbeschwerte, Sichere, was viele Kinder in dem Alter noch haben, hat deine Tochter nicht mehr. Sie befindet sich nicht mehr auf der selben "Scholle" wie die anderen.
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich mich seit dem Tod meines Vaters "verantwortlich" fühlte. Für meine jüngere Schwester und auch irgendwie für meine Mutter, weil die ja auch litt. Meinen gleichaltrigen Freunden gegenüber habe ich mich nie wirklich verbunden gefühlt, ich hatte ganz andere Probleme als die.
Und: Als Elternteil macht man immer Fehler. Man macht Fehler, wenn die Situation unbelastet ist - und umso mehr in einer so schwierigen Lage wie der euren. Du hast drei Kinder und anscheinend einen ausfüllenden Job. Immer allen Kindern gerecht zu werden, immer alles zu sehen und zu bemerken, besonders, wenn man auch noch mit seiner eigenen Gefühlswelt am Kämpfen ist, das kann gar nicht funktionieren. Sei dir selbst gegenüber gnädig.
Und ganz ehrlich: Ich glaube, du nimmst deine Rolle als Vater sehr, sehr ernst und verantwortungsvoll an. Das finde ich sehr schön. Ich glaube nur, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine (neue) Frau in deinem Leben keinen Platz hat. Irgendetwas/Irgendjemand wird dabei immer zu kurz kommen.
Und ja, ich kann die Ex-Freundin extrem gut verstehen, dass es sie gestört hat, dass die Kinder im Laufe der Nacht zu euch ins Bett gekommen sind. Sie ist nicht die Mutter, für sie fühlt es sich anders an, als für dich. Und dein mangelndes Verständnis für ihre Gefühle zeigt einfach, dass da für eine Frau (momentan) kein Platz ist. Ist nicht schlimm, ist einfach so.
Das Leben ist ein Fluss und in ständiger Bewegung. Nichts ist Morgen noch so, wie es Gestern, heute und in dieser Minute, Sekunde ist...Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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25.04.2013, 23:50
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25.04.2013, 23:50Inaktiver User
AW: Meine Kinder und die Verwandschaft weiß alles besser.
Das mit den Hauarbeiten stimmt. Wenn ich aber nach Hause komme ist gerade noch Zeit um die kleinen ins Bett zu bringen. Da ist leider nicht so viel Zeit übrig. Die große schaut meistens mit mir noch Fernsehen. Da ist noch Zeit zu sprechen und Sie erzählt mir eigentlich alles was am Tag so passiert ist. Zumindest dachte ich das! Leider sehen ich ja unter der Woche nicht ob jemand zu Besuch kommt. Und das ist mein Fehler, ich habe nicht nachgefragt. Am Wochenende sind mal die Verwandten mit Ihren Kindern da. Aber die rechnet Sie wohl nicht als Freunde/innen.
Heute habe ich mit der Psychologin gesprochen und Sie meinte auch wir sollten ein paar Sitzungen durchführen. Da warte ich mal ab was da raus kommt.
Das mit den anderen Interessen kann ich leider auch nicht erklären. Habe Sie nicht gefragt nach der Reaktion gestern. Das würde ich gerne der Psychologin überlassen.
Zum Urlaub möchte ich noch dringend Nahelegen das es selbstverständlich keinerlei Zwang für meine Töchter gibt oder gab. Es sind da auch Kinder in Ihrem Alter mit dabei. (z.B. Mädchen der Tante sind 14 und 16) Deshalb habe ich mir da keine Gedanken gemacht. Niemals würde ich Sie zu irgendetwas überreden oder sogar zwingen was Sie nicht möchte. Wir haben vor der Urlaubsplanung immer darüber gesprochen und alle waren begeistert. Es gibt viele andere Möglichkeiten Urlaub zu machen. Das war immer Familientradition. Aber auch hier soll die Psychologin mit Ihr sprechen.
PS: Ich möchte mich mal für eure Hilfe bedanken. Das hilft die richtigen Entscheidungen zu treffen zum Wohl unserer Familie.



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