Wäre es nicht viel einfacher und preiswerter, wenn nicht die Kinder pendeln, sondern die Eltern?
Die Kinder würden ihr Umfeld und viel Stabilität behalten.
Die Eltern nehmen sich jeweils eine kleine Wohnung, die dann auch keine Extra-Kinderzimmer braucht, und pendeln zu den Kindern.
Die Schwierigkeiten des Pendelns dürften für Erwachsene einfacher zu organisieren sein als für Kinder.
Wer hat dazu Erfahrungen?
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Ergebnis 31 bis 40 von 41
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07.03.2013, 09:44
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Geändert von Chris2008 (07.03.2013 um 09:48 Uhr)
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07.03.2013, 10:52
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Wieso soll das preiswerter sein? Du brauchst drei Wohnungen und wenn ich bedenke, dass hier schon Ein-Zimmer-Apartments locker mal 400 Euro kosten, dann kämen wir dann bei zwei Appartements plus eine große Familienwohnung auf mindestens 1.700 Euro. Und wenn ich mir die Geschichten im "Gebrauchter-Mann"-Forum durchlese, weiß ich auch nicht, wieviele zukünftiger Partner das so mitmachen würden. Das ist für ein Modell, dass sich in der Theorie gut anhört, aber im realen Leben für mich nicht wirklich umsetzbar scheint.
Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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07.03.2013, 15:01Inaktiver User
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Ich würde sagen- zuerst einmal zu einem Anwalt und sich beraten lassen. Alles in Erfahrung bringen, was es an Möglichkeiten gibt- Klarheit bringt Sicherheit.
Dann- als nächsten Schritt- diese Ehe sauber abschliessen.
Da in so etwas immer Verletzung liegt ist es ganz wichtig das aus dem Weg zu räumen, damit man friedlich und gut miteinander umgehen kann.
Soviele wollen "zum Wohle des Kindes" und tragen doch verbitterte Kämpfe über die Kinder aus....sowas sollte nicht geschehen!
Ob ein Wechselmodell gut oder weniger gut ist- kann ich nicht beurteilen, aber ich vermute, daß es den Kindern momentan schlecht genug geht um nun so eine Sache (es dürften doch gerade die Nerven aller blank liegen!?) durchzusetzen.
Warum sich nicht ganz nah eine Wohnung nehmen und zuerst einmal vereinbaren (schon das wäre eine tolle Übereinkunft bei den Eltern), daß die Kinder kommen können wann sie wollen!
So bleibt ein Halt gerade erhalten (man sollte eine Wohnung nicht unterschätzen) und sie haben doch die Freiheit Papa immer und oft zu sehen.
Wenn dann mal alles geklärt ist- wird sich auch gezeigt haben, ob so ein Wechselmodell anstehen könnte.
Man muss so etwas nicht zwingend durchsetzen nur um die Kinder oft zu sehen- wenn ein Kind auch so zum Vater kann, wenn es möchte....kann sehr viel aufgefangen werden.
kenzia
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07.03.2013, 15:06Inaktiver User
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Erfahrungen habe ich keine, aber vor einiger Zeit gab es hierzu einen Artikel im SZ-Magazin:
Die Geschichte zweier Familien, in denen die getrennten Eltern abwechselnd bei den Kindern wohnen. - Aus dem Magazin
Doch nach Familien, die das Nestmodell praktizieren, muss man lange suchen. Dabei ist die Idee so einfach. Und so gut. Denn die Eltern tragen die Folgen der Entscheidung, die sie als Paar getroffen haben, selbst. Warum ist es dann so unpopulär? Die einfachste Erklärung: Weil es keiner macht, weiß auch keiner davon. Eine andere Erklärung: Es ist teuer. Oder es kommt einem zumindest auf den ersten Blick so vor. Aber zwei große Wohnungen sind auch teuer. Und oft haben Familien genau das Problem: Wer bleibt in der Wohnung oder im Haus? Eine dritte Erklärung: Eltern sehen nicht, dass sie ihren Kindern ein Leben zumuten, das sie selbst nicht gern führen würden - und halten sie unwillkürlich für belastbarer als sich selbst.
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07.03.2013, 17:54
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Die 3. Erklärung finde ich pers. an naheliegendsten .. die erscheint mir logisch und konsequent.
Gruß, B.
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08.03.2013, 07:17Inaktiver User
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Es gibt unzählige Modelle ein inniges und gutes Verhältnis weiter mit den Kindern zu führen, wenn man nicht mehr mit im gemeinsamen Haushalt lebt.
Diese Modelle- pendeln oder wochenweise wechselndes Leben- können meiner Erfahrung nach nur äusserst selten Anwendung finden.
Die meissten Paare, die ich kenne, kommen über den Trennungsschmerz nicht wirklich hinweg und mehr oder weniger kontinuierlich finden Kämpfe statt. Das ist traurig, aber leider auch die Realität.
Unter diesem Gesichtspunkt- sehe ich immer noch als Erstes den Aufbau einer guten Beziehung zu dem getrennten Partner, denn das ist und bleibt der Schlüssel zu einem guten Miteinander - auch zu den Kindern.
Wenn das nicht funktioniert, leiden die Kinder sowieso.....sie sind so oder so gezwungen immer zwischen den Eltern zu pendeln (selbst, wenn sie in einer Wohnung wohnen bleiben) und wenn deren Verhältnis nicht gut ist, leiden die Kinder immerzu.
Wenn es nur um die Kinder geht- sollte man auch bedenken, daß ein sehr gutes Verhältnis zwischen den Eltern wichtiger ist als dort, wo sie dann leben.
Wiegesagt- nah beinander wohnen und den Kinder die Möglichkeit lassen zu jedem immer gehen zu können- ist doch eine gute Alternative und schon das setzt ja viel voraus.
kenzia
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08.03.2013, 08:28
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Letztes Jahr oder vorletztes Jahr gab es mal eine Sendung dazu im TV. Die Kinder selber haben das alles so *hingenommen*, aber so richtige Begeisterung war da nicht vorhanden.
In jeder Wohnung musste praktisch alles doppelt vorhanden sein, weil sonst zu viel hin- und hergeschleppt werden musste, dann landeten doch immer die Sachen von der einen in der anderen Wohnung u. es fehlte wieder irgendwo. Die Schulsachen mussten alle hin- und hertransportiert werden, der Weg zur Schule war von der einen Wohnung sehr viel weiter - die Kinder machten einen genervten Eindruck, das alles brachte sehr viel Unruhe in den Alltag.
Mag sein, dass es einige gibt, die gut damit umgehen können.
Allerdings würde ich dieses hin- und her keinem Kind direkt nach einer Trennung zumuten, da müssen die auch erstmal zur Ruhe kommen und gefestigt sein.
Wie sieht es denn nun mit der Arbeit aus? Wer arbeitet wie lange? Wie würde das denn alles praktisch aussehen?
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08.03.2013, 12:20
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Frei wechseln geht allerdings erst ab einem bestimmten Alter. Wie schon gesagt, bei uns führt das Wechselmodell durch die festen Tage eher dazu, dass wir beide vollzeit arbeiten können. An zwei Tagen die Woche fange ich sehr früh an und hole die Kinder von der Kita/Hort ab und bringe die Kinder am nächsten Tag weg und kann quasi "open end" arbeiten, an den anderen zwei Tagen mein Nochmann. Am fünften Tag macht die Kita früh zu, da ist Großelterntag. Zu Elternabenden geht halt derjenige, der die Kinder gerade nicht hat. Hat mal jemand einen beruflichen Termin, tauschen wir die Tage entsprechend. Wir haben beide aber auch flexible Arbeitszeiten und zur Not die Möglichkeit, mal Home Office zu machen (hab ich z.B. gemacht, als mein Nochmann auf einer Fortbildung war). Mein oder sein VZ-Job wäre mit nur Wochenendmama oder -papa aber nicht zu machen. Wir passen die Kindertermine aber durchaus auch mal für private Termine an.
Für mich spricht auch gegen das Nestmodell, dass ja auch derjenige, der nicht auszieht, sich etwas Neues suchen muss. Das hätte mein Nochmann sehr verständlicherweise nicht gemacht.Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
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08.03.2013, 13:06
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Bei uns wäre das Nestmodell nicht gegangen, weil zu der Zeit als wir uns trennten noch gar nicht klar war, dass wir auf eine gemeinsame Betreuung im Wechsel (fifty-fifty) hinarbeiten würden. Das hätte vorausgesetzt, dass wir unseren Paarkonflikt schon bei der Trennung vollständig aufgearbeitet hätten. Das war nicht der Fall und so hat jeder erstmal gesehen, dass er mit dem Hintern an die Wand kommt und sich Wohnumstände schafft, die Ruhe und Geborgenheit vermitteln.
Heute ginge das, aber noch einmal alles umwerfen, das würde wenig Sinn machen. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass unser Kind unglücklich ist über die zwei Kinderzimmer. Sie hat auch gar nicht alles doppelt. Bei Papa gibts halt ne Werkbank, dafür bei Mama ne Schaukel im Zimmer. Ich habe nicht den Eindruck, dass ihr etwas fehlt.
Ich denke, für das Kind ist in erster Linie das Gefühl wichtig, dass die Eltern weiterhin an einem Strang ziehen. Der TE und seine ehemalige Partnerin müssen dafür aber erstmal wieder auf einen grünen Zweig kommen.Be like a duck. Remain calm on the surface but paddle like hell underneath.
Michael Caine
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08.03.2013, 13:28
AW: Ich (Vater), möchte gerne das die Kinder wochenweise wechseln
Wir wohnen übrigens so, dass der Weg zur Schule fast gleich weit ist. Daher muss auch nicht alles doppelt vorhanden sein (außer der Blockflöte). Und bei Mama gibt es halt das Spielzeug und bei Papa das andere. Da wir halt nur ein paar 100 Meter auseinander wohnen, kann man zur Not auch problemlos was mitbringen oder holen.
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