Hallo Zusammen,
Vor 5 Jahren haben der Vater meines Kindes und ich uns getrennt, unser Sohn ist jetzt 7 Jahre alt. Vor einiger Zeit habe ich einen Mann kennengelernt, bei dem ich mich einfach rundum angekommen fühle, und ich weiß, dass es ihm bei mir genauso geht. Obwohl er 250km weit weg wohnte haben wir uns eigentlich jedes WE gesehen und zwei Urlaube miteinander verbracht. Ich bin mir wirklich ziemlich sicher (so sicher wie man eben sein kann…), dass dies mein Mann für´s Leben ist.
Nun ist mein Freund jobbegründet in eine andere 200km entfernte Stadt gezogen, die mir auch sehr gut gefällt. Ich könnte mir gut vorstellen, dort zu leben. Den Job, den ich hier mache, kann ich überall machen, wahrscheinlich hätte ich dort sogar noch bessere Chancen.
Wenn es nur nach mir ginge würde ich sofort zu meinem Freund in diese Stadt umziehen. Aber: Mein Sohn kommt jetzt nach den Ferien in die 2. Klasse, er hat viele Freunde hier, er kann nachmittags einfach rausgehen und findet immer jemanden zum Spielen. Sein Vater wohnt nur zwei Häuser weiter, wir verstehen uns sehr gut, essen oft zusammen, mein Sohn ist jedes zweite WE plus einen zusätzlichen Tag bei seinem Papa und auch oftmals einfach so zwischendurch, wenn ich Termine oder so habe.
Ich habe schon mit dem KV über einen evtl. Umzug in diese Stadt gesprochen. Natürlich war er nicht begeistert, würde mich aber unterstützen wollen. Er hat sogar davon gesprochen, sich dann evtl. auch eine kleine Whg. in der neuen Stadt zu nehmen und viel von zu Hause aus zu arbeiten, um sich nach wie vor um unseren Sohn kümmern zu können. Das ist das was er jetzt sagt… ich traue dem Ganzen aber noch nicht so ganz.
Nach meinem „Zeitplan“ würde ich sehr gerne nächstes Jahr in den Sommerferien umziehen, damit mein Sohn dann in der neuen Stadt in die 3. Klasse kommt. Wenn ich mit anderen (Bekannte, Kolleginnen) darüber spreche, heißt es aber immer: Das ist unverantwortlich, dass arme Kind, warte doch lieber noch zwei Jahre, dann ist die Grundschule vorbei und er muss eh die Schule wechseln. Ich möchte aber eigentlich nicht warten, ich möchte so schnell wie möglich mit meinem Freund zusammen sein, schon ein Jahr kommt mir ewig vor, wir wollen evtl. noch ein Baby und ich werde ja auch nicht jünger…
Gleichzeitig mache ich mir aber auch Sorgen um meinen Sohn und habe ein schlechtes Gewissen. Ich bin als Kind viel umgezogen und fand es ganz furchtbar, hatte große Schwierigkeiten Freunde zu finden. Ich möchte ihn dem eigentlich nicht aussetzen. Aber jahrelang eine Fernbeziehung führen, evtl. auf ein Baby verzichten, nur weil ein Umzug in eine neue Stadt bestimmt nicht auf der Wunschliste eines 7jährigen steht? Was meint ihr? Bin ich egoistisch?
Dass das Kind beim Vater bleibt ist übrigens keine Option!
Danke für´s Lesen und für Eure Meinungen, Zoralise![]()
Antworten
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13.08.2012, 15:36
Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
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13.08.2012, 15:47
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Hi,
noch ein paar Fragen: wie gut kennt Dein Sohn Deinen Freund, ist er an den WE immer dabei gewesen, beim Urlaub?? Wie ist das Verhältnis zwischen KV und Deinem Freund, kennen sie sich?? Was sagt Deine Verwandtschaft, sofern vorhanden, also evt. Bezugspersonen Deines Sohnes??
Wie sieht Plan B aus, falls der KV nicht mit in die Stadt zieht, wie laufen dann die Kontakte zwischen Sohn und KV??
Ich würde das Ganze vermutlich etwas langsamer angehen, also erstmal Umzug in die andere Stadt, aber eigene Wohnung. Und erst, wenn das funktioniert, über ein Baby nachdenken.
Umzug, Wohnung mit neuem Mann, neue Schule, neue Freunde, neuer Job und Baby...das fände ich ein wenig zu viel auf einmal.
Lg, amazone
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13.08.2012, 15:49
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Hallo,
ich denke du kannst ruhig an dein Glück denken. Und ich finde es ganz toll, dass der Vater dich in der Beziehung so unterstützt.
Mein Sohn hat die erste Klasse übersprungen, "musste" nach 4 Wochen in die zweite, nach der dritten sind wir umgezogen, dann war er ein Jahr in der neuen Schule und ist dann aufs Gymnasium gewechselt, alles in allem war er also nie sehr lange in einer Klasse.
Es hat ihm nie geschadet, es ging uns nach den Umzügen immer gut, das hat er gespürt. Er war glücklich und bei uns waren die "neuen" Freunde auch immer willkommen.
Ich denke die Kinder sollten sich zu Hause aufgehoben fühlen, dann sind sie auch gestärkt in ihrem Umfeld. Wenn es dir gut geht, dann geht es ihm auch gut.
Mein Sohn macht nächstes Jahr Abitur und sagte vor einigen Jahren, dass er nun nicht mehr umziehen möchte. Das kann ich auch gut verstehen. Aber ich bin sicher, dass es in diesem Alter wirklich nichts schadet.
Alles Liebe dir und viel Glück
JagdhundWir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir doch als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile: wie absurd!
LA BRUYÈRE (Pascal Mercier, Der Klavierstimmer)
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13.08.2012, 15:50
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Schwierig.....Aber Kinder finden immer recht schnell neue Freunde und sooo schlimm finde ich einen Umzug in dem Alter nicht. Im Teenageralter ist das schon schwieriger. Wegen der Distanz zum Vater ist das wirlich schade. Die Idee mit der Zweitwohnung finde ich daher wirlich gut (wenn auch teuer).
Gruss
Meagan
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13.08.2012, 16:23
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
eine übersiedelung vor der dritten klasse finde ich entschieden besser als eine vor dem übertritt zum gymnasium (oder wie das bei euch heisst).
er hätte bei der von dir favorisierten lösung zeit, sich am neuen ort einzugewöhnen, falls es wirklich nicht klappte, sogar wieder zurückzusiedeln, bevor er die neue schulsituation zu bewältigen hat.
während des folgenden schuljahres könntet ihr schon in der neuen stadt kontakte zu anderen kindern zu knüpfen beginnen.lg
legrain
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14.08.2012, 10:02
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Danke für Eure Antworten.

Mein Sohn war nach einiger Zeit meistens am WE und bei einem der beiden Urlaube mit dabei. Er und mein Freund kommen erstaunlich gut miteinander zurecht, mein Sohn fragt immer wann er denn endlich das nächste Mal käme. In seinem alten Job hat mein Freund im Schichtdienst gearbeitet und war auch mal während der Woche bei mir, als er frei hatte. Er hat also auch schon den ganz normalen Alltag mit einem Kind kennengelernt.
KV und mein Freund kennen sich auch schon, das Verhältnis ist völlig ok. Wir können alle zusammen Kaffeetrinken, ohne das die Stimmung komisch wäre.
Das mit dem Baby möchte ich natürlich auch wirlich erst angehen, wenn gemeinsame Whg. etc funktioniert. Genau deshalb möchte ich ja auch nicht mehr allzulange mit der gemeinsamen Whg. warten.
Ich habe meinen Sohn damals bekommen, als der KV 800km weit entfernt gewohnt hat und ihn ein Jahr lang praktisch alleine großgezogen. Als ich dann zu ihm gezogen bin, hat es überhaupt nicht funktioniert und wir haben uns ziemlich bald getrennt. Diesen Fehler möchte ich auf keinen Fall nochmal machen!
Familie gibt es hier ansonsten nicht, also auch keine anderen wichtigen Bezugspersonen für meinen Sohn.
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14.08.2012, 10:26
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Eure Antworten machen mir auf jeden Fall Mut es zu versuchen. Hmmm, eigentlich wirklich komisch... Wenn eine "vollständige" Familie z.B. aus beruflichen Gründen umziehen muss, macht sich doch auch keiner soooo viele Gedanken. Irgendwie bleibt (trotz gut funktionierender Lösung mit KV) das schlechte Gewissen, dem Kind eben keine intakte Familie mit Vater UND Mutter bieten zu können, und da will man nicht noch mehr "kaputtmachen".
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14.08.2012, 11:23Inaktiver User
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Hallo Zoralise,
den Unterschied sehe ich darin, dass eine "vollständige" Familie vorher schon uU jahrelang den Alltag gelebt hat, sie ändert "nur" das Umfeld, aber nicht die familiäre Struktur.
In deinem Fall liegt die Änderung für deinen Sohn in mehreren Bereichen, der leibliche Vater fällt weg (an die reelle Umsetzung der Zweitwohnung mag ich aus meinem eigenen Erfahrungsbereich, ist aber nur MEINE Erfahrung, nicht so recht glauben), dein Freund kommt hinzu, neuer Alltag mit einer Mutter, die sich darin selber auch noch finden muss, neue Schule, neue Umgebung, neue Freunde.... ganz schön heavy....
Ich will dir nicht den Mut nehmen, doch meine Konstellation war ähnlich und nach relativ kurzer Zeit gab es von allen Seiten massive Probleme, so dass ich es nicht nochmal machen würde.
LG
Sisa
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14.08.2012, 11:31
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
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15.08.2012, 15:38
AW: Umzug: Eigenes "Glück" vs. Verantwortung für mein Kind?
Eigene Wohnung in neuer Stadt fänd ich persönlich quatsch.
Gruss
Meagan



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