Hallo liebe Bri-Com,
bin bisher nur im Trennungsforum unterwegs gewesen, doch aus gegebener Veranlassung möchte ich bitten, Eure Erfahrungen und hoffentlich auch gute Tipps für mich zu einem anderen Thema zu posten.
Ich bin vom Vater meiner Mädels (8 und fast 5 Jahre) seit nunmehr fast 4 Jahren getrennt, er ist relativ zügig nach der Trennung zum Trennnungsgrund (ca. 500km entfernt) gezogen. Wir haben gemeinsames Sorgerecht.
Die Besuchskontakte gestalteten sich seitdem aufgrund der Entfernung schwierig, mittlerweile kommt er alle 4 Wochen für ein Wochenende und wohnt dann mit den Kindern bei seinen Eltern. In den Weihnachts- und Sommerferien hat er sie auch regelmäßig bei sich in seinem Wohnort.
Für die Große ist der Kontakt zu wenig, sie ist da oft traurig drüber, dass sie ihn so wenig sieht.
Den letzten Ferienaufenthalt der Kinder bei ihm, hat er nun dazu genutzt, um die beiden total zu verdrehen, die Große hat beschlossen, sie will zum Vater ziehen, weil er sonst sauer auf sie ist, die Kleine will den Sohn seiner Lebensgefährtin heiraten und auch dahin umziehen.
Mir ist schon klar, dass, falls das Ganze vors Familiengericht geht, seine Chancen nicht allzu gut sein sollten. Es gibt auch keinerlei Gründe, warum das Wohl der Kinder bei mir gefährdet sein könnte.
Was mich nur so traurig und verzweifelt macht ist, dass er es wohl niemals sein lassen wird, die Kinder in dieser Art zu "verdrehen" und dass dann vielleicht irgendwann der Tag kommen wird, dass sie zum Vater ziehen, weil sie denken, dass sie ihn sonst gar nicht mehr sehen.
Hintergrund für die aktuelle Verschärfung der Lage dürfte wohl sein, dass das Jugendamt ihn derzeit auf Kindesunterhalt verklagt, er zahlt nur den gesetzlichen Mindessatz, obwohl er nachweisbar höhere Einkünfte hat.
Ich arbeite auf einer 3/4 Stelle, die Kinder sind im Schule/Hort und Kindergarten gut aufgehoben, aber dass, was ihr Vater ihnen verspricht und was sie sich sehr wünschen, kann ich ihnen nicht bieten: nämlich, dass dann jeden Tag jemand zu Hause ist und sie nachmittags nicht irgendwo anders betreut werden.
Wenn er mehr Unterhalt zahlen würde, wäre das ja auch möglich, dass ich meine Stunden reduziere, aber so ist das momentan leider nicht möglich.
Werde mir einen sehr guten Familienrechtsanwalt suchen, wenn die Klage kommt, und habe auch schon ein allgemeines Beratungsgspräch mit dem Jugendamt vereinbart.
Wer hat Rat und Trost für mich?
Wie kann ich meinen Töchtern helfen? Ich will ihnen gegenüber nicht schlecht über ihren Vater reden, aber darf ich wirklich nicht reagieren, wenn die irgendwas fragen?
Mein Ex-Mann will der Großen sogar irgendwelche Schriftsätze aus dem Scheidungsverfahren und Emails zum Lesen geben.
Wie soll ich mit sowas umgehen?
Jetzt hat er ihr sogar (ohne vorherige Absprache mit mir) ein Handy mitgegeben.
Macht mir alles sehr zu schaffen......bitte dringend um Antworten!!!!!!
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Ergebnis 1 bis 10 von 23
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26.07.2012, 14:56
gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
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26.07.2012, 15:23
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Vielleicht kannst Du dem Vater eine Mediation vorschlagen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Dein Mann hat im Prinzip das gleiche Recht wie Du, mit den Kindern zu leben.
Mag aber sein, dass eine grosszügigere Besuchsregelung helfen würde. Und dem Ansinnen, dem Kind die Schreiben vom Gericht zu zeigen, würde ich auf der Stelle einen ganz klaren Riegel vorschieben. Das ist nicht im Sinne des Kindes, das versteht sie nicht und da will er die Kleine instrumentalisieren.
Hast Du schon einen Anwalt eingeschaltet?? Lass Dich auf jeden Fall beraten, dann hast Du auch gute Argumente, um Deinen Ex wieder in die Schranken zu verweisen.
Du wirst allerdings niemals verhindern können, dass er die Kinder beeinflusst. Sie sind seine Kinder genauso wie Deine.
Konzentriere Dich auf DEINE Beziehung zu den Kindern. Rede offen mit ihnen, frag sie, was hinter ihren Wünschen steckt. Und lass sie ggf. mal die kompletten Sommerferien beim Vater. Alltag relativiert solche Wünsche oft sehr schnell.
Viel Kraft,
amazone
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26.07.2012, 15:35
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Nein, den Anwalt will ich erst konsultieren, wenn er tatsächlich Klage einreicht, ist letztendlich auch eine Kostenfrage

Mediation (Caritas, Jugendamt) habe ich an unserem früheren Wohnort schon mit ihm versucht, es ist aber daran gescheitert, dass er aufgrund der Entfernung nicht mal eben 1.000 km fährt, um sich mit mir zusammen zu setzen und irgendwelche Dinge zu besprechen....er geht da lieber den gerichtlichen Weg.
Recht auf die Kinder hat er, das streite ich gar nicht ab, wäre auch in meinem Sinne, wenn er sich mehr kümmern (häufigere Besuche an den Wochenende, längere Ferien) würde.....aber das funktionierte (wegen der Entfernung) bisher nicht.
Die Kinder haben bisher immer bei mir gelebt, dort wo er wohnt gibt es (außer ihm) keine Familie, Freunde oder sonstwas.
Dass er sie instrumentalisiert, manipuliert und irgendwo auch total "zerreißt" macht mich wütend und hilflos zugleich.
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26.07.2012, 15:41Inaktiver User
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Müßte dann auch ein Schulwechsel erfolgen?
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26.07.2012, 15:44
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Ja, es wäre dann der zweite Schulwechsel, sie kommt nach den Ferien in die dritte Klasse.
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26.07.2012, 15:48Inaktiver User
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
und das möchte sie angeblich freiwillig?
Die andere Tochter macht was? Ausbildung, schule...?
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26.07.2012, 15:57
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Die andere Tochter wird nächsten Monat 5 Jahre alt, also im Moment noch Kindergarten.
Die Große will nicht freiweillig weg, sie will zu ihm, weil "der Papa sonst böse auf mich ist".
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26.07.2012, 16:01Inaktiver User
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
den anwalt willst du erst sehr spät einschalten- frage mal wegen prozesskostenbeihilfe! und ansonsten kann ich nur raten: hole dir rechtssicherheit. was sagt das gesetz wenn die kinder in welchem alter sind?
und dass er sie für seine zwecke benutzt - wirst du nie verhindern können. du kannst nur überlegen, mit hilfe vom jugendamt oder hilfe von dort- wieviel du deinen kindern von dem gezerre zumuten möchtest und kannst.
dass er sich den unterhalt sparen will- das scheint das erste und einzige ziel zu sein.
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26.07.2012, 16:07Inaktiver User
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
Er wird da kein Unrechtsbewusstsein haben - die Kinder haben jetzt 4 Jahre lang bei dir gelebt, insbesondere die Kleine ist ja quasi bei dir aufgewachsen. Deine Möglichkeiten, sie zu beeinflussen, sind also wesentlich größer, als seine, er nutzt eben die Gelegenheiten, die er hat. Was spricht denn dagegen, dass die Kinder bei ihm wohnen?
Die Klage auf Unterhalt entfiele (es sei denn, du würdest dann deinerseits nicht (genug)zahlen
) - die Kinder haben dort anscheinend eine größere Familie (Vater, Lebensgefährtin, Kind der Lebensgefährtin) - und wenn sie bisher in den Ferien ect. dorthin durften, scheinen sie ja auch nicht schlecht behandelt zu werden. Du hättest mehr Freiraum für dein Leben und würdest dafür - wie jetzt der Vater - einen Teil der Freizeit mit ihnen verbringen.
In meiner eigenen Familie und fast im gesamten geschiedenen Bekanntenkreis ist es so, dass die Kinder - sofern ein Elternteil nicht von sich aus den Kontakt abgeblockt hat - immer irgendwann die Familie gewechselt haben. Meisten allerdings ältere Kinder - so im Alter von 14/15. Mag daran liegen, dass viele Eltern sich erst trennen, wenn die Kinder etwas älter sind - und so nach 4-5 Jahren kommt dann der Wechselwunsch. Ich weiß nicht, ob sich das statistisch belegen lässt - aber es schient mir nicht ungewöhnlich zu sein, dass Eltern sich in der "Aufzucht" abwechseln.
Du musst natürlich damit rechnen, dass, eben weil eure Kinder noch so jung sind, der Wechselwunsch in einigen Jahren wieder entsteht - insbesondere während der Pubertät, wenn das eigenen Umfeld als unverständig empfunden wird. Aber dann benötigst du zumindest keinen Hort mehr zur Betreuung, auch wenn du ganztags arbeitest.
Wie sieht es denn wohnungsmäßig aus? Müsstest du ohne den Kindesunterhalt ausziehen und hättest dann für Besuche der Kinder nur noch ungeeignete Wohn-Verhältnisse? Sind die Kinder sich gegebenenfalls darüber im Klaren?
Wobei sie wirklich noch sehr jung sind, die Konsequenzen können sie sich vermutlich noch nicht wirklich ausmalen. Könntet ihr nicht einvernehmlich beschließen, mit dieser Entscheidung noch etwas zu warten - z.B. bis zu Einschulung der Kleinen bzw. dem Schulwechsel der Großen? Wenn du nicht gleich kategorisch ablehend bist, muss der Vater nicht mehr so insistieren. Und wer weiß, wie dann in 1-2 Jahren alle denken...
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26.07.2012, 16:10Inaktiver User
AW: gemeinsames Sorgerecht: Vater will, dass Kinder zu ihm ziehen
aber was bedeutet dann: die Kleine will den Sohn seiner lebensgefährtin heiraten....???????????


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