Hallo Birke,
da hast du sicherlich recht, dass die Akzeptanz auch bei Verheirateten nicht gerade toll ist. Ich wollte damit auch eigentlich ausdrücken, dass man ohne Partner eben noch schneller in der Bredouille sitzen kann, sprich, es ist nicht "automatisch" vielleicht der Ehemann da, der dann u.U. mal zu Hause bleiben kann.
Obwohl meine Eltern im Haus wohnen, kann ich auch nicht einfach die funktionierende Betreuung voraussetzen, die beiden haben schliesslich auch noch ein eigenes Leben und reisen gern und viel - zu Recht!, aber es ist gelegentlich unbestreitbar von Vorteilwenn Kind einfach nur eine Treppe runter muss.
LG
Sisa
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03.06.2012, 21:29Inaktiver User
AW: alleinerziehend von anfang an
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03.06.2012, 21:39
AW: alleinerziehend von anfang an
Ich habe bin in einer langjährigen Beziehung schwanger geworden, die aber gekriselt hat. Das Kind war nicht geplant, aber wird von mir über alles geliebt. Mein damaliger Partner wollte unbedingt heiraten, ich wollte erst sicher sein, dass die Beziehung wieder gut läuft. Fakt: Mein Sohn wird 15 und hat seinen biologischen Vater seit 14 Jahren nicht gesehen und keinen Cent Unterhalt bekommen.
Trotz allem: Wenn ich mit meinem heutigen Wissen die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mein Kind wieder bekommen. Es war sicher nicht immer leicht, da ich noch studiert habe, aber wie haben eine sehr innige Beziehung zueinander, und in meinem Mann hat er einen tollen Adoptivvater gefunden.
Die Urlaube mit meinem Sohn alleine waren schön. Auch der Alltag lief gut. Schwierig war nur, dass mein Sohn Asthma hatte und ich im Examensstress war. Aber es ging irgendwie alles. Was uns sicher geholfen hat war, dass ich immer sehr darauf geachtet habe, dass er nicht zu meinem Partnerersatz wird. Ich bin seine Mutter und für ihn da, er ist nicht für mein Glück verantwortlich.
Ich glaube, dass ich die Zeit als alleinerziehende (meistens) ganz schön fand, da ich mich noch nie über einen Partner definiert habe und auch nie von der heilen Familie geträumt habe.
Schwierig war jedoch die Schwangerschaft, da ich die Trennung verarbeiten musste und überall nur glückliche werdende Eltern gesehen habe.
Für meinen Sohn war/ ist es manchmal schwierig, nicht zu wissen, wo seine Wurzeln sind. Außer seinem Großvater gibt es keinen Kontakt zu dieser Familie. Mein Mann versucht die Vaterrolle auszufüllen, aber diesen Aspekt der Herkunft kann es leider nicht abdecken.
Beruflich gab es weniger Probleme, da ich meinen "Alleinerziehendenstatus" nie ausgespielt habe. Ich werde fürs Arbeiten bezahlt, wenn die Kinder krank sind, nehme ich Urlaub. Bisher hatte ich Glück, dass ich an diesen Tagen entweder nicht terminiert hatte, oder eine Freundin einspringen konnte.Geändert von Schussel (03.06.2012 um 21:43 Uhr)
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03.06.2012, 21:50Inaktiver User
AW: alleinerziehend von anfang an
Hallo Schussel,
ich habe mir keinen Status aufgebaut, den ich hätte ausspielen müssen. Und es ist meinen Kollegen herzlich egal gewesen, ob ich Überstunden oder Urlaub genommen habe, die Kommentare waren die gleichen.
Kommt vielleicht auch darauf an, wo man arbeitet und wie gross der Betrieb ist.
Von den 20 Tagen/Jahr die man als Alleinerziehender in Anspruch nehmen kann, wenn das Kind krank ist, habe ich seit 2004 bis heute genau 6 in Anspruch nehmen müssen, auch hier kein "ausspielen" irgendeines Status, zumindest sehe ich das nicht so. Zumal man mit seinen Urlaubstagen auch gut haushalten muss, wenn das Kind in der Schule ist und 13 Wochen Ferien hat, man selber aber nur 6 Wochen.
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03.06.2012, 22:09
AW: alleinerziehend von anfang an
Liebe Sisa,
ich habe ganz bestimmt nicht Dich gemeint, als ich vom "Alleinerziehendenstatus" gesprochen habe. Du hast mir nur das Stichwort geliefert.
Ich habe zum Beispiel immer wieder Mitarbeiterinnen mit Kindern. Ein Teil davon ist so flexibel wie eine Bahnschranke. Obwohl zum Teil die Großeltern vor Ort sind und auch immer wieder mitbetreuen, oder die Kinder schon Teenager sind, kann man keinen Termin, der Wochen vorher ist, nachmittags wahrnehmen. Würde ich verstehen, wenn nicht genau diese Frauen mir erzählen würden, dass sie zum Kaffeekränzchen gehen, während die Kinder bei Oma sind. Andere schaffen es auch mit Kindern im Notfall mal für eine kranke Kollegin einzuspringen.
Das Problem mit der Schule kenne ich. Ich finde es schwieriger mit 6-10 Jährigen zu arbeiten, als mit 1-6 Jährigen.
Gruß, Schussel
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04.06.2012, 09:15
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07.06.2012, 15:34
AW: alleinerziehend von anfang an
Der Kontakt ist aber sehr sporadisch und beschränkt sich auf 1-2 mal jährlich. Er unternimmt auch nichts mit meinem Sohn, sondern bringt sein Geburtstagsgeschenk (irgendwann) vorbei und trinkt mit mir einen Kaffee. Am Anfang hat er mit mir (mein Sohn war in seinem Zimmer) auch immer über seinen Sohn sprechen wollen. Einige Jahre habe ich das mitgemacht, aber irgendwann habe ich ihn gebeten, es zu lassen, weil es für mich völlig uninteressant ist. Wenn mein Sohn ihn fragt, dann kann er gerne mit ihm darüber reden. Mein Sohn hat leider keinerlei Beziehung zu ihm. Ich finde es trotzdem nett, dass er ab und zu nach seinem Enkel schaut.
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10.06.2012, 10:18
AW: alleinerziehend von anfang an
Ich habe ebenfalls jemand alleinerziehenden im direkten Umfeld und dort lief es auch recht berechnend ab. Sie ist ganz froh dass der Vater von sich aus keinen Kontakt sucht, wobei es immer klar definiert wird wer der "Erzeuger" (mehr ist es in dem Fall wirklich nicht) ist.
Wenn der Wunsch nach einem Kind so groß ist, dass du nicht mehr warten willst, wenn Du es dir ermöglichen kannst wenigstens das erste Jahr NUR für das Baby da zu sein und dennoch jemanden hast der dir zur Seite steht (Ablösung um mal schlafen zu können ist wirklich GANZ GANZ wichtig!!!) und wenn Du dir in etwa den "Komplikationen" (Also nicht die Schwangerschaft und Geburt, sondern bis zu jahrelangem Schlafmangel
, ganz alleinige Verantwortung für das kleine Wesen, die "Gebundenheit" (nicht mehr mal eben kurzfristig Urlaub planen, selbst "mal eben schnell" Brot kaufen wird zum organisatorischen Akt) im Klaren bist, dann wäre es eine Option.
Aber so wirklich klar wird man sich dessen erst, wenn so ein kleines Wesen dann da ist!!!!! aber dann gibt es kein Zurück mehr...
Du musst Dir aber im Klaren sein, dass das Kind immer auch zur Hälfte von dem Erzeuger stammt und das sich spätestens nach 3 Jahren durchaus im Verhalten zeigen kann. Was sowohl positiv als auch negativ sein kann....Liebe Grüße!
Sini
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11.06.2012, 16:22
AW: alleinerziehend von anfang an
Schwieriges Thema.....
Ich bin von Anfang an alleinerziehend gewesen. Als ich dem Vater meiner Tochter mitteilte, dass ich schwanger bin, liess er sich immer weniger sehen und zog sich einfach zurück. Zweimal war er da, beim ersten Mal war sie sechs Wochen alt, beim zweiten Mal 3 Monate. Heute ist sie neunzehn.
Da die meisten hier mehr vom Hörensagen sprechen, möchte ich einige negative Seiten ansprechen.
Ich bin immer sehr selbstständig gewesen, habe damals gedacht, das schaffe ich dann auch alleine. Habe ich auch. Ich habe immer gearbeitet, für unseren Lebensunterhalt sorgen müssen. Verglichen mit anderen ist es uns immer ziemlich gut gegangen, wir konnten z.B. auch mal in Urlaub fahren.
Aber anstrengend ist es dennoch ohne Ende. Vor allem, dass man alle Entscheidungen alleine treffen muss. Alleine dasteht, wenn das Kind mal wieder ernsthaft erkrankt ist usw. Irgendwann geht einem das total an die Substanz. Nach außen wirkt es immer so, als ob man alles ganz einfach managt, aber es ist eher so, dass man keine andere Wahl hat und wenn es einem völlig über den Kopf wächst, muß man immer weitermachen.
Ich habe immer gute Freunde und Freundinnen gehabt, die einen auch unterstützt haben. Aber im Rückblick kommen und gehen diese und eine durchgehende Konstante ist nicht da. Ich habe mich immer damit getröstet, wenn ich Eltern gesehen habe, bei denen noch viel viel weniger läuft oder die sich auch noch bekriegen, da ging es mir richtig gut.
Jetzt ist sie 19, es gibt seit einiger Zeit große Schwierigkeiten und rückblickend habe ich das Gefühl, die zweite Bezugsperson, an der man sich auch reiben kann, hat gefehlt. Und die Frage nach dem Vater - der sich in diesem Fall schlicht verweigert hat - und der dazugehörigen Familie wird für sie immer bleiben. Sie hat den Kontakt zu ihm gesucht. Er hat sie schlicht ignoriert. Und das tut weh.
Auch das ist so ein Punkt: immer mußt Du für 2 dastehen, Mutter und Vater gleichzeitig sind - und manchmal kann man das nicht.
Mit all dem will ich nicht sagen, dass es ein Fehler war, ich würde es wieder machen. Aber manche Punkte werden so idealisiert.....
Als alleinerziehende Mutter bist Du irgendwann ein Organisationsgenie. Wenn Du dieses Leben hinkriegst, dann schaffst Du auch alles andere....
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12.06.2012, 20:42
AW: alleinerziehend von anfang an
danke an alle. ich bin auch unschlüssig und fände es auch besser mit einem vater. ich weiß nur nicht, wie lange ich noch warten sollte. leider spukt mir dieser frühere freund immer im kopf herum. wenn nicht er, dann jemand, der so ähnlich ist. den habe ich aber nicht gefunden, obwohl ich bis nach australien gegangen bin, um das bild aus dem kopf zu bekommen. allerdings ist es nicht unbedingt er, sondern ein bild vom jemandem mit bestimmten eigenschaften. nichts überzogenes. ich weiß nicht, warum ich es nicht schaffe, so jemanden kennen zu lernen.
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15.06.2012, 15:20Inaktiver User
AW: alleinerziehend von anfang an
Hallo Lola,
ich bin Ende 30 und hatte mal wie Du einen sehr drängenden Kinderwunsch und habe auch verschiedene Möglichkeiten durchdacht. Die Möglichkeit es "allein" zu machen habe ich aber verworfen. Ein Hauptgrund war - neben vielem anderen was schon gesagt wurde - dass ich denke man ist eine Zeitlang eben auch ganz schön oft allein, was da ein Kind ja eben erstmal noch nicht wirklich ein "Gesprächspartner" ist.
Natürlich kann ein soziales Umfeld so etwas abfedern, vor allem denke ich mal Eltern, die in der Nähe wohnen. Auch wenn Frauen genug Geld haben und sich besipielsweise einen Babysitter und sonstige Unterstützung sichern können wird das abgefedert.
Für mich ist es eine Situation, die ich annehmen würde wenn sie auf mich zukäme (ungewollt schwanger oder verlassen) aber die ich mir alleine nicht aussuchen würde. Ich hätte auch das Gefühl es schlecht vor mir selber rechtfertigen zu können.
Ich kenne in meinem Umfeld tatsächlich eine (sehr toughe) Frau, die selbst lesbisch, ein Kind von einem schwulen Mann bekommen hat. Es gibt also Wege die funktionieren und Frauen für die das richtig ist.
Im Moment ist meine Kinderwunsch zum Glück nicht so drängend, aber es war für mich wichtig das alles mal zu durchdenken und zu merken was für mich stimmig ist, was vielleicht eher von außen an mich herangetragen wird und und und.
Ich würde es mir immer noch wünschen aber weiterhin nur mit dem richtigen Mann und ohne Druck, um mich herum erlebe ich auch zahlreiche Frauen, die diesen erst mit Anfang 40 gefundnen haben, manchmal mit und manchmal ohne Kind.
Und ich genieße derzeit auch etwas die Unabhängigkiet die ich habe. Ich war letztens in einem Zug neben einem Kinderabteil und betrachtete vor allem die Mütter, die sich dort nur noch um ihre Kinder drehten. Das ist richtig und soll so sein. Aber ich habe mir erlaubt meine Unabhängigkeit auch einfach mal zu genießen und freue mich weiter an den Kindern in meinem Umfeld,die mir nahe stehen.
Vielleicht gibt es auch erst noch andere "Aufgaben" für Dich zu lösen?


wenn Kind einfach nur eine Treppe runter muss.
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