Amarena, eine Ohrfeige ist kein Erziehungsmittel sondern Körperverletzung. Das Mindeste ist eine Bitte um Entschuldigung.
Eine weitere Entschuldigung für den Versuch, das Handy wegzunehmen, wäre aus meiner Sicht nicht so notwendig, die Situation lässt sich im Gespräch klären. Wobei nichts gegen eine zweite Entschuldigung spricht.
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23.05.2012, 16:21Inaktiver User
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
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23.05.2012, 16:22Inaktiver User
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
Ich fürchte, genau hier liegt bei dieser Geschichte der Knackpunkt. Der Vater scheint gleich alle Verantwortung abgegeben zu haben, die Mutter übernimmt im Gegenzug zu viel davon. (Sorry, liebe TE, habe Deinen Nick vergessen!)
Deswegen ist es auch so wichtig, dass sich die Eltern zusammensetzen und sich auf konsistente Richtlinien für die Tochter einigen - am besten erst zu zweit, dann mit dem Kind zusammen.
So würde ich es zumindest probieren.
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23.05.2012, 16:24Inaktiver User
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
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23.05.2012, 16:26Inaktiver User
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
Die Tochter hat zuerst gebissen, und zwar, laut Schilderung der TE, fest und lang anhaltend. Da sehe ich die Ohrfeige eher als Notwehr. Toll ist sie deswegen trotzdem noch nicht.
Dass es zu dem ganzen Chaos überhaupt kam, liegt doch an der Handygeschichte. Deswegen würde ich in einem Gespräch auch genau da anknüpfen - das Pferd also von vorn aufzäumen, nicht von hinten.
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23.05.2012, 16:38
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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24.05.2012, 00:20
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
vielleicht ist auch das Beißen Notwehr. Seine Mutter schupsen und beißen macht man doch nicht einfach so, auch nicht, wenn wenig Respekt vorhanden wäre. Das sieht für mich eher nach Hilflosigkeit aus.
Und ich denke, dass diese Geschichte nicht mit dem Handy beginnt, sondern früher. Wechselnder Wohnort, Erziehungsstile und Bezugspersonen. Eine Mutter, die mit ihrem Kind Ringkämpfe aufführt. Ein Vater, der offenbar nicht erziehen will. Na ja, aber dann ist das Kind eine Göre.
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24.05.2012, 05:23Inaktiver User
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24.05.2012, 09:58
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24.05.2012, 10:07
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
Respekt impliziert nicht notwendigerweise Achtung, aber eine respektvolle Haltung schließt bedenkenloses egoistisches Verhalten aus.
Göre
Göre oder Gör bezeichnet scherzhaft ein ‘kleines Kind’, geringschätzig auch ein ‘unartiges oder lebhaftes Kind’, insbesondere als Gör auch ein „vorwitziges, freches kleines Mädchen
Tja und so benimmt sich die Tochter ja auch....
Der Schaden geht übrigens in die Millionen, es gibt sogar Statistiken darüber und Kostenaufstellungen, da war mal ein Artikel in der FAZ, glaube ich.... Habe ich gelesen, aber bin mir nicht mehr sicher ob es in der FAZ war oder im Spiegel... K. A.Das Leben macht was es will und ich auch!
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24.05.2012, 10:33
AW: 15-j.-Tochter hat mich gebissen, erkennt Konsequenzen nicht an
Hallo und guten Morgen, ich bin die TE
ich würde gerne noch ein mal details mit euch teilen um zufalls-interpretationen ein wenig vorzubeugen:
auch in meinen augen ist eine ohrfeige kein erziehungsmittel, jedoch, wie schon von jemandem richtig gestellt, war das eine (wenn auch nicht sonderlich kluge) affektreaktion auf den lang-anhaltenden biss.
auch der biss war keine meisterleistung und wird von meiner seite nicht gutgeheißen.
eine solche situation hatten wir hier zum ersten mal. keiner in unserer familie ist gewalttätig oder -bereit. deshalb war ich auch so geschockt.
woher das kam???
hier sind wohl viele spekulationen zulässig .....
bis vor unserer trennung und meinem auszug, war ich mehr oder weniger alleine für die erziehung und das alltagsleben meiner tochter verantwortlich, wie sich das manchmal in einigen familien halt so einschleicht. einer macht eher dies, der andere eher das. der papa war dann eher mal am wochenende für die bespaßung zuständig.
als es dann zur trennung kam hat unsere tochter sind dann dafür entschieden, wenn möglich jeweils zur hälfte bei ihren eltern zu wohnen. das haben wir alle gemeinsam, in mehreren sitzungen, mit einem mediator besprochen und dann so eingerichtet. ihre wünsche wurden dabei, so gut es von seiten ihres vaters ging, der beruflich öfter auch mal tagelang weg ist, berücksichtigt.
beide eltern haben ihre vor- und nachteile, das ist ihr bewusst und auch die damit verbundenen wohnorte, die nur 6-10 minuten fahrradweg voneinander entfernt liegen.
vielleicht liegen unsere derzeitigen schwierigkeiten, wir wohnen jetzt seit ca. 1/2 jahr getrennt zum teil an der tatsache, dass unsere beiden erziehungsstile doch sehr weit voneinander entfernt liegen und sie dazwischen etwas schwimmt. vielleicht auch den einen eher bevorzugt und ihn deshalb als gewünscht oder gar als standard ansieht.
für mich ist das auch sehr schwierig, da die zeit hier leider oft von lernen, schularbeiten nachholen, die bei papa nicht erledigt wurden geprägt sind. dann sind da noch die freunde, der sport, das ausgehen, das theaterspielen, die jugendgruppe, die fernsehserien, der computer.
für uns als mutter-tochter bleibt da oft wenig zeit - und diese zu erstreiten, halte ich weder für besonders sinnvoll, noch ist diese zeit dann qualitativ hochwertig.
allerdings höre ich von anderen müttern, die nicht geschieden sind, dass die töchter in diesem alter ähnlich sind oder waren.
deshalb ist wohl die wahrheit in einem mittelding aus pubertät, unserer trennung, meinem erziehungsil, unserer beiden naturen zu suchen.
mein ziel ist nach wie vor, und das habe ich bei meinen zwei älteren söhnen, die schon lange ausgezogen sind (29 und 27) auch geschafft, eine gute beziehung zu meiner tochter zu haben, die aber nicht auf kosten des gegenseitigen respekts oder der schulnoten geht. denn ich möchte ihr auch vermitteln, dass es außer spaß im leben auch noch verpflichtungen gibt. obwohl ich verstehen kann, dass sie in diesem alter hier eine seite der anderen deutlich vorzieht.
auch in zukunft möchte ich nicht erlauben, dass meine tochter, die ich im übrigen niemals als "göre" bezeichnet habe, und das auch nicht so sehe, während der hausaufgaben dauernd über das handy komuniziert.
wir haben das inzwischen noch einmal besprochen und sie hat es erst einmal akzeptiert. sie wird es während dieser zeit ausschalten und weglegen. für nötig hält sie es allerdings nicht, da sie, im gegensatz zu mir, nicht denkt, dass das den lernfluss behindert.
ich hoffe, dass unser gespräch zu dritt oder auch erst einmal mit ihrem vater einen fortschritt bringen wird. vielleicht schaffen wir es, unter zuhilfenahme vom jugendschutzgesetzt (das er für unangebracht hält) eine annäherung zu erreichen. es war gut für mich zu lesen, dass es anderen auch ähnlich geht, nämlich, dass die mutter (egal in welche richtung) eben nicht immer den gleichen stil pflegt und die gleichen ansichten hat, wie der vater.
da ich beruflich viel schreibe, hört sich dass alles vielleicht jetzt ein wenig "steif" an. deshalb würde ich gerne zum schluss noch sagen, dass ich meine tochter liebe und sie mich auch, dass ich vor ihr großen respekt habe, sie eine tolle tochter. diesen hat sie auch vor mir - wenn das auch nicht in jedem augenblick von uns beiden gelebt wird - aber mal ganz ehrlich, wer kann das schon??? mit den beiden jungs war vieles ganz anders, vielleicht bin ich auch deshalb so verunsichert. viele sagen ja, dass es zwischen mädchen und müttern auch mal schwieriger werden kann, als mit jungs. das nehme ich mal zum trost, obwohl es wahrscheinlich jede menge gegenbeispiele gibt.
ich freue mich, dass ich diesen beitrag hier eingestellt habe, denn ich habe viele denk- und handlungsanstöße bekommen. vielen herzlichen dank.
badger



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