Liebes Forum,
da mein Bruder (Mitte 30) kurz vorm Nervenzusammenbruch steht und ich ihm objektiv auch nicht helfen kann, wende ich mich an euch und versuche es kurz zu machen.
also: Ehe vor knapp 3 jahren nach kurzer Kennenlernzeit und großem Verliebtsein geschlossen.
Nach 1,5 Jahren kam das Kind. Trennung ihrerseits als das Kind knapp 1 Jahr alt war.
Gründe: Probleme meines Bruders mit Alkohol (jetzt in Therapie und seit 1/2 Jahr "trocken". Lt. Arzt und Therapeut ist er kein klassischer Alkoholiker sondern Stress-Trinker, hat auch nicht tagsüber getrunken, sondern nach einem stressigen Arbeitstag (soll das jetzt nicht mindern!). Er hat sich aber dem Problem gestellt. Ich möchte auch betonen, dass er nie nie nie handgreiflich oder aggressiv wurde, hat sich nach dem Konsum in sein stilles Kämmerlein verzogen.
Sie fühlte sich allein gelassen - absolut verständlich. Sie (Mitte 20) ist wegen psychischer Probleme noch nie richtig erwerbstätig gewesen, ist chronisch pleite. Mein Bruder hat damals ihre Schulden übernommen. Böse Zungen sagen sie sei eher der Typ faul (bspw. ist sie max. 1x die Woche mit dem Kind an die Luft gegangen - hielt sie nicht für notwendig (trotz Gelbsucht am Anfang etc.). Sie sagt auch, sie möchte nie arbeiten, da ihr Job das Mutterdasein wäre. Kann sie ja meinetwegen auch so sehen.
Ich kam eigentlich gut mit ihr klar. Jetzt lebt sie mit dem Kind allein (gemeinsames Sorgerecht). sie lebt von Hartz 4 (wie vor dem kennenlernen auch) und bekommt Unterhalt von meinem Bruder.
Bisher haben sie alles weitgehend ohne Anwalt geregelt, vor allem die Besuchsregelung.
Das kind darf 1x die Woche nachmittags zu meinem Bruder und 1x am Wochenende mit Übernachtung. jetzt haben sie sich aber wegen Erziehungsdingen etc. immer viel gestritten. Mein Bruder ist noch nicht ganz über sie hinweg. Auch das gibt Anlass zu Streit. Sie möchte möglichst gar keinen Kontakt zu meinem Bruder, er hängt noch an ihr.
Plötzlich will sie ihm das Kind nicht mehr wie gewohnt geben, nur noch so wie es ihr passt. Sie möchte mehr Geld, weil sie finanziell nicht klar kommt. Will dass er mehr für das Kind kauft. Sie ist seit 2 Wochen für ihn telefonich überhaupt nicht mehr erreichbar und sagt er solle sie in Ruhe lassen. Wenn müsste es halt ab jetzt über das Jugendamt laufen. Es kommen immer so Drohungen wie "wenn du nicht dieses und jenes machst, siehst du das Kind nicht mehr. leider geht es auch meist um Geld (er zahlt seinen Unterhalt wie von Ihrem Anwalt ausgerechnet immer pünktlich, es wird aber bei Hartz 4 angerechnet).
Sie ist auch ernsthaft der Auffassung ein Vater sei nicht so wichtig für die Entwicklung des Kindes...
Mein Bruder ist am Boden. Er liebt sein Kind abgöttisch und ist wirklich ein ganz toller Vater. Seit dem Kind hat er sich auch menschlich total geändert (alkohol ist wirklich kein Thema mehr und keine Gefahr fürs Kind. Er macht gute Erfolge beim Therapeuten). Das Kind ist auch sehr gerne bei ihm. Was kann man da jetzt tun? Er hat überhaupt keine Ahnung wann und ob er das Kind bekommt. Auf Rechtsmittel will er möglichst verzichten - macht es das nicht noch viel schlimmer? Er tut mir sehr leid, auch wenn er viel Anteil an der Misere hat. Aber jetzt geht es doch um das Kind und als Scheidungskind weiß ich wie wichtig auch ein Vater ist.
Ich danke Euch!
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Ergebnis 1 bis 8 von 8
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30.03.2012, 16:07
mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
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30.03.2012, 16:20Inaktiver User
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
wenn dein bruder auf rechstmittel verzichten will- wie will er da überhaupt irgendwas erreichen?
die kiste zwischen den eltern scheint, zumindest nach dieser beschreibung, so verfahren- das wird selbst für jugendamt und anwälte nicht einfach.
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30.03.2012, 16:48Inaktiver User
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
Dein Bruder wird um Rechtsmittel nicht rumkommen denke ich.
Er sollte zuallererst schnellstens das Jugendamt aufsuchen.
Gruß, Elli
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31.03.2012, 16:49
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
Sehe ich auch so.
Zumindest sollte er sich erst mal "rechtlichen Beistand" holen, d.h., sich in allen Belangen rechtlich beraten lassen. Dann kennt er seine Möglichkeiten besser und kann danach immer noch entscheiden, ob er den "Rechtsweg" geht oder nicht.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer erst mal gut für einen selbst ist, sich kompetente Infos zu holen, dann erscheint das Problem nicht mehr so "unfassbar" und man kann dann in der Regel besser damit umgehen - und braucht sich auch nicht mehr jeder Drohung zu beugen.
Also nicht im stillen Kämmerlein leiden sondern rausgehen zum Jugendamt. Selbst wenn er sich dort beraten lässt, werden die ohne seine Entscheidung in dem Fall nicht tätig.Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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31.03.2012, 18:23
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
Es wäre auch gut, wenn dein Bruder alles dokumentiert, also eine Art Tagebuch führt, in dem er notiert, wann er das Kind entgegen vorheriger Absprachen nicht sehen konnte, jede ihrer zusätzlichen Forderungen, sein Unterhaltszahlungen etc.
Mehr offiziell gezahlter Unterhalt nützt ihr doch als Hartz4-Empfängerin wohl garnicht oder nur wenig, da der Unterhalt angerechnet wird oder soll er ihr den sozusagen "schwarz" geben?A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
(George R. R. Martin)
Moderation von:
Alle Jahre wieder...
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31.03.2012, 19:35
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
capilupi,
du beschreibst leider eine situation, in der viele getrennt lebende maenner sind.
kannst du vermitteln? dem kind und deinem bruder zuliebe!
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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04.04.2012, 10:29
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
Dein Bruder sollte in jedem Fall das Jugendamt kontaktieren. Ich sehe es auch so, dass er um ein Verfahren eventuell nicht herumkommt. Wenn er Pech hat, wird die Mutter seines Kindes dieses sogar selbst einleiten. In einem gerichtlichen Verfahren wird in jedem Fall der Sachbearbeiter des Jugendamtes als Zeuge gehört. Es ist also gut, wenn dein Bruder zeigt, dass er von seiner Seite her alles getan hat, um den Kontakt zur Mutter herzustellen. Als Vater hat er Anspruch auf regelmäßigem Umgang mit seinem Kind. Dies muss der Mutter klar werden.
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15.04.2012, 22:27
AW: mein Bruder verzweifelt wegen "kindesentziehung"
Dein Bruder muss auf jeden Fall zum Amt bzw. zu einem Anwalt.
Und der Tipp mit einem Tagebuch ist auch sehr wichtig, alles dokumentieren.
Wenn er das alles nicht macht, dann ist er, bitte nicht böse sein, dass ich das so krass sage, aber er wäre dann wohl eher einer der Papas, die nach außen so tun, als sei das Kind super wichtig, aber sie gefallen sich dann noch besser in der Rolle als Leidender.
Wenn man etwas will, muss man auch etwas dafür tun, und ganz besonders gilt das, wenn es um ein Kind geht.da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba


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