Was für eine Art von Betrieb ist das? Wie sehr belastet dich dieses Nicht-Übergeben? Musst du Dinge für diesen Betrieb erledigen?
Du schreibst von "Besitz", den sie zu verwalten haben. Geht es um einen landwirtschaftlichen Betrieb? Wenn ja - wer ist als Nachfolger vorgesehen?
Dem solltest du sehr schnell und möglichst entschlossen entgegen wirken, so lange du es noch kannst.
Meine Vorschreiberinnen haben schon darauf hingewiesen, dass du dich geradewegs in einen Burn out hinein manövrierst, wenn du dich weiterhin so überfordern lässt.
Vielleicht hilft dir eine kleines Gedankenexperiment, nicht weiter den Kopf in den Sand zu stecken: Angenommen, eine Depression erwischt dich mit voller Härte und du kommst morgens gar nicht mehr aus dem Bett. Dann kannst du mit mehreren Wochen Krankenhausaufenthalt rechnen und deine Eltern und Kinder werden ohne dich zurecht kommen müssen.
Wäre es nicht besser, im Vorfeld die Notbremse zu ziehen, statt weiter zu machen bis du zusammenbrichst?
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Thema: Was ist mir los?
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02.10.2011, 17:03Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
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02.10.2011, 17:34
AW: Was ist mir los?
Ihr Lieben,
bin eher nur faul und ideenlos.
Solche Menschen gibt´s.
Heute den ganzen Tag nichts getan, gar nichts. Bewusst. Kinder sind außer Haus.
Ich erinnere mich: Für mich selbst hätte ich noch nie was getan, habe keine Ziele. Wenige große, die sind abgehakt.
Selbstwertproblem.
Daher renne ich bereitwillig, wenn jemand ruft. Der weiß immerhin, was er will.
Eltern: Man könnte sagen, sie betreiben eine Art Immobilienverwaltung und ein wahnsinnig großes, parkartiges Gelände mit diversen Nutzgärten. Natürlich muss das alles so blinken wie früher! Natürlich muss alles so gemacht werden wie immer! Wehe wenn davon etwas leidet, dann werden die Eltern gleich noch kränker, jammerjammerjammer.
Und wer anders kann sich doch gar nicht drum kümmern ...
- Doch, langsam kriege ich andere Leute dran!- Der Prozess ist kräftezehrend. Das schwierigste an den Eltern: Sie wollen nichts. Wissen alles besser. Und weigern sich gegen alles. (Sie waren und sind übrigens Mr. und besonders Mrs. Perfect! ...)
Ein ständiger Kampf. Zermürbend.
Es zerren zu viele an mir, emotional. Mir ist das zuviel. Vielleicht sind es gar nicht so viele. Burn out nicht, gar nicht. Depressiv schon eher.
In meinem Kopf: Warum?
Warum dies tun, warum jenes lassen? Kann man alles lassen. Warum bin ich hier? Es geht nun auch wirklich ohne mich auf dieser Welt!
Für die Kinder bleib ich, aber sonst bin ich zufrieden und habe genug gesehen und mich hält nichts mehr.
Alles Wiederholung. Oder Varianten. Einerseits langweilig, anderseits persönlich zu anstrengend.
Ich schick´s jetzt ab, auch wenn mich keiner versteht.
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02.10.2011, 18:05Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
liebe bimmstein,
meine therapeutin hat mich gefragt bzw. es war eine hausaufgabe von einem termin zum nächsten in der woche drauf- deshalb wenn du es auch tun willst- lasse dir zeit.
wenn du morgen auf deinem letzten weg bist- was möchtest du dass von dir bleibt? an welchem punkt, an welcher aussage würdest du sagen: ja, das bin ich. auf was bin ich in meinem leben auf mich selbst stolz?
für mich war es der punkt: die mädchen (die beiden töchter) stehen auf eigenen füssen und ich habe es geschafft lebend aus dieser ehe rauszukommen und weiterzuleben, ich mag dem einen oder andern manchmal feige erscheinen- aber wenn ich von etwas überzeugt bin, bin ich zäh. ich habe wieder vertrauen in gefühle und bin glücklich dass ich es zulassen kann, dass der gedanke an einen menschen mein herz mit sehr viel freude erfüllt.
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02.10.2011, 18:23Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
Also FAUL bist du mit deinem Arbeitspensum ganz sicher nicht!
Machst du was in diesen Gärten oder musst du dir nur das Gejammer deiner Eltern anhören? Es ist ihr Problem, nicht deins.
So lange du dieses Spielchen mit spielst, wird es weiter gehen. Reden hilft vermutlich gar nichts. Du bist ja bisher schon immer gesprungen, also werden sie so weiter machen.
Ich kann sehr gut verstehen, dass dir das alles zu viel ist. Wäre es jedem anderen auch, glaub mir.
Burn out ist oft nur eine andere Bezeichnung für Depression.
Ich denke, ich verstehe schon, was du meinst.
Die Frage "warum bin ich hier" finde ich sehr gut und nützlich. Aber die Antwort lässt bei mir sämtliche Warnlämpchen angehen. Wie alt bist du? Um die vierzig?
Wenn eine Achtzigjährige sagt: ich habe genug gesehen und mich hält nichts mehr, kann ich das nachvollziehen, aber bei einer jungen Frau klingt das für mich sehr depressiv.
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02.10.2011, 18:24Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
es schreit danach- eine antwort zu finden!
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02.10.2011, 21:35
AW: Was ist mir los?
Hallo,
Man muss nicht stolz sein auf sein Leben, und man muss nichts hinterlassen. Was wäre das für ein Chaos auf der Welt, wenn jeder etwas "hinterlassen" würde. ;)
Die Kinder kämen zum Vater, der würde sie groß ziehen.
Ich bin weder achtzig noch vierzig, sondern viel jünger!
Habe auch nicht vor, zu verschwinden aus dem Leben, sondern sage, dass ich keine Neuigkeiten mehr erwarte und auf nichts hinfiebere.
Sah viel Freud und viel Leid, sah Schönes und Hässliches, habe verstanden, wie Kulturen funktionieren und Religionen. Das große Ganze habe ich verstanden, an Details habe ich kein Interesse.
Fälschlicherweise werden die Bezeichnungen burn out und Depression manchmal gleichwertig verwendet. Es hängt auch zusammen, ist aber nicht das gleiche.
Am ehesten eine Selbstwertfrage.
Midlifecrisis?
Mit Anfang 30 bei einer familiären Lebenserwartung von inzwischen an die 100 Jahre?! Da bliebe mir ein langes Ende nach einer frühen Mitte.
Grüße, bimmstein
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02.10.2011, 21:43Inaktiver User
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02.10.2011, 23:11Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
Darüber musste ich wirklich lachen. Offensichtlich ist es ein Vorrecht junger Jahre, zu glauben, man habe die Welt verstanden, während einem später wieder klar wird, dass es sich bestenfalls um Annäherungen handelt und das große Ganze über unseren Horizont hinaus geht.
Wenn du so jung bist, wirkst du altklug und abgeklärt.
Leider hast du die konkrete Frage, in wie weit du dich im Geschäft deiner Eltern einbringst, nicht beantwortet.
Du beklagst dich einerseits über die Überforderung, weichst aber einer Diskussion über konkrete Punkte, die Entlastung bringen könnten, aus und bleibst im Allgemeinen (Selbstwertfrage, ich weiss nicht was ich will, deswegen mache ich, was andere mir sagen.....)
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03.10.2011, 09:17
AW: Was ist mir los?
Hallo,
Immobilien mache ich, Gärten kaum, schaffe ich nicht.
Dabei das übliche: Versuche, ein Problem zu lösen und beschäftige mich bsp. eine Woche, da wird mir en passant eine Lösung präsentiert. Von den Alten (nicht despektierlich gemeint!) bislang aber so nicht gewollt und daher von mir anders probiert.
Schön, dann gibt es wenigstens eine Lösung, aber ich hätte die Vorwoche auch angenehmer leben können.
Sowas ständig, das frustet.
Mache das alles, weil es ums Erbe geht. Ein Erbe, was ich gar nicht so wollte. Angelernt zu werden hätte früher stattfinden müssen, das passierte aber auch auf unser Drängen nicht. "Versteht ihr nichts von, seid zu jung!" Jetzt müssen wir zwei jungen Nachfolger aber den Berg bewältigen, ohne angelernt zu sein, gerade noch früh genug, mal eine Nachfrage stellen zu können, weil die Erschaffer noch leben.
In 10 - 15 Jahren würde ich mich vielleicht sehr freuen über die Erbschaft, aber jetzt ist es sehr schwer, mein eigenes Leben/Familie und den großen Komplex mal eben unter eine Ägide zu bekommen.
Einen Verwalter einsetzen kann nach hinten losgehen, der kann es in der Zeit "runterwirtschaften", zudem stehe ich dann mit immer noch keiner Erfahrung da und finde es vermutlich auch dann schwer, einzusteigen.
Altklug: Mir reicht, was ich sah, alles im Detail werde ich nie verstehen. Das ist Recht so. Darf man nicht zufrieden sein? Nach hinten bin ich zufrieden und dankbar, aber nach Vorne sehe ich nichts.
Allerdings finde ich inzwischen, dass es mehr ein Generationen-Thema geworden ist und hier im Forum nun doch falsch ist.
Liebe Grüße, bimmstein
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03.10.2011, 09:39Inaktiver User
AW: Was ist mir los?
Welchen Status hast du in dem Unternehmen? Bist du Angestellte oder Teilhaberin? Oder arbeitest du als rechtlich nicht abgesichertes Familienmitglied "schwarz" mit?
Ich würde an deiner Stelle entweder auf einem klaren Status als Geschäftsführerin / Miteigentümerin bestehen oder den ganzen Krempel hin schmeissen. Auf ein mögliches großes Erbe zu hoffen, kann ins Auge gehen, auch deine Eltern könnten schlimmstenfalls alles herunter wirtschaften, bis es so weit ist.
Noch eine zweite Gefahr besteht für nicht abgesicherte, frei mit arbeitende Familienmitglieder: Falls die Firma den Bach runtergeht, bekommen sie nicht einmal Arbeitslosengeld und müssen erst einen neuen Job suchen.



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