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    Streit um Unterhalt dauert so lange

    Eigentlich komme ich mit meinem Leben als alleinerziehende Mutter gut zurecht, aber heute kam wieder Post vom Anwalt. Das boxt mir jedes Mal in den Magen. Mein Kindsvater hat sein Kind nur einmal sehen wollen. Er verdient sehr viel Geld, mir hat er jedoch eine lächerliche Summe angeboten. Ich finde, er sollte das für sein Kind bezahlen, was die Düsseldorfer Tabelle vorsieht, doch da er das Kind nicht wollte, sieht er das nicht ein.

    Ich habe dann einen Anwalt eingeschaltet, seitdem ist er richtig sauer. Ich habe sicher nicht die Absicht, ihn finanziell zu ruinieren. Doch ich finde es nicht gut, wenn er überdurchschnittlich gut verdient, seinem Kind aber nur den geringsten Satz der Tabelle zugesteht.

    Nun ist es so, dass er als Unternehmer ein Einkommen hat, das nicht so leicht zu ermitteln ist, wie das eines Angestellten, der nach Tarif bezahlt wird. Mittlerweile kann das Kind fast laufen und wir kommunizieren immer noch über die Anwälte. Das Ende ist noch nicht in Sicht. Wohl noch lange nicht.

    Es ist so mühselig. Ich hätte so gern endlich Klarheit. Eine feste Summe, die monatlich überwiesen wird und mit der ich die Betreuung bezahlen kann. Das Kleine hat schon das Päckchen zu tragen, dass sein Vater es ablehnt, da soll es ihm nicht unnötig am Finanziellen fehlen. Liebe bekommt es auch ohne Vater genug.

    Er will das Kind nicht sehen (mir mittlerweile ganz recht, ich habe keine Lust auf Umgang mit ihm), er hat sich in der Schwangerschaft unmöglich benommen und jetzt dieses Gehacke ums Geld.
    Ich versuche immer stark zu sein, aber manchmal ist es echt schwer.

    Wie war (ist) das bei euch?

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    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Hallo Josia,

    ich kann verstehen, dass das an den Nerven sägt. Ich musste ebenfalls einen Unterhaltsprozess bestreiten, der vor kurzem nach gut 18 Monaten beendet wurde, GsD sehr zu unseren Gunsten.

    Seid Ihr denn überhaupt schon vor Gericht oder läuft es im Moment "nur" über Anwälte??

    Solltest Du noch nicht geklagt haben, tue das. Wenn doch, hilft nur abwarten. Organisiere Dein Leben ohne den Vater, vorerst auch ohne sein Geld. Wenn der Prozess durch ist, kannst Du das Geld, das Du dann vermutlich bekommst, als nettes Zubrot für einen Urlaub o.ä. verwenden.

    Viel Geduld!
    amazone

  3. Inaktiver User

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Zitat Zitat von Josia Beitrag anzeigen
    Eigentlich komme ich mit meinem Leben als alleinerziehende Mutter gut zurecht,

    Das ist doch schön!


    Ich habe dann einen Anwalt eingeschaltet, seitdem ist er richtig sauer. Ich habe sicher nicht die Absicht, ihn finanziell zu ruinieren. Doch ich finde es nicht gut, wenn er überdurchschnittlich gut verdient, seinem Kind aber nur den geringsten Satz der Tabelle zugesteht.

    Er will das Kind nicht sehen (mir mittlerweile ganz recht, ich habe keine Lust auf Umgang mit ihm), er hat sich in der Schwangerschaft unmöglich benommen und jetzt dieses Gehacke ums Geld.
    Ich versuche immer stark zu sein, aber manchmal ist es echt schwer.

    Wie war (ist) das bei euch?
    Erst einmal wünsche ich dir noch starke Nerven. Gerichtliche Verfahren dauern nun mal. Mach es so, wie amazone41 schreibt. Genieße dein Leben ohne dieses Geld und wenn es dann da ist, hast du ein kleines "Zubrot" für Extras oder zum Sparen.

    Du hast dieses "Problem" an einen Anwalt abgegeben und kannst dich deshalb auch eher um anderes sorgen.

    Dass er sein Kind nicht sehen will, liegt nicht in deiner Hand. Mach dir deshalb keine Vorwürfe.

    Genieße das Leben mit deinem Kind!
    Alles Gute für euch zwei.

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    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Vielen Dank für euren Zuspruch!
    Ich versuche mich in Geduld. Eine Verhandlung haben wir schon hinter uns. Die nächste kommt bestimmt.

    Uff, 18 Monate, das ist lange, wie ich finde. Aber wenn es dann ein gutes Ende nimmt...

    Grüße, Josia

  5. User Info Menu

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Zitat Zitat von Josia Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für euren Zuspruch!
    Ich versuche mich in Geduld. Eine Verhandlung haben wir schon hinter uns. Die nächste kommt bestimmt.

    Uff, 18 Monate, das ist lange, wie ich finde. Aber wenn es dann ein gutes Ende nimmt...

    Grüße, Josia
    Hi Josia,
    warum holst Du Dir keinen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt? Da wird eine Beistandschaft beantragt, und die Person kümmert sich darum, den Vorschuss vom KV wieder zu bekommen, und auch die Höhe fest zu legen. Spar die dadurch doch die Anwaltkosten...
    Der Vorschuss wird für 72 Monate bezahlt, oder bis das Kind 12 ist.

    Good luck!

  6. Inaktiver User

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Zitat Zitat von spaghetti2010 Beitrag anzeigen
    Hi Josia,
    warum holst Du Dir keinen Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt? Da wird eine Beistandschaft beantragt, und die Person kümmert sich darum, den Vorschuss vom KV wieder zu bekommen, und auch die Höhe fest zu legen. Spar die dadurch doch die Anwaltkosten...
    Der Vorschuss wird für 72 Monate bezahlt, oder bis das Kind 12 ist.

    Good luck!
    Ich bin kein Jurist, deswegen ist das, was ich schreibe, mehr Vermutung, gepaart mit Halbwissen. :)

    Wenn Sie den Unterhalt vor Gericht durchsetzt, dann hat Sie einen Titel, der auch gültig ist, bis das Kind seine erste Ausbildung beendet hat, spätestens aber 25 Jahre alt ist. Wenn Sie den Fall aber an das Jugendamt "abgibt", ist, wie Du geschrieben hast, mit 12 Schluss. (Aber das kläre am Besten mit Deinem Rechtsanwalt.)

    @Josia Wenn Du die Kraft und Geduld hast, auf das Geld erstmal "verzichten" kannst, dann gehe den harten, aber geraden Weg und Du kannst für Dich den Fall abschließen. Ich drücke Dir die Daumen.

    Schönen Abend noch.

    Wibert

  7. User Info Menu

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Liebe Josia,
    ich bin selbst so ein "Unterhaltskind" gewesen. Mein Vater wollte mich zwar am Anfang sehen, dennoch hat meine Mutter bis ich 18 geworden bin um meinen Unterhalt, auch vor Gericht, gestritten.

    Das Ergebnis sind viele viele Aktenordner voller Unterlagen und ein Titel über ein paar Tausend Euro, die ich jederzeit vom Gerichtsvollzieher holen lassen könnte, wenn der Mann denn offiziell etwas hätte.
    Es hat meine Mutter so viele Nerven und so viel Kraft gekostet, zumindest das Geld, das mir laut Tabelle zugestanden hätte, zu erstreiten... Wie du siehst, sind 18 Monate dagegen keine lange Zeit.

    Nach meinem 18. Geburtstag übrigens musste ich dann selbst als Klägerin auftreten, was ich auch gemacht habe (aber nur, um Bafög zu bekommen).
    Am Ende hat er mich dann auf Unterlassung verklagt...

    Aber so weit muss es bei euch ja nicht kommen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen!

    Liebe Grüße

  8. User Info Menu

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Hallo!
    Vielen Dank für eure Antworten! Ich werde mich in Geduld üben, zumal ich zurzeit finanziell so ausgestattet bin, dass ich für mich und mein Kleines allein sorgen kann, ohne dass es uns schlecht geht.

    Ein Anwalt kümmert sich um meine Angelegenheiten - auch weil die Dame vom Jugendamt so über Überlastung gestöhnt hat, dass ich von ihr nicht viel erwartet habe. Zudem wurde der liebe KV dort auch vorstellig und versicherte ihr mit blumigen Worten, dass wir beide ja schließlich miteinander reden würden und auch ohne Jugendamt auskämen.
    Das fand die Dame ganz toll und wünschte uns alles Gute.

    Dann bot er mir 200 Euro im Monat an, erhöhte dann nach ein bisschen türkischem Basar auf 300.
    Ich weiß, dass das natürlich auch viel Geld ist, aber der Mann hat ein gut gehendes Unternehmen und nur weil er der Meinung ist, ich hätte das Kind doch gar nicht erst bekommen sollen, sollte er sich nicht aus der Verantwortung stehlen und angemessen nach der Düsseldorfer Tabelle zahlen. Nicht mehr, nicht weniger.

    Seine Anwältin rechnet sein Vermögen nun klein, dass man ihm am liebsten Geld zustecken möchte, damit er sich was zu essen kaufen kann. Muss man aber nicht. Er lebt gut und auch seine ganze Familie darf man als wohlsituiert bezeichnen. Eines schönen Tages wird er ein reicher Erbe sein, zusätzlich zu seinem jetzt schon ordentlichen Auskommen. Frau und weitere Kinder hat er bisher auch nicht.

    Mir wäre es am liebsten, ich bekäme eine Summe, die die Betreuungskosten deckt und ein bisschen mehr. Ich lege keinen Wert auf übertriebenen Konsum, möchte mein Kind aber vernünftig ausstatten und nicht darüber nachdenken müssen, ob ich mir den Osteopathen, die Heilpraktikerin oder das Babyschwimmen leisten kann. Wenn das Kleine oft erkältet ist, möchte ich mit ihm an die See fahren können und ich möchte die nächsten Jahren Teilzeit arbeiten, damit es nicht an allen Tagen zur Tagesmutter muss. Und ich möchte mir auch mal einen Babysitter leisten können - nicht nur, damit ich mal ins Kino kann, sondern auch für den Fall, dass es bei meiner Arbeit mal länger dauert. Das ist nicht die Regel, aber auch nicht unwahrscheinlich. Er steht an solchen Abenden ja nicht zur Verfügung, "um Kosten zu sparen".

    Im Alltag versuche ich den Mann, dem sein Kind so lästig ist, möglichst auszublenden.

    Manchmal denke ich, ich sollte einfach sein Angebot annehmen, damit Ruhe ist.

    Dann allerdings finde ich, so leicht sollte er auch nicht davonkommen, sondern seinen Teil zumindest finanziell beitragen. Umgang -noch dazu liebevollen - kann und möchte ich nicht erzwingen.

    Was denkt ihr?

    Liebe Grüße,
    Josia

  9. User Info Menu

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Hmmh, ich denke, es geht nicht darum, wieviel Geld DU gerne haben möchtest, um Dir ein angenehmeres Leben zu machen, sondern schlicht darum, was der Vater für sein Kind zu leisten hat.

    Ich würde mich auch nicht auf einen Kompromiss einlassen, vor allem, weil der Prozess ja offenbar schon läuft. Was die Anwältin ausrechnet, ist relativ. Wichtig ist, dass Einkünfte belegt werden müssen, das ist bei Selbständigen immer schwierig.

    Im allgemeinen wird aber das Einkommen der letzten zwei Jahre zu Grunde gelegt, darüber gibt es Einkommenssteuererklärungen, da gibts nicht so viel zu deuteln.

    Welche Kosten der gute Mann dann noch geltend macht, ist etwas anderes. Es liegt aber sehr viel im Ermessen der Richter, was er anerkennt und was nicht.

    Vermögen ist übrigens unerheblich (solange Einkommen vorhanden ist), auch, was er mal erben wird. Mag ja sein, dass Du gerne an seinem Lebensstandard teilhaben möchtest, wirst Du aber nicht.

    Also, lass die Anwälte rechnen, den Richter entscheiden und bleib in der Zwischenzeit unabhängig. Und streich die Überlegungen, die Du gerade gemacht hast, aus Deinem Kopf und äussere sie nur nicht vor Gericht.

    Es geht um Geld für Dein Kind, nicht um Geld für Dich. Sei da lieber vorsichtig.

    Oder steht Dir Unterhalt von ihm zu?? Wie alt ist Dein Kind??

  10. User Info Menu

    AW: Streit um Unterhalt dauert so lange

    Mein Kind ist noch ein Baby. Ich weiß, dass er auch für meinen unterhalt in dieser Zeit aufkommen muss. Das Fass wird bald auch vor Gericht aufgemacht, ich wollte das eigentlich gar nicht, doch da er sich mit dem kindesunterhalt schon so angestellt hat und böse wurde, auf eine Art, die ich nie erwartet hätte soll es mir recht sein. Unser Verhältnis ist wahrscheinlich nicht mal mehr durch die UN zu kitten.

    Vor Gericht werde ich bestimmt nicht das meiste sagen, schon gar nichts über meine Vorstellungen. Mein Anwalt kann das sicher besser und weiß, was zu tun ist (hoffe ich).

    Seinen Lebensstandard brauche ich nicht. Ich möchte nur das haben, was dem kind per Gesetz zusteht. Und das ist leider ein hartes Stück Arbeit. Ich hoffe, es lohnt. Und damit meine ich nicht die Geldsumme, die am Ende herauskommt. Durch den Gang zum Gericht habe ich den Vater so unerwartet wütend gemacht, dass er sein Baby überhaupt nicht mehr kennenlernen will. Ich habe da eine Tür zugeschlagen. Manchmal Frage ich mich, ob das richtig war.

    Ob er sich ohne anwalt vielleicht doch zum liebevollen Vater entwickelt hätte, werde ich so nicht mehr erfahren.

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