Liebe Marylin!
Was ich damals geschrieben habe, war in der Tat missverständlich ausgedrückt.
Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Job, trotz Teilzeit, gut bezahlt wird. Ich habe das Glück, dass ich ein gute Ausbildung und Berufserfahrung habe und dass mein Arbeitgeber Teilzeit ermöglicht. Dafür wird allerdings auch viel Engagement erwartet - stundenmäßig weit über das hinaus, was im Vertrag steht. Und wenn ich - was nicht völlig unrealistisch ist - diese Stelle verlieren sollte, dann sieht es schlecht für mich aus. Die nächste Stelle - so sie denn überhaupt kommt - wird vermutlich weniger gut bezahlt und ein Teilzeitmodell, dass mir wenigstens einen Werktag mit meinem Kind lässt, ist höchstwahrscheinlich auch nicht drin.
Die Aktivitäten, die ich mir für das Kind vorstelle, ermögliche ich zum größten Teil selbst. Seit das Kind im Kindergarten ist, bemühe ich mich um Zusatzverdienste und weitere berufliche Kontakte an meinen freien Tagen (ein bis zwei die Woche), damit es mir nicht so geht, wie Kollegen in ähnlichen Betrieben, denen plötzlich gekündigt wurde und die dann vor dem Nichts standen. Bequem ist sicher etwas anderes.
Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass ich mich in einer priviligierten Lage befinde. Zumal mit nur einem Kind mehr finanzieller Spielraum bleibt, als mit zweien oder dreien. Mit Sicherheit haben andere Alleinerziehende größere Geldsorgen als ich und arbeiten sicherlich trotzdem genau so viel oder mehr. Davor habe ich großen Respekt, das ist eine große Leistung. Genauso wie es eine große Leistung ist, Hartz IV zu beziehen und als Alleinerziehende trotzdem daraus das Beste zu machen. Ohne Babyschwimmen, schon klar. Ist nun wirklich nicht lebensnotwendig.Haben wir im Übrigen auch gar nicht gemacht, war zu teuer
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Die Mühe, für einen Titel das Gericht zu bemühen, habe ich mir gemacht, weil ich finde, dass ich es meinem Kind schuldig bin. Der Vater möchte an seinem Leben nicht teilhaben - gut, das ist seine Sache, seine Entscheidung, daran kann ich nichts ändern. Auch wenn mein Kind viel vom Vater, den es ja eigentlich gar nicht kennt, redet, führen wir ein glückliches Leben und brauchen ihn im Alltag nicht (ich sowieso nicht, mein Baby später möglicherweise schon).
Er ist aber finanziell offensichtlich leistungsfähig. Ich vertraue ihm nicht genug, um die Sache auf privater Ebene zu regeln und viele Gegebenheiten in den vergangenen vier Jahren haben dieses Misstrauen bestätigt. Daher ist es gut, dass ich nun auf den Titel zurückgreifen kann. Und dass es endlich eine Entscheidung gegeben und Schluss ist mit den Briefen von seinem Anwalt. Die waren nichts für sensible Gemüter. Bin ich manchmal, gebe ich zu.
Und nein, bevor das hier wieder losgeht: Ich bin mit Sicherheit nicht mit ihm ins Bett gegangen, weil er "finanziell leistungsfähig ist". Unsere Beziehung hatte die erste, zarte Datingphase gerade hinter sich, ich bin nicht der Typ, der dann sofort eine Familie gründen will und es mal "darauf ankommen" lässt.
Liebe Marylin, das war eine lange Antwort. Ich weiß, wie du deine gemeint hast.Ich bin alleinerziehend und empfinde es durchaus manchmal als Belastung. Aber noch öfter bin ich in keinster Weise belastet, sondern glücklich und zufrieden mit dem Leben, dass mein wunderbares Kind und ich führen. Manchmal ist es schwer und oft ist es wunderbar leicht. Bequem, hmm, sicher nicht. Aber einfach und unkompliziert, kann schließlich jeder
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Antworten
Ergebnis 31 bis 35 von 35
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18.12.2013, 11:45
AW: Streit um Unterhalt dauert so lange
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18.12.2013, 12:59
AW: Streit um Unterhalt dauert so lange
Nun, ich war von Anfang an alleinerziehend, ich kannte es eben nicht anders... Aber ich denke, lieber alleine mit Kind, als ständig Theater mit dem Partner/Vater. Das muss doch auf die Dauer noch kräfteraubender sein... Das Kind hatte ja schließlich noch die Großeltern, da hatte ich auch immer mal "frei".
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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18.12.2013, 13:29
AW: Streit um Unterhalt dauert so lange
Ich hatte auch von Anfang an keinen Vater dabei, der mich unterstützt, oder sich wenigstens gefreut hätte. ABER: Ständiges Theater habe ich auch nicht. Das kann ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein. Und die Großeltern sind ebenfalls eine große Hilfe. Ist bei mir ähnlich wie bei dir.
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18.12.2013, 15:21
AW: Streit um Unterhalt dauert so lange
Dem ist nichts hinzuzufügen. Mein Ex meint ja auch, er hätte sich die ganzen Jahre, bis er sich denn mal bequemte, auch wirklich reell Kontakt zu ihr aufzunehmen, super gekümmert. Er hat ja immerhin Unterhalt bezahlt und er hätte sich ja immer Gedanken & Sorgen gemacht, iob ich den Unterhalt wirklich dafür verwendet habe, wofür er gedacht war bzw. ist.
Mein Kommentar dazu fiel entsprechend aus -> erstens hätte er sich die Sorgen locker sparen können, indem er sich schlicht & ergreifend von Anfang an mit gekümmert hätte und zweitens habe ich nun mal alles gemacht inkl. Betreuung im Krankheitsfall (Pneumonie, Borreliose, diverse Erkältungen und Windpocken inkl.), Kita- & schulentscheidungen und alles mögliche. Also setzen 6.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.
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06.01.2014, 08:08
AW: Streit um Unterhalt dauert so lange
setzen 6 triffts gut.
Ich habe auch gut 3 Jahre Prozesse geführt. Das war schon eine heftige Zeit und was sich die gegnerische Anwältin so alles an Beleidigungen und Verzögerungstaktiken hat einfallen lassen - unglaublich! Letztendlich habe ich aber alle Prozesse gewonnen uuuund mir schriftlich geben lassen dass der "Gute", als er vor Gericht gefragt wurde ob er denn Umgang wolle verneint hat.
Je nachdem welche "Liese" er dann an seiner Seite hatte wurden wir mit unterschiedlichsten Schriftstücken "beglückt" und einmal war der liebevolle Vater so gut und hat Kind bei Facebook kontaktiert und das so heftig dass Kind ihn blockierte und schrieb wenn er es nicht in Ruhe ließe würde es sich an die Polizei wenden.
Wenn ich überlege dass meine Nachbarin das Zimmer das mein Kind bewohnt für 500 € untervermietet hat brauchen wir wohl zum Thema Unterhalt nichts sagen. Und alle unterhaltspflichtigen die lieber in Gerichte und Anwälte investieren als ihren Kindern das zu geben was ihnen zusteht sind für mich sowieso im Abseits.
Was ich heute schon sagen kann: Meinem Kind wurden Jahre des hin- und hergerissen seins erspart, es hat sich gut entwickelt. DAS zählt.




Haben wir im Übrigen auch gar nicht gemacht, war zu teuer
Ich bin alleinerziehend und empfinde es durchaus manchmal als Belastung. Aber noch öfter bin ich in keinster Weise belastet, sondern glücklich und zufrieden mit dem Leben, dass mein wunderbares Kind und ich führen. Manchmal ist es schwer und oft ist es wunderbar leicht. Bequem, hmm, sicher nicht. Aber einfach und unkompliziert, kann schließlich jeder
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