Ich hatte vor vier Jahren ein ähnliches Problem mit meinem Sohn. Es wurde nur noch genommen.
Irgendwann war ich einfach nur fertig und für mich sollte es so nicht weitergehen. Als für mich ein Umzug anstand bat ich meinen Sohn mit 20 Jahren und ein halbes Jahr vor seiner Abschlussprüfung sich doch eine eigene Wohnung zu suchen. Bei mir würde er nicht mit einziehen. Er war ziemlich geschockt und hat erst einmal gar nichts gemacht, weil er eigentlich auch gar nicht wußte wo er anfangen sollte.
Wir haben dann zusammen eine Wohnung für ihn gesucht. Bedingung für die Wohnung war - Nähe zu meiner Wohnung. Ich habe ihm mehrfach versichert, dass wenn er Hilfe - wobei auch immer- braucht, ich bin immer für ihn da. Allerdings muss er mich ansprechen. Und ich war immer da. Das bin ich auch heute noch.
Wir sind gleichzeitig aus der alten Wohnung ausgezogen und er hat dann seinen Umzug und Einzug gemacht. Wie zu erwarten - eine Katastrophe. Es hat sehr lange gedauert, bis seine Wohnung eine gewisse Ordnung hatte. Ich habe ihm nur zeitweise -auf seinen Wunsch hin- geholfen.
Im ganzen hat es etwas gedauert bis er sich sortiert hatte, aber es hat geklappt. Und er hat es selber geschafft sich zu organisieren. Ich mache nichts in der Wohnung, never.
Die anfängliche Wut auf mich war auch sehr schnell verschwunden und heute nach vier Jahren ist er meiner Meinung: Es war das beste was ich habe machen können. Er selber hätte die Kurve so nie gekommen. Er sieht heute was aus seinen Freunden geworden oder auch nicht geworden ist die so drauf waren und sind wie er.
Er ist heute ein junger Mann der einen geregelten Job hat, eine gepflegte Wohnung hat und langsam über ein Umzug in eine größere Wohnung nachdenkt.
Und unser Verhältnis? War nie besser. Ca. 3 Monate nach dem Auszug näherten wir uns wieder an und ab dann ging es nur noch aufwärts. Erst einmal mit der Abschlussprüfung und dann mit den praktischen Dingen im Alltag (ich brauche noch ein Topf, wo bekomme ich den; kann ich das Hackfleisch auch im Topf anbraten; ich brauche einen Dauerauftrag usw.).
Wir haben heute auch noch Tage, da klappt es einfach nicht mit uns, aber dann geht jeder in sein Reich und beim nächsten Mal ist alles wieder gut. Ich kann heute Gespräche mit ihm führen die waren vorher nicht möglich, auch läßt er mich heute viel mehr an sein Leben teilnehmen. Und das kommt ausschließlich von ihm.
Ich würde diesen Schritt immer wieder gehen.
Lass deine Tochter los und sie wird von alleine den Weg zu dir finden (allerdings jederzeit zur Hilfestellung bereit).
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Ergebnis 11 bis 20 von 49
Thema: volljährig - zum Verzweifeln
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03.06.2011, 18:14
AW: volljährig - zum Verzweifeln
Geändert von coolibri88 (03.06.2011 um 19:01 Uhr)
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03.06.2011, 18:36
AW: volljährig - zum Verzweifeln
coolibri88:
wow super find ich super konsequent und schön dass es so gut geklappt hat.
Brunhilde:
schlimm schlimm ist dass und ich verstehe echt nicht warum es so viele junge Leute sind die sich derart daneben benehmen und meinen das "Hotel Mama" ist ewig für Sie da und die ganze Welt dreht sich nur um Sie und Nehmen und nehmen und nochmal nehmen und wollen nur bekommen. Sehen uns die Kids irgentwann als ein "es" an und nicht mehr als Person und Mama die verletzlich ist
.
Ich frage mich ob dass zu unserer Zeit auch so war? Waren wir auch so?
Wenn deine Bindung zu deinem Kind so eng ist dann glaub ich muß Sie so verletzlich zu Dir sein damit Sie von Dir loskommt und Du Sie loslassen kannst.
Rausschmeissen, eine Schülerin, puh, ich glaub das brächte ich nicht fertig. Zudem zahlst Du ja dann immer noch an Sie und so säße Sie weiterhin im "Hotel Mama" (fast wenigstens)
Ich würde zeitnah all meine sog. Dienstleistungen zuhause einstellen.
-kauf ihr einen Waschkorb, stell ihn in ihr Zimmer und sag dass Sie für ihre Wäsche jetzt selber verantwortlich ist.
-Zimmer aufräumen wirst Du ja eh nimmer tun?
-wenn Sie einen TV in ihrem Zimmer hat kapp das Antennenkabel
-Koch nur noch für Dich
-sollte Sie dein Auto benutzen dürfen streich das sofort
Sicher wird Dir noch mehr einfallen was Du ihr nicht mehr tust.
Was man als Mama tun kann damit Sie sich um ihre Zukunft kümmert, hm? schwer zu sagen was da hilft. Im Moment geht es ihr ja gut, Sie hat alles, nix fehlt...
LG
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03.06.2011, 19:29Inaktiver User
AW: volljährig - zum Verzweifeln
@ mutter- wir waren nicht so, weil uns unsere eltern vorher völlig politisch unkorrekt für heutige verhältnisse auf gut deutsch den star gestochen haben.
im hotel mama kann nur residieren der dort auch geduldet wird, wo genau bekannt ist: ach, muttern mault manchmal aber sie ist harmlos. mit zuviel kuschelkurs geht auch der respekt vor dem andern flöten.
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03.06.2011, 19:54
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03.06.2011, 19:57Inaktiver User
AW: volljährig - zum Verzweifeln
was ich damit meine, mutter,
deine frage: waren wir auch so?
nein. wir waren nicht so, weil uns unsere eltern vorher grenzen gesetzt haben und diese auch gewahrt haben. die generation meiner eltern kennt kein prinzip: hotel mama- uns wurde schon die marschrichtung vorgegeben: nämlich auf eigene füsse!
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03.06.2011, 20:07
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04.06.2011, 08:40Inaktiver User
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06.06.2011, 10:07
Frust ablassen
Ja, die habe ich....
Und ich habe auch, ehrlich gesagt, einen wahnsinningen Frust: ich hatte gedacht, auch für mich beginnt eine neue Zeit.
In den ganzen Jahren habe ich gearbeitet, erst Teilzeit, dann Vollzeit. Natürlich bleibt da einiges auf der Strecke und die Zeit ist knapp. Dann denkst Du, Du hast ein bißchen Spielraum, stattdessen mußt Dein Kind weiter unterhalten und Dich weiter einschränken.....
Ja, ich weiß, das gehört zum Kinder-Haben dazu, trotzdem muß man das auch mal aussprechen, oder?
Und wenn sie dann nichts tut und meint, sie könne sich auf den Verpflichtungen der Eltern ausruhen, dann bekommt man die Wut. Und wenn ich irgendwas fordere, wie Leistungen für die Schule oder Bewerbungen schreiben, bekomme ich zur Antwort "sie müsse sich auch mal ausruhen" und das tut sie dann von Freitag mittag bis Sonntag abend.
Und ihr Freund als Vorbild? Er hat eine Lehre abgebrochen, mit 20 den Hauptschulabschluss nachgeholt, ist dann auf zwei verschiedene Schulen für den Realschulabschluss und hat es nicht geschafft, weil er zu oft gefehlt hat. Gerade das macht mir Angst.....
Und von wegen Kabel fürs Fernsehen ziehen usw.: als Internet und Telefon nicht funktionierten, war ihre Reaktion: ich kann ja zuhause nichts machen, da geh ich lieber....
Bei meiner Kollegin, die hatte ein ähnliches Problem. Dann kam ihr Mann nachhause, hat sich "das Kind" mal ordentlich zur Brust genommen und es wurde besser.
Aber ich selber fühle mich von den ständigen Auseinandersetzungen völlig zermürbt.
So, genug gejammert. Ich erzähle das auch, weil ich so furchtbar erschrocken bin, als das Theater mit der Volljährigkeit losging. Und ich sehe das auch bei ihren Freunden und die meisten Eltern geben einfach auf oder lassen mit sich machen.
Im Moment erzähle ich ihr auch, dass sie auf Unterstützung nur hoffen kann, wenn sie irgendeinen Weg geht, ob Ausbildung oder Schule, wie Ihr ja auch schreibt.
Ja, ich denke, der einzig wahre Weg ist, dass sie auszieht. Dass sie auch für sich selber die Chance hat, zu erkennen, was muss sie für sich selber tun, damit sie es mit sich aushält, wie coolibri88 schrieb.
Und wenn man 18 Jahre so eng zusammen verbracht hat, ist es auch megaschwer das zu trennen. Deshalb gibt es wohl diese heftigsten Auseinandersetzungen. Mich erschreckt auch immer wieder, dass sie wirklich verletzend wird.
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06.06.2011, 10:18
AW: Frust ablassen
Es wird schlagartig anders, wenn sie auf eigenen Beinen steht.

Entweder sie kriegt beruflich die Kurve oder eben nicht. Du hast so oder zuhause lebend keinen wirklichen Einfluß darauf.
Die Sorgen werden bleiben, aber die Kämpfe sind vorbei.simplemind
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Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
George Bernhard Shaw
4.6.18

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06.06.2011, 11:09Inaktiver User
AW: volljährig - zum Verzweifeln
hallo brunhilde, hole dir rechtssicherheit- du bekommst die gesetzestexte und was dazu gehört zum unterhaltsrecht bestimmt auch über pro familia, caritas, jugendamt- hole dir die fakten und verlasse dich nicht auf hören sagen.
fakten, texte, daten-------------------- und dann hast du für dich auch sicherheit, auch beim diskutieren.


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