Hallo!
Ich bin im Moment sehr ratlos...
Ich habe einen Sohn (fast 10 Jahre) aus meiner ersten Ehe. Wir haben uns damals getrennt, als der Kleine noch keine 2 Jahre alt war. Seit dem besteht regelmäßiger Kontakt am Wochenende und auch mal in den Ferien. Inzwischen bin ich wieder neu verheiratet und habe eine kleine Tochter von fast 3.
Tja, und letzte Woche kam dann das Thema auf, dass mein Sohn gerne zu seinem Vater möchte. Ich weiß gar nicht was ich davon halten soll. Überraschenderweise ist der Vater wohl auch nicht abgeneigt. Was mich wirklich überrascht hat. Er wohnt seit 3 Monaten mit seiner Freundin zusammen. Vorher hat er zwar meinen Sohn regelmäßig gesehen, aber auf die Wünsche meines Sohnes den Papa öfter zu sehen ist er nie eingegangen. Also mal ein verlängertes Wochenende, oder mehr Zeit in den Ferien (mit der Aussage er braucht die Zeit für sich).
Außerdem ist mein Sohn nicht ganz einfach. Es besteht der Verdacht auf Asperger Autismus. Die Schule ist ein großes Problem, mein Sohn hatte sehr lange keine richtigen Freunde und erst im letzten Jahr hat er zwei Jungen mit denen er spielt und auch übernachtet. Wir haben einen langen Weg hinter uns mit vielen Ärzten und Therapien. An all dem hat sich der Vater nicht sonderlich beteiligt.
Im Sommer steht er Schulwechsel auf eine weiterführende Schule an und ich habe mit viel Kampf durchsetzen können, dass er an eine Realschule kommt.
Und nun möchte mein Sohn zu seinem Vater...
Grundsätzlich möchte ich dem Glück meines Sohnes nicht im Weg stehen. Die Therapeutin hat uns geraten es evtl mit Probemonaten zu versuchen, aber ich fürchte mein Sohn kommt dann nicht wieder. Beim Vater darf er halt mehr als bei uns. Er darf abends lange aufbleiben, wenn er sich nicht die Zähne putzt und sich die Haare wäscht ist es egal. Und er schaut mit seinem Vater PC Spiele ab 18...
Ich weiß nun gar nicht was ich machen soll. Glaube auch nicht, dass mein Sohn die Konsequenzen richtig abschätzen kann-er kennt dort niemanden (außer dem Vater und der Freundin, weil sie 40 Kilometer weg wohnen), sieht uns nicht mehr, seine Freunde, Schwester und Großeltern.
Ganz abgesehen davon würde ich meinen Sohn schrecklich vermissen. Ach, die Situation ist einfach fürchterlich...
Habt Ihr einen Rat?
VG
Neddie
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
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03.04.2011, 11:50
Mein Sohn will zu seinem Vater
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03.04.2011, 12:26Inaktiver User
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Und glaubst Du, dass das auch so sein wird, wenn er dort "richtig" wohnt und nicht nur für mal kurz zu Besuch?
Ich schätze mal: Nein.
Klar, dass Sohnemann das grad alles superklasse findet.
Ich kann mich dem Rat der Therapeutin nur anschließen:
Versuch es mal mit ein paar durchgehenden Probemonaten... ich würde sagen, dann erst kann Euer Sohn sehen, ob ihm der Alltag mit Papa wirklich so viel besser gefällt und sich so sehr von seinem jetztigen unterscheidet.
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03.04.2011, 15:31
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Wenn das Thema erst letzte Woche aufkam, würde ich es auch erst mal mit mehr Zeit beim Vater versuchen. Tauscht doch in den nächsten Wochen einfach: er ist unter der Woche beim Vater, am WE bei Dir.
Wenn es ihm dann immer noch gefällt, lass ihn ziehen. Du verlierst ihn dadurch ja nicht. Letztendlich hat er einen Vater und eine Mutter. Ich finde es prima, wenn sich Väter auch mal übers WE hinaus engagieren. Wenn Dein Sohn das auch will, umso besser.
Was kann schon passieren? Wenn es nicht funktioniert, kann er ja wieder zu Dir. Teilt die Verantwortung, Ihr seid beide Eltern.
amazone
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03.04.2011, 15:39
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Das sehe ich genauso, lass es ihn ausprobieren.
Dann hast Du ihn an den Wochenenden, Ihr tauscht einfach die Rollen.
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03.04.2011, 15:48Inaktiver User
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Da Vater und Mutter 40 km auseinander wohnen stelle ich es mir nicht so einfach vor ihn mal in die eine mal in die andere Schule zu schicken, oder ?Was kann schon passieren? Wenn es nicht funktioniert, kann er ja wieder zu Dir.
An aktueller Schule abmelden - am Wohnort des Vaters anmelden. Wenn es dort doch nicht so ist wie Kind sich das vorstellt wieder dort wieder abgemeldet und an der alten Schule wieder angemeldet, womöglich mitten im Schuljahr?
Je nachdem wie es Kind gerne möchte ? Wie geht das nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis?
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03.04.2011, 16:40
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
???
Wer ist hier wer??
Wenn Vater und Mutter auseinander wohnen, muss der Vater eben eine Weile seinen Sohn in die Schule bringen. Wo ein Wille, da ein Weg.
Ausserdem hiess es, dass der Junge sowieso bald wechselt. Dann muss man eben neu überlegen.
Ich finde die Überlegung von Müttern, die Kinder auf gar keinen Fall zum Vater gehen zu lassen, definitiv absurd, wenn keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Der Vater hat das gleiche Recht, sein Kind aufwachsen zu sehen wie die Mutter.
Wenn die Mutter ein Problem damit hat, hat SIE ein Problem. Das sollte sie dann aber nicht zum Problem des Jungen machen.
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03.04.2011, 16:55
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Ich sehe es ähnlich wie amazone:
Das Thema ist letzte Woche erst aufgekommen. Grundsätzlich würde ich das Thema und vor allem den Sohn in seinen Bedürfnissen ernst nehmen.
Was ein bisschen untergegangen ist: Der Vater wohnt erst seit 3 Monaten mit seiner Freundin zusammen. Für meinen Geschmack ein bisschen viel Neues auf einen Haufen für alle Beteiligten. Gerade hinsichtlich der Besonderheit deines Sohnes kann ich deine Sorgen verstehen.
Hast du Kontakt zur Freundin deines Ex? Nett oder nicht so?
Ich persönlich würde mich wohl mal mit meinem Ex (und seiner Freundin) zusammen setzen und meine Sorgen ganz nett auf den Tisch legen. Und ich würde vor dem Hintergrund darum bitten, das Thema noch etwas sacken zu lassen - bis zu den Sommerferien?
Der KV und seine Freundin können erst mal einen gemeinsamen Alltag in der gemeinsamen Wohnung finden und Sohn kann schauen, ob es für ihn dann immer noch reizvoll ist.
Und dann: Probezeit vereinbaren.Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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03.04.2011, 17:01
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Liebe amazone,
ganz so einfach ist es aber nicht... wenn ein Kinder Asperger Autismus hat. Oder zumindest eine Vorstufe.
Weil die auf Veränderungen jedweder Art sehr empfindlich reagieren.
Wird aber trotzdem nichts anderes übrig bleiben....
Aber sicherlich erst zum Schuljahrsende.
Klar, kann sein, dass er die Probezeit dann nicht schafft. Und ob ihn eine andere Realschule auch nimmt, steht ja auch noch nicht fest.
Aber: mittlere Reife lässt sich auch auf der Hauptschule machen. Und ein bockiger Sohn wird sich auf der Realschule auch nicht bewähren...
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03.04.2011, 17:09Inaktiver User
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Ich würde den Sohn gehen lassen, wenn der Vater damit einverstanden ist, dass er genauso unkompliziert wieder zurück zur Mutter darf, falls er dies eines Tages möchte. Ideal wäre, hierüber beim Jugendamt eine entsprechende Elternvereinbarung aufzusetzen, damit die Mutter etwas in der Hand hat, falls der Vater den Sohn später einmal nicht mehr gehen lassen möchte, wenn er zurück zur Mutter will.
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03.04.2011, 18:42
AW: Mein Sohn will zu seinem Vater
Liebe angie,
Asperger Autismus ist angeboren und im Moment scheint es mir, dass diese ausgesprochen seltene Störung ein wenig zu oft für Verhalten herhalten muss, das nicht ganz im Normbereich liegt. Kann ich nicht beurteilen, wie es hier ist.
Und natürlich sehe ich auch, dass die neue Freundin tatsächlich noch sehr neu ist. Ich bin eher vom Wunsch des Jungen ausgegangen, der mit seinen 10 Jahren vielleicht noch nicht absehen kann, was es bedeutet, ganz beim Vater zu sein, der aber gerade mit seinen 10 Jahren sicher eine grosse Sehnsucht nach mehr "Mann" (Vater) in seinem Leben hat.
Ich würde es, gutes Verhältnis zwischen den Eltern vorausgesetzt, immer befürworten, dass Jungs kurz vor Beginn oder in der Pubertät die Möglichkeit haben, sich mit einem männlichen Vorbild auch im Alltag auseinander setzen zu dürfen.
Anders sieht die Situation aus, wenn es aktuell irgendeinen Streit bei der Mutter gibt oder irgendwas schiefläuft (zu wenig Aufmerksamkeit wegen kleiner Schwester etc.) und der Junge in erster Linie dort weg und nicht in erster Linie zum Vater hin will.
Das kann aber nur die TE beantworten, wie es wirklich gerade aussieht.
Generell geht es aber meiner Meinung nach mehr um die Bedürfnisse des Sohnes als um Befindlichkeiten der Mutter (so vorhanden).
Das Post von michelin kann ich hier nicht einordnen, weil ich nicht weiss, in welcher Beziehung sie eigentlich zur TE steht. Ihren Tonen fand ich reichlich aggressiv


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