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    verwirrt Wie bringe ich meinen 17-j. Sohn dazu, mir zuzuhören?

    Hallo, Ihr Jugendpsychologen und/oder Eltern von Jugendlichen

    Meist hat mir bereits das Lesen in Elternforen geholfen, wenn ich in der Erziehung/Begleitung meines oder in der Beziehung mit meinem Sohn nicht weiterkam. Heute nun ist es an mir, Fragen zu stellen und auf (helfende) Antworten zu hoffen. Evt. ergibt sich daraus auch ein interessanter Erfahrungsaustausch?

    Mein 17-jähriger Sohn, schon einige Jahre in der Pubertät und damit auch im Abgrenzungsalter, will einfach nicht auf mich hören. Mir ist ganz klar, dass er seine eigenen Erfahrungen machen will/muss, dass er lieber alles selbständig machen würde etc. (und dann hat diese Mutter letztendlich meist auch noch recht, wenn was in die Hose geht = sehr ärgerlich ;-)

    Nur, nach 2 angefangenen Berufslehren, einem abgebrochenen Praktikum und schon bald 18 Jahren - und somit bald volljährig - macht mir sein Verhalten ziemliche Sorgen. Auch die Tatsache, dass sein Geld innert kürzester Zeit aufgebraucht ist. Obschon er sagt, er wisse was er tue, so sehe ich den Träumer in ihm, der einfach nicht aufwachen will.

    Zum Vater haben wir seit der Schwangerschaft keinen Kontakt (lebt im Ausland) und die anderen männlichen Bezugspersonen (Grossvater, Onkel, Patenonkel, Freunde von mir) mögen ihn zwar gerne, haben sich jedoch nie richtig um ihn bemüht. Auch meine Bitten diesbezüglich haben kein Gehör gefunden, was mir für meinen Sohn sehr leid tut. Dadurch lag es an mir und meinen helfenden Freundinnen, mit ihm klar zu kommen. Männliche Bezugspersonen hat er im (recht grossen und stabilen) Freundeskreis gefunden, doch diese sind eben im selben Alter.

    Er ist ein intelligenter, netter Junge, der weiss wie man sich verhält um gut anzukommen. Doch seit Ende Schulzeit, also seit etwa 3-4 Jahren, bockt er enorm, sobald konsequent etwas von ihm verlangt wird (klar = Pubertät) und schafft sich dadurch nur Probleme. Ich will hier nicht nach der Schuldfrage suchen, denn mit der sich verän-dernden Gesellschaft haben sich auch viele Werte verschoben, was die Erziehung (oder das Setzen von Grenzen) nicht einfacher macht und auch vielen Jugendlichen dadurch der Halt fehlt.

    Was ist nur mit uns beiden geschehen? Wie sind wir dort gelandet wo wir jetzt stehen? Grundsätzlich immer noch ein gutes Verhältnis (wenn ich nicht meckere und wenig fordere), aber… seine Ausdauer in Sachen „Disziplin“ lässt sehr zu wünschen übrig, was ihm innerhalb eines Jahres 3 Kündigungen und jenste Absagen eintrug. Bei jedem Rausschmiss dachte ich "jetzt hat er's kapiert". Doch bereits nach kurzer Zeit verfällt er ins alte Muster - und hört null auf mich. - Dass er nicht jeden Abend bis Mitternacht rausgehen - und danach noch vor dem TV abhängen - kann, wenn am nächsten Tag die Arbeit/Schule ruft, will er einfach nicht kapieren. Dass 4-5 Std. Schlaf nicht genügend sind auch nicht (so hört er den Wecker nicht, ignoriert ihn oder ist unausstehlich wenn ich ihn wecke). Alle Erklärungen, Hilfestellungen, Vergleiche oder Drohungen arten in grossem Krach aus. Meist schlägt er dann etwas kaputt (Wecker, Stühle, Telefon… - die Liste, was er ersetzen muss, sobald er Geld verdient hat, wird immer länger)

    Ich habe schon gefühlte tausend Diskussionen geführt, mit Fachpersonen, z.T. gemeinsam mit meinem Sohn, mit Freundinnen u.a.v.m. Doch nach längerem sich-im-Kreis-drehen kommen wir neu auf folgende Lösung: Wahrscheinlich muss ich ihn rausschmeissen (mit allen Konsequenzen), damit er endlich lernt! Dies hat mir auch der Sozialarbeiter vom Jugendamt empfohlen (es sei die einzige Mög-lichkeit, ihn zur "Vernunft" zu bringen).

    Hart. Doch letztendlich ist es die konsequente Haltung von mir, die einerseits ihm aufzeigt, dass er sich nicht immer hinter mir verstecken und vom Hotel Mama profitieren kann und andererseits mich selbst schützt (meine Kräfte sind auch nicht mehr die einer 30-jährigen…)

    Wieso ich aber hier in diesem Forum bin: Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, einen 17-jährigen Jugendlichen davon zu überzeugen, dass er zuhört, dass er Ratschläge glaubt und annimmt? Übersehe ich etwas in all den Gesprächen, Foren, Ratgeber?

    Freue mich sehr auf Eure Feedbacks!

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    AW: Wie bringe ich meinen 17-j. Sohn dazu, mir zuzuhören?

    Tja,
    da eure Probleme scheinbar nicht "nur rein pubertär" sind (kaputt-schlagen von Gegenständen) und du dir ja schon professionelle Hilfe/Zuspruch geholt hast...ists schwer mit dem "Rat-schlagen"...

    Das will ich auch gar nicht erst versuchen,sondern einfach mal aus meinem Nähkästchen plaudern,vielleicht ist ja ein Gedanken-Aufhänger für dich dabei:

    Ich bin auch alleinerziehend...zu mir gehören zwei pubertierende Querköppe
    Allerdings bin ich erst 3 Jahre vom Vater der Kinder getrennt und sie haben auch weiter Kontakt zu ihm...und ebenso einen super Draht zu meinem Freund...

    Mein 17jähriger ist auch wohl relativ pflegeleicht...und ich versuche (!!) im Gespräch mit ihm zu bleiben.
    Allerdings ist mir klar,das ich längst nicht mehr wirklich alles erfahre.

    Und mir ist auch klar,das er längst nicht zu allem,was er mir dann doch erzählt,einen mütterlichen Ratschlag hören will.
    Sofern ich da also keine grossartige Gefahr in Verzug sehe,beiss ich mir durchaus lieber einmal auf die Zunge.

    Damit mein ich z.B.,wenn er "ewig bis in die Nacht TV schaut/am PC hängt"...dann weiss/ahne ich zwar,das das für ihn nicht optimal sein wird...ist aber ne Erfahrung,die er machen muss.

    Ich stehe (sofern es mein Schichtdienst erlaubt) grundsätzlich morgens mit ihm auf...und ignoriere seine mögliche schlechte Laune durch Schlafmangel weitesgehend.(Allerdings bin eher ich nen Morgenmuffel als denn wirklich er)

    Es bestehen auch keine nennenswerte Probleme...er bringt schulische Leistungen,die durchaus zufriedenstellend sind...ist absolut verlässlich und auch in zwei Vereinen sehr engagiert,allgemein beliebt,hat viele Freunde,die auch hier ein- und ausgehen...
    Von daher erwähn ich ihm gegenüber auch regelmässig...das ich sehr stolz bin,wie er das alles so für sich wuppt und hinkriegt...bestätige ihn also regelmässig.
    Punkt. Als Aussage/Feststellung.Ohne weitere Diskussionen daran aufhängen zu wollen.

    Wenn er mich nach meiner Meinung/Erfahrung fragt...geb ich ihm diese gerne...er hat trotzdem das "Recht" anders zu handeln...seine eigenen Erfahrungen zu machen...und ich erwart dann,sollten seine eigenen Erfahrungen unnötig negativ sein,auch nicht "das er zu Kreuze kriecht" und mir Recht gibt a la "hätte ich man besser auf dich gehört..." sondern...ich bin dann einfach da für ihn (was natürlich nicht immer einfach ist!!)...bin der zuverlässige Hafen,den er eben doch noch ab und an braucht mit 17...

    Klar...es gibt auch mal Moralpredigten meinerseits...das bleibt nun Mal nicht aus im Leben mit pubertierenden...*g*...

    Auch gibts Regeln im Haushalt...im "miteinander leben"...und an diese hat er sich "weitgehend" zu halten... Bzw. Änderungen/Abweichungen/Nicht-Einhalten-können mit mir zu besprechen. Und sei diese "Besprechung" nur als kleine Info an mich verpackt (z.B. im Sommer am Freitag-Mittag ne sms...das er nicht pünktlich heimkommt,daher z.B. den Rasen heut nicht mehr mäht,weil er mit der Clique spontan an den Baggersee ist...das ist okay,weil er mir gegenüber halt ziemlich verlässlich ist und so z.B. tatsächlich morgen dann den Rasen mäht,also diskutier ich da heut nicht,sondern lass ihm seine selbst-gewählte Freizeit/Freiheit und seine Prioritäten-Bestimmung---NUR ALS BEISPIEL...) Kommt halt immer auf die Situation an.

    Ggf. muss er mit den Konsequenzen leben...aber ich ja auch
    Daher überlege ich mir Konsequenzen genau,bevor ich sie ausspreche...einem 17jährigen abendliches TV-Verbot zu erteilen oder barfuss ins Bett zu schicken,würde mir selbst arg albern vorkommen...endlos-langen Hausarrest würd ICH eh nicht durchhalten...also beiss ich mir auch da lieber erstmal auf die Zunge und denk nach,bevor ich ihn mit einem langen Monolog ertränke und Strafen verhänge,die ich selbst verpuffen lassen täte.

    Und siehe da...ist der Sturm im Wasserglas erstmal beruhigt (auf meiner Seite,seiner Seite oder bestenfalls beidseits)...lässt sich auch viel besser und auf einer ganz anderen Ebene kommunizieren...Und diese ruhige Ebene hat er als 17jähriger,als flügge werdener angehender Erwachsener,einfach verdient...

    Wir kochen z.B. oft alle zusammen,wenn wir abends alle zuhaus sind. Da ergeben sich sehr oft zwanglose,interessante Gespräche untereinander...wo wir viel voneinander-miteinander lernen...ohne das es gleich pädagogisch wertvoll sein muss.
    Oder wenn ich ihn als "mama-Taxi" irgendwo hinfahre...wir mal gemeinsam mit den Hunden ne Runde durch den Wald drehen...er mir hilft,irgendwas zu reparieren usw.
    Es gibt soviele neutrale und doch gemeinsame Berührungspunkte im Alltag,wo wichtige Gespräche beinah nebenher passieren.

    Natürlich zieh ich auch mal meine Freundin zu Rate,wenn ich grad nicht wirklich weiter weiss oder tierisch abgenervt bin...aber sie hat sich da ihm gegenüber rauszuhalten,den Mund zu halten...solang ich mit meinem Sohn immer wieder im Gespräch bin,versteht sich... er wird sich ganz sicher ja auch mal bei seinesgleichen über mich ausk***, ohne das diese gleich bei mir anrücken und mich einen Kopf kürzer machen...

    Mein anderer Sohn wird jetzt 14....pubertiert auch ziemlich gut und ist "anstrengender" als der Erste , trotzdem versuch ich auch da in ähnlichen Schienen zu (re-)agieren. (Altersentsprechend natürlich)

    Ich bin nich die beste Freundin meiner Söhne,will ich auch gar nicht sein.
    Ich bin deren Mutter...der-Notfall-Fels-in-der-Brandung,ihre Begleitung beim flügge werden...natürlich auch ihre "Erziehungsbeauftragte"...trotzdem geraten die lieben Kleinen in ein Alter,wo ich loslassen muss und sie ihre eigenen Erfahrungen machen wollen und müssen.

    Wie gesagt...solang sie sich nicht selbst dauerhaft fürs Leben schaden...und der Fall ist ja bei uns nicht...----kommt hoffentlich auch nie----......


    Vielleicht bin ich nu völlig an deiner Thematik vorbei...vielleicht sind ja aber doch ein paar Denkansätze für dich dabei.

    Definitiv würd ich an deiner Stelle aber weiter mit der professionellen Hilfe vor Ort (vom Judendamt?) weiter zusammen arbeiten...denn derjenige kann dich/deinen Sohn und die Probleme ja tatsächlich beurteilen.
    Nette Grüße,
    SVEA
    _________________________________
    Die wahre Jugend ist eine Eigenschaft, die sich nur mit den Jahren erwerben lässt.
    .
    Jean Cocteau

  3. Inaktiver User

    AW: Wie bringe ich meinen 17-j. Sohn dazu, mir zuzuhören?

    Zitat Zitat von Dezemberfrau Beitrag anzeigen
    folgende Lösung: Wahrscheinlich muss ich ihn rausschmeissen (mit allen Konsequenzen), damit er endlich lernt! Dies hat mir auch der Sozialarbeiter vom Jugendamt empfohlen (es sei die einzige Mög-lichkeit, ihn zur "Vernunft" zu bringen).

    Hart. Doch letztendlich ist es die konsequente Haltung von mir, !
    du hast doch schon die antwort

  4. User Info Menu

    AW: Wie bringe ich meinen 17-j. Sohn dazu, mir zuzuhören?

    bei seinem verhalten würde ich drogenmissbrauch oder reichlichen alkoholzuspruch nicht aussschliessen.
    wenn ja, wäre der erste schritt für dich, eine gruppe für angehörige betroffener zu suchen.
    lg
    legrain

  5. Inaktiver User

    AW: Wie bringe ich meinen 17-j. Sohn dazu, mir zuzuhören?

    Liebe Dezemberfrau,
    zum trost
    meiner tante ist das mit meinem neffen ähnlich gegangen und sie hat ihn rausgeworfen...also richtig gut ist das auch nicht ausgegangen...ich glaube und ich habe es auch schon von psychologen gehört,es liegt wohl daran,dass die bindung zwischen mutter und sohn bei alleinerziehenden noch enger ist als normal und es für den sohn ein grösserer kraftakt ist sich zu lösen,daher vielleicht auch die gewalt...?
    daraus würde ich schliessen,dass es ganz wichtig ist, ihn seine erfahrungen machen zu lassen und gar keine ratschläge zu geben.führe ein sachliches gespräch indem du die rahmenbedingungen eures zusammenlebens festlegst,keine gewalt etc. p.p.an die er sich halten muss.
    und halte dich raus...lob ihn für gutes,sehe das gute an ihm und versuche das thema loszulassen und dein eigenes leben zu leben..
    wenn er ein guter ist wie du ihn beschreibst,wird er sich finden.vertrau darauf.
    vielleicht wäre ein soziales jahr im ausland eine gute idee? da wäre er fort,hätte aber eine aufgabe und würde so einen leichtern absprung von dir finden...ausserdem kann das auch richtig spass machen....und ein tolles abenteuer sein...

    alles liebe für dich von ryoshi

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