Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. User Info Menu

    Große Verlustangst beim 9-järigen

    Hallo zusammen :-)

    da ich hier im Kreise schon so tolle Hilfestellungen und Anregungen bekommen habe, möchte ich euch doch heute noch mal um eure Meinungen und Erfahrungen bitten. Seit knapp 4 Jahren leben mein Exmann und ich getrennt. Seither laufen die Wochenend-Regelungen zwischen meinem Sohn (9 Jahre) und seinem Papa recht gut. Bis auf einige, alltägliche Problemchen haben mein Sohn und ich uns zu einem sehr guten Team entwickelt. Nun hatte ich bis vor knapp einem halben Jahr eine Beziehung, welche ich aufgegeben habe da das Verhältnis zu meinem Sohn einfach nicht so war, wie ich es mir gewüscht habe...anfangs noch etwas ängstlich wie mein Sohn auf eine erneute Trennung reagieren würde, hat sich jedoch herausgestellt dass er fast erleichter um diesen Umstand war, ja regelrecht aufgeblüht ist.

    Nun gut, wie gesagt, seit einem halben Jahr leben wir 2 mit unserem Hund zusammen sehr glücklich und positiv gestimmt. Seit jedoch gut 3 Wochen leidet er so schrecklich an Verlustängsten..er knirscht wahnsinnig mit den Zähnen, will nur noch in meinem Bett schlafen und träumt, dass er mich verliert und nicht mehr wieder findet :-( sehr häufig träumt er sowas...ich bin mir nicht sicher, ob es falsch war seinem Wunsch nachzugehen, und ihn die 3 Wochen bei mir im Bett schlafen zu lassen..nun habe ich selber etwas Unsicherheit und habe mit ihm gesprochen, dass er sich aber auch mal wieder an sein Bett gewöhnen muß. Gestern habe ich ihm schon Mittags erklärt, dass wir es abends so machen..da war noch alles in Ordnung. Jedoch kam der Abend, er merkte ich zieh das durch und hat mir 2,5 Stunden Terror gemacht :-( geschriehen, getobt,gebettelt...mein schlechtes Gewissen provoziert..ich war wirklich schon kurz davor nachzugeben, da mich einige Argumente wirklich getroffen haben, dachte mir aber ich muß konsequent sein sonst wird das jeden Abend so gehen. Wie ist denn diese Situation einzuschätzen? Gott, ich will meinem Kind doch nicht meine Nähe verwähren...ist es hier sinnvoll stur zu bleiben, oder dem großen Bedürfnis nach Nähe einfach nachzugeben? Ich bin so verunsichert...argumentiert hat er seinen Wunsch nach meinem Bett so:

    - Ich bin in Deiner Nähe und fühle mich sicher
    - wenn ich mir vorstelle dass Du Mama da drüben alleine im Bett liegst, das zerbricht mir das Herz ( :-) )

    Dazu muß ich sagen, dass ich ihm nicht das Gefühl von Verzweiflung durchs Alleinsein vermittle...bin ein recht positiv gestimmter Mensch. Er ist jedoch im Moment mit der Situation mit mir alleine so zufrieden, dass er jetzt schon immer mal vormarnt: Wenn Du mal einen neuen Freund hast, der schläft NICHT bei Dir im Bett!! Ich lächle insgeheim noch darüber, weiß aber nicht ob das wirklich so lustig ist...ich freu mich wahnsinnig auf eure Meinung...die verwirrte Billy :-)

  2. Inaktiver User

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Zitat Zitat von Billy30 Beitrag anzeigen
    Wenn Du mal einen neuen Freund hast, der schläft NICHT bei Dir im Bett!! Ich lächle insgeheim noch darüber, weiß aber nicht ob das wirklich so lustig ist...
    Wie ist das denn?
    Nicht lustig?

    Was ist denn, wenn du mal einen neuen Freund hast?
    Schläft dann dein Sohn mit euch beiden im Bett?

    Ich finde es normal, dass dein Sohn auch eifersüchtig ist auf einen anderen Mann. Du wirst dich zwangsläufig positionieren - so oder so.

  3. Inaktiver User

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Hallo Billy,

    irgendwie eine vertrackte Situation...man möchte dem Kind nicht die Nähe verweigern. Aber wenn irgendwann ein neuer Mann auftaucht und er erst dann wieder in sein Bett umzieht, wird er sich verdrängt fühlen und es wird erst recht problematisch.

    Hast du mal überlegt, ob die Lösung der Situation darin bestehen könnte, dass du eine Weile mit im Kinderzimmer schlafen könntest, um dann ganz stillschweigend wieder auszuziehen, wenn sich die Lage stabilisiert hat?

    Ich habe das so gemacht, als mein Sohn aus der Klinik nach Hause kam - Frühchen, 9 Wochen zu früh und nach knapp 4 Wochen nach Hause.
    Die Situation ist natürlich nicht vergleichbar, aber die Lösung war bei uns, dass ich beim Sohn schlafe, auf einer Matratze direkt neben seinem Bettchen, damit nicht die ganze Familie Spalier steht, wenn das Zwergbaby im Zweistundentakt versorgt werden muss. Als er durchschlief, konnte ich mich so langsam ins eigene Schlafzimmer zurückziehen, ohne dass es für den Jungen eine spürbare Änderung bedeutet hätte.

    Vielleicht wäre das auch für euch eine Idee? Dein Sohn würde weiter im eigenen Bett schlafen, du wärst aber in der Nähe. Da das Kind vermutlich vor dir einschläft, würde er sich vielleicht sicherer fühlen, wenn er wüßte, du kommst auch bald... wenn er sich insgesamt wieder sicherer fühlt, kannst du in dein Schlafzimmer umziehen, ohne dass sich für ihn jetzt so sehr viel ändern würde.
    Und ich setze jetzt mal voraus, dass du nicht unaufhörlich neue Freunde präsentierst - vielleicht ist bis zum nächsten Freund wieder Ruhe eingekehrt.

    Viel Glück! Kay

  4. User Info Menu

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Hallo Billy,

    schwierig...ich kenne das nur zu gut.
    Mein Sohn,der immer gut geschlafen hat,fing von heute auf morgen auch damit an,nicht mehr alleine in seinem Zimmer schlafen zu wollen.

    Er hatte Angst,die sich in regelrechte Panik auswuchs.Wovor genau,konnte er mir nicht erklären.
    Auf jeden Fall wollte er "jemanden atmen" hören,das musste garnicht unbedingt ich sein.
    Ich glaube,auch ein Hund hätte genügt;-)

    Manchmal denke ich,man muss nicht alles versuchen,zu analysieren.
    Er sehnt sich momentan nach deiner Nähe,möchte dich-warum auch immer-nicht alleine lassen.
    Ich würde ihm diese Nähe geben,ihm aber sagen,dass es nur für einen bestimmten Zeitraum so sein wird,
    dass er bei dir schlafen darf.Würde mal mit ihm besprechen,wielange er glaubt,zu brauchen.
    Gleichzeitig ihm klar machen,dass es für mich selbst kein Dauerzustand bleiben kann.
    Oft hilft es,wenn man das Kind selbst an Lösungen eines Problems mitarbeiten lässt.

    Manchmal macht man sich so großen Stress um eine Sache,die sich von alleine wieder auswächst.

    Aber man muss natürlich schon die eigene Schmerzgrenze im Auge behalten.

    Bei uns ging es schrittchenweise wieder zurück ins eigene Bett.
    Er musste jede Nacht eine halbe Stunde länger aushalten,das war für ihn nicht so endgültig und hat sehr gut geklappt.

    Ich drück euch die Daumen,
    chillipepper

  5. User Info Menu

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Mein Sohn(jetzt 10)hat auch lange bei mir geschlafen..ich dachte auch immer das geht doch nicht,er muß doch in seinem Bett schlafen..
    Habe alles mögliche versucht um das zu ändern und hab irgendwann aufgegeben weil ich völlig fertig war.
    Ich denke dein Sohn braucht im Moment einfach deine Nähe!
    Mein Freund ist vor kurzem zu uns gezogen und es klappt richtig gut mit dem schlafen.Viel besser als ich es erwartet hatte.Klar gibt es auch noch nicht so tolle Nächte,aber es überwiegen doch die guten.
    Vielleicht hilft dir das ja auch ein bißchen...
    Mein Sohn ist übrigens auch oft zu mir gekommen,wenn es mir schlecht ging...als ob er gemerkt hat das ich seine Nähe vielleicht auch mal brauche.

    Lg

  6. Inaktiver User

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Zitat Zitat von kalu1912 Beitrag anzeigen
    Ich denke dein Sohn braucht im Moment einfach deine Nähe!

    Lg
    Denke ich auch. Meistens macht das Schlafen den Kindern die meiste Angst, wenn wieder irgendeine Ablösungsphase beginnt. Mit 9 ist man immerhin schon bald in der Pubertät.

    Ich habe es mit meiner Tochter in allen Phasen so gemacht. Wenn sie sehr viel Nähe brauchte und nicht allein einschlafen wollte (es ging fast immer ums Einschlafen, das ist ja auch eine Art Trennung, nämlich von der "Echt"-Welt), habe ich mich dazugelegt, bis sie eingeschlafen ist.

    Dann gab es noch Phasen, da kam sie ab und zu nachts in mein Bett (bis sie 12 war immer wieder). Meistens wartete ich, bis sie eingeschlafen war, dann trug ich sie wieder zurück. Manchmal bin ich nicht aufgewacht oder hatte keine Lust, das war dann auch ok. Dass mein Freund da manchmal mit im Bett lag, hat dabei eigentlich keine Rolle gespielt. War sogar ganz gut so, dann konnte er sie zurücktragen:-))

    Mich würde interessieren, warum du nicht möchtest, dass dein Sohn bei dir schläft? Stört es dich persönlich (mich hat es z.B. gestört, sie hat sich im Schlaf so oft bewegt, dass ich davon aufwachte; außerdem lese ich gerne noch bis in die Puppen)? Oder sind es eher "pädagogische Gründe" (zu enge, zu symbiotische Beziehung etc.)?

    Meiner Erfahrung nach akzeptieren die Kids "persönliche Gründe" eher als "pädagogische".

    "Will ich nicht", versteht jedes Kind.
    "Das ist nicht gut für dich, aber du bist noch zu klein, um zu verstehen, warum," ist auf jeden Fall schwieriger.

  7. User Info Menu

    AW: Große Verlustangst beim 9-järigen

    Hallo Billy,

    darf ich Dir erzählen was bei mir und meiner neuen Partnerin passiert ist?
    Sie alleinerziehend, der einzige Sohn absolut fixiert auf Sie und gegen alles neue, insbesondere soetwas wie einen neuen Stiefvater.

    Aus der Sicht eines Kindes absolut nachvollziehbar finde ich. Ich würde ihm auf jeden Fall alle Ängste nehmen, daß es irgendwann ein Mann schaffen könnte euer Band zu zerstören.

    Da gibt es jedoch eine sehr gefährliche Rolle in die Du reinschlüpfen kannst. Wenn es Dein Kind schafft Dich zu verantworten weil Du nicht mit Papa sondern einem anderen Partner zusammen bist.
    Du hast auch das Recht eine neue Liebe zu finden und das sollte er wissen, je früher desto besser....sonst geht es euch irgendwann allen dreien schlecht.

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •