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    Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Hallo,

    vorweg zur Info: ich habe drei Kinder allein großgezogen bei gleichzeitiger Vollzeittätigkeit.

    Meine Tochter (16) hat sich vor ein paar Wochen entschieden, lieber im betreuten Wohnen zu leben als zu Hause. Das war für mich ein großer Schock.
    Ich habe keine Ahnung, warum sie das tat.
    Wir hatten ein ganz normales Verhältnis.

    Sie macht mir in letzter Zeit viele Vorwürfe. Zum Beispiel, dass ich sie in den Kindergarten gebracht habe und sie dort so lange bleiben musste, bis ich sie nach der Arbeit wieder abholte.
    Dass sie nach der Grundschule mittags in einen Hort musste. Sie hätte den ganzen Tag nach ihrer Mutter geweint.....

    Dass sie, als ihr Vater sie ins Auto zerrte, als sie nicht mit ins Papa-Wochenende wollte, nicht von mir gerettet wurde (ich habe damals ganz bewusst auf eine körperliche Auseinandersetzung mit meinem Exmann verzichtet und schweren Herzens zusehen müssen, wie er die Kleine heulend abtransportierte).
    Dass sie, als sie mich heulend anrief, ich solle sie bei Papa abholen, nicht von mir gerettet wurde (wäre ich hingefahren, hätte es vor der Haustür eine Schlägerei gegeben - mein Exmann betrachtet die Kinder als seinen Besitz, vor allem an den Papawochenenden - der Wille der Kinder hat da nie eine Rolle gespielt).

    Ich hatte mir eingebildet, das Beste für meine Kinder zu tun. Zu arbeiten, um nicht Sozialhilfe bekommen zu müssen etc. Ich habe uns finanziell über Wasser gehalten und alles allein gemacht. Bei drei Kindern war das eine echt schwere Zeit.

    Jetzt meint meine Tochter, sie könne nicht mehr zu Hause wohnen, sie brauche Abstand, sie hätte kein Vertrauen zu mir, da ich sie damals "im Stich" gelassen hätte.

    Damit komme ich überhaupt nicht klar.

    Eure nuts

  2. Moderation

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    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Hallo nuts, ich kann mir vorstellen, dass das sehr, sehr schwer für dich ist.

    Ich finde aber, dass deine Tochter für sich eine Entscheidung getroffen hat, die du, auch wenn es noch so schwerfällt, versuchen solltest zu akzeptieren. Ich glaube auch, dass der Abstand euch beiden und der ganzen Familie gut tun könnte.

    Was deine Tochter über die Betreuung in Kindergarten und Hort erzählt, haben mir meine beiden (ich war in einer ähnlichen Situation wie du) auch erzählt. Einerseits haben sie verstanden, dass Mama arbeiten muss, andererseits wollten sie nicht immer den ganzen Tag betreut werden. Mir haben sie das als kleine Kinder erzählt und ich habe versucht es ihnen so leicht wie möglich zu machen. Aber immer ging das natürlich nicht.

    Deine Tochter muss sich von dir lösen, ihren eigenen Weg finden. Es ist schwierig - lass ihr Zeit. Signalisier ihr, dass du dich freust, wenn sie dich besuchen kommt. Signalisier ihr aber bitte auch, dass du ihre Entscheidung respektierst.

    Für dich wird die nächste Zeit sicher schwer. Hast du eine gute Freundin, bei der du dich ausweinen kannst? Tu es bitte nicht bei deinen anderen beiden Kindern.

    Ich wünsche dir viel Kraft.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
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  3. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    deine tochter ist 16 jahre alt. sie hat ihre ganz eigenen erfahrungen gemacht und sie ist auf ihrem eigenen weg.

    abstand halte ich da nicht für schlecht.

    sie will einen räumlichen abstand von dir. für sich, um ihren weg zu finden.

    habe ich es überlesen oder hat sie auch von kontaktsperre gesprochen?

    wenn nicht- dann lasse sie ziehen.

    damit sie zu sich selbst finden kann. mit der betonung: auf kann.

    gib euch als zwei erwachsenen frauen die chance euch wiederzufinden.

    nicht mehr auf der mutter-kind-ebene sondern auf der ebene zwischen zwei erwachsenen frauen.

    ihre kritikpunkte sind vorallem: das ihr wille nicht respektiert wurde. nun jetzt hast du die einmalige chance ihr das zu geben: respekt vor ihrer entscheidung.

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von nuts Beitrag anzeigen
    ...
    Jetzt meint meine Tochter, sie könne nicht mehr zu Hause wohnen, sie brauche Abstand, sie hätte kein Vertrauen zu mir, da ich sie damals "im Stich" gelassen hätte.

    Damit komme ich überhaupt nicht klar.

    Eure nuts

    Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass du alleine drei Kinder grossgezogen und dabei noch vieles andere geschultert hast.
    Hut ab!

    Wenn deine 16-jährige die dunklen Seiten ihres Vaters wahrnehmen würde, dann könnte sie wohl besser verstehen, warum du sie in diesen Situationen nicht gerettet hast.
    Verbringt sie ihre Freizeit altersentsprechend mit Jungs und himmelt diese an ?
    Wenn sie ihre ersten negativen Erfahrungen machen musste (wie alle Pubertierenden) dann wird sie sich DIR wieder mehr zuwenden.

    ... könnte ich mir vorstellen.

  5. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Hallo!

    Zuerst einmal glaube ich, daß Dich das total verstören muß....und es sicher sehr weh tut.....

    Weisst Du....wir Mütter versuchen immer das Beste zu geben.......und ich denke, egal wie man es macht......man bekommt später Vorwürfe!

    Gerade als Alleinerziehende- hat man es zT so schwer.....

    Deine Tochter ist zu jung!
    Sie kann noch nicht verstehen- nicht überblicken....sieht nur sich und hat letztlich doch noch überhaupt keine Lebenserfahrung.

    Ich denke.....es wird der Tag kommen, an dem sie ganz anders denkt.....alles- Dich- anders ansieht!

    Man versucht sich in dem Alter abzugrenzen- und das tut sie nun auf eine sehr harte Art udn Weise.
    Vielleicht braucht sie das nun......um erwachsener zu werden-- um das Leben von einer anderen Seite zu erleben.

    Wichtig ist- daß DU für Dich weisst, daß für Dich DER WEg der war, den Du gehen wolltest und musstest.
    Steh dazu!!!
    Laß Dich bei allen Zweifeln die aufkommen......NICHT in die Ecke drängen, daß Dein Weg nix war!!!

    Je mehr Du darauf eingehst......in die Opferrolle gehst....desto mehr spürt Deine Tochter, daß Du angreifbar bist- und irgendwo will sie nun auch verletzen.

    Das heisst nicht- daß man der Tochter nicht zugesteht- ihr zustimmt, daß es für sie zT sehr schwer war.
    Man muss sie natürlich ernst nehmen!
    Für sie ist es ja auch sher ernst.

    Trotzdem.....würdest Du doch vermutlich heute wieder genauso handeln wie damals....-- weil Du nicht anders konntest.....

    Lass ihr Zeit.......
    Wenn es betreutes Wohnen ist- werden dort doch auch Menschen sein, die therapeutisch begleiten- oder??
    Dann....ist eine Verständigung auf Dauer auch sicher gut machbar.....

    Ich wünsche Dir viel Kraft....
    kenzia

  6. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von nuts Beitrag anzeigen

    Dass sie, als ihr Vater sie ins Auto zerrte, als sie nicht mit ins Papa-Wochenende wollte, nicht von mir gerettet wurde (ich habe damals ganz bewusst auf eine körperliche Auseinandersetzung mit meinem Exmann verzichtet und schweren Herzens zusehen müssen, wie er die Kleine heulend abtransportierte).
    Dass sie, als sie mich heulend anrief, ich solle sie bei Papa abholen, nicht von mir gerettet wurde (wäre ich hingefahren, hätte es vor der Haustür eine Schlägerei gegeben - mein Exmann betrachtet die Kinder als seinen Besitz, vor allem an den Papawochenenden - der Wille der Kinder hat da nie eine Rolle gespielt).


    Jetzt meint meine Tochter, sie könne nicht mehr zu Hause wohnen, sie brauche Abstand, sie hätte kein Vertrauen zu mir, da ich sie damals "im Stich" gelassen hätte.


    Wir waren in genau der gleichen Situation, meine Mutter und ich.



    Ja, natürlich hast Du sie im Stich gelassen !!!!!!!
    Dann hättet Ihr Euch halt geprügelt, was soll's, das wäre in ein paar Minuten vorbei gewesen - aber die Leidenszeit Deiner Tochter bei ihrem Erzeuger dauerte viele, viele Stunden....

    Das muß man sich mal vorstellen: Da ist ein kleines Kind in psychischer und vermutlich physischer Not, fleht den einzigen Menschen, dem es wirklich von Grund auf vertraut, die Mama nämlich, um Hilfe an und die reagiert nicht !!!!!!!!!!!!!

    Dein Mann und Du, Ihr wart beide erwachsen, Ihr hättet immer irgendwie auf Augenhöhe kommunizieren können - selbst, wenn es handgreiflich geworden wäre, wären sich Eure Kräfte annähernd gleich gewesen -, aber Du hast die Auseinandersetzung, die Du selber gescheut hast, von Deinem Kind austragen lassen, das viel, viel wehr- und hilfloser als Du und auf Deinen Schutz angewiesen war....

    Und selbst heute, wo sie groß und stark genug ist, für sich selber einzustehen und sich die Hilfe, die sie braucht, außerfamiliär zu holen, selbst heute stellst Du Dich hin und heischt hier um Mitgefühl und erklärst nun Deine Tochter zur Bösen, die Dir etwas Schlimmes antut, wie es früher wohl Dein Mann war, anstatt klar zu sagen : " Sorry, das habe ich gründlich verbockt, es tut mir leid."
    Oh wow - Deine Kleine braucht echt keine Feinde mehr, die ist mit ihren Eltern genug beschäftigt.



    Ich selber habe über 40 Jahre gebraucht, um zu begreifen, daß ich keinem meiner Eltern vertrauen kann und letztendlich bin ich daran zerbrochen.


    Sei froh und dankbar, daß Deine Tochter schon so früh darauf gekommen ist, daß der Umgang mit Euch sie traumatisiert hat und sie sich jetzt Hilfe holt, solange noch Hoffnung besteht, daß sie einerseits noch etwas aus ihrem Leben machen kann ( in punkto Ausbildung z.B.) und andererseits ihre Traumata nicht jahrzehntelang unbehandelt bleiben und sich eben nicht viel tiefer manifestieren, als es unbedingt nötig ist.



    Und ganz vielleicht, wenn Du viel, viel Glück hast, bekommt sie ihr Leben trotz verkorkstem Start noch soweit in den Griff, daß sie Dich eines Tages wieder in ihrer Nähe erträgt.
    Aber verlassen würde ich mich darauf an Deiner Stelle nicht.

  7. User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Liebe Trauma,

    nicht umsonst hast du dich so genannt. Es wird sich wohl kaum einer vorstellen können, was du erlitten hast. Aber es klingt durch...

    Meine Liebe, mache nur einen Fehler nicht: Von deiner Geschichte auf andere zu schließen

    Ja, die Tochter fühlt(e) sich verraten und nicht ernst genommen - und das ist erst mal völlig unabhängig von dem, was da tatsächlich vorgefallen ist. Und du weißt es auch nicht...

    Als Elternteil, ach quatsch, überhaupt als Mensch, muss man immer wieder Entscheidungen fällen - mit dem Blickwinkel, dem Wissen, dem Gefühl, der Erfahrung, der Tagesform, die man gerade hat. Manche stellen sich auch Jahre später als gute Entscheidungen heraus - und manche als schlechte.

    Ich empfinde die Mutter hier nicht als Mitleid heischend - sie kann es nur aus ihrem Blickwinkel nicht verstehen und sucht Hilfe. Öffentlich. Das ist mutig, denn sie muss natürlich mit genau solchen vorwurfsvollen Reaktionen rechnen, wie sie von dir kam. Aber dies zeigt, dass sie bereit ist, sich damit auseinander zu setzen, was da passiert - auch wenns unangenehm ist.

    Du kannst ihr aus deiner Position sicher helfen, so dass sie ihre Tochter besser verstehen kann. Und das hilft dann wiederum dem Mädchen, dem hier dein ganzes Mitgefühl gilt. Nur, mit Vorwürfen hilfst du hier keinem - auch nicht dir selbst
    Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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    Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt (...geklaut...)

  8. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    mit den vorwürfen von trauma ist te geholfen

    nämlich auch mal über den eigenen tellerrand zu schauen.

    aus der sicht einer betroffenen auch mal eine andere sichtweise wahrzunehmen. so frau denn möchte.

    und das kann nicht schaden!

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    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    nämlich auch mal über den eigenen tellerrand zu schauen.

    aus der sicht einer betroffenen auch mal eine andere sichtweise wahrzunehmen. so frau denn möchte.

    und das kann nicht schaden!
    Absolut bei dir!

    Aber mit Vorwürfen? In der Art Mutter=Feindin? Ich weiß nicht, ich bezweifle das...
    Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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    Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt (...geklaut...)

  10. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    ich lese traumas posting nicht als vorwurf.

    wenn te sich das als vorwurf-schuh anziehen mag- voila.

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