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    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von nuts Beitrag anzeigen
    Sie macht mir in letzter Zeit viele Vorwürfe. Zum Beispiel, dass ich sie in den Kindergarten gebracht habe und sie dort so lange bleiben musste, bis ich sie nach der Arbeit wieder abholte.
    Dass sie nach der Grundschule mittags in einen Hort musste. Sie hätte den ganzen Tag nach ihrer Mutter geweint.....

    Dass sie, als ihr Vater sie ins Auto zerrte, als sie nicht mit ins Papa-Wochenende wollte, nicht von mir gerettet wurde (ich habe damals ganz bewusst auf eine körperliche Auseinandersetzung mit meinem Exmann verzichtet und schweren Herzens zusehen müssen, wie er die Kleine heulend abtransportierte).
    Dass sie, als sie mich heulend anrief, ich solle sie bei Papa abholen, nicht von mir gerettet wurde (wäre ich hingefahren, hätte es vor der Haustür eine Schlägerei gegeben - mein Exmann betrachtet die Kinder als seinen Besitz, vor allem an den Papawochenenden - der Wille der Kinder hat da nie eine Rolle gespielt).

    Ich hatte mir eingebildet, das Beste für meine Kinder zu tun. Zu arbeiten, um nicht Sozialhilfe bekommen zu müssen etc. Ich habe uns finanziell über Wasser gehalten und alles allein gemacht. Bei drei Kindern war das eine echt schwere Zeit.

    Jetzt meint meine Tochter, sie könne nicht mehr zu Hause wohnen, sie brauche Abstand, sie hätte kein Vertrauen zu mir, da ich sie damals "im Stich" gelassen hätte.

    Damit komme ich überhaupt nicht klar.
    Ich verstehe, dass das für Dich ein Schlag ist.
    Aber ich verstehe auch Deine Tochter. Für sie warst Du (vielleicht gerade weil Du immer alles allein gemanagt hast) der Fels in der Brandung, die Rettung in allen Notsituationen. Das ist doch erst mal ein riesiges Kompliment.

    Du hast in den Augen Deiner Tochter aber diese Aufgabe an einigen Punkten nicht ernst genommen. Deine Tochter (damals klein, hilflos, ohnmächtig) knabbert an diesen Situationen offenbar noch heute.

    Geh auf sie zu - versuche sie und ihre Gefühle zu verstehen, lass sie reden und versuche Dich in IHRE Situation hineinzuversetzen. Empfinde den Schmerz und die Ohnmacht, die sie damals hatte. Und DANN, wenn sie sich von Dir in ihren Nöten ernstgenommen fühlt, kannst Du vorsichtig Deine Sicht vorbringen.

    Wie geht es Dir denn mit diesen Erinnerungen? Sein Kind in so einer Situation zu sehen und es nicht sofort heraus holen zu können, muss doch auch für dich traumatisch gewesen sein?! Wie kommst Du damit heute klar?

  2. User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    wenn te sich das als vorwurf-schuh anziehen mag- voila.
    Stimmt - sie hat ja noch gar nicht reagiert darauf

    ICH habe es als Vorwurf gelesen... - was sagt das jetzt über mich
    Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
    ----------------------------------------------------
    Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt (...geklaut...)

  3. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    nuts, du hast das beste getan- aus deiner sicht.

    aber und da nimmt es sich nichts ob kinder oder partner, dass was wir als das beste meinen, muss für den andern nicht das beste sein.

    jeder handelt aufgrund von erziehung, erfahrung und sozialisation so gut er/sie kann. und doch muss nicht zwangsläufig dass was ich für meine kinder als das bestmögliche erachte, in ihren augen auch das bestmögliche sein.

    ich habe auch als mensch das recht es anders zu empfinden.

    und dann erwarte ich von meinem gegenüber nicht dass er/sie es versteht oder nachvollziehen kann. ich kann nur und das erwarte ich auch mit recht, dass mein gegenüber das ernst nimmt, zur kenntnis nimmt und akzeptiert, dass es für mich nunmal so ist, wie es sich für mich darstellt.

    meine sicht der dinge, meine empfindungen bitte akzeptieren.

    nur so kann ich auch zu jemandem vertrauen aufbauen.

    wenn ich das gefühl vermittelt bekomme: du, brighid, ich nehme dich ernst. ich verstehe es nicht- aber ich nehme es ernst und ich stelles es nicht in abrede, dass es für dich so ist.

    akzeptanz des andern als person- das muss an dem punkt der erste schritt sein

    und wenn dazu gehört, dass für die junge frau eine räumliche trennung angesagt ist- dann ist das so.

    punkt absatz.

  4. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von Signora Beitrag anzeigen
    ICH habe es als Vorwurf gelesen... - was sagt das jetzt über mich
    weiss ich nicht.

    betroffenheit? sag du es mir.

  5. User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    weiss ich nicht.

    betroffenheit? sag du es mir.
    Ach meine Liebe, ich bin hier nicht das Thema, aber ich denke drüber nach
    Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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    Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt (...geklaut...)

  6. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Hallo!

    Man kann die Zeilen von Traumata natürlich als Angriff sehen....denn darin liest man doch noch viel Wut und Unverständnis, die sie in sich trägt.

    Es ist tatsächlich mal die Ansicht - vielleicht- aus der Sicht, die die Tochter hat.......wir wissen es nicht......

    Auch ich finde, es gehört zu einem guten Verhältnis, daß man sich auf den anderen einlässt.....ihm zuhört, versucht ihn und seine Sicht zu verstehen.

    Als Mutter.....war man mal jung.....man hat also die Möglichkeit sich selber- aber auch das Kind nachzuvollziehen.
    Etwas, was das Kind nicht kann.....es hat nur diese eine Sicht der Dinge.

    Ich glaube, daß es kaum eine Kindheit gibt, die nicht von Traumata begleitet ist.
    Wer hat nicht ein Paket mit sich rumzutragen?
    Und wer....geht nicht am Anfang her und macht die Eltern dafür verantwortlich???

    Zum Verzeihen- gehört auch verstehen......verstehen, daß man manchmal reagiert, wie man reagiert, weil man einfach nicht anders kann.

    Ja- vielleicht hat diese Mutter ihr Kind im Stich gelassen.
    Vielleicht ihr ein Stück weit Vertrauen genommen und ihm das Gefühl gegeben, daß das Kind absolut ausgeliefert ist.

    Das sowas sicherlich eines der schlimmsten Gefühle ist, die ein Kind erfahren kann....ist unbestritten.

    Trotzdem.....wäre in meinen Augen ein wirklich gerechtfertigter Vorwurf dann vorhanden, wenn die Mutter das Kind ganz bewusst in so einem Moment so ausliefern wollte......wenn es ihr egal war, wie sich das Kind fühlt ( sie muss dazu ja auch in dem Moment mit absoluter Klarheit das Kind ins offene Messer laufen lassen udn das WOLLEN).

    Ich will hier nichts entschuldigen....ich möchte nur erklären, daß DIE Absicht, die unterstellt wird....mit Sicherheit NICHT gegeben ist.

    Menschen- udn dazu gehören auch Mütter- sind auch nur Menschen.......und sie können einfach nicht immer adäquat in jeder Situation handeln- so, daß es für das Kind immer perfekt ist.
    Sie unterliegen genauso ihren Grenzen, ihren Möglichkeiten....

    Ich bin nun auch alleinerziehend......und ich sehe auch manchmal von mir Reaktionen, die mit Sicherheit nicht immer perfekt sind.
    Aber ich sehe in diesen Momenten auch, daß ich einfach an meine Grenzen komme und nicht anders kann.

    Ich versuche trotzdem mein Bestes.......und denke aber auch, daß auch ich irgendwann von meinen Kindern zu dem einen oder anderen später was gesagt bekommen werde....

    Solche Situationen- sind schwer.....udn zwar für alle Beteiligten.
    Man hat natürlich eine Verantwortung für seine Kinder.....- aber man kann sie einfach nciht immer erfüllen.

    Wichtig ist- REDEN.
    Reden dann........wenn die Zeit dafür reif ist.....

    Warum soll man dann nciht als Mutter zugeben, daß man manches einfach nciht konnte.....daß man sieht, daß es für das Kind schlimm war....- man wird da doch sicher mitleiden.....-- und damit auch dem Kind das Gefühl geben, daß man es ernst nimmt....-- was wirklich auch Balsam für die Seele sein wird..

    Man kann es doch auch sehr positiv sehen, daß die Tochter mit 16 nun auszieht.
    So jung......und doch schon so stark, sich einen eigenen Weg zu suchen!

    Ich finde.....da spiegelt sich doch auch die Kraft der Mutter drin, die für sich eingestanden ist und agiert.

    Hilfe durch Therapeuten......ist da vielleicht sehr gut und hilfreich.

    kenzia

  7. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wichtig ist- REDEN.
    Reden dann........wenn die Zeit dafür reif ist.....


    Hilfe durch Therapeuten......ist da vielleicht sehr gut und hilfreich.

    kenzia
    die beiden punkte:

    reden- wenn die zeit dafür reif ist- nach meinem verständnis braucht die junge frau jetzt erstmal eine räumliche auszeit.

    hilfe durch therapeuten- im betreuten wohnen ist das gerade für so junge menschen eher möglich bzw. gehört dazu (meine erfahrung mit der hiesigen gruppe)

  8. Inaktiver User

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    im ersten posting kam der satz, dass die junge frau kein oder wenig vertrauen zur mutter hat.

    das tut weh.

    lässt sich aber mit hauruck-aktionen nicht herbei reden.

    da muss auch ein bisschen zeit gelassen werden. zeit und ein eingehen auf ihre (tochter) ganz klar geäusserten bedürfnisse. und das ist zur zeit die räumliche trennung.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Zitat Zitat von nuts Beitrag anzeigen
    Sie macht mir in letzter Zeit viele Vorwürfe. Zum Beispiel, dass ich sie in den Kindergarten gebracht habe und sie dort so lange bleiben musste, bis ich sie nach der Arbeit wieder abholte.
    Dass sie nach der Grundschule mittags in einen Hort musste.

    ...

    Ich hatte mir eingebildet, das Beste für meine Kinder zu tun. Zu arbeiten, um nicht Sozialhilfe bekommen zu müssen etc. Ich habe uns finanziell über Wasser gehalten und alles allein gemacht.
    nuts, ich kann dich gut verstehen.

    Auch meine Kinder wollten nicht immer ganztags in den Kindergarten und nach der Schule in den Hort, aber was wäre denn die Alternative gewesen? Sich in die soziale Hängematte zu legen, aus der man vielleicht nie wieder rauskommt? Jeden Cent umdrehen, kein Geld für Extras.

    Nein, auch ich habe immer lieber gearbeitet und das Warum musste ich meinen Kindern immer wieder und wieder erklären. Kann sein, dass da irgendwann mal Vorwürfe kommen, die würden mich dann auch sehr schmerzen.

    Aber auch aus heutiger Sicht hätte ich es damals nicht viel anders machen können. Und hätte ich damals weniger Zeit für die Arbeit und mehr für die Kinder gehabt, wären wir heute als Familie auch nicht da, wo wir eben heute sind. Kann genauso gut sein, dass sie mir dann vorwerfen würden, nicht für einen besseren Lebensstandard gearbeitet zu haben.

    Ich würde ein bisschen abwarten, auch wenns sicher schwerfällt, im Moment kann sich deine Tochter noch nicht in deine Situation reinversetzen, dazu fehlt ihr sicherlich noch die Reife und die Lebenserfahrung.
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    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
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  10. User Info Menu

    AW: Wenn man denkt man hat sein Bestes getan...

    Erst mal vielen Dank an alle, die hier geantwortet und mir wichtige Rückmeldung gegeben haben. Es sind viele gute Ideen und Anregungen dabei.

    Ich empfinde Traumas posting nicht als Vorwurf. Aus Ihrer Sicht hat sie Recht... und ich denke, viele Sätze hätte meine Tochter doppelt unterstrichen.

    Zu erkennen, welche Fehler man gemacht hat, tut immer weh. Aber diese Fehler tun ganz besonders weh.

    Man handelt immer aus eigenen Erfahrungen heraus - so habe ich auf die Prügelei mit meinem Exmann verzichtet, weil ich als Kind mitansehen musste, wie sich meine Eltern geprügelt haben.

    Und ich habe darauf verzichtet, weil ich dem Mann gegenüberstand, der mich vergewaltigt hat. Ich war nicht stark genug, dieses Trauma zu überwinden und mich um meine Tochter zu kümmern.

    Nein, es geht mir nicht darum, hier um Mitleid zu flehen.

    Was sollte das auch nutzen.

    Meine Tochter ist stark und mutig, sie wird ihren Weg gehen. Wenn wir demnächst Gelegenheit zum Reden haben, werde ich sie ganz fest in den Arm nehmen und mich bei ihr entschuldigen. Das ist das Einzige, was ich tun kann.

    Danke für Eure Beiträge.

    nuts

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