Ich bin seit 7 Jahren allein erziehend, der Vater interessiert sich nicht wirklich für seine Kinder, allerdings sind sie vierzehntägig am Wochenende bei ihm.
Mein älterer Sohn wird im Mai konfirmiert und ich überlege nun, ob ich seinen Vater zur Konfirmation einladen soll/muss.
Zu meiner Schwiegermutter und meinen Schwägern habe ich ein gutes Verhältnis, sie sind auch regelmäßig bei Geburtstagsfeiern (auch meiner) dabei.
Allerdings wird mir schon bei dem Gedanken übel, den Vater meiner Kinder (nach all dem Stress, den er uns/mir bereitet hat und noch bereitet) hier auch noch zu verköstigen.
Andererseits: hat ein Sohn nicht einen Anspruch darauf, seinen Vater bei einer solchen Feier dabei zu haben?
Bin momentan echt ratlos, vor allem, weil mein Sohn natürlich begriffen hat, welchen Stress ich mit seinem Vater habe. Und ich habe keine Lust auf einen eventuellen Familienstreit an diesem Tag.
Wer hat ähnliches mitgemacht? Wäre für Tipps echt dankbar!!
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Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 13
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07.02.2010, 17:02
Vater zur Konfirmation einladen?
Keine Sache ist so eilig, als daß sie nicht durch einiges Liegenbleiben noch eiliger werden könnte (Robert Gernhardt)
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07.02.2010, 17:12
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
wie steht denn dein sohn dazu?
wollt ihr zuhause feiern oder auswärts?
beteiligt er sich an den kosten?
könnte schwiemu oder verwandtschaft "neutralen boden" zur verfügung stellen?
lg annika
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07.02.2010, 17:19Inaktiver User
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Hallo Barfrau,
Ich habe das als Scheidungskind mitgemacht.
Eine Konfirmation ist die Feier deines Sohns. Er sollte deshalb auch (mit)bestimmen können, wer zu seiner Feier eingeladen wird.
Brenzlig wird es dann, wenn der Elternzwist, den Kinder natürlich mitbekommen, auch auf das Verhältnis der Kinder übertragen wird.
Meines Erachtens solltest du unbedingt mit deinem Sohn über die mögliche Einladung des Vaters reden und ihn nach seiner Meinung fragen.
Vorher solltest du dir aber über eines bewusst werden:
Wenn dein Sohn den Vater gerne dabei hätte, könntest du für einen Tag deine Befindlichkeiten zurückstellen, weil es an diesem Tag nicht um dich, sondern um deinen Sohn geht und dem Vater freundlich begegnen? Dein Sohn hätte nichts von der Einladung zu seiner Feier, wenn er an diesem Tag spüren würde, dass dir übel wird bei dem Gedanken deinen Ex verköstigen zu müssen.
Wenn dir klar wird, dass du das an dem Tag deines Sohns nicht schaffen würdest, würde ich mich mit dem Thema (nochmal) auseinandersetzen, um das zukünftig trennen zu können. Dir und deinem Seelenheil zu liebe und auch, weil diese Situationen noch öfters auf dich zukommen können (Abitur, Hochzeit, etc).
Alles Gute!
Marlien
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07.02.2010, 18:09Inaktiver User
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Ich würde mit dem Sohn reden, es ist seine Feier.
Bei uns ist es ohne Vater gegangen, weil der sehr weit weg wohnt und selber das Gefühl hatte, das die Familie damit nicht klar kommt. 4 Jahre später, zum Abiball, wars kein Problem mehr.
Er muss ja nicht den ganzen Tag dabei sein, aber in der Kirche und dann zum Essen, ginge das?
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08.02.2010, 10:47
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Hallo,
wenn ich als Nichtmutter auch was sagen darf: wenn die Kinder alle vierzehn Tage beim Vater sind, ist das schon mehr als ein "sich gar nicht interessieren". Wenn es bspw. schon jahrelang überhaupt keinen Kontakt gäbe, würde ich den Vater nicht einladen.
Aber hier: hm. Das Essen findet bei Dir statt oder im Restaurant? Ich würde (immer leicht gesagt, ich habe keine Vorgeschichte mit dem Mann), versuchen, über meinen Schatten zu springen und ihn per Brief oder Mail einladen. Da würde ich auch schreiben, dass es Dir schwerfällt, Du es aber im Interesse Deines Sohns tust und ihm bei der Gelegenheit höflich und halbwegs freundlich begegnen willst und es auch von ihm erwartest. Und sagen, dass Du möchtest, dass er die Themen A, B, C nicht anspricht - Du weißst sicher, welche Bemerkungen oder Gesprächsthemen Dich in die Luft gehen lassen. Wenn er sich daran zu halten bereit ist, kann er gerne kommen. Tut er's nicht, war es Dein letztes Entgegenkommen dieser Art für absehbare Zeit. So ungefähr...
Viele Grüße
Kate
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08.02.2010, 16:41Inaktiver User
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Der Vater hat in jedem Fall regelmäßigen Umgang mit dem Sohn und da ist es in meinen Augen selbstverständlich, ihn zu einem wichtigen Ereignis wie der Konfirmation einzuladen. Es sei denn, der Sohn selbst wünscht das nicht.
Man braucht als Ex-Ehepaar ja nicht unmittelbar nebeneinander sitzen am Tisch. Ich fände es reichlich merkwürdig, irgendwelche Vorgaben zu machen, welche Themen er ansprechen darf und welche nicht. Ich denke mal nicht, dass er an einem solchen Tag Internas anspricht, die nur ihn und die Ex-Frau angehen.
Es ist das Fest des Sohnes, da sollten sich die Eltern (Vater UND Mutter !) ruhig mal etwas zurücknehmen. Wäre doch -wie bereits schon gesagt- eine gute "Übung" für weitere ähnliche Anlässe, die es im Leben eins jungen Erwachsenen gibt ...
Gruß, Elli
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08.02.2010, 20:44
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
ich habe einen guten freund, der sich letztes jahr heimlich in die kirche geschlichen hat, um der konfirmation seiner tochter beizuwohnen, zu der er nicht eingeladen wurde . . . ihm gings selten so dreckig wie an diesem tag.
barfrau, huepf ueber deinen schatten!
ich weiss, ohne die vorgeschichte zu kennen sagt sich das so leicht . .LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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11.02.2010, 08:20
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Vor drei Jahren hatte ich ein ähnliches Problem. Aber es ist ein schöner Tag geworden.
Mein Sohn ist ein Rauhbein mit weichem Kern und er hat sich auf diesen Tag und vor Allem darauf, dass alle "nur für ihn" da sind wahnsinnig gefreut.
Er steht im Mittelpunkt und hat sich zwei Jahre auf diesen Tag vorbereitet, der ja ein ganz Besonderer sein sollte.
Auch wenn du mit seinem Vater keine Gemeinsamkeiten mehr findest, ich glaube, es ist auch eine gute Chance, alte Geschichten abzuhaken und sich einfach wie gute alte Bekannte auszutauschen.
Wenn du mit dem Jungen redest, solltest du ihm vielleicht besser nicht zu verstehen geben, welches "innere Opfer" es für dich ist, den Vater einzuladen, sondern es als völlig normal voraussetzen, dass er eingeladen wird. Es sei denn, dem Jungen wäre es nicht Recht.
Ein Sohn, der alle 14 Tage beim Vater ist hat auch eine Beziehung dazu. Und auch ohne Konfirmation sollte man sich mit Negativäusserungen zurück halten, denn es verletzt dann auch den Jungen.. Ich mag dich nicht weil du bist wer du bist, sondern dafür wer ich bin,
wenn ich mit dir zusammen bin.
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17.02.2010, 18:09
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Vielen Dank für eure Anregungen!
Dies noch zur Info: mit "Vater interessiert sich nicht wirklich für seine Kinder" meine ich, daß es ihm beispielsweise egal ist, ob sein Sohn konfirmiert wird oder nicht. Er selbst ist schon vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten (deshalb war unsere Trauung damals auch nur ein "Gottesdienst anlässlich einer Eheschließung"), so daß religiöse Feste für ihn keine Bedeutung haben.
Die Feier wird aus organisatorischen Gründen bei mir zu Hause stattfinden; eine Feier im Restaurant kann und will ich mir nicht leisten, und Oma/Opa scheiden aus, da sie zu weit weg wohnen und bereits in einem Alter sind, in dem eine solche Feier einfach zu viel Stress für sie bedeuten würde.
Ich bin langsam so weit, daß ich meinem Sohn ermutigen werde, seinen Vater einzuladen. Ihm (dem Vater) muss dann aber klar sein, daß er evtl. recht einsam an diesem Tag mit am Tisch sitzen wird, da etwa 2/3 der Gäste seine Eskapaden der letzten Jahre nicht so toll fanden...
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat- bitte teilt sie mir mit!
Herzlichen Dank und liebe Grüße
BarfrauKeine Sache ist so eilig, als daß sie nicht durch einiges Liegenbleiben noch eiliger werden könnte (Robert Gernhardt)
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17.02.2010, 18:40
AW: Vater zur Konfirmation einladen?
Hallo Barfrau,
ich finde es toll, dass du dich entschlossen hast, dass für deinen Sohn durchzuziehen!
Und zwar aus eigener Erfahrung:
Mein Bruder und ich haben nach der Trennung meiner Eltern knapp 15 Jahre jedes Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Schulabschluss usw. doppelt gefeiert und es war bei weitem nicht so lustig, wie es jetzt klingt. Im Gegenteil: Emotional enorm anstrengend und logistisch oft herausfordernd: Wer kommt am eigentlichen Fest, wer muss nachfeiern usw? Wann kommt Geschwisterteil dazu usw...
Bei meiner Hochzeit war dann Schluss damit, wir haben gesagt: Kommt beide oder einigt euch, wer kommt, aber hier ist die Grenze! Nun, sie kamen beide und es endete in einer satten Katastrophe.
Erst die Taufe meiner Nichte viele Jahre später hat sie dann zur Vernunft gebracht und meine Mutter erwartet im Grunde heute noch dafür ewige Huldigung.
Auch mein Vater hat bei der Trennung keine besonders gute Figur gemacht und ich konnte das Verhalten meiner Mutter lange akzeptieren. Aber ich glaube nicht, dass sie auch nur den Hauch einer Ahnung hat, was sie uns da abverlangte.
Deswegen freue ich mich von ganzem Herzen für dich aber auch für deinen Sohn und wünsche dir für diesen Tag alle Stärke und Gelassenheit dieser Welt!
LG annika


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