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  1. Registriert seit
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    Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Hallo und guten Morgen!

    Meine Situation (Allein erziehend seit 16 Jahren) bzw. die meines Sohnes (22 J.) ist folgende:

    Abgeschlossene 3-Jährige Ausbildung zum grafisch tech. Assistenten an einem Berufskolleg. Monatliche Kosten: 200 Euro.

    Seit 2,5 Jahren ist diese beendet. Und er findet keine Anstellung. Seit einem Jahr jobbt er als Teilzeitkraft an einer Tankstelle, damit er wenigstens ein bisschen Geld verdient.

    Jetzt passiert aber weiter nichts mehr - er sucht keinen Stelle mehr, er findet keine Perspektiven. Thema Umschulung: Gerne, aber als was? Und wer bezahlt das dann?

    Das Arbeitsamt vermutlich nicht, da er auch nie Leistungen bezogen hat. HartzIV kriegt er nicht. Keinen Cent.

    Meine finanzielle Situation ist zur Zeit nun leider die, dass ich eigentlich bankrott bin. Die Kosten im Monat kann ich nicht mehr decken, da ich einen Einbruch bei meinen Kunden verkraften muss. Bin selbstständig seit mehr als fünf Jahren. Wenn mein Freund uns nicht unterstützen würde, wären wir schon ohne Haus. Ich kann also keinen Umschulung (zu was auch immer) finanzieren.

    Unterstützung vom Vater: Null. Seit Jahren.

    Ich bin ratlos und verzweifelt.

    Hat denn jemand einen Idee, was wir/er tun können, damit er einen Perspektive für sein Leben finden kann?
    Geändert von Sorgenfalte (12.01.2010 um 10:52 Uhr)

  2. Avatar von challengerseven
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Hallo Sorgenfalte!

    Die gute Nachricht ist, dass nicht alle Schulen Geld kosten.Ich war an einer solchen Schule in Baden-Württemberg und zwar in Karlsruhe und habe dort meine Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin gemacht (2-jährig).Es entspricht quasi dem Beruf Chemielaborant, nur dass es eben nicht im Betrieb stattfindet.Letztes Jahr hab ich meinen Abschluss gemacht und alle aus meiner Klasse bis auf 2 haben innerhalb von 3 Monaten einen Job gefunden. Versprechen kann ich nichts, ich selbst z.B. bekam in diesem Beruf direkt keine Stelle, dafür wurde mir aber Arbeit als Baustoffprüferin angeboten, das ist ja auch meist Labortätigkeit.

    Würde deinem Sohn Chemie zusagen?
    Die Schulbücher und die Glasgeräte wurden übrigens von der Schule kostenlos gestellt, kaufen musste man nur einen Labormantel.

    L.G.
    Challenger
    Remember Judy Resnik (1949-1986)

  3. Inaktiver User

    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    hallo! das ist ja echt hart. die jungen haben es echt nicht leicht im berufsleben.

    ich weiß nix wirklich konkretes. finde den text von challengerseven schonmal gut. informiere dich im internet über solche kostenfreien schulen. und wenn er in eine andere stadt gehen muss, in eine WG und nebenbei jobbt, wie das studenten eben so tun, müsste das doch hinkommen.

    du schreibst "das arbeitsamt zahlt vermtl. nichts", d.h. ihr habt dort noch gar nichts in erfahrung gebracht?
    man sollte nicht voreingenommen sein. es gibt auch noch gute beratung bei der ARGE. stärke deinen sohn und geht dorthin. am besten mit festem termin, falls das geht, dann ist der sachbearbeiter vielleicht weniger unter druck.

    22 ist ja auch wirklich kein grund, die flinte ins korn zu werfen. er sollte einfach viele blindbewerbungen versenden.

    ich drücke die daumen.

  4. Avatar von hillary
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Was macht ein grafisch-technischer Assistent?
    Druckvorstufe?
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.


  5. Inaktiver User

    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Dass es auch beim Arbeitsamt /bei der ARGE sehr motivierte und hilfreiche Mitarbeiter gibt, kann ich absolut bestätigen. Zumindest schadet und kostet es nichts, sich auch dort mal schlau machen zu lassen.

    Von unzähligen Blindbewerbungen würde ich persönlich ja eher abraten...ich (Arbeitgeber) schmeiße die üblicherweise sofort und unbeantwortet weg und da bin ich wahrlich nicht die Einzige.
    Ich werbe hier mal um Verständnis: man hat um die Bewerbung nicht gebeten und auch Arbeitgeber haben ihre Sorgen und ihren Streß und sind nicht den ganzen Tag damit beschäftigt, einfach nur am längeren Hebel zu sitzen. Das würde den Frust wohl eher noch steigern.

    Wie wäre es denn damit, bei einschlägigen Zeitarbeitsfirmen vorstellig zu werden? Da wird man zwar nicht reich (sie heißen ja nicht umsonst im Volksmund "Sklavenhändler"), aber man kann super Berufserfahrung sammeln, hier und da mal reinschnuppern und sich allgemein auf dem Arbeitsmarkt umtun. Und man sitzt nicht auf der Straße.
    Viel Glück! Kay


  6. Registriert seit
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Hillary - ja. Soweit ich davon Ahnung habe ...

    Kayleigh, Zeitarbeitsfirmen hab ich echt noch nicht auf dem Schirm gehabt. Danke für den Tipp! ist ja zumindest einen Versuch wert -genau wie der Versuch, beim AA einen kompetenten und hilfsbereiten Sachbearbeiter zu finden. Bisher waren die alles andere als das...

    Challenge - danke für den Hinweis. Chemie ist leider überhaupt nicht sein Ding, genau wie Mathe (meine Gene, wie ich befürchte ).

    Nach welcher Art Schule müssten wir denn googeln? Kannst Du mir da einen Tipp geben?

  7. Avatar von hillary
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Sorgenfalte,

    also auf jeden Fall mal AA beraten lassen.
    Hat er eigentlich Berufserfahrung im erlernten Beruf?

    Zeitarbeit...
    hm, ich kenn mich ein bissel aus, nicht unbedingt der Knaller, weil man ihn da auch nur auf Hilfsjobs setzt.

    Er soll mal eine Art Profil von sich erstellen, was er gelernt hat, was er sonst noch kann, auch ohne Zertifikat und was er gern machen würde. Auch mal Zeitpläne setzen. Damit lässt sich manchmal schon eine Richtung feststellen, wo es gezielter hingehen sollte.
    Ist schon kac.., die einen kriegen nichts, weil sie überqualifiziert sind und die anderen bekommen nichts, weil sie keine Berufserfahrung haben.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.


  8. Inaktiver User

    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Zitat Zitat von hillary Beitrag anzeigen

    Zeitarbeit...
    hm, ich kenn mich ein bissel aus, nicht unbedingt der Knaller, weil man ihn da auch nur auf Hilfsjobs setzt.
    Och, das kannst du aber so auch nicht verallgemeinern. Unser letzter Azubi - ein super Typ, leider konnten wir ihn nicht behalten - ist jetzt beim Sklavenhändler und sieht Baustellen, die hätten wir ihm nicht anbieten können. Der ist da in den letzten paar Monaten ein ganzes Stück erwachsener geworden, für ihn war es nur nützlich. Und da er ein wirklich Guter ist, hat er plötzlich, im Rahmen seiner jugendlichen Möglichkeiten, so`n bisschen "was zu sagen". Und platzt fast vor Stolz! Für seine Verhältnisse verdient er auch richtig Geld, schließlich lebte er bisher vom Lehrlingsentgelt...
    Für mich wäre Zeitarbeit nichts, ich bin aber auch 25 Jahre im Beruf. Für einen jungen Menschen zum Erwachsenwerden mag das durchaus geeignet sein.

  9. Avatar von challengerseven
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    Übrigens habe ich vom Arbeitsamt kein Geld bekommen während meiner 2-monatigen Arbeitslosigkeit nach der Ausbildung.
    Grund: Man muss die letzten 2 Jahre gearbeitet haben damit man Anspruch auf Kohle hat. Ich habe aber neben der Ausbildung nix gemacht...

    Zum Thema Schule: Google mal einfach nach Berufkollegs . Die Schule auf die ich ging heißt Carl Engler Schule Karlsruhe. Es gibt dort auch noch nen pharmazeutischen Bereich und Zahntechnik.
    Remember Judy Resnik (1949-1986)

  10. Avatar von hillary
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    AW: Perspektivlos... und das mit 22 Jahren?

    @kayleigh,
    wenn der Azubi im erlernten Beruf arbeitet, dann sieht die Sache anders aus.
    Das ist aber im Fall des grafischen Assistenten, der in der Druckvorstufe arbeitet und noch gar keine Berufserfahrung hat, etwas anders.
    Es wird so gut wie nichts in seinem erlerntem Beruf geben (ich kenn mich da wirklich aus), wenn er aufm Bau anfängt, dann als ungelernter und die Tarife kenne ich auch.
    Allerdings immer noch besser als Bedarfsgemeinschaft HartzIV bei Muttern.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.


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