Hallo,
ich lebe seit einer Woche von meinem Mann getrennt. Mein mann nennt es eine Auszeit, weil er hofft, daß sich seine Gefühle für mich doch nocheinmal ändern werden. Er ist ausgezogen, weil er mich nicht mehr liebt. Es ist auf beiden Seiten kein anderer Partner im Spiel. Ich liebe meinen Mann noch, dementsprechend emotional belastend sind für mich die Begegnungen mit ihm. Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wir haben einen 4jährigen Sohn, der seinen Vater natürlich sehr liebt (der vater liebt unseren Sohn auch abgöttisch). Mein Mann hat sich nun vorgestellt, daß er unseren Sohn mittwochs um 16:30 vom Kindergarten abholt und dann bis 19:00 Uhr mit ihm in unserem Haus spielt. Desweiteren will er ihn abwechselnd mal samstags und sonntags für 24 stunden bei sich haben. Eine ganzes Wochenende geht nicht, weil seine neue Wohnung zu klein ist und damit für 2 Tage einem Kind nicht zumutbar ist. Das Kind soll dann z.B. freitags 18 Uhr geholt und dann samstag 18 Uhr zurückgebracht werden.
Gib es irgendwelche Bedenken, die gegen diese Regelung sprechen? Ich habe Angst, daß es vielleicht auf Dauer zu belastend für das Kind sein könnte, bin mir aber unsicher. Ich weiß ja auch noch gar nicht, wie unser Kind langfristig auf diese Trennung reagieren wird. Nach einer Woche kann man da ja noch nicht allzuviel zu sagen.
Mein Mann sagt, er kann nicht damit leben sein Kind nur alle 2Wochen, wie es ja wohl oft üblich ist, zu sehen. Auf den Tag unter der Woche legt er großen Wert. ich weiß, daß ich zunächst an das Wohl des Kindes denken muß, der Tag unter der Woche in unserem haus ist für mich natürlich emotional sehr belastend, zumal wir uns den abend vorher immer zu einer Paartherapie treffen.
Für Eure Ratschläge bzw. Meinungen wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüße
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11.01.2010, 18:12Inaktiver User
Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
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12.01.2010, 08:01
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Der Vorschlag deines Mannes klingt doch ganz vernünftig.Gib es irgendwelche Bedenken, die gegen diese Regelung sprechen? Ich habe Angst, daß es vielleicht auf Dauer zu belastend für das Kind sein könnte, bin mir aber unsicher. Ich weiß ja auch noch gar nicht, wie unser Kind langfristig auf diese Trennung reagieren wird. Nach einer Woche kann man da ja noch nicht allzuviel zu sagen.
Ob euer Kind darunter leidet ist vielleicht auch eine Vermittlungssache. Denn in der Regel leiden Kinder besonders dann unter solch einer Situation, wenn man sie in den scheinbaren Konflikt bringt, sich auf die Seite des Einen oder Anderen zu stellen.
Sollte es euch gelingen, diese Situation dem Kind als nicht als etwas Schlimmes zu vermitteln, sondern auch ein paar für ihn positiver Aspekte aufzuzeigen, wird er sicher nicht so sehr darunter leiden, wie du jetzt annimmst.
Kinder leiden meiner Meinung nach besonders dann, wenn es verhärtete Fronten zwischen beiden Eltern gibt und über den jeweils anderen schlecht oder abfällig geredet wird. Sowas kann sich auch in Kleinigkeiten ausdrücken. Aber solange sich beide Eltern respektieren, ist in den Augen des Kindes sicher die Situation weniger gefährlich.
Eine traurige weinende Mutter verunsichert das Kind verständlicherweise.
Natürlich muss man das individuell sehen. Aber ihr habt doch scheinbar gute Vorsätze.
LG
forever. Ich mag dich nicht weil du bist wer du bist, sondern dafür wer ich bin,
wenn ich mit dir zusammen bin.
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12.01.2010, 09:20
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Hallo rato,
ich bin auch erst seit ein paar Wochen getrennt, mein Sohn ist 3,5 Jahre alt. Wir regeln es ähnlich, wie Ihr es geplant habt. Er verbringt einen ganzen Tag am Wochenende bei seinem Vater und einmal in der Woche trifft er (je nach Arbeitszeiten des Vaters) ihn für ein paar Stunden, ab und zu auch mit Übernachtung. Bisher scheint mein Sohn damit ganz gut zurechtzukommen, er würde seinen Vater sogar lieber noch öfter sehen.
Von dem, was ich gelesen habe, ist gerade für kleine Kinder der häufige Kontakt zu beiden Elternteilen sehr wichtig. Der oft übliche Zwei-Wochen-Abstand ist für sie viel zu lang - heißt es. Ich glaube also, dass Eure Regelung für Euren Sohn sogar besser ist.
Wichtig ist aber natürlich auch, dass Du damit irgendwie klarkommst.
Und die Situation, dass Dein Mann mit ihm bei Euch Zuhause spielt, stelle ich mir auch schwierig für Dich vor. Bei uns war das gestern auch so und ich fand es irgendwie schlimm, obwohl ich mich von meinem Mann getrennt habe und ihn auch nicht zurück will. Aber es hat eben doch an die guten Seiten der Beziehung erinnert.
Liebe Grüße
kakao
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12.01.2010, 10:24
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Stimmt, da solltet ihr doch vielleicht eine andere Lösung anstreben. Ganz abgesehen davon, auch wenn du das jetzt noch nicht so siehst, aber du hast auch ein Recht darauf, eigene Zeit zu haben, die du für dich alleine nutzen kannst.
Zu Hause bei euch solltet ihr keine Treffen abhalten. Auch nicht um mit dem Kind zu spielen. Das bedeutet auch einen Eingriff in dein persönliches Leben.
Im Übrigen halte ich es auch gar nicht gut, überhaupt solche Überschneidungen einzuführen.
Und wenn ich, aus eigenem Erleben etwas anmerken darf....Kann er für sich ausschließen, eine neue Partnerin zu wählen? Wie gestalten sich seine Besuchswünsche denn dann? Ihr solltet eine, auch für solche Situation praktikabele Lösung anstreben, um dem kleinen später Verunsicherungen und das Gefühl der Zurückweisung zu ersparen.
In meiner Situation war es so, dass der Vater seinen Sohn zunächst nicht oft genug sehen konnte, aber mit der späteren Freundin, mit der er auch gleich zusammen zog, war selbst der Zweiwochenrytmus zu viel.
Muss nicht passieren, aber kann....das liegt natürlich auch immer an der neuen Partnerin, die es besser oder schlechter versteht, sich mit einer solchen Situation abzufinden, bzw den Mann nach ihren Wünschen zu manipulieren.
LG
forever. Ich mag dich nicht weil du bist wer du bist, sondern dafür wer ich bin,
wenn ich mit dir zusammen bin.
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14.01.2010, 17:46
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Liebe Rato,
ich bin jetzt seit gut einem Jahr alleinerziehend mit einem 9jährigen Sohn.
Zu Beginn hatten wir es so ähnlich geregelt wie Ihr: jedes Wochenende einen Tag mit Papa, einen mit Mama. Das wurde aber auf Dauer unglaublich anstrengend. Nie mal länger am Stück mit dem Kind ist für den Vater blöd. Und nie länger eine Auszeit für Dich als "immer Zuständige" ist für Dich ziemlich anstrengend.
Wir haben jetzt die Lösung, dass unser Sohn zwei Mal unter der Woche für 2 - 3 Stunden beim Papa ist (immer nachmittags so von 16.00 - 18.30 ca.) und alle zwei Wochen das ganze Wochenende.
Letzten Endes habe ich großen Wert darauf gelegt, nicht jedes Wochenende neu darüber zu diskutieren, sondern eine klare Regelung zu haben.
Gerade am Anfang war es sehr schwierig, und ich finde es immer noch nicht einfach. Ich würde Dir vor allem dringend raten, die Spielnachmittage in seine Wohnung zu verlegen. Einem Kind ist es doch piepegal, wie groß oder wie klein die ist!Die Osterglocke
Wer nicht sagt, was er will, kriegt es auch nicht.
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15.01.2010, 10:24
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Jetzt melde ich mal als relativ frisch getrennter Vater zu Wort.
Wir haben es uns so vorgenommen: Die Kinder (3,5 und fast 5, beide "schon immer" ganztags im Kindergarten) bleiben im "Familien-Haus" wohnen, und es wohnt immer abwechselnd ein Elternteil bei ihnen - der eine Montag-Mittwoch morgen, der andere Mittwoch abend bis Freitag; die Wochenenden jeweils abwechselnd komplett.
Jeder von uns Eltern hat ein Zimmer auswärts, wo er den Rest der Zeit verbringt. Sondersituationen (Dienstreisen, Bereitschaftsdienste o.ä.) werden vom jeweils anderen nach Absprache aufgefangen, notfalls springen auch noch die Schwiegereltern mal für ein Wochenende ein. Gelegentlich nimmt auch einer ein Kind und der andere das andere, damit sie etwas Exklusivzeit haben. Das ganze wird immer so 2-3 Monate im voraus geplant. Wenn die Kinder den anderen Elternteil vermissen (oder der andere Elternteil die Kinder), sind auch spontane Besuche kein Problem.
Bisher haben wir den Kindern auch von der Trennung noch nichts erzählt - ich denke eh nicht, dass sie das schon verstehen und einordnen könnten. Bisher läuft es für sie sehr gut, weil sich äußerlich für sie eh nicht viel ändert: Es war eh schon meistens so, dass sich einer von uns um beide gekümmert hat, während der andere gearbeitet hat. "Mama ist in der Arbeit" bzw. "Papa ist in der Arbeit" sind ihnen also bekannte und unproblematische Antworten, wenn sie nachfragen, und außerdem gibt es ja auch das Telefon zum Gute-Nacht-Sagen o.ä.
Gestern meinten sie zu ihrer Mama zwar am Telefon beide "wann kommst Du wieder?", aber sie sind jetzt auch schon seit Sonntag komplett mit mir, weil meine Frau 8 Tage Bereitschaftsdienst hat. Jetzt kommt sie morgen zum Frühstücken, damit sie die Kinder nochmal sehen kann, bevor sie sie Montag eh für 3 Tage übernimmt.
Das Modell läuft jetzt erst seit 2 Wochen so (und noch nicht wirklich "im Rhythmus" wg. Sondersituationen), aber ich stelle es mir eigentlich ganz tauglich und v.a. für die Kinder optimal vor. Andererseits habe ich noch von niemandem gehört, der eine Trennung so organisiert hat, und frage mich, ob die Sache nicht doch einen Haken hat...
Ach ja: Unsere Trennung lief zumindest bisher quasi ohne Verletzungen und v.a. komplett ohne Streit ab. Wir kommen nach wie vor gut miteinander aus, und es tut mir auch nicht weh, meiner Frau zu begegnen, obwohl sie sich getrennt hat. Das ist wahrscheinlich eine wichtige Voraussetzung für so ein Modell.
Was meint Ihr?
Beste Grüße
Tom
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15.01.2010, 11:00
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Ich lebe seid zig Jahren vom Kindesvater getrennt und wir haben seitdem die Regelung, dass mein Kind einen kompletten Tag am Wochendende zu ihm geht. War und ist für mich und für ihn gut, da wir beide anstrengende Jobs haben und jeder am Wochenende einen Tag braucht, um auszuschlafen. Daher kam für uns die 14tägige Wechsel-Regelung nicht in Frage.
Inzwischen ist mein Kind 14 Jahre alt und ist oft in den Ferien komplett bei dem Papa, so dass ich trotz des Jobs, dann auch eine Art "Ferien" habe
. Gemein ist nur, dass sie bei ihm die Liebste ist und ich als Mama, wenn sie bei mir ist, den ganzen pupertären Zickenterror aushalten muss 
Ich habe mir damals nach meiner Trennung proffessionelle Hilfe bei einer Erziehungsberatungsstelle geholt, weil ich genau die gleichen Fragen hatte wie du. Daraus hat sich eine langjährige Beratung nach Bedarf ergeben, die mir sehr gut getan und mich auch von Ängsten und Zweifeln befreit hat. Die Beratung war kostenlos und annonym und trotzdem sehr nett und hilfreich.
Alles Gute für dich.
WildblumeGeändert von Wildblume2008 (15.01.2010 um 11:04 Uhr)
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15.01.2010, 11:08
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Kinder checken mehr als du glaubst und so klein sind sie ja doch nicht mehr.
Klingt ansonsten gut, was du schreibst. Ich finde es nur schade, wieder von einer Trennung zu lesen. Und.... wußtest du, dass Derjenige der sich getrennt hat, oft eher der Verlassene ist
?
Ich wünsche dir, dass eure Trennung im Interesse aller langfristig gesehen, ohne großen Schaden, bleibt.
Wildblume
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15.01.2010, 12:08
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Ich wünsche euch, dass es so bleibt. Im übrigen sehe ich es wie Wildblume. Wann wollt ihr den Kindern reinen Wein einschenken? 1. Bekommen sie mehr mit, als wir meinen und 2. entsteht so das Gefühl, dass sie von den Eltern angelogen werden. Beides nicht günstig. Ihr seid euch einig, habt für euch eine praktikable Lösung gefunden - jetzt ist es in meinen Augen Zeit, die Kinder von der veränderten Lage zu informieren.
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
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15.01.2010, 12:36
AW: Wie habt ihr den Umgang mit dem Kindsvater geregelt?
Ja, das mit dem "reinen Wein einschenken" ist so eine Sache: Ich hab auf keinen Fall vor, sie anzulügen, wenn sie mich fragen, warum Mama so wenig da ist. Und ich denke, meine Frau wird es genauso machen, wenn sie nach mir fragen. Aber dann werde ich erstmal erklären, dass sie jetzt bei einer Freundin schläft (die Kinder kennen sie und die Wohnung), und wann sie wiederkommt, bzw. (ebenfalls wahrheitsgemäß), dass sie gerade in der Arbeit ist.
Ich möchte ihnen zu der Trennung aber eben auch nichts aufdrängen. Wenn sie nachfragen, kriegen sie wahre Antworten. Aber solange sie - wie meine - keinen Unterschied sehen zwischen "Bruder/Schwester" und "Mann/Frau", und generell mit der Idee von Liebesbeziehungen etc. noch nichts anfangen können, sehe ich keinen Grund, ihnen etwas vorzusetzen, was sie nicht einordnen können. Ich finde es jedenfalls sehr schwierig, sowas "kindgerecht" zu verpacken - zumal sich für sie ja nix ändert, denn sie haben auch in den letzten Jahren kaum etwas von der (eben praktisch nicht mehr vorhandenen) Liebesbeziehung zwischen meiner Frau und mir mitbekommen.
Und umgekehrt habe ich eher den Eindruck, sie profitieren von der Trennung emotional, weil derjenige, der sich gerade um sie kümmert, das intensiver tun kann: In der Zeit steckt jeder von uns seine Arbeit zurück und gibt den Kindern Priorität, gerade auch weil er weiß, dass er sich in der "kinderfreien Zeit" wieder voll auf die Arbeit und seine eigenen sonstigen Aktivitäten konzentrieren kann.
Andere Partner stehen derzeit bei uns beiden nicht im Raum. Und wenn es mal soweit kommen sollte, denke ich, dass unser Wechselmodell zunächst mal genug Freiräume lässt, sich mit dem neuen Partner ohne Familie kennenzulernen und näherzukommen, ohne dass der neue Partner erstmal im Familien-Haus auftaucht. Alles weitere ist jetzt erstmal Zukunftsmusik - Probleme werden sicher noch auftauchen (zB werde ich in 1,5 Jahren einen Job auswärts haben, mind. 100km weg, und weiß noch nicht wo), aber die müssen erst gelöst werden, wenn sie tatsächlich da sind...
Vielen Dank schonmal für Euren Input!
Schöne Grüße
Tom


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