Zelda, das ist sehr schwarz-weiß gedacht. Es geht dabei ja nicht darum, dass sich "alle lieb haben". Wie skirbifax schon schrieb, in einer Trennungssituation habt ihr es vielleicht sogar noch "gut", weil Gleichgültigkeit herrscht, da kommt es nun mal nicht so leicht zum Kleinkrieg. Mach dir nichts vor, eine Trennung ist immer erst mal schwierig - auch für das Miteinander. Aber einen Großteil davon, wie es ablaufen kann, hast du selbst in der Hand.
Es geht darum, die Trennung FAIR über die Bühne zu bringen. Dabei hilft, sich mal in die Lage des Anderen zu versetzen und sich vorzustellen, wie man selbst behandelt werden möchte. Wie würde es dir denn gehen, wenn dein Mann dir eines Tages eröffnet, sich hiermit zu trennen und nebenbei einen fertigen Plan aus der Schublade zieht, der das Leben eurer gemeinsamen Tochter regelt, ohne dich auch nur ansatzweise in diese Entscheidungen mit einbezogen zu haben?
Du solltest dabei ganz grundsätzlich zwei Ebenen trennen. Du darfst und sollst für dein Leben alleine die Entscheidungen treffen, dein Mann widerum alleine für sein Leben. Für eure Tochter entscheidet ihr gemeinsam! Da müsst ihr kommunizieren. Dann gibt es natürlich Überschneidungen - und da müsst ihr dann auch kommunizieren. Da kommst du nicht drum herum.
Und nein, ich meinte nicht, dass das Kind unbedingt beim Vater bleiben soll. Andererseits einen "Anspruch auf das Kind" daraus abzuleiten, dass man die Jahre die Erziehungsarbeit geleistet hat, halte ich persönlich für eine leicht fragwürdige Grundeinstellung.
Ich sage dir ganz ehrlich, wenn ich für mich so eine Trennungssituation durchspielen sollte und mir dabei vorstelle, dass meine jetzt dreijährige Tochter dann beim Vater leben sollte, wird mir auch ganz anders. Mir würde es erst mal gar nicht gut damit gehen, nein, sogar richtig schlecht. Und trotzdem muss dieser Gedanke in meinem Kopf Platz haben, denn sie ist auch seine Tochter...
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08.09.2009, 16:08
AW: Trennungsgedanke und Jobsuche
Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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08.09.2009, 16:14
AW: Trennungsgedanke und Jobsuche
Zelda, mir ist grad noch was eingefallen:
Kann es sein, dass du sehr in "Entweder - Oder - Kategorien" denkst?
Mir ist immer noch nicht klar- war hier jetzt mehrfach angesprochen -, warum du "weit weg" ziehen musst nach einer Trennung. Du brauchst nicht (und sollst auch nicht - Gott bewahre) bei ihm wohnen bleiben, aber kannst du nicht in der Nähe bleiben?Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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08.09.2009, 16:35
AW: Trennungsgedanke und Jobsuche
Weil es das Recht des Kindes ist.
Es ist nicht "dein" Kind, kein Besitz.
So solltet ihr auch handeln. Das du bisher die haupterziehungszeit geleistet hast ist völlig egal. Mit einer Trennung ändern sich viele Dinge, warum nicht auch das?
Mach dir klar welche Gefühle du beim verlust des Kindes hast. Exakt diese Gefühle könnte der Vater auch haben. Warum soll er sich also vom Kind trennen? Es ist einfach was anderes, sein Kind aufwachen zu sehen, es immer um sich zu haben, auch wenn man nicht die erziehungsarbeil leistet, oder das Kind nur für ein paar Stunden zu sehen. Warum sollte er sich das gefallen lassen?Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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08.09.2009, 16:37Inaktiver User
AW: Trennungsgedanke und Jobsuche
Natürlich ist es besser, wenn wir das gemeinsam regeln würden, ich bin wirkich kein Mensch der Streit sucht oder geldgierig ist. Ich muss auch hier zugeben, dass auch wenn mein Mann und ich nicht mehr zusammen passen, er ein guter Mensch ist nur kann mich nicht glücklich machen und ich ihn auch nicht, das will er aber noch nicht wirklich wahr haben, ich galube bei ihm ist das einfach die Angst vor Veränderung.
Vilelleicht ist diese Überlegung wie ich das geregelt bekomme daraus entstanden, weil es immer so in der Beziehung war. Gab es Probleme, musste ich zusehen wie "wir" die lösen also hier kann ich mir auch vorstellen, dass er sagt, wie stellst du dir das vor und ich muss dann paar Alternativen zu bieten haben.
Ich will nicht weit weg ziehen, wären höchstens 25 km wegen Arbeit usw, ich kann mir aber vorstellen im nächsten Ort zu wohnen.
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09.09.2009, 11:17
AW: Trennungsgedanke und Jobsuche
Liebe Zelda,
ich finde gut, dass du erstmal nur für dich und deine Tochter denkst. Mir gings vor der Trennung genauso. Als ich einen Plan hatte, wie ich ganz allein über die Runden komme, war ich entspannter. Und ich habe auch jetzt 3 Jahre nach der Trennung immer wieder merken müssen, was ICH nicht organisiere, tut eben keiner für mich.
Wir betreuen unsere Kinder (15, 8) Halbe /Halbe. Das wollte der Vater auch von Anfang an. Bei dem Modell bekommt jeder 1Kindergeld, aber eben deshalb keinen Kindesunterhalt. (Mein Plan A beinhaltete aber auch beide Kinder leben bei mir.) Die Kinder sind genauso oft bei mir, wie bei ihrem Vater. Der KLeine wechselt jeden Montag. Meine Tochter mittlerweile jede zweite. Es läuft ganz gut, aber für die "Details" (Schulkram, Arztbesuche, Regelmäßigkeiten, Anziehsachen, Geburtstage, Notfälle ...) bin nach wie vor ich zuständig. Weil sich in den letzten Jahren herausgestellt hat, der Papa schaffts organisatorsich nicht so, wie ich mir das für meine Kinder wünschen würde. Wenns was Schwieriges zu regeln gibt, wenden sich die Kinder meist an mich. Meine Tochter war jetzt auch mal 8 Wochen am Stück bei mir. Ihr Vater ist beruflich und privat sehr eingespannt. Meine Tochter brauchte jetzt aber "verschärfte Kontrolle". Da habe ich sie (nach Absprache mit dem Papa) zu mir genommen, weil klar war, dass er einfach nicht genügend Zeit für sie aufbringen kann. Ging auch.
Als ich nach der Trennung wußte, ich schaffs notfalls auch allein, konnte ich entspannter "delegieren", weil es dann für mich leichter wurde, aber ich war nicht darauf angewiesen. Ich weiss nicht, wie dein Mann "drauf" ist. Aber wenn man sehr verletzt ist, läßt man vieleicht auch mal jemanden hängen um zu zeigen, wie sehr man auf ihn angewiesen ist...?? (reinste Spekulation, aber während Trennungen und emotionalen Ausnahmezuständen ist eben viel möglich, glaub mir..
)
Zeitweise (zur Einschulung) habe ich mal 7 h gearbeitet. Ging auch. Kann ja sein du arbeitest 8 h und bezahlst dann eine Betreuung. Gibt eben viele Varianten. Mein Sohn ist in einer Ganztagsschule mit der Möglichkeit des Frühhorts (brauchen wir aber nicht). Manchmal wird er früh von anderen Eltern mit zur Schule genommen und ich revanchiere mich mal anders (hab nämlich kein Auto - die Kinder auch mal am WE zu nehmen, einen Kuchen zu backen, HA mit denen zu machen etc). geht alles. Ist oft nur ein großes Organisationstalent nötig. Die Scheu um Hilfe zu bitten oder Angebote zu machen habe ich mittlerweile auch verloren. Und ich fühle mich auch besser, weil ich weiß, es geht notfalls allein. Ich stehe oft genug immer noch blöd da, weil mich der Vater kurzfristig absagt, oder einfach nicht oder später kommt oder manches ienfach vergißt. Er hat eben viele andere "Baustellen". Aber ich lebe dann ruhiger mit Plan B (C,D ...)
Ich will dich bestärken, erst mal für dich zu sortieren. Einkommen, Anfahrtswege, Betreuungskosten, -angebot, soziales Netz (das läßt sich aber entwickeln!)... waren hier ja schon einige Vorschläge zu lesen. Ich war auch vorher in Beratungsstellen. Meist unterschätzt man das, was mit der Trennung auf einen zukommt. Wenn du für dich klar bist, bezieh deinen Mann mit ein. Was ist für ihn zeitlich möglich? Wichtig ist, nach Probephasen und Gesprächen zu ner verbindlichen, KLAREN Regelung zu kommen. Notfalls auch mit Mediation. Für die Kinder ist das extrem wichtig. Auf "Elternebene" waren wir immer relativ sachlich. (Auch jetzt muss ich mir zwar immer mal auf die Zunge beissen und Plan B und C vorkramen...
) aber da bin ich schon stolz auf uns. Im Umfeld gibts da echt böse Geschichten ...
Viel Mut und Kraft. Es ist zu schaffen! regenblauTra il dire e il fare c’è di mezzo il mare.



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