Liebe BriCom,
ich schreibe in dieses Forum in der Hoffnung, daß ich hier richtig bin. In "Geld" gab es kein passendes Forum.
Es geht um eine Bekannte, die ein ganzes Sammelsurium von Problemen hat:
45, geschieden nach 20 Jahren Ehe von einem spielsüchtigen Arbeitsverweigerer (hat so gut wie nie gearbeitet), 5 Kinder (3 davon über 18, 2 im Heim). Die Frau selbst ist zur Zeit krank (Psyche), arbeitsunfähig, alle möglichen Gesundungsmaßnahmen sind angeschoben.
Sie ist bei ihrem Freund eingezogen, blieb aber weiter bei Sohn A gemeldet (wegen Hartz IV). Dieser Sohn hat - wie der Vater - keine Lust zu arbeiten. Er läßt sich weder behördlicherseits noch von der Mutter dazu bringen, Verpflichtungen nachzukommen (1-Euro-Jobs anzunehmen o.ä.). Die Androhung, seine Bezüge einzustellen, greift jetzt. Das Amt zahlt die Miete für die Wohnung voll weiter (wohl, weil Mutter dort gemeldet ist?). Den Betrag zieht sie der Mutter ab, so daß ihr nur noch knapp 120 Euro zum leben pro Monat bleiben. Der Sohn erhält gar nichts mehr.
Ich habe ihr zu einem Termin bei einer Sozialberatung geraten. Und wir haben gegen den Bescheid der Kürzung Widerspruch eingelegt (wieso wird nur bei der Mutter gekürzt, nicht beim Vater?).
Wer kennt sich aus? Was kann sie tun? Was passiert eigentlich, wenn sie sich offiziell bei ihrem Freund anmeldet? Der Mann hat nicht sehr viel Geld, kann sie nicht beide ernähren. Außerdem trinkt er (sie kam vom Regen in die Traufe, wie es ja wohl häufiger vorzukommen scheint bei Co-Abhängigen).
Und wie kann man dem Sohn, dem jungen Mann helfen? Wer betreut solche schwierigen jungen Menschen? Das Jugendamt ist nicht mehr zuständig. Die Mutter kann ihn - wie gesagt - nicht motivieren. Sie selbst hat übrigens seit den Kindern nur eine kurze Arbeit ausgeübt, dann wurde sie krank. Sie ist ungelernte Arbeiterin.
Danke fürs Zulesen!
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag!
Liebe Grüße
Karla
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
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10.06.2009, 08:50
Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
The original Karla
est. 2006











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10.06.2009, 09:59
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Hier gibt es einige Probleme.
Problem 1
Sie lebt beim Freund, ist aber woanders gemeldet. Das ist Missbrauch von Leistungen!
Sie sollte sich schleunigst bei ihrem Freund anmelden. Sie bildet dann eine Bedarfsgemeinschaft mit ihrem Freund. Es kommt auf das Einkommen des Freundes an, ob und wie viel Unterstützung sie erhält.
Problem 2
Der Sohn bildet momentan mit der Mutter eine Bedarfsgemeinschaft, d. h. seine und ihre Ansprüche werden zusammengerechnet. Wenn er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, wird gekürzt. Deshalb wird vom Gesamtbetrag sein Anteil abgezogen. Das hat mit dem Vater nichts zu tun, denn mit ihm bildet er keine Bedarfsgemeinschaft.(wieso wird nur bei der Mutter gekürzt, nicht beim Vater?).
Problem 3
Gar nicht, wenn er sich nicht helfen lassen will. Seine Mutter kann ihn nicht motivieren, er kann sich nicht motivieren, die Leistungskürzungen können ihn nicht umstimmen. Er ist erwachsen.Und wie kann man dem Sohn, dem jungen Mann helfen? Wer betreut solche schwierigen jungen Menschen? Das Jugendamt ist nicht mehr zuständig. Die Mutter kann ihn - wie gesagt - nicht motivieren.
Jeder ist für sein eigenes Glück aber auch für sein eigenes Unglück verantwortlich. So lange er sich nicht selbst gefährdet, und davon ist hier ja nicht die Rede - kann er tun und lassen, was er will. Seine Ansprüche werden (wenn sie es nicht schon sind) zu 100 % gekürzt. Vielleicht bewirkt das dann ein Umdenken.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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10.06.2009, 10:09
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Danke für die Antwort!
Problem 1:
Ist klar, habe ihr auch geraten, die Dinge ordentlich zu regeln.
Problem 2:
Verstehe. Aber ich kenne einen anderen Fall, wo beide Eltern zahlen müssen. -?- Da ist das Kind (19) in einem Heim.
Problem 3:
Vielleicht würde er ja sich helfen lassen. Den Druck der Behörde empfindet er nicht als Hilfe, die Mutter ist nicht fähig genug,ihm wirklich zu helfen (kommt ja selber nicht klar).
Sicher, er ist laut Gesetz erwachsen, das ist schon klar.
Die 100 Prozent Kürzung bewegt ihn auch zu nichts. (Wie merkwürdig ist das denn??)
Was erwartet man von einem Kind, der zuhause vorgelebt bekommen hat: Arbeiten ist Sch***.
Wer hilft dem denn mal wirklich in seinem Leben weiter? Hat der einfach "Pech gehabt-die falschen Eltern"?
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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10.06.2009, 10:19
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Das mit dem Heim hatte ich so nicht verstanden. Wer übernimmt die Heimkosten? Um welches Heim handelt es sich? Meist endet die Heimunterbringung mit 18 Jahren.
Wenn der Vater auch nur Hartz IV bezieht, zahlt er keinen Unterhalt. Die Mutter bekommt das volle Kindergeld? Dann bilden die beiden momentan eine Bedarfgemeinschaft. Es geht um den gekürzten Mietanteil oder worum geht es? Warum übernimmt die Arge seinen Mietanteil, wenn er im Heim untergebracht ist?
Ich stimme dir zu, dass "Kürzen der Bezüge" keine optimale Motivation ist, um es vorsichtig auszudrücken. Dass der junge Mann keine Vorbilder hatte und deshalb seine Situation nicht verwunderlich ist, sehe ich auch so. Aber er ist erwachsen. Um diese Tatsache kommt niemand herum.
Es gibt Hilfen vom Staat für junge Erwachsene. Bloß kann ihn dazu niemand zwingen. Hat er einen Schulabschluss? Das Arbeitsamt wäre der richtige Ansprechpartner, oder der zuständige Sozialpädagoge.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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10.06.2009, 10:36
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Mißverständnis - nicht dieser Junge ist im Heim, sondern das Kind der anderen Eltern, die ich kenne (wo auch der Vater zahlt).
Es geht um die Kürzung wie folgt:
Amt zahlt Miete (sonst nichts), und zieht diesen seinen Anteil der Mutter dann ab.
Kindergeld, ja ich glaube, das bekommt sie. Dieser Bescheid war für mich sehr unverständlich. Leider.
Wo findet sich ein "zuständiger Sozialpädagoge"? Von welcher Behörde/Einrichtung wäre denn jemand zuständig?
Die Mutter kann ihn mit nichts zwingen, zu arbeiten bzw. den Aufforderungen des Amtes nachzukommen? Die ist ihm hilflos ausgeliefert sozusagen? Furchtbar. Die Frau tut mir leid. Kommt selbst aus schwierigen Verhältnissen. Wie es oft so ist...alles setzt sich fort.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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10.06.2009, 10:48
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
In der Stadtverwaltung beim Sozialrefarat nachfragen. In größeren Städten sind sie meist nach Stadtvierteln und dann noch zusätzlich nach Straßenzügen geordnet einem Sachbearbeiter zugeordnet.
In kleineren Städten oder Gemeinden einfach mal anrufen und nachfragen.
Die Bescheide sind schwer verständlich. Der Sachbearbeiter der Arge ist aber verpflichtet, ihn zu erklären. Also: Anrufen, Termin vereinbaren, erklären lassen.
Einige Verbände (AWO, Caritas, Arbeitslosentreff) helfen auch oft beim Lesen des Arge-Bescheids. Auch hier gilt: Anrufen, Termin vereinbarenDer Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
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10.06.2009, 13:39
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Danke!
Sie hat sich jetzt entschieden - über Nacht sozusagen - , die gemeinsame Sohn/Mutter-Wohnung umgehend zu kündigen, eine eigene zu nehmen. Der Sohn darf vom Sozialamt aus (Bescheid vorhanden) eine eigene Wohnung haben, sobald sie also auszieht, muß er sich selber kümmern, hat keinen Anspruch darauf, bei ihr zu wohnen, und seine Miete wird ihr dann auch nicht mehr angerechnet.
Da der Sohn schon diverse Berater verschlissen hat (wußte ich nicht bisher), ist über die pädagogische Schiene wohl auch nichts zu machen. Die Mutter hatte schon früher Familienhilfe, aber die ganze Bande ist schlichtweg nicht zum Arbeiten zu kriegen. Sie ist jetzt soweit, zu sagen: "Gut, dann müssen die selber sehen, wo sie bleiben. Ich lebe jetzt mein Leben, mir haben die genug versaut". Kann man nachvollziehen. Schade, daß alle staatlichen Beihilfen nichts gebracht haben in der Richtung.
Ich hab mir bisher kaum vorstellen können, daß es derartige Kinder gibt, die der eigenen Mutter sehenden Auges das Leben schwer machen, aus reiner Bequemlichkeit. Die denken sich einfach "Nach mir die Sintflut - ich hab keinen Bock und Punkt".
Man kann darauf warten, wann da die ersten Kinder gezeugt werden...die Spirale geht weiter.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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10.06.2009, 13:53
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Bitte!
Genau das ist bereits das Problem. Ich habe beruflich mit diesem Klientel zu tun - teilweise noch mit starker Suchtproblematik - und wir stellen seit Jahren fest, dass die Probleme immer massiver werden und wir es auch nicht verhindern können, dass die nächste Generation wahrscheinlich den gleichen unheilvollen Weg einschlagen wird ...Man kann darauf warten, wann da die ersten Kinder gezeugt werden...die Spirale geht weiter.
Aber das zu diskutieren wäre ein eigener Strang. Dazu gäbe es sicher viel zu sagen.
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10.06.2009, 14:50
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Erstens meine ich, dass bestimmt nicht die Kinder der Mutter das Leben versaut haben, sondern es ist sicher genau andersrum! Bei der Vorgeschichte kann ich mir nichts anderes vorstellen.Da der Sohn schon diverse Berater verschlissen hat (wußte ich nicht bisher), ist über die pädagogische Schiene wohl auch nichts zu machen. Die Mutter hatte schon früher Familienhilfe, aber die ganze Bande ist schlichtweg nicht zum Arbeiten zu kriegen. Sie ist jetzt soweit, zu sagen: "Gut, dann müssen die selber sehen, wo sie bleiben. Ich lebe jetzt mein Leben, mir haben die genug versaut". Kann man nachvollziehen. Schade, daß alle staatlichen Beihilfen nichts gebracht haben in der Richtung.
Ich hab mir bisher kaum vorstellen können, daß es derartige Kinder gibt, die der eigenen Mutter sehenden Auges das Leben schwer machen, aus reiner Bequemlichkeit. Die denken sich einfach "Nach mir die Sintflut - ich hab keinen Bock und Punkt".
Man kann darauf warten, wann da die ersten Kinder gezeugt werden...die Spirale geht weiter.
Wieso machen die Kinder ihr das Leben schwer?
Soll sie sich doch ordnungsgemäß bei ihrem Lebensgefährten anmelden, dann bekommt sie auch das Geld, was ihr zusteht.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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10.06.2009, 17:55Inaktiver User
AW: Kind, was nicht arbeiten will (Hartz IV) - Mutter verarmt
Karla, da muss ich marylin zustimmen.
Das einzige, was ihr helfen könnte, wäre eine Verhaltenstherapie, meine ich. Sie schaufelt sich doch ihr eigenes Grab! Nun als neuer Freund ein Alkoholiker? Da läuft was grundlegend falsch.
Der erste Mann spielsüchtig, sie kriegt 5 (!!!) Kinder mit ihm ...
... das alles, diese falschen Muster hat sie weitergegeben, da können die Kinder nix für!
Bitte versteh mich nicht falsch, sie tut mir auch irgendwie leid, aber reingesetzt ins Unglück hat sie sich selbst - möglicherweise weil sie es auch nicht viel anders kennengelernt hat.
Wie reagiert sie denn auf solche offenen Worte? Kannst Du überhaupt so mit ihr sprechen?
Krank ist sie ja schon, da hätte ich auch Hemmungen, ihr solche Dinge zu sagen.


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