Liebe Forum-Teilnehmer,
ich möchte vorab mitteilen, dass es hier um meine Freundinhandelt, die systematisch von Ihrer Tochter fertig gemacht wird! Gestern Abend hat meine Freundin mich lange, lange Zeit erzählt, tränenüberstömt - und ich konnte einfach kein Rat geben! Nun wende ich mich an Euch, quasi stellvertretend für meine Freundin.
Meine Fr. ist alleinerziehend, vollzeit und sehr engagiert berufstätig (leitende Angestelle), seit über 5 Jahren vom Mann getrennt, und hat zwei Kindern (Sohn 15, Tochter 17) - dazu seit gut ein Jahr mit mir zusammen. Der Sohn ist ein angenehmer junger Mann, die Tochter eigentlich auch nett - aber sie dreht auf wie ein Wirbelwind!
Sie liebt ihre Mutter, das sieht und hört man in den guten Zeiten. Aber sie weigert sich, Hausdienste zu tun, ihr Zimmer in Ordnung zu halten, aufzuräumen nach dem sie sich selber etwas kocht... Ihre Mutter sei ein unmöglicher Despot, viel zu streng, zu geizig, peinlich, u.u.u... Wenn meine Fr. versucht, durchzugreifen, übt die Tochter Rache aus! Parfüm-Flaschen werden zerbrochen, Gürtel geschnitten, Makeup vernichtet - böswillig, mit Absicht...
Sie sagt immer, ihr Papa wäre nicht so, alles bei ihm sei "easy" - aber wenn meine Fr. sagt ihr, "zieh um zu ihm!", weigert sie sich. "Der Papa ist gut für Shopping, aber zum Leben doch nicht!"
Diese verwöhnte Göre! Die Mutter bietet höchstklassiger Urlaub, mehrmals im Jahr. Aber die Tochter will auf Jugendreise - selbstverständlich von der Mutter finanziert... Vom Vater kommt nichts, kein Cent. Nicht mal ein Quäntchen Erziehung. Während der Ehe sei er immer der Weicher gewesen - "Ach, lasse sie mal - lasse sie Kinder sein!"...
Nun droht die Tochter, dieser Vater rein ins Haus zu holen, damit er "die Sachen gerade biegt..." Der Vater, der vor 5 Jahren vom haus verwiesen wurde nach jahrelange Ehestreit. Seit dann hat meine Fr. mit diesem Mann nicht mehr sprechen können/wollen, so schlimm muss es gewesen sein...
Ich habe mit der Tochter schon vor Wochen gesprochen, und sie geraten, mehr respekt ihre Mutter entgegen zu bringen. Dann hat sie mich aber fusselig geredet, wie schlimm ihre Mutter sei...
Es scheint aber immer höher zu steigern, dieser Kreislauf des Streits zwischen Mutter und Tochter...
Dazu hat einigen Bestrafungen nichts gebracht - Taschengeld entzug? Der Papa zahlt's. Ausgeh-Verbot? Kein Problem - chatten am Computer. Internet weg? Offener Krieg und Feldzug der Rache (s.o.)!
Ich habe meine Fr. geraten, repressalien zu bringen und konsequent alle "Dienstleistungen" (Kochen, Putzen, Waschen) zu entziehen, damit die Tochter sich gemeinschaftlicher verhält. Das ist schwer für meine Fr., die offensichtlich eine gewisse Kaltschäutzigkeit fehlt...
Derweil leidet meine Freundin unter dem Stress nicht nur von der Tochter, sondern auch wegen der Arbeit, und von einem Rückenproblem (starke Schmerzmedikamente werden verordnet)...
Was rät ihr? Wie kann meine Freundin sich Hilfe holen? Wer kann sie beraten?
Danke für Eure Kommentare!
-Mike-
Antworten
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12.03.2009, 11:37
Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
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12.03.2009, 12:01Inaktiver User
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Hallo Mike,
du siehst die Sache richtig!
Das Mädchen hat ja eine Menge mitgemacht:
Ehestreits - Trennung - neue Liebe der Mutter.
Vermutlich hatte die Mutter nie richtig Zeit für die Tochter.
In Augen der Tochter. Klar, dass sie ausflippt.
Aber das hat auch seine Grenzen!
Dann ist sie materiell total verwöhnt worden. Wieso?
Das bringt dem Kind doch nichts.
Ich vermute: die Eltern woll(t)en sich "freikaufen".
Das Mädchen braucht klare Grenzen.
Dann merkt es: es wird geliebt.
Es braucht auch den Kampf mit der Mutter.
Denn: es sucht die Grenzen.
Hausdienste muss das Mädchen machen!
Da gibt es keine Diskussion! So funktioniert Gemeinschaft.
Sonst muss sie unterwegs essen und ihre Sachen in den
Waschsalon bringen.
Oder ausziehen. Fertig.
Ihr Zimmer ist ihr Bereich. Das geht die Mutter nichts an.
Eine Mutter findet man in dem Alter peinlich.
Das würde ich nicht persönlich nehmen.
Gehört zur Abgrenzung.
Ich würde überhaupt alles nicht persönlich nehmen.
Sondern das Mädchen milde belächeln.
Die Sache mit Humor sehen.
Das nimmt dem Kind auch den Wind aus den Segeln.
Auch über diese Drohung mit dem Vater-ins-Haus holen
würde ich lachen.
Das hat meine Tochter schon mit 4 angedroht
und ich hab mich amüsiert.
Zerstörungswut geht nicht! Das darf die Mutter nicht dulden.
Die Sachen muss das Mädchen ersetzen!
Funktioniert das nicht, soll die ausziehen.
Es gibt auch WG's für solche Mädchen.
Es kann sich entscheiden, ob es da einziehen will.
In den Jugendurlaub kann sie fahren.
Wer will schon in dem Alter noch mit Mama in den Urlaub?
Allerdings wird der nur bezahlt,
wenn sie sich zuhause benimmt.
Denn: warum soll man das Mädchen noch belohnen?
Die 3 sollen sich mal azusammen setzen
und konstruktiv überlegen,
was jeder ändern will.
LG RoxanaGeändert von Inaktiver User (12.03.2009 um 12:09 Uhr)
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12.03.2009, 12:19
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Ich bin Single Mutter einer 13jährigen Tochter und kann das Verhalten dieses Mädchen/junger Frau gut nachvollziehen, auch wenn meine Tochter so was noch nicht gemacht hat.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Mutter, weil sie soviel arbeitet, wenig Zeit hatte, in den früheren Jahren, der Tochter mehr Respekt etc. beizubringen. Ich sehe es jedenfalls bei mir, dass ich immer wieder viel Zeit und Kraft brauche, meinem Kind, zu sagen, bis hierher und nicht weiter. Es muss immer wieder geübt werden. Zum Glück kann ich das mit meiner beruflichen Tätigkeit relativ gut vereinbaren.
Wenn die Mutter aber nicht da ist und erst abends nach Hause kommt, kann nichts geübt bzw. kommuniziert werden. Und Zeit für Kommunikation ist gerade in der Pupertät sehr wichtig. Vielleicht war das Mädel auch zu viel alleine. Und da könnten m.E. die Ursachen der Problematik liegen. Dazu noch verwöhnt, vielleicht um die fehlende Anwesenheit der Mutter zu kompensieren?, tja nicht einfach. Wenn es so war, dann hätte deine Freundin schon viel früher dagegen angehen müssen. Wehret den Anfängen!
Meine Tochter muss und darf sich ihr Essen selber kochen, weil ich da zwei linke Daumen habe
und sie an meinem Essen immer mäkelte. Seid 1 1/2 Jahren muss sie sich ihr Reitgeld selber verdienen, indem sie mir bei meiner nebenberuflichen Tätigkeit hilft. Ihre Wäsche muss sie auch alleine machen und bügeln kann sie inzwischen auch schon. Ich habe schon früh angefangen, mein Kind an die normale Haushaltstätigkeit zu gewöhnen, damit sie später mir nicht auf dem Kopf rumtanzt.
Beruflich habe ich jahrelang auf Hartz IV Niveau verdient, weil ich nur Teilzeit gearbeitet habe. Aufgrund dessen hatte ich aber auch Zeit, zur Erziehungsberatungsstelle zu gehen und Elternkurse zu besuchen, damit ich halbwegs fit bin, wenn Töchterchen anfängt zu "spinnen".
Auch heute habe ich noch kein Auto und teure Reisen und Konsum interessieren uns nicht groß. Mir war immer wichtig, Zeit für mein Kind und auch für mich zu haben. Ich hoffe sehr, dass meine Rechnung aufgeht.
Das mit dem nicht aufräumen etc. ist normal, aber m.E. für 17 Jahre schon nicht mehr, weil da die Pupertät normalerweise schon wieder abklingt.
Wenn in den letzten Jahren aber einiges an Regeln etc. versäumt wurde, hilfe es jetzt wahrscheinlich nur noch zur Erziehungsberatung zu gehen und mit dem Mädchen zusammen Regeln und Konsequenzen aufzustellen und schriftlich unterschreiben zu lassen. Mache ich jedenfalls seid 2 Jahren mit meiner Tochter.
Und trotz aller Sachen mit dem Vater....., würde ich ihn mit ins Boot holen und versuchen, ihn um seine Mitarbeit zu bitten. Notfalls durch das Familiengericht.
Und vielleicht braucht deine Freunding selber psychologische Hilfe, um sich erstens zu erholen und zweitens ihre Erziehungsstrategie zu ändern und zu verinnerlichen?
Und du weißt, dass Rückenprobleme auch viel mit Psyche und Seele zu tun haben kann? Schmerzmittel sind nur ein Betäubungsmittel, aber keine Lösung zur Bekämpfung der wahren Ursachen der Schmerzen.
Alles Gute für Euch!
Wildblume
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12.03.2009, 15:11Inaktiver User
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
da liegt IMHO der Hase begraben. Wie soll's denn funktionieren, wenn die Eltern
a) eine dysfunktionale Beziehung vorleben (man muss doch, verdammt nochmal, als Erwachsene miteinander REDEN können im Kindeswohl?)
b) keine Absprachen bezüglich Erziehung (s.o., Taschengeld) treffen.
Da müssten wohl alle an den Tisch...
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13.03.2009, 22:21Inaktiver User
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Ich kann das alles sehr gut nachempfinden, meine Tochter (14) verhält sich ähnlich.
Ich habemir Unterstützung beim Jugendamt geholt ( war ein langer Kampf, aber es steht Eltern zu !).
Meine Tochter war dann auf eigenen Wunsch 3 Monate in einer Pflegefamilie und jetzt haben wir regelmäßige Termine mit Gesprächen und Videotrainig.Mir hat es schon sehr geholfen und ich war sehr erstaunt meine Reaktionen in best. Situationen zu sehen.Einen Versuch ist es wert und ich denke auch, kein Kind hat das Recht sich so aufzuführen.Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht durch diesen ständigen Streit und auch die Angst um Dinge, die mir wichtig sind (Parfum...).Wünsche deiner Freundin starke Nerven !!!
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13.03.2009, 22:59Inaktiver User
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
@mike,
da ist verdammt viel schief gelaufen.
Daran wird sich auch jetzt nichts mehr ändern. Strafen, siehst ja selber - verpuffen.
Aber es wird höchste Zeit Regeln einzuführen und Aufgaben zu verteilen. Teenagerzimmer sind immer vermintes Terrain, da sollte man als Mutter zur Nervenschonung nichts mehr drin tun.
Wenn keine sauberen Klamotten mehr da sind, werden die schmutzigen ihren Weg zur Waschmaschine schon finden.
Manchmal ist auch das eine Lösung.
Jugendfahrten, gern - mit Eigenanteil. Muss aber klar und deutlich gesagt und sich auch dran gehalten werden.
Und eins noch, nicht erpressen lassen!
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19.03.2009, 15:35
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Ich danke Euch alle für Euer Feedback. Zu den diversen "Korrektur"-Vorschläge kann ich nur sagen, fast alle sind schon früher implementiert worden, und stehen noch. Allerdings mit gemischter Wirkung.
@ Roxana - ja, Humor ist Gold wert. Auch der "Vater"-Drohung wird abgetan und schlicht belächelt. Es hält das Mädchen aber noch nicht davon ab, gelegentlich diese Drohung auszusprechen.
@ Wildblume - Psychologische Hilfe / Rückenprobleme - ja, das ist in der Tat eine schwierige Baustelle. Ich kenne meine Freundin als sehr tough, eine richtige Power-Frau mit Kopf durch die Wand. Aber die Rückenprobleme machen sie anfällig, auch pyschisch. Das will sie aber gar nicht hören/zugeben. Aber hier geht's um die Tochter...
Es sind zwei Sturkopfe am Werke - Mutter und Tochter. Die Tochter ist unglaublich! Neulich waren wir zu einem Geburtstagsessen. Tochter nahm ihre Latein-Hausaufgaben mit, und machte sie auch mitten im Dinner. Grosseltern, Mutter, Bruder, ich - alle haben auf sie eingeredet, sie sei unhöflich und gar unsozial. Vor gesammelte Mannschaft sagte sie "das ist mir alles egal!".... Furchterlich, aber irgendwo verwunderlich - eine Art unzähmbarkeit...
Der Vater an Bord zu haben wäre gut - nur, meine Freundin hat schlichtweg Bange vor ihm. Ich mag gar nicht ausführen, was damals passiert ist- aber schlimmer geht's kaum. Mit dem können wir nicht rechnen.
Im Moment ist alles Krieg - ständige Erziehungsversuche meiner Freundin, ständige Streit mit der Tochter. Das Schalfzimmer wird nicht mehr betreten - auch von der Haushaltshilfe nicht mehr. Meine Sorge ist, was zuerst bricht - die Wille diese Göre, oder die Gesundheit meiner Freundin.
Also, ich denke das Jugendamt ist unser nächsten Ansprechpartner...
-M-
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19.03.2009, 15:43
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
@ Roxana
Whow, das ist wirklich gut.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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19.03.2009, 22:33Inaktiver User
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Bei allem Verständnis für eure Probleme...
hier übertreibst du etwas finde ich. Das Mädchen versucht nur zwei langweilige Dinge miteinander zu verbinden. Hast du früher nie Hausaufgaben mit zu Familienevents mitgenommen, damit du wenigstens danach noch dein Ding machen kannst? Ich habe in dem Alter auch nicht verstanden, was daran so schlimm sein soll.
Mädchen in dem Alter suchen Grenzen, manchmal massiv. Das ist normal. Meine Tochter hat sich auch Dinge geleistet, die ich total schräg fand, obwohl sie eigentlich eher der ruhige, sanfte Typ ist.
Vielleicht geht sie auch so steil, weil sie dadurch erzwingen will ihren Vater mehr in ihr Leben zu integrieren. Häufig kommt die Scheidungskindproblematik in der Pubertät noch einmal hoch und schmerzt erneut. Meine Tochter hat auch in dem Alter den Kontakt zu mir intensiviert und andere Dinge zwischen uns ins Spiel gebracht. Das ist das Alter des Austestens des anderen Geschlechtes. Dafür braucht ein Mädchen Jungs und den Vater.
Ich würde versuchen mehr über ihre Gedanken zu erfahren.Geändert von Inaktiver User (19.03.2009 um 22:36 Uhr)
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20.03.2009, 09:15
AW: Am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen Tochter
Wenn das eure Einstellung zu dem Mädchen ist und dieser Ausdruck eure Stimmung zuhause widerspiegelt, wundert mich das Verhalten des Mädchen nicht.Meine Sorge ist, was zuerst bricht - die Wille diese Göre, oder die Gesundheit meiner FreundinBevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?



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