Ich habe immer Vollzeit gearbeitet und ich wurde geschieden, da waren meine Kinder knapp 2 und 3 Jahre alt.
Allerdings bin ich als sie in die Schule kamen aus der Großstadt in die Provinz gezogen, weil meine Eltern mir es angeboten haben.
Meine tägliche Arbeitszeit ging von 9 bis 19 Uhr und die einfach Fahrtstrecke betrug knappe 50 Kilometer.
Allerdings hatte ich einen Job, der sehr zeitintensiv ist, großartig Geld verdient ?, naja... aber er hat mir wahnsinnig viel Freude bereitet und das haben meine Kinder auch gespürt. Sie mussten relativ früh selbstständig werden, ob es ihnen geschadet hat, ich weiß es noch nicht.
Abitur haben beide mit sehr guten bzw. guten Noten gemacht und die Große zieht ihr Studium straff durch und hat jetzt ihre Auslandssemester, das packen nicht viele. Wenn wir skypen merke ich, wie sehr sie vorankommt, wie sie wächst und doch ist sie mein *kleines* Mädchen.
Mein Kleiner studiert ebenfalls, aber nicht so weit weg und der ist öfter daheim.
Keins meiner Kinder ist verhaltensauffällig geworden, keins hat getrunken, gedealt, gekifft oder andern Scheixx gebaut.
Beide wissen, wie man mit Geld umzugehen hat und beide wissen, wie wichtig eine gute Allgemeinbildung ist.
Und beide studieren etwas was ihnen Spaß macht, nicht irgendetwas das grad ganz in ist oder man studieren sollte.
Früher hatte ich Angst, das ich sie zuviel allein, zu früh selbstständig werden lasse, aber was ich manchmal über die Kapriolen von Kindern aus intaktem Elternhaus und mit einer liebevoll betreuenden Mutti lese...
Es spielt also nicht unbedingt die Quantität eine Rolle.
Nee, da brauch ich kein schlechtes Gewissen zu haben.
Für meine Kids war und bin ich die beste Mom der Welt und darauf bin ich stolz.
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Thema: Betreuungsbettelei?!?
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02.03.2009, 21:57Inaktiver User
AW: Betreuungsbettelei?!?
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03.03.2009, 10:27
AW: Betreuungsbettelei?!?
Ich sage nicht, dass Kinder nur von der eigenen Mutter gut betreut werden kann.
Aber solange die Kinder noch unter 12 Jahre alt sind, sollte meiner Meinung nach eine Frau nur Teilzeit arbeiten gehen. Denn die Betreuung der Kinder, durch wenn auch immer, ersetzt nicht die notwendigen Gespräche zwischen Mutter/Vater und dem/n Kindern.
Und sein wir doch mal ehrlich. Was passiert denn noch groß, wenn man abends, nach 18.00 Uhr nach Hause kommt? Dann gibt es Abendbrot, dan wird über alltägliches und organisatorisches gesprochen, der Haushalt wird gemacht etc. und das Kind muss dann ins Bett. Also ab 20.00 Uhr wird schon wieder das ins Bett gehen angefangen.
Aber sich richtig Zeit nehmen für das Kind, was das Kind denkt, fühlt, also seelisches, da bleibt doch keine Zeit dafür. So habe ich es persönlich als Kind erlebt und so beobachte ich das heute wieder in Familien, wo die Kinder immer fremd betreut wurden/werden und das teilweise bis 19.30 Uhr.
Wie will man sein Kind erleben, es kennenlernen, es wahrnehmen, mit all seinen Ängsten, Sorgen, schönen Erlebnissen etc., wenn man sein Kind kaum sieht?
Und was ist mit mir, mit meinen Bedürfnissen? Definiere ich mich nur über Arbeit und ein gut gefülltes Portmonai (hoffentlich bei Vollzeit)? Und wo bleibt letzendlich die Zeit für einen Partner oder Zeit für die Partnersuche?
Ich zum Beispiel empfand es als absoluten Luxus und denke heute noch gerne daran zurück, wie ich im Sommer nach Feierabend, 14.30 Uhr, schnell mit dem Rad zum Hort meiner Tochter gefahren bin, sie abgeholt habe und wir dann 3 min später bei unserer Lieblingseisdiele waren und uns eine schöne Stunde mit Gesprächen etc. gemacht haben. Und danach sind wir in Ruhe 20 min Hand in Hand nach Hause gelaufen und hatten so genug Zeit für Gedankenaustausch etc. Oder wir hatten genug Zeit auf den Spielplatz zu gehen, zum Reiten zu fahren oder notwendige Dinge wie Einkauf, Schuhe, Klamotten etc. zu besorgen. Und das ging alles ohne viel Streß für uns beide ab. Zeit für den Haushalt etc. blieb noch genug, aber in erster Linie wollte ich genug Zeit für mein Kind haben.
Hätte ich damals Vollzeit gearbeitet, wäre ich vor 17.00 Uhr nicht zu Hause gewesen. Mein Kind hätte ihr Hobby, das Reiten, niemals pflegen können. Ich hätte wesentlich mehr Streß gehabt mit dem restlichen Alltag gehabt. Mein Kind wäre diesem Streß auch ausgesetzt gewesen und wäre in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit m.E. viel zu kurz gekommen. Und abgesehen von dem Pflegen eigener Freundschaften etc. wäre bei mir keine Zeit geblieben.
Heute gehe ich ohne sie zur Eisdiele oder ins Café
, während meine Tochter froh ist, dass sie ohne ihre peinliche Mama (ja, ja die pupärtierenden Weiber) zum Reiten fahren kann
. Das ist für mich gute Lebensqualität.
Wenn ihr das Thema anders seht, es anders lebt, eure Prioritäten anders setzt und damit zufrieden seid, ist es doch in Ordnung.
Ich gebe nur zu Bedenken, dass Deutschland kein kinderfreundliches Land und kein liebevolles Land ist. Ich gebe zu Bedenken, dass es immer mehr Menschen gibt, die psychische Erkrankungen haben. Hier bei Bricom lesen wir als Frauen genug von psychisch gestörten Männern. Und es gibt leider auch genug gestörte Frauen und viele psychisch gestörte Kinder. Woher und warum haben diese Menschen diese Störungen?
Ich habe beruflich mit einem großen Teil solcher Menschen zu tun. Und ich weiß, dass die Ursachen oft bei denen in der Kindheit, in der mangelnden Anwesenheit und der damit verbunden mangelnden Zuwendung der Eltern, liegen. Interessanter Weise erzählen diese Menschen meistens, dass sie eine gute Kindheit hatten. Was aber nicht stimmen kann. Denn wenn man sie näher darauf hin anspricht, höre ich immer wieder das Gleiche. Alkohol, Gewalt, psychische Erkrankungen der Eltern und die Kinder (die heutigen Erwachsenen) sind lebensunfähig, haben emotionale Defizite etc.
Und es gibt eine gewisse Grauzone von Kindern, die nicht extrem oder gar nicht mit Gewalt, Alkohol etc. zu tun haben, also in scheinbar guten Verhältnissen aufwachsen, aber letztendlich doch in psychisch schädigenden Verhältnissen, ohne dass es Eltern bewußt ist ?, aufwachsen. Es wird m.E. zuwenig hinter die Fassade geschaut und viele Eltern sind nicht in der Lage sich selbst zu reflektieren.
Ich mag die Ansichten von Eva Herrmann gar nicht, ich mag die Frau auch nicht
, aber als Mutter genau das Gegenteil zu leben, halte ich genauso schädlich wie, das Hausfrauen-Prinzip von Eva Herrmann.
Wildblume
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03.03.2009, 12:50
AW: Betreuungsbettelei?!?
Ja, aber das sind Deine Bedürfnisse.. nicht zwingend die des Kindes.
Ja.. wenn wir schon mal beim "ehrlich sein" sind
.. ich hätte meine Mutter - bei aller Liebe - als äusserst lästig empfunden. Mein Tag sah so aus..
Morgens Schule, Mittags gemeinsames Essen (das war organisatorisch möglich), danach Hausaufgaben (ab der 2. Klasse weitest gehend alleine) und wenn die fertig waren, dann ab nach Draussen.. spielen. Eine Mutter die mit mir in die Eisdiele gehen möchte hätte mich doch nur davon abgehalten mit den Kindern zu toben, den Wald zu durchforsten, Staudämme bauen, über den Spielplatz toben. Gegen 17/18 Uhr (ja nach Jahreszeit) wieder zu Hause einlaufen und gemeinsam zu Abend essen, erzählen, Hausaufgaben wurden kontrolliert und besprochen.
Sorry, aber mich hätte meine Mutter nur in meinem Freiheitsdrang gestört.
Der Kommentar meiner Mutter ist übrigens ähnlich ausgefallen. Sie hat ja mein erstes Schuljahr lang nur Teilzeit gearbeitet. Und sie meinte, sie sei sich nach den Hausaufgaben höchst überflüssig vorgekommen.
Nein nein, Butterblume. Wenn ich Dein Posting durchlese, dann geht es da mehr darum, dass DU Dein Kind erleben möchtest (was legitim ist aber kein Muss) und nicht darum, dass Dich Dein Kind den ganzen Nachmittag über braucht.
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03.03.2009, 13:57
AW: Betreuungsbettelei?!?
Du Liebe, schön dass du mich Butterblume nennst
, aber Butter mag ich nicht, deshalb bin ich ja die Wildblume
.
Ich denke, dass wir unsere Kindheit von früher nicht mit der Kindheit von heute vergleichen können. Meine Kindheit lief so ähnlich ab wie deine. Da ich in Berlin wohne, zwar sehr grün, aber ohne Wald und Staudämme, außerdem interssiert sich meine Tochter seid dem 3. Lebensjahr nur für Pferde, sind mir in der Hinsicht gewisse Grenzen gegeben. Aber wir haben hier riesige div. Spielplätze und mein Kind war schon damals oft mit mir auf dem Reiterhof und da kann sie sich genug austoben. Außerdem bin ich gerne draussen, so waren wir Radfahren und sie war auch viel mit ihren Freundinnen zusammen oder in den Schul-AGs.
Aber die Zeiten haben sich geändert. Damals konnten wir als Kind ohne große Angst zu haben, allein unterwegs sein, heute geht das einfach nicht mehr. Finde ich jedenfalls.
Heute ist die über 13 Jahre, geht inzwischen natürlich immer mehr ihre Wege ohne mich. Aber manchmal, gerade im Winter, genießt sie die Zeit, am Nachmittag, nach der Schule mit mir gemütlich Kaffee/Tee trinken zu können und sich eine Weile so zu unterhalten, bevor jede an seine Arbeit geht. Du hast ja gelesen, dass ich noch einen Zweit-Job habe.
Was du als Freiheitsdrang siehst, war für mich Einsamkeit. Weil meine Mutter nur dafür sorgte, dass ich genug zu Essen hatte, ein warmes Bett und das wars. Aber für Gespräche, wie es mir geht, was ich denke und fühle, ob ich Fragen habe, wie die Welt funktioniert etc., trösten, in den Arm nehmen etc. war kein Sinn, kein Gefühl und auch keine Zeit. Sie hatte nicht mal Zeit mir beizubringen, wie man sich richtig verhält etc.
Ich habe mir später vieles in mühevoller Selbsterarbeitung fast alles selber beigebracht. Und noch heute merke ich ab und zu, dass mir Dinge fehlen, die mir eigentlich meine Mutter hätte beibringen müssen. Aber sie hat keine Zeit dafür gehabt. Es ging nur ums Funktionieren, um satt sein und ein Bett zu haben. Das Bedürfniss nach Anerkennung, nach Geborgenheit, nach Zuhören, nach Ernstnehmen etc. wurde wenig befriedigt und das hinterlies bei mir jahrelange negative Spuren, teilweise bis heute.
Mein Kind ist zum Glück genau das Gegenteil von mir als ich Kind war. Sie hat die Kindheit, die ich mir gewünscht hätte. Nicht wegen der Eisdiele, den Reiten und so, sondern einfach eine Mutter haben, die für sie da ist, ihr zuhört, sie tröstet, sie begleitet, ihr Grenzen setzt, ihr Tipps gibt, sich mit ihr auseinandersetzt und sie nicht einfach ins Leben laufen läßt. Meine Mutter kann froh sein, dass ich nicht auf die schiefe Bahn geraten bin.
Mir hat mal eine Therapeutin gesagt, dass meine Mutter unter den heutigen Umständen schnell Besuch vom Jugendamt bekommen hätte.
Schön für dich und für die Anderen hier, die ihre Kindheit genossen haben und wo es letztendlich gut ausgegangen ist.
Wildblume
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03.03.2009, 17:12Inaktiver User
AW: Betreuungsbettelei?!?
@SpezialEdition
meine Worte: sie soll sich mit einer Ganztagsschule unabhängig von der Omma machen.
Dafür würde ich einen Umzug in Kauf nehmen.
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04.03.2009, 20:52Inaktiver User
AW: Betreuungsbettelei?!?
@SpezialEdition
Keiner suggeriert der TE, dass sie nicht für die Kinder da ist.
Fakt ist: sie ist bis 18 Uhr nicht für sie da. Und ich finde das nicht o. k.
Wo der Vater ist, weiß ich nicht.
Aber Kinder zur Oma abschieben, finde ich eben nicht o. k.
Wozu hat man denn dann Kinder?
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04.03.2009, 21:40Inaktiver User
AW: Betreuungsbettelei?!?
[quote=Roxana36;5518184Aber Kinder zur Oma abschieben, finde ich eben nicht o. k.
Wozu hat man denn dann Kinder?[/quote]
Oh Mann! Wenn ich das schon höre: Abschieben!!!!
Nur weil sich jemand anders als die Mutter (mit) um die Kinder kümmert, werden die doch nicht abgeschoben!
Meine Kinder waren von Anfang an "fremdbetreut". (Gründe sind oben nachzulesen) Tagesmutter, Kindergarten, am Abend Ersatz-Oma, am Wochenende Großeltern (ich muss oft abends und am WE arbeiten), Kinderhort.... und nie, nie, nie haben sie sich abgeschoben gefühlt. Im Gegenteil: sie haben neulich mal in großer Runde, als das Gespräch aufs Thema kam, versichert, dass es immer toll war, dass sie "so viele Leute für sich" hatten.
Sie haben z.B. die Wochenenden bei Oma und Opa genossen: Oma hat was Feines gekocht, Opa hat in der Werkstatt mit ihnen gesägt und gehämmert, sie haben unendlich viele Ausflüge gemacht, gemeinsam die Sendung mit der Maus geguckt, durften mal Sachen machen, die's zuhause nicht unbedingt üblich waren....
Ich hatte anfangs durchaus ein schlechtes Gewissen. Dann hat es sich aber eingebürgert, dass ich beide, wenn ich sonntags arbeiten musste, schon samstags zu meinen Eltern gebracht habe. Da durften sie dann schon mal ziemlich lange Wetten dass... gucken und danach bei Oma und Opa im Bett schlafen....
Nennst du das abgeschoben?
Unsere Ersatzoma lieben sie auch Jahre nach ihrer "aktiven" Zeit mehr als manches Familienmitglied. Ich kann gar nicht zusammenzählen, wieviele Abende lang die Gute immer wieder die Lieblingsbücher vorgelesen hat...
In "ihren" Hort gehen sie ab und an einfach so - um hallo zu sagen. Sie finden es nämlich immer noch toll, dass ich sie jahrelang dorthin "abgeschoben" habe...
Wozu man Kinder hat?
Gute Frage. Sie impliziert einen "Zweck".
Wozu hab ich ein Auto? Zum Fahren.
Wozu hab ich ein Handy? Zum Telefonieren.
Wozu hab ich Kinder? .....
Meine Kinder sollen bei mir keinen Zweck erfüllen. Sie sind da, sie werden groß, sie entwickeln sich... aber sie sind zu nichts "nütze".
Wozu haben meine Kinder mich? Das lässt sich leichter beantworten: Damit ich sie liebe, sie fördere, ihnen einen guten Start in ein selbstständiges Leben ermögliche, dass ich ganz für sie da bin - aber nicht 24 Stunden am Tag, und dass ich sie liebevollen Menschen anvertraue, wenn ich nicht für sie da sein kann.
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04.03.2009, 22:10Inaktiver User
AW: Betreuungsbettelei?!?
@Gute Laune
Sie hat dein Betreuungspersonal nicht.
Bleib doch mal am Thema.
Halbtagsjob + Ganztagsschule und die Betreuungsbettelei
ist gelöst.
Und ja: ich nenne das ABSCHIEBEN.
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05.03.2009, 20:17
AW: Betreuungsbettelei?!?
Entschuldigt... da ich arbeiten war und die restliche Zeit natürlich brav bei mir persönlich Abstriche gemacht habe, konnte ich meinen Strang nicht weiterverfolgen.
Ich hätte aber erstmal gerne gewusst, warum es einen Unterschied macht, warum ich alleinerziehend bin. Hab ich irgendwie mehr Rechte, wenn ich tragisch Witwe geworden bin, bösartigst um mein Erbe betrogen wegen einer Jüngeren verlassen?
Darf ich dann trauriger sein, wenn mir angebotene Hilfe doch ausgeschlagen wird?
Bin ich jedoch alleinerziehend, weil der Partner mich verlassen hat, weil ich ihm gern mal Hörner aufgesetzt habe (und vielleicht dafür auch gute Gründe hatte?) , muss ich dann meinen Mund halten, weil ich es ja nicht besser verdient habe? Alles klaglos ertragen?
Verstehe ich nicht. Als ich meine Kinder bekommen habe, habe ich sicher nicht geplant, sie allein großzuziehen. Reicht das nicht?
Warum ist der Grund wichtig?~~ angel undercover ~~
Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.
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05.03.2009, 20:24
AW: Betreuungsbettelei?!?
Hochmut kommt vor dem Fall.
Ich wollte eigentlich nicht mein Problem von irgendjemandem, der mein Umfeld und alle einflussnehmenden Dinge nicht kennt, gelöst bekommen.
Ich wollte eigentlich nur mit Müttern, die auch manchmal betteln gehen müssen, die negativen Gefühle mal ausdrücken dürfen.
Ich weiß, dass es nunmal ebenso viele Meinungen gibt wie Gründe zu arbeiten. Und ich respektiere jede Frau in ihrer Mutterrolle, die sie lebt.
Aber respektiere auch meine.~~ angel undercover ~~
Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.


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