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  1. Inaktiver User

    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zum Thema Therapie:


    Ich bin völlig klar.
    Ich empfinde auch keine belastende Trauer mehr hinsichtlich der Verstorbenen.
    Meine Kindheit habe ich längst aufgearbeitet und bin im Reinen.
    Meine Arbeitsstelle habe ich freiwillig (aufgrund einer sogenannten 58+ - Regelung) aufgegeben - und nie bereut.
    Vor 17 Jahren hat sich mein Mann von mir getrennt, was natürlich zunächst sehr bitter war. Die gewonnene Freiheit aber möchte ich nicht mehr hergeben. Wir sind heute wirklich gut befreundet, telefonieren und besuchen uns hin und wieder - stehen also in gutem, einvernehmlichen Kontakt. Verheiratet sind wir übrigens immer noch (weil er eben die einzige Person ist, die in meinem Krankheits- oder Todesfall komplikationslos etwas verfügen kann).


    Was übrig bleibt ist, ohne Familie zu sein. Das Alleinsein. Es implementiert eine gewisse Verlorenheit, Angst und Starre und eigentlich alles, was Unbeschwertheit nimmt.
    Ich weiß, dass ich da selbst tätig werden muss,- womit dann auch sicher das eine oder andere Problem gelöst wäre.
    Man kennt ja die üblichen Vorschläge, um Kontakte zu knüpfen. Das habe ich auch eifrig versucht. Aber so einfach ist es in der zweiten Lebenshälfte eben doch nicht.
    Psychologie hat in meiner angeheirateten Familie eine große (berufliche) Rolle gespielt, so dass ich mich ein wenig auskenne:
    Jede Therapie beginnt mit einem Ziel. Jeder einzelne Schritt muss vom Betroffenen aber selbst gegangen werden. Ich kenne mein Ziel.
    Und mit meinem Beitrag erhoffe ich mir Tipps und/ oder Input oder Berichte von Menschen, die mir mein ‚Brett vor’m Kopf‘ ein wenig aufhacken. Manchmal sind es ja ganz banale Hinweise oder Strategien, die dem einen oder anderen geholfen haben. Genau DAS möchte ich erfahren.


    Und hier ein Beispiel, was mir schon sehr weiterhilft … (manchmal ist es ja nur eine Winzigkeit oder ein Perspektivwechsel):

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Davon ausgehend die eigenen Aktivitäten anpassen, so dass man statt Frust Freude daraus ziehen kann.
    Liebe jofi2,
    Ein wichtiger Satz für mich!
    Ich übersetze mal: Also z.B. lieber eine kürzere, leichte Fahrradstrecke auswählen, auf der man dann Spaß hat - statt eine längere anstrengendere, die möglicherweise nur Frust beschert.
    Hast Du es in etwa so gemeint?
    Jedenfalls werde ich versuchen, das mal so umzusetzen.

    LG an alle

  2. Inaktiver User

    Grinsen AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    und es nochmal an der schule probieren?

    wenn es nicht dieser junge ist- es gibt soviel bedarf an unterrichts-hilfe.
    Das wäre eine Überlegung wert. Corona-bedingt hatte ich das ganz aus den Augen verloren und um Kinder einen großen Bogen gemacht, denn ich wurde erst jetzt im Juli geimpft. Aber nun ist ja alles halbwegs gut und ich könnte mich wieder trauen.
    Ich erkundige mich mal, ob und wo es in meiner Stadt Bedarf gibt.
    Diesmal aber nur ein Mädchen, damit ich nicht wieder Fußball spielen muss .

  3. Inaktiver User

    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zitat Zitat von 1a2b Beitrag anzeigen
    Hm, das liest sich echt schwierig- hast Du wirklich keine Freunde oder zumindest Bekannte, mit denen Du mal etwas unternehmen könntest? nicht wenigstens eine gute Freundin?
    Kaum zu glauben,- aber ich bin allein 8x umgeschult worden in 13 Schuljahren - umzugsbedingt.
    Die Umzüge haben mich dann auch weiterhin in meinem Leben begleitet. Somit ist es fast nicht möglich, tiefe Freundschaften zu knüpfen und erst recht nicht, sie zu halten.


    Ich hatte zuletzt einen recht guten Bekanntinnen-Kreis (4 Frauen), wir trafen uns wöchentlich zum Kaffee-Klatsch. Aber wie das manchmal so ist unter Frauen … - hat sich alles in Luft aufgelöst.
    Vor einem Jahr habe ich eine ehemalige Schulkollegin, die ich zufällig übers Internet fand, angeschrieben. Es war ein Traum - wir trafen uns nach 47 Jahren wieder … und alles war wie früher. Wir verabredeten uns noch ein paar weitere Male und für mich war es ein echter Gewinn.
    Es war wirklich ein Gewinn, denn endlich konnte ich mal wieder zu jemandem sagen: "Weißt Du noch ...?"

    Umgekehrt aber war ich ‚nur‘ eine weitere Person in ihrem Leben, was sowieso schon ausgefüllt war mit Familie und vielen Freunden und Bekannten und beruflichen Kontakten. Verstehe ich ja.
    Ich rief sie ein paarmal an, und sie erzählte, wieviel sie zu tun hätte.
    Die Samstagvormittage, an denen wir uns letztes Jahr auf dem Markt trafen, mussten weichen, weil sie nur an diesem Tag zum Golfspielen gehen konnte.
    Was soll man da sagen?
    Sie war mir wichtiger als ich ihr
    Ich mag ihr nicht hinterherlaufen und betteln.


    Aber ich bleibe dran und schließe die Möglichkeit neuer Bekanntschaften nicht aus. Wer suchet - der findet.

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    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    ein mädchen- ich bin 61 und betreue die kleine seit 4 jahren.

    hat den vorteil: ich gelte als ältere frau als kein risiko für die mutter, respekt gegenüber den müttern bzw. grossmüttern wird gross geschrieben.

    macht es mir einfacher gegenüber dem vater meinen punkt zu behaupten.

    und ich versuche mich mit wechselndem erfolg darin arabisch zu lernen.

    clash der kulturen- inklusive. ich mache die hausaufgaben-betreuung von zuhause. nach der schule. nachbarskind.


    völlig neue welten.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Magena, was bedeutet denn deine frühere „Unbeschwertheit“ für dich ganz konkret?
    Wobei hat sie dir geholfen?
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

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    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zu dem Beispiel mit der Freundin:

    Wenn ich meinen Sport nur an einem ganz bestimmten Tag ausüben könnte, dann würde ich auch nicht darauf verzichten.
    Und das hätte erst mal gar nichts damit zu tun, wie wichtig mir das regelmäßige Treffen mit einem anderen Menschen wäre.

    Habt ihr keinen passenden Alternativtermin gefunden?
    Und es muss ja auch nicht jede Woche sein, das erscheint mir reichlich viel.
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

  7. Inaktiver User

    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Magena, was bedeutet denn deine frühere „Unbeschwertheit“ für dich ganz konkret?
    Wobei hat sie dir geholfen?
    Da hast Du eine sehr gute Frage gestellt, die mich zum Überlegen gezwungen und mir auch etwas Klarheit verschafft hat. Dafür danke ich Dir sehr!


    Zur Unbeschwertheit früher hat geführt:



    • eine Familie zu haben
    • meine Gesundheit und die der Familie
    • finanzielle Sorglosigkeit
    • Feste zu feiern
    • Urlaubspläne
    • meine gute berufliche Aufstellung
    • Zukunftspläne
    • mich nicht allein zu fühlen/ nicht allein zu sein
    • mich mitteilen/ erzählen zu können
    • um Rat/ Meinung fragen zu können - und selbst um Rat gefragt zu werden
    • Hilfe im Notfall zu haben
    • mich stark und lebendig zu fühlen
    • gebraucht zu werden
    • vermisst zu werden
    • eine Stellung in der Gesellschaft zu haben
    • jemandem wichtig zu sein


    Diese Unbeschwertheit hat geholfen, mich zu freuen und lachen zu können; zufrieden zu sein.
    Ich war ein Teil - sowohl von der Familie als auch von beruflicher Belegschaft und natürlich der Gesellschaft. Ich fühlte mich wahrgenommen und von Menschen umgeben. Ich hatte eine Zukunft und Ideen.





    Was würde mich heute unbeschwerter machen:



    • einen neuen Sinn gefunden zu haben, der sich vor alles Verlorengegangene schiebt
    • meiner psychische Stärke mehr zu vertrauen, damit ich im Notfall (z.B. bei schwerer Krankheit) auch richtige Entscheidungen treffen kann
    • wieder zu zweit einen Urlaub planen zu können, damit man das Schöne auch mal teilen kann (oder das Schäbige, wenn’s ein Reinfall wäre)
    • mich auch mal ohne Wehmut erinnern zu können
    • nicht zweifelnd zu sein
    • mutiger zu sein
    • Feste feiern zu können
    • für jemanden ein Geschenk kaufen zu können
    • mich auf Weihnachten freuen zu können
    • mich nicht mit Alterszipperlein abgeben zu müssen
    • meine Freiheit besser genießen und nutzen zu können
    • Pläne zu schmieden
    • gedankenlos in der Sonne liegen zu können
    • mal wieder sagen zu können: „egal“
    • nicht für jede Hilfe (Dienstleistung - z.B. Handwerker) bezahlen zu müssen
    • mich sicher zu fühlen
    • Gespräche führen zu können
    • Trost zu erhalten
    • Tanzen gehen zu können
    • das Nichtnötigsein von Vorsorgeuntersuchungen
    • dass diese unterschwellige Angst nicht wäre ...



    Ich stelle gerade fest:
    Zu keinem Zeitpunkt im Leben habe ich es mehr als heute vermisst und bedauert, keine Kinder zu haben. Hm …

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    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    wenn ich mir deine liste des verzichtbaren ansehe:

    so manches- gesundheitliche kommt einfach mit dem alter.

    wenn du dir deine liste mal anschaust- was kannst du konkret selbst wie beeinflussen?


    denksport aufgabe fürs stille kämmerlein?
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  9. Inaktiver User

    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    ein mädchen- ich bin 61 und betreue die kleine seit 4 jahren.
    ...
    und ich versuche mich mit wechselndem erfolg darin arabisch zu lernen.
    clash der kulturen- inklusive. ich mache die hausaufgaben-betreuung von zuhause. nach der schule. nachbarskind.
    völlig neue welten.
    Wow - Respekt! Arabisch zu lernen würde ich mir nicht mehr zutrauen.
    Hast Du denn das Gefühl, dass sich Dein Einsatz wirklich gelohnt hat? Sind die Schulnoten z.B. gut?

  10. Inaktiver User

    AW: Wo ist meine Unbeschwertheit?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    denksport aufgabe fürs stille kämmerlein?
    Hihi - allerdings .
    Ich werde mich daran abarbeiten ...

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