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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    49 Berufsjahre sind, denke ich, deutlich überdurchschnittlich. Ich habe jetzt keine richtig gute Statistik gefunden, nur diesen Artikel aus 2016.
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    Hier wird von durchschnittlich 38 Arbeitsjahren bei Männern und 26 Jahren bei Frauen ausgegangen. Die Zahlen haben sich sicherlich inzwischen nach oben bewegt, aber 49 Jahre sind viel. Mich wundert halt, dass man dann nicht mit 63 die Nase voll hat. Ich habe da noch meinen Vater im Ohr, der noch mit 58 Jahren aufhören konnte zu arbeiten ohne großartige Einbußen bei der Rente, da auf 45 Berufsjahre kam und immer sagte, das reicht.
    Ich gehöre ja auch zu den geburtenstarken Jahrgängen, aber mein Berufsleben begann erst mit 19 nach dem Abitur. Die Schülerjobs zähle ich jetzt mal nicht mit, die waren ohnehin zumeist nicht versicherungspflichtig.

    Mein Arbeitsleben finde ich schon immer noch spannend und in meiner Firma steht jetzt erst so eine richtige Entwicklung zur Voll-Digitalisierung von Arbeitsvorgängen an (vorher wurde halt nur die übliche Büro-Software genutzt). An diesem Prozess beteilige ich mich gern bzw. würde ich mich gern noch mehr beteiligen, aber da zieht die Geschäftsführung dann doch eher die jüngeren Mitarbeiter/-innen ran, die ja noch lange damit zufrieden arbeiten sollen. Tja, das ist halt das Thema Loslassen.

    Arbeiten in Teilzeit finde ich in Prinzip schon toll. In meinem Leben hatte ich ja auch schon Teilzeitphasen mit 50 bis 75%-Stelle. Da gab es dann aber immer noch etwas anderes daneben, eben Studium oder Kinder (ohne öffentliche Betreuungsangebote). Ich war in diesen Zeiten immer relativ ausgeglichen (ok, zeitweise so ausgeglichen, wie man mit Babys oder Kleinkindern im Haushalt und abwechselnder Schichtarbeit mit dem Ehemann halt sein kann).

    Ich warte jetzt mal ab, ob finanziell unterstützte Altersteilzeit bei uns noch möglich ist, dann würde ich wahrscheinlich ein Blockmodell wählen. Sonst werde ich wohl so nach und nach meine Arbeitsstunden reduzieren. Mich rausschleichen, gewissermaßen.

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen

    Ich warte jetzt mal ab, ob finanziell unterstützte Altersteilzeit bei uns noch möglich ist, dann würde ich wahrscheinlich ein Blockmodell wählen. Sonst werde ich wohl so nach und nach meine Arbeitsstunden reduzieren. Mich rausschleichen, gewissermaßen.
    Meine Frau hat mit 58 Jahren einen Altersteilzeitvertrag unterschrieben, weil ich zu dem Zeitpunkt längst Rentner war. Sie wählte das Blockmodell. ein Jahr später erkrankte sie schwer und war insgesamt 9 Monate krank geschrieben. Der Betriebsrat setzte sich dafür ein, dass der Vertrag aufgelöst wurde, weil die Zeiten des Krankengeldbezugs nachgearbeitet werden müssen. Böse Falle.

    Es gibt nicht mehr viele Firmen, die Arbeitsteilzeitmodelle anbieten, denn in der aktive Arbeitszeit kostet der Mitarbeiter plötzlich 165 % des Normaleinkommens. Es müssen für den Lohnbezug in der Ruhephase Rücklagen gebildet werden, denn der darf nicht mehr aus dem Lohnkostenposten finanziert werden.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Hier wird von durchschnittlich 38 Arbeitsjahren bei Männern und 26 Jahren bei Frauen ausgegangen. Die Zahlen haben sich sicherlich inzwischen nach oben bewegt, aber 49 Jahre sind viel.
    Mit diesen Zahlen verglichen, in der Tat.

    Zumindest wenn ich mich in meinem Freundinnen-Kreis umschaue (wir sind alle in einem Alter +/- 1, 2 Jahre Unterschied) sind die Lebensläufe schon sehr unterschiedlich. Viele Frauen haben geheiratet und sind auf Teilzeit oder Mini-Job gegangen. Das bringt natürlich nichts in der Rentenkasse.

    Ich habe trotz Ehe und Kind voll gearbeitet, weil ich das so wollte. Zumindest habe ich früher noch nicht an Rente gedacht. Arbeiten war für mich immer selbstverständlich und ich gehe sogar noch heute soweit gern zur Arbeit. Aber ich merke, dass die anstehenden Veränderungen nicht mehr meins sind und die Belastung(en) zu hoch. Und ich bin schon ein reger Vogel; aber was vor Kurzem noch wie von selbst ging, bedarf heute schon der Überwindung des inneren Schweinehundes.

    Und ich will endlich Herrin über meine eigene Zeit sein!

    Habe genug von anderen diktiert bekommen, was ich in der Zeit zwischen 6.30 Uhr und 17 Uhr zu tun habe.

    In der Tat: Die junge Generation muss sich jetzt mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Ich habe absolut kein schlechtes Gewissen, der jüngeren Generation den Vortritt zu lassen. Schließlich machen sie da weiter, wo wir aufgehört haben.

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ...
    Zumindest wenn ich mich in meinem Freundinnen-Kreis umschaue (wir sind alle in einem Alter +/- 1, 2 Jahre Unterschied) sind die Lebensläufe schon sehr unterschiedlich. Viele Frauen haben geheiratet und sind auf Teilzeit oder Mini-Job gegangen. Das bringt natürlich nichts in der Rentenkasse.
    ...
    Naja, wer in meiner Generation alleinstehend mit Kindern in der alten Bundesrepublik lebte, konnte mangels ausreichender Kinderbetreuung teilweise nur Teilzeit arbeiten. Und als Paar war Teilzeit zumeist in Ordnung, denn insgesamt floss ja noch genug in die Rentenkassen. Ich habe auch wegen Studium und Kindern relativ lang in Teilzeit gearbeitet und mein erster Mann und Vater der Kinder zu anderen Zeiten aus denselben Gründen auch. Bei der Scheidung wurden die Rentensprüche geteilt und damit durch Teilzeit verringerte Rentenansprüche gerecht ausgeglichen. Unsere Renten reichen für uns, jedenfalls nach derzeitigem Stand und was die Zukunft bringt, weiß man ja sowieso nicht. Und hätten natürich genauso gereicht, wenn wir zusammen geblieben wären. Und wir waren/sind im mittleren Einkommensbereich, keine Spitzenverdiener.
    Schwierig wird es immer dort, wo Einkommen sowieso immer knapp waren und nie für zusätzliche Vorsorge ausreichten.

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ...
    In der Tat: Die junge Generation muss sich jetzt mit der Digitalisierung auseinandersetzen. Ich habe absolut kein schlechtes Gewissen, der jüngeren Generation den Vortritt zu lassen. Schließlich machen sie da weiter, wo wir aufgehört haben.
    Ich finde Neues nach wie vor spannend. Also, würde sich jetzt irgendeine ganz neue Entwicklung abzeichnen und ich könnte Teil bei der Umsetzung sein, würde ich das Ende des Arbeitslebens nochmal überdenken. Zeichnet sich aber gerade nichts Grundsätzliches ab. Und was so kommt, erscheint mir oft doch als Wiederholung von schon Bekanntem in etwas anderem Gewand. Das ist der Nachteil eines langen Arbeitslebens, der Murmeltierfaktor wird ziemlich hoch.

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Naja, wer in meiner Generation alleinstehend mit Kindern in der alten Bundesrepublik lebte, konnte mangels ausreichender Kinderbetreuung teilweise nur Teilzeit arbeiten.
    Ich will hier sicherlich keine Grundsatzdiskussion lostreten, aber nach einer Kurzehe (1984 geschieden) war ich dann mit unserer Tochter auch alleinerziehend. Und ja, meine Eltern sprangen dann für ca. 1 Jahr ein, bis der Ganztagskindergartenplatz da war. Und wären meine Eltern nicht gewesen, hätte ich eine Tagesmutter genommen.

    Gut, ich will nicht in Abrede stellen, dass es auf das jeweilige Einkommen damals ankam. Letztlich möchte ich aber meinen, wären staatliche Zuschüsse auch schon dringewesen, wenn das Einkommen nicht gereicht hätte, um entweder einen KiGa-Platz zu bezahlen oder eine Tagesmutter.

    Noch heute reduzieren (verheiratete!) Frauen ihre Arbeitszeit, wenn Kind(er) da sind. So auch bei uns im Haus. Alle Mütter arbeiten Teilzeit (halb oder dreiviertel, ganztags keine).

    Mir war schon klar, dass ich das alles irgendwie hinkriegen muss; Spaß geht anders, keine Frage und einige Jahre möchte ich auch nicht nochmal erleben. Aber sie sind Geschichte und es ist alles gut gegangen.

    Nein, ich interessiere mich null für die Digitalisierung, weil sie die Menschen an die PC's kettet, umringt wohl dann irgendwann von 4 Bildschirmen (2 haben wir schon) und nur noch Daten eingespeist und hin- und hergeschoben werden. Ausbildungen machen? Wozu? Brauchst nur noch wissen, wie Du Eingang A nach Z versendest. Datenpflegeschulung reicht.

    Und wenn ein Mensch Dein Büro betritt (so Du noch eins hast und nicht im heimischen Schlafzimmer Deiner Digi-Arbeit nachgehst), kriegste Gefrierbrand und die Haare stehen Dir zu Berge, weil ... der spricht ja und will was von Dir?

    Auch den unreflektierten Gehorsam dieser Technik gegenüber halte ich für falsch. Steht einer auf der Leitung, oder hat sie gar gekappt, weil der Bagger mal ein bisschen zu tief gegraben hat (alles schon erlebt bei uns), bleibt der Bildschirm dunkel und Du kannst gucken, ob Du 4 Leute zusammenkriegst, um Skat zu spielen. Alles ruht und wir hatten schon tagelange Ausfälle.

    Davon spricht nur keiner. Würde mich mal brennend interessieren, wieviele Milliarden den Bach runtergehen jedes Jahr, weil weite Teile der Republik auf dunkle Bildschirme starren und auf Stunden und mitunter Tage nix mehr geht.

    Nee, alles nicht mehr meins.
    Geändert von Chambord (17.07.2020 um 21:56 Uhr)

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Auch den unreflektierten Gehorsam dieser Technik gegenüber halte ich für falsch. Steht einer auf der Leitung, oder hat sie gar gekappt, weil der Bagger mal ein bisschen zu tief gegraben hat (alles schon erlebt bei uns), bleibt der Bildschirm dunkel und Du kannst gucken, ob Du 4 Leute zusammenkriegst, um Skat zu spielen. Alles ruht und wir hatten schon tagelange Ausfälle.

    Davon spricht nur keiner. Würde mich mal brennend interessieren, wieviele Milliarden den Bach runtergehen jedes Jahr, weil weite Teile der Republik auf dunkle Bildschirme starren und auf Stunden und mitunter Tage nix mehr geht.
    Lass mich raten, ÖD? Aus der freien Wirtschaft kenne ich sowas nun wirklich nicht.

    Das ganze Glück der Erde liegt in der Immunität der Herde.
    .

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Lass mich raten, ÖD? Aus der freien Wirtschaft kenne ich sowas nun wirklich nicht.
    Richtig. Aber die "freie" Wirtschaft wird auch noch dahinkommen. Verlass Dich drauf! Früher oder später wird den Leuten die Vermischung Arbeit/Privat auf die Füße fallen. Die psychischen Erkrankungen nehmen zu, die Krankenkassen schlagen schon Alarm.

    Aber gut, mir muss es egal sein und ist es letztlich auch. Ich bin froh, dass der Silberstreif am Horizont immer sichtbarer wird.

    Mein Fazit: Die Technik war mal für den Menschen da, jetzt der Mensch für die Technik da. Der PC sagt Dir, was Du zu tun hast, wenn er ständig blinki-blinki macht, weil irgendwas eingegangen ist, das der sofortigen Bearbeitung bedarf. Bist Du in Termingeschäften tätig, kannst Du es sicherlich stundenlang blinken lassen (wenn Du bereit bist, die Konsequenzen zu tragen?). Der immer währende subtile Druck macht die Menschen krank.

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Richtig. Aber die "freie" Wirtschaft wird auch noch dahinkommen. Verlass Dich drauf!
    Nein, sowas, was du beschrieben hast (tagelanger Stillstand) kenne ich aus der FW nicht. Nur aus dem ÖD. Da kann man sich das auch leisten, leider.

    Mein Fazit: Die Technik war mal für den Menschen da, jetzt der Mensch für die Technik da. Der PC sagt Dir, was Du zu tun hast, wenn er ständig blinki-blinki macht, weil irgendwas eingegangen ist, das der sofortigen Bearbeitung bedarf. Bist Du in Termingeschäften tätig, kannst Du es sicherlich stundenlang blinken lassen (wenn Du bereit bist, die Konsequenzen zu tragen?). Der immer währende subtile Druck macht die Menschen krank.
    Mag sein. Aber das wurde schon Anfang der 90er genau so gesagt, mehr als 25 Jahre her.
    Ich würde sagen, du hast es einfach satt.

    Das ganze Glück der Erde liegt in der Immunität der Herde.
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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Und ist es in den 25 Jahren besser geworden? Würde mal orakeln....nein. Und ja, nach den Jahrzehnten habe ich auch fertig😁.

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    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Wer hat es nun eigentlich besser beim Übergang in die Rente?

    Ist bei der- oder demjenigen. der seine Arbeit (nicht mehr) mag und vielleicht schon länger Frust schiebt, das Aufhören total befreiend? Mir kommt es manchmal so vor, dass dann der Arbeitsfrust zwar weg ist, aber das Klagen irgendwie zu lange eingeübt wurde und auf anderes übertragen wird. Als wenn die Freude am Leben etwas verlernt wurde. Das kann sich nach einigen Jahren verlieren, manchmal bleibt das aber für immer, dann ist es wohl einfach Charaktersache.

    Oder haben es die leichter, die ihre Arbeit bis zum Schluss gern machen, sie dann erst einmal vermissen, aber insgesamt irgendwie positiver unterwegs sind? Das sind nach meiner Erfahrung dann teilweise die Rentner, die immer Programm haben (müssen?). Die sind mir dann wiederum teilweise zu anstrengend und ich denke manchmal, ach nee, einfach mal ein bisschen Sitzen und sich still seine Gedanken machen, ist doch auch sehr schön.

    Vielleicht aber auch egal. Bei jeder großen Umstellung im Leben besteht die Gefahr zeitweise in ein Loch zu fallen. Wenn man den Übergang über eine zeitweise Teilzeitbeschäftigung macht, muss man, denke ich, die freien Zeiten dazu nutzen, sich Erfüllung für die Zeit ganz ohne Arbeit zu suchen. Nur Freizeit zu genießen, ist wohl zu wenig, dann kann das Loch auch nach "nur" Teilzeit auftreten.

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