Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 57
  1. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Als ich in Rente ging, war mir nicht klar, welch ein großer Schnitt das sein würde. Dabei habe ich vorher jahrelang mit Rentnern und für Rentner gearbeitet.

    Was ich an Rente bekam, wusste ich schon vorher und war zutiefst davon überzeugt, dass es reicht. Dass ich nicht zu denen gehören würde, die in Geld schwimmen und jahrelang ihre Weltreisenwünsche verwirklichen können, war mir bewusst. Aber ich hatte unendliche Projekte am Haus zu erledigen, die ich jahrelang aufgeschoben hatte, in dem Bewusstsein, dann habe ich die Zeit dafür.

    Es kommt aber immer anders.

    Und ich habe bei Arbeitskollegen, die ungefähr zur selben Zeit in Rente gingen, erlebt, dass sie mit der Zeit der Nichtbeschäftigung nicht klar kamen. Sie erkrankten zum Teil sehr heftig, verloren den Lebensmut und hatten niemanden mehr, der ihre Lebensleistung bewunderte oder dem sie das noch glauben machen konnten.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  2. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Ich glaube, da sind Frauen oft besser dran, weil sie mehr Verpflichtungen haben. Mehr Haushalt, mehr familiäre Verpflichtungen etc. Aufgaben eben. Gerade bei Männern in Führungspositionen habe ich das bisher ganz oft gesehen, dass sie zwar immer sagten "nee, wie Pappa Ante Portas werde ich ganz sicher nicht" dass es aber eigentlich genauso kam. Da Männer ja auch seltenst in Teilzeit gehen, waren da plötzlich 40 Stunden plus die früheren Fahrtzeiten und wegfallenden Dienstreisen zu füllen und alle hektische Betriebsamkeit konnte nicht davon ablenken, dass die Aufgaben fehlten und das Loslassen schwer fiel. Wie du sagst, Opelius, die Größe und Bedeutsamkeit dieses neuen Lebensabschnitts wird massiv unterschätzt. Man denkt immer "nicht arbeiten? Kann ich!" weil man sich das wie einen langen Urlaub vorstellt. Aber am Ende eines jeden Urlaubs steht fest, dass da ein Job ist, der auf einen wartet und das ist im Ruhestand halt nicht so.

    Schon deshalb würde ich immer dafür plädieren, einen sanfteren Übergang zu schaffen, also 2-3 Jahre vorher Teilzeit, sofern das möglich ist.
    So schade, dass man erst jetzt herausgefunden hat, dass Fußballspiele
    während einer Pandemie völlig ungefährlich sind.
    Man hätte den gesamten Kultursektor retten können,
    wenn man bloß Theater und Konzerthäuser rechtzeitig mit Fußbällen versorgt hätte.

  3. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Ich kann am 1.3.2024 nach 45 Jahren in Rente gehen. Ohne Abschläge. Es würde mir nicht in den Sinn kommen, ein Jahr eher mit 11,3 % Abschlägenin Rente zu gehen. Bei mir sind es 200,00 e monatlich, die später haben oder nicht finde ich schon immens.
    Mir macht die Arbeit auch überwiegend Spaß. Im Rückspiegel ist ein Jahr so kurz. Und ich bin gesund und munter.

    Allein durch eine Kürzung der Arbeitszeit (ich würde immer nur ganze Tage weglassen), behält man seinen gesamten Anspruch.
    Das wäre es mir wert. Ob ich im letzten Jahr verkürze, weiß ich noch nicht. Aber eher aufhören- niemals.
    Ich verstehe, für dich ist das geklärt. In meiner Brust kämpfen da zwei Seelen.

    Einerseits finde ich den Abschlag hochgerechnet auf eine irgendwie geschätzte Lebenszeit schon auch erheblich. Da kommt eine ziemliche Summe zusammen, die man sich halt "mit ein bisschen weitermachen" erhalten könnte. Wobei es bei mir dann schon um eine Zeitspanne von gut zwei Jahren bis zu den 45 Jahren geht, ich hatte Zeiten mit freiberuflicher Tätigkeit in meinem Berufsleben.

    Andererseits frage ich mich, was würde ich denn mit dem Geld anfangen? Tja, und da fällt mir eigentlich nichts ein. Die Differenz würde nichts Grundsätzliches in meinem Leben ändern. OK, hier und da mal für irgendwas etwas mehr Geld ausgeben, das macht mich nach meiner Erfahrung aber nicht glücklicher und zufriedener. Es geht um die Befriedigung meiner Bedürfnisse, wenn dies gesichtert ist, bringt mir nur teurer keinen Mehrwert.

    Und sparen? Irgendwie finde ich, damit darf dann irgendwann auch mal gut sein. Vernünftige Rücklagen ja, aber ich weigere mich einfach, für Jahrzehnte in Pflege vorzusorgen. Sollte es dazu kommen, wird sich ein Weg finden lassen. Und ein Bedürfnis nach Vergrößerung meines Nachlasses habe ich auch nicht.

    Nee, ich mir ziemlich sicher, es ist nicht das Geld, dass mir die Entscheidung für oder gegen einen früheren Ruhestand schwer macht.

  4. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    @eres

    Danke für deinen ausführlichen Beitrag.

    Die Steuerberechnung wird sogar noch etwas komplizierter, wenn andere Rentenarten mit anderen Besteuerungsregelungen dazukommen, wie das bei uns der Fall ist.

    Allerdings, solange nahezu nur meine gesetzliche Rente als Einkünfte bei der Einkommensteuererklärung anzusetzen ist, kann ich die Detailrechnung locker vernachlässigen. Das sind nur Peanuts, eher wrd man kaum über den Einstiegsbetrag in der Splittingtabelle kommen, egal um welchen Prozentsatz es am Ende geht. Und wenn weitere Einkünfte dazukommen, ist damit auch das Geld für Steuerzahlungen da.

    Die Sozialversicherung ist eindeutig der wichtigere und größere Brocken, den man im Blick haben muss, gerade auch bei den anderen als der gesetzlichen Rente, weil man hier die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung allein tragen muss.
    ausnahmsweise vollzitat
    andere renten werden mit dem gleichen anteil, wie deine rente besteuert
    da ist nichts anders
    was sollte da auch anders sein ?

    und unter dem strich ist es dann immer gesamtbetrag der einkuenfte
    dann wird alles abgezogen
    und unterm strich ist es dann das
    zu versteuernde einkommen

    das mit den kosten und dem vollen beitragssatz ( der derzeit mit 15,7% von der drv angesetzt wird ) zur kranken und rentenversicherung fuer andere einkunftsarten trifft ja nur gesetzlich versicherte
    wer privat versichert ist, und hohe einkuenfte hat, ist da eindeutig im vorteil

    andere frage, warum willst du erst im winter zur beratung bei der rentenversicherung gehen ?

    wenn du eine beschaeftigung als rentner suchst, wuerde ich ueber einen minijob nachdenken

  5. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Ich glaube, da sind Frauen oft besser dran, weil sie mehr Verpflichtungen haben. Mehr Haushalt, mehr familiäre Verpflichtungen etc. Aufgaben eben. Gerade bei Männern in Führungspositionen habe ich das bisher ganz oft gesehen, dass sie zwar immer sagten "nee, wie Pappa Ante Portas werde ich ganz sicher nicht" dass es aber eigentlich genauso kam. Da Männer ja auch seltenst in Teilzeit gehen, waren da plötzlich 40 Stunden plus die früheren Fahrtzeiten und wegfallenden Dienstreisen zu füllen und alle hektische Betriebsamkeit konnte nicht davon ablenken, dass die Aufgaben fehlten und das Loslassen schwer fiel. Wie du sagst, Opelius, die Größe und Bedeutsamkeit dieses neuen Lebensabschnitts wird massiv unterschätzt. Man denkt immer "nicht arbeiten? Kann ich!" weil man sich das wie einen langen Urlaub vorstellt. Aber am Ende eines jeden Urlaubs steht fest, dass da ein Job ist, der auf einen wartet und das ist im Ruhestand halt nicht so.

    Schon deshalb würde ich immer dafür plädieren, einen sanfteren Übergang zu schaffen, also 2-3 Jahre vorher Teilzeit, sofern das möglich ist.
    Da ist sicher was dran. Ich sehe den Übergang durchaus auch mit einem etwas bangem Blick.

    Ich fürchte nämlich, dass ich meine freie Zeit dann doch irgendwann mit Rumpruddeln im Haushalt, dem Herstellen von Dingen, die keiner braucht, und mit für mich eher uninteressanten Unternehmungen vertue. Ich meine damit jetzt nicht die Pflege sozialer Kontakte. Aber um Zeit zu füllen, macht man vielleicht dann eher auch bedeutungslose Sachen, die dann auch schnell wieder vergessen sind, weil daran nix bemerkenswert war. Davor bin ich im Moment wegen des Zeitmangels relativ geschützt. Ich mache halt nur das, worauf ich richtig Lust habe und worauf ich neugierig bin und mit Menschen, die mir etwas bedeuten. Alles andere moderiere ich weitghend ab.

    Es sind dann eben 50 und mehr Stunden in der Woche, die auf einmal gefüllt sein wollen.

    Das andere ist ein bisschen Furcht vor einem beschleunigten geistigen und körperlichen Abbau. Man muss sich die Herausforderungen alle selbst suchen, man bekommt nix mehr ohne Zutun angeboten.

  6. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Wenn dir Sachen Spaß machen, dann gibst du ihnen doch Bedeutung.

    Also ich kann von mir nur sagen, die Woche ist rum wie nix. Ich denke auch manchmal, ich habe meine Zeit nur versandelt. Doch wenn ich mal "Inventur" mache, dann habe ich doch so einiges gemacht/getan.
    Ich habe Phasen, da lese ich viel. Kommen interessante Filme und/oder Dokumentationen spätabends im TV, dann muss ich nicht mehr darauf achten, dass frühmorgens der Wecker rappelt. Das kann ich auch genießen.

    Zum Sport geht es jetzt durch Corona etwas eingeschränkt, doch kleine und größere Spazierrunden tagsüber und nicht nur an den Wochenenden sind für mich wohltuend und gut gegen "körperlichen Abbau".

    Sobald es die Angebote wieder gibt, werde ich mich historischen Spaziergängen anschließen. Ich interessiere mich schon immer für Geschichte und nun kann ich dem nachkommen, da ich es mir zeitlich einrichten kann.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  7. Inaktiver User

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Ich denke auch manchmal, ich habe meine Zeit nur versandelt.
    Ich find ja, in Zeiten von Erschöpfungsdepressionen und Burn Out ist das durchaus eine Qualität, wenn man das kann.

    Wieso das so geringgeschätzt wird hab ich noch nie verstanden.

  8. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich find ja, in Zeiten von Erschöpfungsdepressionen und Burn Out ist das durchaus eine Qualität, wenn man das kann.

    Wieso das so geringgeschätzt wird hab ich noch nie verstanden.
    Das sollte jetzt nicht negativ besetzt rüberkommen. Ich bin froh, dass ich diese Auszeiten nehmen kann und doch ist es nach zwei Monaten noch keine Selbstverständlichkeit, denn der innere Antreiber ist gelegentlich noch ziemlich aufmüpfig.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  9. Inaktiver User

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Das sollte jetzt nicht negativ besetzt rüberkommen.
    Ich meine das eher allgemein.

    Es heisst ja oft, man hat dann keine Struktur mehr, ganz arg - für mich heisst das eher, juchhu, Herr über meine Zeit und kein enges Zeitkorsett mehr.

    Struktur wird für mich völlig überschätzt, was spricht denn dagegen in den Tag hineinzuleben?

    Entscheidend ist doch die Zufriedenheit, und dass Leute die viel Struktur haben und leistungs- oder ergebnisorientierter sind (und daher immer irgendwas "sinnvolles" machen müssen) grundsätzlich zufriedener sind seh ich jetzt eher nicht.

    Vielleicht ist die Rente auch der Anlass, das mal zu hinterfragen.

  10. User Info Menu

    AW: Schrittweiser Übergang in die Rente oder klarer Schnitt?

    Also ich reduziere ab 01.08. auf 35 Stunden/Woche und am 01.08.2023 ist für mich Schluss.

    Bin allerdings alleinstehend und muss zusehen, dass der Rubel rollt. Meine Altersversorgung steht, wie vom Staat geraten, auf 3 Säulen (staatliche Rente/Betriebsrente/eigene Vorsorge).

    Bei der Rentenversicherung wurde für mich ausgerechnet, dass sich die Verkürzung der Arbeitszeit (und somit auch des Gehaltes) mit etwas über 7,00 Euro bemerkbar machen (die ich also weniger bekomme an Rente).

    Wenn ich mein Berufsleben beschließe, habe ich 49 Jahre gearbeitet. Das reicht und ich freue mich schon auf den neuen Lebensabschnitt, den ich hoffentlich gesund erleben werde.

    Nichts tun, wäre nix für mich und so werde ich wohl mich einem Lese-Verein anschließen, wo sich Menschen finden, die mit Kindern lesen üben.

    Es kreisen noch so ein paar Gedanken durch meinen Kopf. 3 Jahre habe ich ja noch Zeit.

Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •