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    Altenheim - neue Formen

    Zuerstmal: nein, so schnell will ich nicht ins Heim. Mache mir aber Gedanken, Frau weiss ja nicht. Ich bin Single, stehe mitten im Leben, gehe in Rockkonzerte, in Kneipen, spiele Theater und bin vielseitig aktiv. Aber falls es Mal nötig würde mach ich mir schon bisschen Sorgen wie das wird. Ich mache ehrenamtlich Besuchsdienste in Altenheimen, die sind gar nicht schlecht. Nur überall wird den Leuten das gleiche vorgesetzt an Unterhaltung: Schlager, Stricken, Kochen...nicht dass ich das nicht mögen würde, aber halt nicht ausschließlich. Ausflüge gehen zur Bundesgartenschau, aber nicht Mal in eine Kneipe...
    Ich komme halt aus der Generation der selbstverwalteten Jugendzentren und überlege immer öfter, ob frau nicht auch selbstverwaltete Seniorenzentren initiieren sollte.
    Würde mich mal interessieren, ob nur ich solche Gedanken habe .

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Guten Morgen
    Nein, hast du nicht. Ich hab mich auch schon gefragt, ob und ggf. wie sie das Programm auf uns "neue Alte" umstellen. Die eben ganz andere Interessen und vor allem einen anderen Musikgeschmack haben.
    So kurz nur dazu die Zeit im Blick.
    Sprache ist die Kleidung der Gedanken

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Wird sich ein geändertes "Unterhaltungsprogramm" nicht automatisch bei geändertem Bedarf ergeben ? Ok, das hoffe ich zumindest.
    Die Freundin meiner Schwiegermutter lebt seit vielen Jahren in einer Seniorenresidenz, in der es sehr viele unterschiedliche Angebote gibt, auch und grade kultureller Art. Das ist allerdings vom monatlichen Satz her eine Liga, die sich die wenigsten werden leisten können......

    Ich meine aber, die Interessen der meisten (nicht aller, das sollte auch mal gesagt werden!) momentanen älteren Herrschaften in Pflegegeinrichtungen, mehrheitlich sind sie weiblich und körperlich eingeschränkt, sind numal Kochen, Stricken, Schlager hören, Ausflüge zur Bundesgartenschau. Darauf richten sich die Einrichtungen ein.

    Wenn sich diese Interessenlage mal mehrheitlich(!) ändern sollte, wird sich auch das Programm der Einrichtungen ändern würde ich mal sagen.

    Eine Person, die noch körperlich einigermaßen auf der Höhe ist, kann ihr Leben komplett selbst gestalten und geht wohin sie möchte. Bei Gruppen wird geschaut, was die Mehrheit möchte und noch kann.

    Paelzern, mach doch bei deinen Besuchsdiensten mal alternative Vorschläge ! Bei den Senioren und der Heimleitung. Dann wirst du sehen, ob und wie das ankommt.

    Neue Wohnformen fürs Alter gibt es ja durchaus schon, z.B. in Form von Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäusern etc. Ist aber noch Luft nach oben, keine Frage.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (06.04.2020 um 08:58 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    ...

    Neue Wohnformen fürs Alter gibt es ja durchaus schon, z.B. in Form von Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäusern etc. Ist aber noch Luft nach oben, keine Frage.

    Gruß Elli
    Elli,
    Du bringst es auf den Punkt. Meine Mutter hat mit 94 noch allein in ihrer Wohnung gelebt, war nicht gegängelt vom vorgegebenen Tagesablauf, war nicht eingepresst in Aktivitäten ... sicherlich, sie war körperlich fast bis zum Ende, geistig auf jeden Fall, fitt. Sie ist in den letzten Monaten in eine Alten- Tagesstätte gegangen aber sie hatte sich immer bei mir darüber beschwert, dass sie mit den dortigen Alten kaum vernünftig reden konnte.

    Die Frage nach Alternativen, Du erwähnst Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäusern, ist absolut richtig, weil die heutigen Konzepte nach meinen Informationen veraltet sind, beziehungsweise sich an eine Klientel orientieren, die stark betreuungsbedürftig ist.

    Wie sähe mein Ideal aus? Am liebsten mit meiner geliebsten Frau leben und auch Zugang zu attraktiven anderen Menschen haben, so dass ich/wir uns dann zurückziehen können, wenn wir Bedürfnis danach haben. Wahrscheinlich ist diese Beschreibung zu einfach und man müsste beginnen aufzuschreiben, worin sich die Alten von heute von den Alten von vorgestern unterscheiden; dann kommt man zu neuen inhaltlichen Konzepten.

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Zitat Zitat von veryold Beitrag anzeigen
    .... man müsste beginnen aufzuschreiben, worin sich die Alten von heute von den Alten von vorgestern unterscheiden; dann kommt man zu neuen inhaltlichen Konzepten.
    Sofern sich die Alten von heute von den Alten von vorgestern tatsächlich so massiv unterscheiden ! Selbst nimmt man sich gerne anders wahr als die anderen nach dem Motto "hach, ich bin ja noch sooooo super fit und modern und aufgeschlossen, die anderen sind ja so furchtbar alt und beschränkt"....... Beobachte ich ab und an in meiner Umgebung, hier Schreibende sind davon natürlich ausgenommen !

    Will sagen: die Bedürfnisse ändern sich mit den Jahren. Von jetzigen Bedürfnissen auf das Alter "hochzurechnen" ist glaube ich schwierig. Ich habe das bei meiner Mutter erlebt. Sie wollte nie in ein Altenheim, war immer eine vom Charakter her schwierige Person, sie wird dieses Jahr 90 Jahre alt, ist dement, körperlich aber noch recht fit.
    Vor fast 3 Jahren ist die Sache eskaliert, innerhalb weniger Tage war klar, dass sie nicht mehr alleine leben kann (sie hat 100 km entfernt gewohnt), sie kam ins Krankenhaus, wie durch ein Wunder habe ich für sie sofort im Anschluss einen Platz in einer Pflegeeinrichtung bei mir um die Ecke bekommen. Von heute auf morgen hat sie mir alle Entscheidungen überlassen (was ich nie erwartet hätte!), und sie ist heute in der Einrichtung glücklich ! Was ich auch nie erwartet hätte. Sie hat Ansprache und Kontakte, zu Hause war sie total vereinsamt.

    Die Welt wird klein im Alter und -das habe ich mal gelesen- der "Kopf" passt sich dem meistens (nicht immer) an, hadert also nicht lange mit dem, was man nicht mehr kann, sondern lernt zu schätzen, was möglich ist. Das ist mir zumindest ein Trost.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (06.04.2020 um 08:57 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

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  6. Moderation

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Meine Erfahrung durch meine Großeltern und eine alte Freundin sind durchaus auch so, dass sich die Ausflüge nach den Möglichkeiten und Wünschen der Senioren richten - natürlich auch im Rahmen der Möglichkeiten der Betreuer.

    Und eigener Alkohol in Form von Wein und Bier war bei meinem Großvater kein Problem im Heim, hat das Personal geöffnet und auch das passende Glas gebracht.


    Das größere "Problem" in den meisten Heimen ist eher die Gesellschaft, weil die meisten Menschen ja erst in ein Heim gehen, wenn es nicht mehr anders geht (was ja auch individuell verständlich ist), aber dadurch ist der Anteil der stark gebrechlichen und dementen natürlich hoch und die sind eben keine anregende, attraktive Gesellschaft ... was es für die eher wenigen geistig aktiven schwierig macht.

    Aber dafür weiß ich auch keine Lösung, außer dass mehr jugendliche Alte frühzeitig ins Heim ziehen und dort eher WG-mäßig leben und die dadurch mögliche aktive Gesellschaft inklusive Ausflüge etc. genießen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    ...Aber dafür weiß ich auch keine Lösung, außer dass mehr jugendliche Alte frühzeitig ins Heim ziehen und dort eher WG-mäßig leben und die dadurch mögliche aktive Gesellschaft inklusive Ausflüge etc. genießen.
    Na ja, das wird wohl kaum jemand freiwillig machen, ist ja nicht nur eine Kostenfrage. Solche Wohnformen gibt es ja bereits, z.B. das sog. "betreute Wohnen", wo jeder noch die eigene Wohnung hat, es aber die Möglichkeit zum gemeinsamen Mittagessen oder zu Veranstaltungen gibt.

    Es ist verständlich, dass viele erst ins Heim gehen, wenn es alleine garnicht mehr geht, weil der Kopf oder der Körper nicht mehr mitspielen. Wer gibt freiwillig seine "Freiheit" auf und macht mehrheitlich Ausflüge etc. mit Menschen, die nicht mehr so fit sind wie man selbst ?

    Deshalb halte ich es für schwierig, wenn wir im Moment, wenn wir geistig und körperlich noch zu allem fähig sind(ok, zu fast allem ), antizipieren sollen, wie es uns möglicherweise im fortgeschrittenen Alter geht und was wir da (noch) brauchen werden bzw. was wir da überhaupt noch bewerkstelligen können. Bis dahin hat sich so einiges mit kulturellen Events und Kneipenbesuchen so oder so erledigt.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Ich hab 2 Ahnungen in mir

    Positiv wird sein, dass "wir", bzw viele von uns offener auf die neuen Kontakte im Heim zugehen

    Früher blieb man unter sich, das gehörte sich so

    Ich denke von mir, durchaus mal bei einem sympatischen Gegenüber anzufragen, ob man nicht mal zusammen .......

    Ich hoffe sehr sehr stark, ohne laute Radiobeschallung alter Lieder rumsitzen zu müssen

    Früher gab es nicht so viele Musikrichtungen und heute mutet man uns hoffentlich nicht zu, uns mit irgendeiner der vielen vorhandenen zu beschallen

    Ich würde verrückt

    Negativ: es wird eher enger vom Platz her, da wir Bewohner nicht mehr zuhause bei ben Kindern aufgenommen werden

    Generationswohnen ....das funktioniert meiner Meinung nach nicht
    Ist einseitig

    Die jungen Menschen brauchen Betreuung ihrer KInder, damit sie arbeiten gehen können
    Abends dann mit recht fremden Älteren gemütlichen Austausch pflegen...dafür sind sie zu müde oder haben Hobbys

    Mal für die Älteren gefällig sein, ja
    Aber nicht mit genügend Zeit, eine andere Form von Familienleben, wie es ev die älteren Menschen gerbn hätten

    Zusammengefasst u auf mich bezogen: mir graust vor vorgesesetzter Musik und vorgesetztem Essen
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  9. Moderation

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    AW: Altenheim - neue Formen

    In meiner Jugend und Jungerwachsenendasein gabs durchaus mehrere sehr unterschiedliche Musikrichtungen. Und so würde es mich grausen, später mal (haha) Udo Jürgens oder Reinhard Mey hören zu müssen, andere würden sich grausen bei Blues oder Rock. Selbst meine lange verstorbenen Eltern hörten ganz andere Sachen als die Nachbarn. Also da wird sich kaum was finden, was zu allen passt. Sowas möchte ich auch nicht zwangsweise vorgesetzt bekommen.
    Ansonsten ist es ja doch so, dass, wer sich keine Residenz oder komfortables betreutes Wohnen leisten kann, nur mit Pflegestufe ins Heim kommt. Da sind die Aktivitäten ja leider doch ziemlich eingeschränkt.

    Ich würde mir schlicht mal eine richtige Disco für Ältere wünschen mit alten Rocksachen, mit Psychedelischer Musik auch, gerne auch mal mit Jazz. So eine Mehrzweckveranstaltung, wo man sitzen und quatschen kann, was trinken, vielleicht auch im Rahmen der Möglichkeiten mal ein bisschen bewegen.
    Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit anderen Augen zu sehen.
    Marcel Proust

    Wir glauben Erfahrungen zu machen,
    aber die Erfahrungen machen uns. (Eugène Ionesco)
    ------------------------------------

    Moderation 60+, Kochen für Feinschmecker, BRIGITTE-Diät,
    Essen - Genuss oder Frust? Rücken

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    AW: Altenheim - neue Formen

    Zitat Zitat von Anemone Beitrag anzeigen

    Ich würde mir schlicht mal eine richtige Disco für Ältere wünschen mit alten Rocksachen, mit Psychedelischer Musik auch, gerne auch mal mit Jazz. So eine Mehrzweckveranstaltung, wo man sitzen und quatschen kann, was trinken, vielleicht auch im Rahmen der Möglichkeiten mal ein bisschen bewegen.
    Das gibt es bereits 🤩

    Zwar nicht in o.g Richtung aber das kommt

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