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  1. VIP

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    Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Ich stelle fest, dass ich zunehmend ängstlicher werde.

    Mein Anlass, jetzt einmal darüber nachzudenken, waren die Warnungen vor dem Sturmtief Sabine.

    Sowas ging mir früher am Popo vorbei. Wird schon gut gehen.
    Ich war nie leichtsinnig, aber eben auch nicht besonders besorgt.

    Heute achte ich peinlichst darauf: Sind die Fenster geschlossen? Auch im Keller? Wie kann ich mich noch absichern? Was kann alles passieren?
    Was muss ich tun, wenn....?
    Das überlege ich schon, weit bevor überhaupt ein Windchen weht.

    Das ist nur ein Beispiel... ich hätte noch weitere.
    Ich bemühe mich ständig, irgendwelche Risiken zu minimieren.
    Und gehe mir selbst damit zunehmend auf den Wecker.

    Auch beim Autofahren bin ich wesentlich defensiver als noch vor wenigen Jahren.
    Gut, ich muss nicht mehr zwangsläufig jeden Tag ans Steuer... aber dass ich total aus der Übung wäre, trifft es auch nicht.

    Früher flitzte ich zu Fuß noch mal eben fix über eine stark befahrene Straße. Heute bleibe ich stehen, wenn in 80 m Entfernung langsam ein Auto naht... weil ich könnte ja mal stolpern und hinfallen ... und dann kann der nicht mehr bremsen. Ich bin noch NIE beim Straßeüberqueren hingefallen... warum also heute?

    Woher kommt dieser Pfeil im Kopf?
    Ist das altersbedingt?
    Geht es Euch ähnlich (vielleicht aus völlig anderen Gründen oder Anlässen)?

    Ich bin meines Wissens gesund.
    Ich bin nicht körperbehindert oder sonstwie eingeschränkt, dass diese kruden Gedanken auch nur irgendeinen Sinn machen würden.

    Was es mir nicht leichter macht, ist mein Alleinleben. Ich bin selbst für alles verantwortlich und zuständig. Es ist niemand da, der mir das eine oder andere abnimmt... auch keine Sorge.

    Bitte, ich will nicht klagen. Ich lebe ganz glücklich allein, habe soziale Kontakte und fühle mich nicht einsam.
    Nur eben dieses "alles muss ich selber regeln" fällt mir zunehmend schwer und macht mir Angst.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Nein, werde ich nicht. Ich weiss, das ist nicht sehr hilfreich für Dich, sorry.

    Im Gegenteil habe ich das Gefühl, eher mutiger zu werden. Ich bin auch früher schon alleine verreist, mittlerweile tu ich das aber mit angehängtem Caravan und die drei Jahre zuvor im Zelt.

    Viele Leute finden das mutig, ich denke: Was soll mir denn passieren? Mag doof sein, aber ich empfinde das so. Und es ist auch schon eine Menge passiert. Auto kaputt, nachts mit Anänger bei Bora am Rand einer Klippe festgefahren, das war nicht schön, ist aber gut gegangen. Hat mich schlauer gemacht. Ich weiss jetzt, bei Dunkelheit keinesfall auf unbekanntes Terrain fahren

    Lange Rede, keine Hilfe für Dich. Ich denke, was mir passieren soll, passiert sowieso, ganz fatalistisch. Hab ich vorher wenigstens Spass gehabt.

    Vielleicht kommt es auch daher, dass ich seit dem 6. Lebensmonat meiner Tochter glücklich alleinerziehend war und eh für alles alleine zuständig und verantwortlich.
    Tell the truth, there's less to remember
    (frei nach Mark Twain)

    In a world full of Kardashians be a Morticia

    (T-shirt-Spruch)




  3. VIP

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?



    Doch, auch das ist für mich hilfreich.

    Ich finde es toll, wenn Du mit Deinem Caravan durch die Welt fährst und vielleicht sollte ich einfach mal denken: Guck an, Morticia gurkt jetzt lustig durch die Welt und Du traust Dich kaum über die Straße (übertrieben gesagt). Reiß Dich mal zusammen.

    Ich weiß ja selbst nicht, woher diese plötzliche Verzagtheit kommt. So kenne ich mich gar nicht.

    Ich stemme seit vielen Jahren alles alleine... und wenn ich mal ganz ehrlich bin, eigentlich auch schon, als ich noch mit meinem verlogenen Weichei verheiratet war. Wenn es was zu regeln gab, musste ich ran, der Herr duckte sich weg.
    Von daher ist es jetzt ja viel einfacher, mich nur noch um mich selbst kümmern zu müssen. Was ich jahrelang auch genossen habe.

    Aber irgendwie lässt gefühlt die Kraft nach.

    Hey, ich war schon auf dem Schulhof immer an der Front - und habe mich auch gern mal dem Großmaul der 2 Klassen höheren Jungensklasse angelegt. Mit Worten, und wenn es sein musste, habe ich ihm auch eine runtergehauen.

    Und jetzt fühle ich mich plötzlich schwach, alt und ganz weit hinten. Ängstlich eben.

    Diskussionen oder gar Streitigkeiten (Vermieter, Arbeitgeber - da geht es nur noch um Restansprüche -, Verkäufer... mit wem auch immer), die mir früher richtig Spaß gemacht haben, belasten mich zunehmend und ich beginne, mich davor zu drücken, wenn es irgendwie geht.

    Ich verstehe mich und meine Unsicherheit gerade selbst nicht mehr.
    Vielleicht (und hoffentlich) geht das ja wieder vorbei und es ist nur eine Phase.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Genau, es ist nur eine Phase und ich drück die Daumen, dass die bald nachlässt
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    (frei nach Mark Twain)

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Spricht mich sehr an, was du schreibst, denn ich beobachte ähnliches bei mir und bin erstaunt und ärgerlich über mich.

    Ich war auch immer sehr mutig, sehr entschlossen, risikofreudig, optimistisch, habe beruflich viel Verantwortung getragen.
    Jetzt erlebe ich mich mitunter seltsam verzagt, kenne ich gar nicht.
    Und stelle mir plötzlich bei vielen Dingen vor, was schief gehen könnte.
    Fahre vor Terminen viel zu früh los, denke, dass vielleicht Züge ausfallen oder ich mit dem Auto keinen Parkplatz oder eine bestimmte Adresse nicht finde - solche Gedanken kannte ich bis vor 2 Jahren nicht.
    Habe meine Tochter vor 2 Jahren in Australien besucht, war ein tolles Abenteuer.
    Jetzt hat sie den Kontinent gewechselt und ich habe seltsame Ängste vor der nächsten Reise, obwohl es nur noch halb so weit ist.

    Witzig: das mit dem Überqueren der Straße ist mir heute morgen passiert, ich hatte auch plötzlich die Vorstellung im Kopf zu stolpern (noch nie passiert!)

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Auf keinem Fall ängstlich .. vielleicht schrullig oder komisch .. L O L
    vorsichtig und bedacht .. meine 50er finde ich toll .. !!!
    Carpe Diem

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Rotfuchs,
    ich sehe es wie du:
    Viele werden im Alter (ich bin ü 60) ängstlicher.
    Sehe ich auch be anderen-übrigens auch bei Männern.

    Ich erkläre es mir damit, dass man mit zunehmendem Alter viel erlebt, gesehen, mitgekriegt hat, auch Negatives, Unglücksfälle... Als junger Mensch interessiert es einen nicht so, fühlt man sich unverwundbar.

    Bsp.
    Inzwischen gehe ich sehr konzentriert über die Strasse ,versichere mich nochmal, mit dem Enkel auf dem Arm nicht mehr ganz zur Balkonbrüstung(er könnte ja zappeln und mir entgleiten). Herd haben wir inzwischen Induktion-geht notfalls von selbst aus.

    Als Junge Person:
    Fast aus dem zug gefallen,da auf den fahrenden noch aufgesprungen-2 männer zerrten mich noch rein.
    Verpennt am studienort auf die Strasse gelaufen-ein pkw musste mit lautem Bremsen auf den Gehweg ausweichen.
    Beim Bergsteigen keine Angst. Inzwischen vermeide ich schmale Wege am Abgrund.

    Aber am meisten bin ich ängstlicher bez meiner Kinder, Enkel, Mann. Da habe ich keinen Einfluss, kann nichts kontrollieren.

    Was ich aber auch merke, ich bin misstrauischer geworden, dass man mich übers Ohr hauen will oder mich für blöd hält. Ich bin da eine richtige Bissgurr (telanrufe, Hausierer,agebl. Amtspersonen). Da teile ich gleich energisch verbal aus.
    Also du bist nicht allein. Und du reflektierst ja auch das geänderte Verhalten. Damit kann man sich ja auch etwas steuern.
    Daphnia
    Daphn

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von Daphnia Beitrag anzeigen
    Aber am meisten bin ich ängstlicher bez meiner Kinder, Enkel, Mann. Da habe ich keinen Einfluss, kann nichts kontrollieren.
    Das geht mir genau so. Und es nervt.

    Ängstlicher wegen irgendwelcher Naturkatastrophen eher weniger als früher. Ich habe schon einiges überstanden und sehe das nicht mehr so eng...man hat uns ja früher schon in Panik versetzen wollen....bzw. eher gelassen.
    Ich mache heute was für Bauch, Beine, Po.
    Pfannkuchen mit Nutella.

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Ich stelle fest, dass ich zunehmend ängstlicher werde.
    Was es mir nicht leichter macht, ist mein Alleinleben. Ich bin selbst für alles verantwortlich und zuständig. Es ist niemand da, der mir das eine oder andere abnimmt... auch keine Sorge.
    Bitte, ich will nicht klagen. Ich lebe ganz glücklich allein, habe soziale Kontakte und fühle mich nicht einsam.
    Nur eben dieses "alles muss ich selber regeln" fällt mir zunehmend schwer und macht mir Angst.
    Das kann ich total unterstreichen!
    Beim Tod meines Mannes war ich 60, da ging es noch besser, da war ich noch berufstätig und habe trotzdem zwei Wohnsitze geschaukelt. Aber je älter ich werde umso unbeweglicher und auch verzagter werde ich. Wie jemand hier schon schrieb, man weiß eben auch mehr, hat mehr erlebt und erfahren als in jungen Jahren und das macht vorsichtig und eben auch zögerlich!
    Irgendwie wird alles beschwerlicher und so lässt man manches auch sein, weil es zu mühsam wird.

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Mir geht es auch so. Ich bin, was meine körperliche Unversehrt seit angeht, sehr ängstlich geworden. Habe Angst vor Stürzen und auch Angst, danach nicht die richtige Unterstützung zu bekommen. Habe Angst, von Ärzten oder Handwerkern falsch behandelt und dann übers Ohr gehauen zu werden.....

    Ski fahren und wandern inzwischen auch schwer möglich. Um die Stelle, wo ich vor einigen Jahren auf Glatteis ausgerutscht binund mir den ersten Knochenbruch meines Lebens zugezogen habe mache ich heute noch einen Bogen.

    Das alleine zu reisen macht mir dagegen inzwischen Spaß, die erste Alleinreise nach der Trennung war damals schwierig.
    Auch die Snsorik ist allgemein empfindlicher geworden. Ich vertrage viele Gerüche nicht mehr, Gerichte, Materialien, Hitze - an manchen Tagen kann ich keine Zeitung lesen, weil mich der Zustand der Welt so in Aufregung versetzt.

    Ja, es geht mir sehr auf die Nerven.
    Dann sehe ich andere Bereiche, in denen ich wesentlich sicherer bin als früher: öffentliche Auftritte zB.

    Es gibt aber ängstliche und weniger ängstliche Tage bei mir. Hormone? Jahreszeit? Vollmond?

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