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  1. User Info Menu

    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich bin in den letzten Jahren nicht ängstlicher, aber viel vorsichtiger geworden. Ich denke, wie Ihr, über Risiken nach.

    Ich fahre viel langsamer als noch vor 20 Jahren mit dem Auto

    Mich stören am allermeisten die Umweltgeräusche. In einer größeren Feierstunde stelle ich meine Redebeiträge nach spätestens einer Stunde ein, denn es prasseln viel zu laute Nebengeräusche auf mich ein. Der Versuch, es mit einem Hörgerät auszuprobieren, war eine Katastrophe. .
    Da kann ich mich einklinken.
    Früher habe ich alle Bedenken weggewischt mit "no risk, no fun ".
    Pausen bei langen Autofahrten fand ich überflüssig.
    Jetzt teile ich mir schon zu Hause die Strecke in Abschnitte, bekloppt.

    Letzte Woche waren wir mit den Nachbarskindern beim Bowling. Die Geräuschkulisse dort hat mir früher immer so gefallen, jetzt traf mich fast der Schlag, als wir rein kamen! Wäre am liebsten sofort wieder gegangen.
    Aber das Bowlen klappte noch, die Kinder waren angemessen beeindruckt😁

  2. Moderation

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Ich merke, die Augen werden schlechter, der Gleichgewichtssinn wird schlechter, das erzeugt schon eine Unsicherheit, die früher nicht da war. Ich merke das beim Motorradfahren und beim Klettern/Bergwandern (Höhenangst! Und, ja, ich bin schon mehrfach über meine Schnürsenkel gefallen...). Außerdem habe ich mehr Sachen zu jonglieren, dann geht die Aufmerksamkeit wandern und ich weiß nicht mehr, ob ich alle Fenster zugemacht habe, weil ich mental ganz woaanders war und es zu viele Fenster in dieser Wohnung gibt.

    Und ich habe überhaupt keine Lust, mir wegen großen Sachen ins Hemd zu machen, statt dessen mach ich mir wegen kleinen oder völlig absurden Sachen ins Hemd ("das Auto könnte explodieren! Oder abgeschleppt werden!"). Das ist sehr lästig. Ich brauche mehr Herausforderungen und Gelegenheiten, mir meine Kompetenz zu beweisen, und nicht eine Extremform von Murphys Gesetz anzunehmen, wo jede Sache, die schiefgeht, eine Untergangskaskade auslöst und ich sowieso in der unannehmlichesten aller möglichen Welten lebe.

    Gegen die körperlichen Sachen kann ich für eine gewisse Zeit in gewissem Maß antrainieren. Was ich mit den schlechten Denkgewohnheiten mache, weiß ich noch nicht. Sozial war ich immer schon eher scheu, das wird mit den Jahren aber besser statt schlechter.

    Ich vermute, man muß immer dagegen angehen, daß der eigene Kontrollradius -- der Bereich, in dem man sich souverän fühlt -- schrumpft. Denn er schrumpft aus Mangel an Übung.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Fear knocked at the door. Faith answered. There was no one there.

    Das ist für mich ein ganz wichtiger Kernsatz. Habe ich mehr Angst als früher? Eher weniger. Ich habe schon sehr vieles durch, ganz konkret, vor dem sich viele fürchten und habe gelernt, dass es nicht für alles, aber für vieles Lösungen gibt und dass die Kraft dafür in mir wohnt.

    Eine Aufgabe ist es, das Vertrauen in diese Kraft zu bewahren und nicht bei einer Krise, z.B. in Form einer wirklich erschreckenden, prospektiv chronischen Erkrankung, zu verlieren. Daran arbeite ich gerade und seit ich das tue, merke ich, wie ich wieder freier werde.

    Für vieles, das gemäss R_Rokeby "schicksalhaft" mit Alter verbunden scheint, gibt es Möglichkeiten, die nicht nur vorbeugen, sondern auch wieder zurück bilden können. Es ist beispielsweise kein Schicksal, Gleichgewichtsstörungen zu bekommen und zu behalten. Wer frühzeitig beispielsweise Feldenkrais oder Chi Gong praktiziert und dies zum Teil seines Alltags macht, kann sich viel Geschmeidigkeit auch im Gehirn erhalten. Ich bin heute geschmeidiger und beweglicher als in meinen 30ern.

    Kurz: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich vieles durchaus steuern kann. Ich muss es aber auch tun. Das, was nicht in meiner Hand liegt, muss ich annehmen und Wege des Umgangs finden. Für mich gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Tod - und dem Leben! dazu. Der Satz "Die Angst vor dem Tod ist eigentlich die Angst vor dem Leben" hat es in sich, gerade in Bezug auf das Altern.

    Ich habe keine Patentlösungen. Aber inzwischen viele Erfahrungen hinsichtlich möglicher Türen, durch die ich gehen kann und einen festen Glauben an die Kräfte, die in jedem von uns schlummern.

    Während ich dies schreibe, muss ich wieder wahrnehmen, dass meine Hände einen Tremor bekommen. Ich habe keine Ahnung, warum und wieso und eine Scheissangst deshalb. Als ob ich nicht schon genug an den Hacken hätte! Aber die Angst hilft mir nicht - Hoffnung dagegen schon.

    Ich habe keine Ahnung, wohin die Reise geht - nur, dass sie mit dem Tode endet. Ob der wirklich "das Ende" ist, weiss ich aber auch nicht sicher. Diesbezüglich hat mir sehr geholfen, mir vorzustellen, dass der Geburtsvorgang für das Kind, das sich auf den Weg macht, eigentlich wie Sterben sein muss. Das Zuhause, die Fruchtblase, wird zerstört, die lebenserhaltende Nährlösung verschwindet, es macht sich auf den Weg ins Ungewisse, muss sich durch scheinbar kaum überwindbare Engstellen bewegen und gelangt in eine "neue Dimension", in der es die Organe, die in ihm gewachsen sind, nun auch benutzen muss - zum ersten Mal überhaupt, eine komplett neue und möglicherweise überwältigende Erfahrung. Es wird nicht mehr beatmet - es muss selbst atmen, wenn es leben will.

    Vielleicht ist der Weg aus dem Leben ganz ähnlich. Ebenso wenig, wie das Kind wissen kann, wohin die Reise und ob sie überhaupt gut ausgeht, kann ich das in Bezug auf meinen Tod wissen. Schlichtes Sein im Hier und Jetzt scheint mir da eine ganz gute Strategie.

    Und die habe ich mir erst im fortgeschrittenen Lebensalter und mit zunehmendem Bewusstein erarbeitet. Das stimmt mich froh und mutig für alles, was da kommt.

    Auch wenn ich den Tremor nach wie vor überaus erschreckend finde. Aber ich bin so viel mehr als das.

    Das muss für den Augenblick reichen.

    Ich wünsche allen einen mutigen, zuversichtlichen Tag!


  4. Moderation

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Schön geschrieben, KlaraKante (auch das drüben beim Corona). Das Ganze ist ein anstrengender Weg, aber ein wichtiger.
    Das was bei dir der Tremor ist (einen leichten hab ich auch, der stört mich aber nicht), sind bei mir die Augen.

    Ich merke aus aktuellem Anlass gerade, dass ich zwar nicht sehr viel mehr Angst als früher habe, aber weniger stressresistent bin. Da gilt es auch, neue Programme zu entwickeln.

    (eigentlich bin ich ja noch 3 Jahre zu jung für diesen Strang )
    ‘One of the criticisms I've faced over the years is that I'm not aggressive enough or assertive enough, or maybe somehow, because I'm empathetic, it means I'm weak. I totally rebel against that. I refuse to believe that you cannot be both compassionate and strong.’
    Jacinda Ardern, 2019


    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Vielleicht war ich immer schon recht ängstlich, sodass ich mir jetzt nicht ängstlicher vorkomme als früher.
    Was mich belastet ist meine zunehmende Unbeweglichkeit und Kraftlosigkeit. Ich konnte noch mit 64 von ca 9h morgens bis am NM im Garten buddeln, jetzt bin ich nach drei Stunden k.o. und will auch gar nicht mehr. Natürlich kann man viel reduzieren, aber manche Arbeiten bleiben einem eben nicht erspart und diese zu verrichten wird immer mühevoller und lästiger.
    Mit welchem Elan habe ich mich früher dem Hausputz gewidmet. Ging ja auch ruckzuck, bis alles wieder pipifein war. Jetzt sinniere ich lange darüber nach, dass eigentlich eh alles noch passt und noch gar nicht gemacht werden muss.
    Als ich mit 65 in Pension ging, blickte ich auf eine wundervolle Zeit voraus, mich nur mehr meinen Hobbies und Neigungen widmen zu können und dafür alle Zeit der Welt zu haben! Vieles davon ist mir aber nun nur noch lästig geworden.
    Schafft man nicht mehr so viel, weil man im Alter bequemer wird, oder wird man bequemer, weil man einfach nicht mehr so viel schafft?

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Man schafft nicht mehr so viel.
    Beobachte ich bei mir und auch in meinem sozialen Umfeld.
    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
    (Friedrich Hölderlin)

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Ob der wirklich "das Ende" ist, weiss ich aber auch nicht sicher. Diesbezüglich hat mir sehr geholfen, mir vorzustellen, dass der Geburtsvorgang für das Kind, das sich auf den Weg macht, eigentlich wie Sterben sein muss. Das Zuhause, die Fruchtblase, wird zerstört, die lebenserhaltende Nährlösung verschwindet, es macht sich auf den Weg ins Ungewisse, muss sich durch scheinbar kaum überwindbare Engstellen bewegen und gelangt in eine "neue Dimension", in der es die Organe, die in ihm gewachsen sind, nun auch benutzen muss - zum ersten Mal überhaupt, eine komplett neue und möglicherweise überwältigende Erfahrung. Es wird nicht mehr beatmet - es muss selbst atmen, wenn es leben will.
    :
    Das ist so ein schönes Bildnis
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Das ist so ein schönes Bildnis
    Der Unterschied ist nur, dass das Kind sich dessen nicht bewusst ist.
    Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.
    (Friedrich Hölderlin)

  9. Inaktiver User

    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von Macani Beitrag anzeigen
    Ich habe die 60 schon länger überschritten und kann nicht feststellen, das ich ängstlicher geworden bin. Auf unebenem Terrain, vor allem bergab, gehe ich aber langsamer und vorsichtiger als früher, um Stürze möglichst zu vermeiden.

    Ich gehe auch im Dunkeln alleine nach Hause ohne mulmige Gefühle, wohne allerdings weder in der Großstadt, noch in einer sonstwie gefährlichen Gegend. Mir hilft da auch ein bisschen, dass ich sehr groß bin.
    Ich denke, als kleine, zierliche Frau ist man eher gefährdet.

    Angst habe ich nur, wenn ich mit meinem jetzt 6-jährigen Enkel alleine unterwegs oder im Urlaub bin. Da befürchte ich immer, dass ihm was passiert. Das ist nicht ständig präsent, aber wenn er rennt, klettert oder zu schnell mit dem Fahrrad fährt, ist da immer dieser Gedanke, dass er stürzen könnte und sich die Zähne ausschlägt, ein Bein bricht oder noch Schlimmeres passiert. Ich kann das nicht verhindern und bin jedesmal erleichtert, wenn ich ihn heil wieder an seine Eltern übergeben kann.
    Ich kann es mir schlichtweg nicht leisten...

    Das sag ich mir buchstäblich.
    Und was ich so bei mir beobachte: es ist das Ziel was mich antreibt.....
    Gerade vor kurzem hatte ich ein ganz langes und schönes Gespräch über ein Reiseziel: Israel

    Dieses Land fasziniert mich so, da weiß ich zwar - das könnte ne Bombenstimmung werden, aber das verdränge ich.
    Genau so ist es mit dem Fahrrad fahren: die City ist wirklich hochgefährlich - aber der Wald hat es auch in sich. Bin vor kurzem über ne Wurzel gestolpert, vom Rad gefallen, und in eine Wildschweinherde........

    Was wäre die Alternative?
    Zuhause bleiben - und seine Ängste zu schüren, seine Knochen zu schonen, auf dass sie erst recht morsch werden?

    Ich bin Eine die viel, viel Mut braucht.
    Um das auszugleichen was ich nicht habe: Orientierungssinn zum Beispiel....

    Meiner Erfahrung bedarf es gerade mit zunehmendem Alter an Mut.
    Und das kann man wunderbar trainieren.

    Was mich betrifft: Mut ist nur die Überwindung von Angst.

    Ich kenne wirklich Menschen die sich schon relativ jung in Seniorenkreisen aufhalten. In den Freizeitstätten, in den Wohnheimen. Was ist das für eine Sicht vom Alter?

    Dabei wäre mir schon ein langes Leben erstrebenswert, aber keines auf Sparflamme.
    Ich hab auch so meine Weisheiten für mich: zu älteren Menschen ist man in der Regel nettter, die sind sexuell auch nicht mehr so interessant....

    Muss ja nicht stimmen - hilft aber enorm.

  10. Moderation

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    AW: Werdet Ihr mit zunehmendem Alter auch ängstlicher?

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Der Unterschied ist nur, dass das Kind sich dessen nicht bewusst ist.

    Ich vertraue drauf, dass ich, wenn ich mich im Sterbeprozess befinde, also wirklich in der letzten Stunde oder den letzten 10 Minuten, ausreichend 'weggetreten' oder in einem Zustand bin, wo ich mich leicht fühle. In einem Hormoncocktailrausch oder so. Instinktiv mitgehen, so wie ein Kind bei der Geburt. So wie vorprogrammiert. Wenn meine letzten Minuten so sind wie die meiner Mutter (von den Wochen vorher red ich lieber nicht), dann bin ich zufrieden, das macht mir keine Angst.
    ‘One of the criticisms I've faced over the years is that I'm not aggressive enough or assertive enough, or maybe somehow, because I'm empathetic, it means I'm weak. I totally rebel against that. I refuse to believe that you cannot be both compassionate and strong.’
    Jacinda Ardern, 2019


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