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Thema: Kriegsenkel


  1. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Mayali Beitrag anzeigen
    So ein bißchen kann ich die Anmerkung bei manchen Posts hier nachvollziehen, obwohl es sicherlich nie als Verhöhnung gemeint war. Aber manchmal finde ich einfach, es wird zuviel vermischt, wenn nicht sogar Ursachen an den Haaren herbeigezogen, um alles zu erklären, was einem widerfahren ist.
    In dieser Hinsicht, bin ich der Meinung, dass Nachsicht und Weitsicht der beste Weg ist.

    Wir können hier keinesfalls eine Beurteilung über Gesagtes treffen und wer sich mit dem Thema befasst, bemerkt auch sehr schnell, dass man nie alles erfahren wird......nie.

    Es bekommt leider ganz schnell den Anstrich von "nicht ernst genommen werden" und das ist ja genau eines DER Probleme, die seelisch Betroffene haben.
    Außenstehende, die zuhören, reden es herunter "war doch nicht so schlimm" oder es stimmt so alles nicht........leider trauriger Alltag.

    Bevor ich also nur einen ungerecht herabsetze, weil ich dessen Worten nicht folgen kann (zu diesem Gedanken)- darf sich für mich jeder einreihen, denn ganz oft, steckt so viel mehr dahinter und wir erfahren nur einen Bruchteil.

    Und- es ist ja auch nicht so, dass das jeder von sich sagt.
    Es gibt doch auch genug, die sich unbelastet und unbeschadet fühlen!

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Es geht nicht um Kontaktabbruch zu den Vorfahren in diesem Strang.
    @Sariana,
    Ich zitiere das EP von Langbein (am Smartphone)
    Zitat:
    "Meine emotionslose Mutter ist Jahrgang 1930, seit ich denken kann, habe ich nicht verstanden, warum sie wirklich null Interesse an mir hatte und mich eigentlich in allen Situationen einfach hat stehen lassen.
    Das große Schweigen in meiner Familie hat mir auf keine meiner Fragen eine Antwort gebracht. Erst jetzt kann ich manches unter dem Aspekt Kriegsfolgen sehen, werde aber wohl trotzdem den Kontakt zu ihr abbrechen."

    Aus dem letzten Satz geht für mich nicht eindeutig hervor, ob der Entschluss schon feststeht.
    LG Ivi

  3. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    ok, dann war das missverständlich- hätte mich jetzt auch gewundert.

    .
    Hab mich auch gewundert, dass du sowas von mir denkst
    LG Ivi

  4. Avatar von Sariana
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Langbein Beitrag anzeigen
    In den Weihnachtsferien habe ich zum ersten Mal mit dem Thema ‚Kriegsenkel‘beschäftigt, weil ich das Buch mit gleichem Titel gelesen habe. Ich war überrascht und erleichtert, gleichzeitig irritiert so viel quasi aus meinem Leben zu finden.
    Der Zwischentext wurde von Ivonne2017 bereits zitiert.

    Wie geht es euch? Ich bin Jahrgang 54 und dachte, dass ich meine Probleme im Griff habe...
    Nachdenklich,
    Langbein
    Aus dieser Frage leitete ich ab, dass es um den Austausch über das Thema "Kriegsenkel" ging.

    Ob jemand aufgrund der gemachten Erfahrungen den Kontakt abbrach und/oder das in Erwägung gezogen hat/hatte, war für mich persönlich nicht die Frage der TE.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  5. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Der Zwischentext wurde von Ivonne2017 bereits zitiert.



    Aus dieser Frage leitete ich ab, dass es um den Austausch über das Thema "Kriegsenkel" ging.

    Ob jemand aufgrund der gemachten Erfahrungen den Kontakt abbrach und/oder das in Erwägung gezogen hat/hatte, war für mich persönlich nicht die Frage der TE.
    Wir sollten Langbein fragen, was genau ihr Anliegen ist..
    Die TE war seit dem EP am 3.1. nicht mehr online.
    LG Ivi


  6. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    @Kenzia

    Ja, da hast Du wohl recht und Du hast es für mich gut zusammengefasst und beschrieben.
    Damit kann ich mich sehr anfreunden. Danke!


  7. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Otegami Beitrag anzeigen
    Ich unterschreibe jedes Wort von Dir!!!! Das war/ist auch meine Devise: '.......wiederhole nicht ,was Dir einmal sehr weh getan hat'.
    Liebe Otegami,

    Das ist sicherlich ehrenwert, aber Traumata und die Folgen von Traumata und das, was generationenweise weitergegeben wird, sind tiefsitzende Störungen, die wir als Kind in unserer Entwicklung auf der Suche zu uns selbst erleiden.

    Mit *Devisen* kommen wir nur bei den oberflächlichen und offensichtlichen Fehlinterpretationen zeitgenössischer Erziehungsfragen weiter.
    Traumata sitzen tiefer und meistens erschüttern sie ureigene, gesunde und brauchbare, lebensnotwendige Gefühle, die dann fehlgeleitet werden.

    Also hier das Traumata und dort die dadurch entstande Emotionsstörung. Die kann sich in Panikattacken, Schlafstörungen, unkontrollierten Wutausbrüchen, Süchten (kommt ja von Suchen), Masochismus, Sadismus, Pädophilie äussern.

    Unser Handeln als Erwachsene ist nicht von der Realität bestimmt, sondern von der Interpretation der Realität,
    die durch diese fehlgeleiteten Emotionen bestimmt werden.
    Das Trauma verändert nicht nur den Traumatisierten, sondern er verebt es zwangsläufig an sein Kind.

    Das Kind macht sich nach der Geburt auf die Suche zu sich selbst, um sich selbst lieben zu können. Dabei sind sie auf die Liebe der Eltern angewiesen, um überhaupt erst einmal zu wissen, was Liebe ist. Und sie sind in den ersten Lebensjahren ausschließlich auf deren *Liebe* angewiesen. Diese Liebe, egal, wie sie aussieht, prägt uns. Diese Liebe kann aber durchaus aus einem toxischen Coctail fehlgeleiteter Emotionen bestehen.

    Das Kind kann nicht unterscheiden zwischen falsch und richtig, aber es hat sehr empfindliche Fühler dafür, was nicht stimmig ist und es reagiert darauf.
    Eltern, bzw. Erwachsene mögen das nicht, deshalb müssen Kinder in ihrem Sinne funktionieren.

    Kinder funktionieren grundsätzlich gerne und gut, nur nicht auf Verhältnisse, die sie nicht verstehen.

    Ich musste dabei an Opelius´ Geschichte mit dem Kohlenkeller denken. Der Kleine Opelius holte die Kohlen gerne, für Mutter, für Vater für die Geschwister, damit sie es alle warm hatten. Seine Aufgabe war eine sinnvolle, von der auch er profitierte.

    Der kleine Schiller musste auch immer in den Keller, wenn es dunkel war, um Bier für seinen Vater zu holen. Er hatte immer panische Angst, weil er dabei immer an die Gruselgeschichten dachte, die kleinen Kindern damals gerne erzählt wurden. In denen Kinder geschlachtet wurden und der Keller immer der Ort für Leichen war.
    Der kleine Schiller schrie dann vor Angst. Der Vater wollte keinen faulen oder feigen Sohn und prügelte drauf los. Der kleine Schiller ging dann in den Keller, weil er vor den Prügeln mehr Angst hatte, als vor dem Keller.
    Väter wollten keine feigen Söhne, die taugten nicht für Krieg.

    Kriegsenkel sind nicht alle gleich, auch im Krieg kam es auf die Eltern an.
    Gruß Schiller
    Geändert von Schillerlocke (24.01.2020 um 23:39 Uhr)

  8. Avatar von Otegami
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen

    ...…..aber Traumata und die Folgen von Traumata und das, was generationenweise weitergegeben wird, sind tiefsitzende Störungen, die wir als Kind in unserer Entwicklung auf der Suche zu uns selbst erleiden.

    Traumata sitzen tiefer und meistens erschüttern sie ureigene, gesunde und brauchbare, lebensnotwendige Gefühle, die dann fehlgeleitet werden.
    Stimmt!!!!!

    Mein Satz 'Das war/ist auch meine Devise: '.......wiederhole nicht ,was Dir einmal sehr weh getan hat'.
    war auch allgemein und absolut wertfrei gemeint! (Ich hatte auch die Unterscheidung Traumata/ oberflächlichen und offensichtlichen Fehlinterpretationen zeitgenössischer Erziehungsfragen dabei überhaupt nicht im Auge!)

    Ich hatte im Hinterkopf, dass oft der Druck, der selbst erlitten werden musste, einfach weitergegeben wird! Beispiel: Frauen, die von ihren Schwiegermüttern gepiesackt wurden, piesacken genauso oft wieder ihre Schwiegertöchter. (Beispiele erlebe ich oft im engsten Umfeld!)

    Und d a s geht auch anders!!!!! Gehört aber eine Menge Reflexion dazu!

  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Otegami Beitrag anzeigen
    Beispiel: Frauen, die von ihren Schwiegermüttern gepiesackt wurden, piesacken genauso oft wieder ihre Schwiegertöchter. (Beispiele erlebe ich oft im engsten Umfeld!)
    Das konnte ich auch - reichlich fassungslos - feststellen.

    Sätze ihrer Schwiegermutter, die meine Mutter jahrzehntelang (aber erst hinterher) auf die Palme brachten durfte ich (!!!) mir plötzlich anhören. Als sei jede Erinnerung an den eigenen Ärger erloschen.

    Es fühlte sich an, als ob sie die Bosheiten ihrer Schwiegermutter gelernt hätte um sie an mich weiterzugeben.

    Sowenig nachdenken kann doch niemand

    LG Ivi

  10. Avatar von Otegami
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Als sei jede Erinnerung an den eigenen Ärger erloschen.
    Stimmt! Sehe ich auch so!

    Zitat Zitat von Ivonne
    Sowenig nachdenken kann doch niemand
    offensichtlich schon!

    Und offensichtlich bedarf es eines größeren Kraftaktes, diesen Druck nicht weiterzugeben! (Aber ich darf verraten, dass es sich lohnt! )

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