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Thema: Kriegsenkel

  1. Avatar von Ivonne2017
    Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Zauberstein Beitrag anzeigen
    Meinen großen Respekt für diese Aussage von dir.

    Sich als Opfer der Eltern zu sehen dass bekommen viele noch hin aber der letzte Teil was man selber für einen Anteil hat bei den eigenen Kindern, dafür braucht man echt einen Arsch in der Hose den Schritt zu gehen, und genau dafür lohnt es sich zu schauen wo das alles herkommt .
    Den eigenen Anteil sich und dem Partner gegenüber zu sehen ist auch nicht ohne.

    Wir tendieren beide zu Härte uns selber gegenüber mit gesundheitlichen Folgen.

    Das haben wir uns selber zuzuschreiben.
    Klar, am Anfang war ungute Erziehung, das ist aber sehr lange her.

    Dem Kind gegenüber waren wir viel nachsichtiger.
    LG Ivi


  2. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Es gibt ja so einen schönen Spruch
    "Das Leben wird rückwärts verstanden aber vorwärts gelebt"

    Ich finde ihn für mich sehr wahr, es war wichtig für mich nach hinten zu schauen . Muster zu erkennen, zu erkennen und zu benennen was geschehen war wo die Ursachen waren das ganze auch mit professioneller Hilfe.

    Um dann nach vorne gewandt mein Leben und mein Verhalten anders gestalten zu können die Veränderungen die dadurch geschahen gerade für mein Kind waren enorm, ich hätte das so nie für möglich gehalten.

    Das aufarbeiten und verstehen war für mich essentiell eben das Trauma nicht dauerhaft weiterzureichen, das war meine große Motivation diese Kette zu durchbrechen.

    Die Sache mir der Weitergabe ist tückisch auch wenn man komplett alles anders macht hat man doch als Orientierungsgrösse das toxischer Verhalten komplett anders orientiert sich immer noch daran und ist dann nur anders rum falsch . Nur wie die Orientierung finden wenn man nur ein Negativvorbild hat? Ist ein schwieriges Unterfangen.


  3. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Zauberstein Beitrag anzeigen
    Es gibt ja so einen schönen Spruch
    "Das Leben wird rückwärts verstanden aber vorwärts gelebt"

    Nur wie die Orientierung finden wenn man nur ein Negativvorbild hat? Ist ein schwieriges Unterfangen.
    Letzteres liess sich erlernen durch erkennen und benennen ...und durch den Mut, etwas anders zu machen als gewohnt.

    Ich kenne den Spruch als eigene gelebte und erfahrene Lebensweisheit:

    "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts erkannt"

    Dank dir für die Erinnerung.
    Es ist immer JETZT

  4. Avatar von Otegami
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    :Man kann sich auch generell mit dem Thema Kriegsfolgen befassen und darüber streiten, warum Deutsche im Ausland als Besserwisser gehandelt werden und in Comedy shows als wider-besseres- Wissen Wissende dargestellt werden. Oder warum sich gerade im Süden Europas die Leute wundern, warum Deutsche immer mit hängenden Mundwinkeln rumlaufen, obwohl es ihnen so gut geht, oder warum wir bessere Tierschutzgesetze haben, als Kinderschutzgesetze, warum unsere Geburtenrate so niedrig ist, warum wir dieses kinderfeindliche Schulsystem immer noch haben, u.v.m Alles nicht verortbar, rein spekulativ.
    wunderschön und herrlich zusammengefasst!!!!

    Zitat Zitat von Zauberstein
    Sich als Opfer der Eltern zu sehen dass bekommen viele noch hin aber der letzte Teil was man selber für einen Anteil hat bei den eigenen Kindern, dafür braucht man echt einen Arsch in der Hose den Schritt zu gehen, und genau dafür lohnt es sich zu schauen wo das alles herkommt .
    volle Zustimmung auch von mir!!!! Danke für diese Aussage!

    @Alleyn, vielen Dank für den Buchtipp - ist schon vorgemerkt bei mir!


  5. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Bei uns damals meinten immer irgendwelche Leute, eingreifen zu müssen.
    Keine Schläge, sondern nur tobrndes Kind am Boden, das seinen Willen erzwingen will.
    Unsere Strategie war: nicht beachten.

    Egal, was man macht, irgendjemand versucht es immer.

    Viele Eltern schlagen ihre Kinder...zuhause.
    Draussen droht Anzeige.
    Warum sollten aber Leute Anzeige erstatten, die es zuhause selber machen...

    Oder auch:
    Was hat das mit " Kriegsenkel" zu tun?
    Irgendwie...nichts.
    Da kann ich dir nicht folgen.

    Leider schien ja Schillerlocke selbst auch nicht eingegriffen zu haben.
    Vielleicht hilft ihm und den Anderen ja hier alles.

    Sich selbst nicht mehr im Wege zu stehen, mit den gemachten Fehlern leben zu können.
    Und auch einen Nutzen daraus ziehen zu können.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre


  6. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Mayali Beitrag anzeigen
    Vieles, was auf den letzten Seiten geschrieben wurde, hat für mich nichts mit massiv belastenden Kriegsfolgen zu tun, sondern sind den Erziehungsmethoden der Zeit geschuldet.
    So könnte man es verstehen, stimmt.

    Tatsächlich bedeutet "Erziehungsmethode" aber doch nichts anderes als am tagtäglichen Leben teilzunehmen.
    Es gibt ja keine Zeit, in der "erzogen" wird- also nicht von 8-16 Uhr- sondern Erziehung bedeutet "leben und wachsen in einer Gruppe".

    Der Umgang miteinander ist "Erziehung" und dieser ist doch maßgeblich davon abhängig, wie dieser Mensch ist und was er erlebt hat.
    In besonderer Weise bei Kindern, denn diese sind abhängig und auf den Gegenüber angewiesen.

    Selbstverständlich spielt die grundsätzlich gesellschaftliche Sicht auf "Kinder" eine große Rolle - wie auch "der Gehorsam" auf Obrigkeit ebenso in der kompletten Gesellschaft verwurzelt war. Geschichtlich betrachtet nur folgerichtig entstanden.

    Die Traumatisierungen des Krieges, die Betroffenheit (die doch tatsächlich jeden betraf!)- hat Folgen.
    Und es ist ein Unterschied, ob zB "keine Gefühle offen zeigen"- wie es in älteren Generationen üblich war- zu einem distanzierten Verhalten führt oder ob ich traumatisiert, von mir abgeschnitten bin und überhaupt nicht in der Lage bin "normal" zu fühlen.

    In beiden Fällen werden Gefühle nicht offen gezeigt- dennoch ist es für den Empfänger dieser Reaktion ein riesengroßer Unterschied. Es wird doch immer mehr übertragen als nur Worte und Verhalten.
    Und ich weiß, dass ist nun nur ein Beispiel von unzähligen Möglichkeiten- auch nur ganz plakativ gezeichnet- und es kann doch aufzeigen, dass es Unterschiede gibt, die von außen nicht zu sehen sind.


  7. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Liebe Kenzia,

    das mit der Erziehung hast du gut beschrieben.
    Ich glaube, man kann und darf gar nicht so pauschalisieren.

    Die Holocaust-Überlebenden konnten auch nicht über ihre Zeit im KZ reden.
    Das machen sie heute erst.

    Aber, viele von denen fingen danach an sich wieder ein Leben aufzubauen, und gründeten Familien.

    In der gestrigen Ausgabe meiner Sonntagszeitung sprach eine Beauftragte für Kinderschutz wie wichtig eben doch die eigenen Eltern für Kinder sind.

    Wie gehen Kinder dann mit der unerwiderten Liebe um?
    Schwer zu sagen und zu beurteilen. Sie plädiert für präventiven Schutz in form von Besuchen des Jugendamtes.
    Ehrlich gesagt, ich fände das auch gut.

    Und was mir noch auffällt wenn ich gerade Schillerlocke lese: es sind oft gerade die Einzelkinder die lieblosen Eltern mehr ausgeliefert sind.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre

  8. Inaktiver User

    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Die Traumatisierungen des Krieges, die Betroffenheit (die doch tatsächlich jeden betraf!)- hat Folgen.
    Und es ist ein Unterschied, ob zB "keine Gefühle offen zeigen"- wie es in älteren Generationen üblich war- zu einem distanzierten Verhalten führt oder ob ich traumatisiert, von mir abgeschnitten bin und überhaupt nicht in der Lage bin "normal" zu fühlen.
    Es ist immer die Frage, ob Betroffenheit auch zu Traumatisierung führt. Mir ist klar, dass der Krieg (bzw. jeder Krieg) über Generationen hinweg Schicksale mitbestimmen kann. Aber ebenso kann es das auch nicht. Z. B. Gefühle nicht offen zu zeigen, kann ja viele Gründe haben. Es kann Folge von Kriegen, Vertreibungen, Flucht sein; es kann in der Persönlichkeit selbst begründet liegen, oder einfach nur an der gesellschaftlichen Bewertung, Gefühle offen zeigen zu müssen, weil man ansonsten Stand heute xyz ist, während das in den 50ern noch als durchschnittlich normal durchging. Persönlich habe ich mit einigen heutigen Bewertungsmustern Probleme, weil sie eher einer Selbstoptimierungs-Psychologie entspringen als einem realen Defizit.


  9. Registriert seit
    06.01.2019
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Zitat gekürzt

    Persönlich habe ich mit einigen heutigen Bewertungsmustern Probleme, weil sie eher einer Selbstoptimierungs-Psychologie entspringen als einem realen Defizit.
    Mit welchen denn und was hast Du gegen Selbstoptimierung?

    Dein Auto fährst Du doch auch in die Werkstatt, wenn es zuviel Sprit braucht?
    Gruß Schiller
    Geändert von Schillerlocke (20.01.2020 um 12:16 Uhr)

  10. Avatar von Mambi
    Registriert seit
    22.08.2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Schillerlocke Beitrag anzeigen
    Mit welchen denn und was hast Du gegen Selbstoptimierung?

    Dein Auto fährst Du doch auch in die Werkstatt, wenn es zuviel Sprit braucht?
    Ich sehe da keine Selbstoptimierung, sondern vielfach eher ein bequemes Zurückziehen auf die gefundene Begründung, warum man "halt so ist nicht anders kann".
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

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