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Thema: Kriegsenkel


  1. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Ja, unsere Mütter könnten, tun es aber nicht.
    .
    Meine Mutter redet halt nicht und klagt nicht da an wo das Leid hingehört , da ist es einfacher die Tochter als Stellvertreter zu nehmen.

    Deshalb finde ich schon das es wichtig wäre das geredet wird die Dinge beim Namen genant werden, das wäre schon heilsam. Nur es will halt nicht jeder Heilung das muss man dann auch akzeptieren.

  2. Avatar von PhoeNixa
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Zauberstein Beitrag anzeigen
    Meine Mutter redet halt nicht und klagt nicht da an wo das Leid hingehört , da ist es einfacher die Tochter als Stellvertreter zu nehmen.
    Ja, ein so typisches Übel der Kriegskinder, dass sie nie lernen durften, die Wut und Schuld auf die Richtigen zu weisen.
    Auch Umwege erweitern unseren Horizont


  3. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von PhoeNixa Beitrag anzeigen
    Ja, ein so typisches Übel der Kriegskinder, dass sie nie lernen durften, die Wut und Schuld auf die Richtigen zu weisen.
    Hab ich in der Kindheit auch nicht gelernt als Kreigsenkel. Wenn es mir wichtig ist und vor allem wenn mir mein Kind wichtig ist dann kann ich das auch noch in höherem Alter nachlernen. Die Gelegenheit haben auch die Kriegskinder gehabt das geht auch mit 40 , 50 oder noch spöter noch. Einige der Generation können das ja auch , sie können die Dinge beim Namen nennen.

  4. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Zauberstein Beitrag anzeigen
    Hab ich in der Kindheit auch nicht gelernt als Kreigsenkel. Wenn es mir wichtig ist und vor allem wenn mir mein Kind wichtig ist dann kann ich das auch noch in höherem Alter nachlernen. Die Gelegenheit haben auch die Kriegskinder gehabt das geht auch mit 40 , 50 oder noch spöter noch. Einige der Generation können das ja auch , sie können die Dinge beim Namen nennen.
    Ich hab das erst mit der Pubertät probiert, wie vermutlich die meisten. Die Pubertät meiner Mutter kurz nach Kriegsende muss ihrem Reden nach komplett ausgefallen sein.

    Die Zeiten waren anders bei uns, Gefühle waren plötzlich erlaubt und erwünscht in der peer group, kein no-go mehr wie im Krieg (notwendigerweise).

    Mit 18, 19 dann WUSSTE ich, dass ich richtig lag.
    LG Ivi

  5. Avatar von Sariana
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    AW: Kriegsenkel

    Bei den mehrgenerationalen Traumata geht es nicht um die gesamte Generation der Kriegskinder und Kriegsenkel sondern um die Generationen einer Familie, die betroffen sein können.

    Offene Meinungsäußerung außerhalb der engsten Familie musste ich mit über 30 lernen, nachdem ich in eine Demokratie übersiedelte.
    Meine Großmütter und meine Eltern sind durch die Flucht von einer Diktatur in der nächsten gelandet, was bei Kriegsende noch nicht so offensichtlich war.
    Zunächst waren sie bis Juli 1945 im amerikanischen Sektor, die Allierten mussten diese Gebiete zugunsten ihrer Anteile an Berlin aufgeben.
    Spätestens seit dem 17. Juni 1953 behielten sie besser ihre Meinung für sich, sie standen durch ihr Christsein ohnehin schon unter Beobachtung.
    In der ehem. DDR in eine christliche Familie geboren worden zu sein, Glauben zu leben war mitunter ein Drahtseilakt.
    Darüber "schwieg" man besser.

    Dass seit der Wende die Meinungsfreiheit in den neuen Bundesländern teilweise bedenkliche Auswüchse produziert, macht mir Sorge.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  6. Inaktiver User

    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von PhoeNixa Beitrag anzeigen
    Ja, ein so typisches Übel der Kriegskinder, dass sie nie lernen durften, die Wut und Schuld auf die Richtigen zu weisen.
    Unfug in der Gesamtheit. Das sind individuelle Geschichten und keine Kollektiv-Eigenschaften und noch weniger Kollektiv-Entschuldigung.

    Verhöhnen können sich die real Betroffenen auch selbst, während die anderen ihre Besonderheit genießen und zu Schau stellen.

    Das ist so eine Aussage, vor der hier gewarnt wurde.

  7. Avatar von PhoeNixa
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unfug in der Gesamtheit. Das sind individuelle Geschichten und keine Kollektiv-Eigenschaften und noch weniger Kollektiv-Entschuldigung.

    Verhöhnen können sich die real Betroffenen auch selbst, während die anderen ihre Besonderheit genießen und zu Schau stellen.

    Das ist so eine Aussage, vor der hier gewarnt wurde.


    Erstens wird hier niemand verhöhnt, und schon gar nicht die Betroffenen, zu denen ich mich übrigens selber zähle.
    Zweitens habe ich von einem Typikum gesprochen und nicht von der Gesamtheit.
    Und wenn du ein bisschen Ahnung von Geschichte hast, wirst du es weder abstreiten noch verleugnen können, dass es im Nationalsozialismus ein politisches Prinzip von Sündenbock-Zuweisung gab.
    Sündenböcke waren alle die, die nicht in die Gedankenwelt von wertem und unwertem Leben passten (Juden, Homosexuelle, körperlich oder geistig behinderte Menschen , Sinti und Roma usw.) oder die, die eben dieses Gedankengut nicht mitmachten und sich politisch gegen die Nazis stellten.
    Hast du jemals den Begriff "Gleichschaltung" gehört, jemals etwas darüber, was in der HiIterjugend praktiziert wurde, wie Bücherverbrennungen durchgeführt wurden oder Progrome, jemals dich darüber informiert, wie die Menschen dazu gebracht wurden, ihre Nachbarn, Freunde oder Familie zu denunzieren?
    Wie mit Gewalt durch die SA die Menschen in Angst und Schrecken versetzt wurden, wenn sie es wagten, eine andere Meinung, Musik, Literatur, Kunstform, Kultur als die vorgegebene zu haben, zu denken, hören, lesen oder auch nur anzusehen?


    Mir wird schlecht, wenn ich lese, was du da grad geschrieben hast.
    Auch Umwege erweitern unseren Horizont
    Geändert von PhoeNixa (17.01.2020 um 01:54 Uhr)

  8. Avatar von chaos99
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    AW: Kriegsenkel

    Zitat Zitat von Zauberstein Beitrag anzeigen
    Ich hab keine Beispiele aus dem Umfeld sondern nur sehr persönliche.

    Da geht es wirklich an die Substanz das werde ich hier öffentlich nicht schreiben. Die Reaktionen die hier teilweise von Usern kommen machen mich echt fassungslos, das ist kein Raum da ins Detail zu gehen.

    Was ich dir sagen kann ist das es weitreichende Folgen hat auf das ganze Leben und auch über mehrere Generationen und sich in jeder Generation anders zeigt.
    Wie jetzt...

    Genau auf die Antwort auf die Frage war ich wirklich gespannt.
    Und dann kommt...nichts?

    Meine Eltern waren im Krieg.

    Ich bin ziemlich herrisch erzogen worden und jeden Tag verdroschen worden.
    Ein Trauma habe ich aber nicht bekommen, weil ich das selber durchbrochen habe.
    Stock dem Vater entrissen, ihn in die Ecke geschubst, den Stock in Kleinteile zerlegt und ihm gesagt, dass er das nie wieder macht.

    Seit dem Zeitpunkt bin ich jemand, der etwas macht und nicht schweigt.

    Genau das ist der Grund, warum ich diese Sichtweise habe.

    Ich trage kein Trauma mit mir herum....und schon gar nicht das meiner Eltern.
    Chaos
    .................................................. ....................
    Permanente Nettigkeit ist ein Symptom. (Dr. House)


  9. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Was mich ja hier so wundert ist der Umkehrschluss: da tun sich eher die leid die nicht den Krieg erleben mussten.

    Ich bin wirklich froh weder Krieg noch - vielleicht schlimmer noch - die Nazizeit erlebt haben zu müssen.
    Und ich sehe auch durchaus die Möglichkeit sich gegen Eltern wehren zu können.

    Wenn man denn will....
    Aber, scheinbar sind Friedenszeiten gefährlicher.
    Der Mensch ist nichts
    anderes, als wozu
    er sich macht
    Jean Paul Sartre


  10. Registriert seit
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    AW: Kriegsenkel

    Ich bin heilfroh und dankbar,dass mich meine Eltern und Großeltern sowie meine weiteren Vorfahren mit derartigen Altlasten verschont haben,so dass ich sie auch nicht an meine Kinder und Enkel weitergeben muss.

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