Hallo zusammen,

hier wurde zwar schon lange nicht mehr geschrieben, aber das Thema spricht mich an, da ich selber jetzt seit einem Jahr in Rente bin.

Was ich vorher nicht so erwartet hätte, war, dass ich heutzutage oft weniger Zeit für mich habe als noch zu Berufszeiten! Liegt aber auch daran, dass ich kurz nach meiner Pensionierung zum ersten Mal Oma wurde u. da sehr eingebunden bin. Mind. 1 oder 2 x pro Woche werde ich um Hilfe gebeten u. das Enkelchen schläft ca. alle 4 - 6 Wochen bei mir (was ja auch toll ist!).

Dann gehe ich 1 - 2 x pro Woche ins Fitnessstudio, 1 x im Monat kegeln u. 1 x im Monat habe ich einen kleinen Frauenstammtisch - schon seit über 30 Jahren.

Wenn ich nicht gerade morgens einen Termin habe (so weit es geht, lege ich alle Termine auf nach 10 Uhr), dann schlafe ich, ohne den Wecker zu stellen. Da ich meistens erst zwischen 0 und 1 Uhr das Licht ausmache, kann es auch mal locker 9:30 Uhr morgens werden. Aber ich habe doch nach keinem zu fragen!

Nach dem Aufstehen frühstücke ich gemütlich vor dem Fernseher, das dauert locker 1 Std. Dann mache ich den Haushalt. Vor meiner Pensionierung hatte ich immer die Vorstellung, dass ich ganz viel Zeit habe, mich am hellichten Tag mit einem Buch hinzusetzen. Das ist mir bisher nicht oft gelungen.. Der Tag geht immer noch rum wie nix. Ich mache aber auch alles etwas langsamer u. gemütlicher als früher.

Und dann bin ich im ersten Jahr meines Ruhestands auch öfter verreist. Mal ein paar Tage mit Freundinnen, mal mit meiner Tochter u. 2 x allein.

Im Großen u. Ganzen genieße ich also mein Singledasein u. freue mich an meiner Unabhängigkeit. Das Einzige, was mir zu schaffen macht, sind, wenn ich allein verreise, die einsamen Mahlzeiten. Ein Mal war ich in einer kleinen Frühstückspension mit nur 7 Zimmern, da war ich im Frühstücksraum der einzige Single. Gott sei Dank war die Gastgeberin sehr kommunikativ u. unterhielt die Gäste, so dass oft Unterhaltungen über die Tische hinweg entstanden. Komisch war es trotzdem. Zumal ich mir für die Hauptmahlzeiten immer Restaurants suchen musste. Glücklicherweise war noch Sommer u. konnte ich auf einen Blick in den Biergärten sehen, ob u. wo ein Platz frei war.

Wegen dieser Erfahrung buchte ich dann im Herbst in Spanien ein großes Hotel mit Halbpension. Das war aber genauso doof. Es waren praktisch nur Paare da u. der große Speisesaal erinnerte eher an eine Kantine (trotz 4 Sterne). Auch da war ich fast der einzige Single u. kam mir irgendwie immer beobachtet vor.

Über diese Erfahrungen habe ich mich eigentlich sehr gewundert. Es ist doch überall die Rede davon, dass so viele Menschen allein leben (u. verreisen). Ich habe davon leider nichts gemerkt. An u. für sich war das Alleinreisen sehr schön, aber die Essenssituation hält mich nun davon ab, wieder allein zu buchen.

Habt ihr da ähnliche Erfahrungen gemacht?