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Thema: Gespräche

  1. Inaktiver User

    smile Gespräche

    Da mir der Strang "Brauchen wir das Forum 60 + eigentlich" nicht mehr so passend erschien, weil ja einige fanden, dass wir ihn doch brauchen, dachte ich, man könnte ja vielleicht eine Plauderecke einrichten.

    Es gibt viele stille Mitleser/innen, die vielleicht hin und wieder etwas schreiben wollen, sich jedoch nicht trauen in bereits lang bestehenden Strängen zu schreiben.

    Oder es gibt Threads in denen das Thema schnell erschöpft ist und die Diskussionen dann schnell abflauen sind.

    Hier könnte man über viele Themen schreiben, plaudern oder diskutieren, ohne jedes Mal ein neues Thema zu erstellen, das dann schnell wieder einschläft.

  2. Inaktiver User

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Wie kommt das Salz ins Meer
    Ich denke, dieses Thema ist hochaktuell.

    Wenn man hier die Problem-Stränge anschaut, haben sich die Frauen meist jahrelang untergeordnet, haben versucht die Gedanken ihres Partners zu lesen (da er meist keine Gespräche über die Beziehung oder über seine Wünsche geführt hat) und sind dann ziemlich ausgehöhlt zurückgelassen worden.
    Es hat auch viel mit der Erziehung oder wie es vorgelebt wurde zu tun. Viele Frauen haben sich erst viel später emanzipiert und dadurch vorher vieles in Kauf genommen. Der Eltern, der Nachbarn wegen und um mögliches Gerede zu vermeiden.
    Jedenfalls in ländlichen Gegenden war das so. Außerdem hatten nur wenige Frauen eine gute Berufsausbildung, bzw. konnten keinen Beruf ausüben, weil Kinder da waren.

  3. Inaktiver User

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Magst du's nicht etwas SCHÄRFER benennen, liebe sylte. Plauderecke klingt so harmlos nach Häkelstern

    Es hat auch viel mit der Erziehung oder wie es vorgelebt wurde zu tun. Viele Frauen haben sich erst viel später emanzipiert und dadurch vorher vieles in Kauf genommen. Der Eltern, der Nachbarn wegen und um mögliches Gerede zu vermeiden.
    Jedenfalls in ländlichen Gegenden war das so. Außerdem hatten nur wenige Frauen eine gute Berufsausbildung, bzw. konnten keinen Beruf ausüben, weil Kinder da waren.
    Natürlich hat es mit Erziehung zu tun, der Umgebung, vor allem, ob frau da bleiben will oder nicht, und wenn, um welchen Preis.
    Trotzdem, ein bisserl Bequemlichkeit war auch dabei.
    Meine Großmutter, die tatsächlich anfänglich das Leben derer führte, die frau häufig in Berichten über Dienstboten findet; sie putzte, kochte und arbeitete auf dem Feld, alles bei einem reichen Bauern. Sie zwanzig, er fünfzig Jahre alt.
    Sie bekam drei Kinder von ihm, erst beim vierten heiratete er sie, einige Jahre später war er tot. Und sie lief zur Hochform auf. Heute noch erzählen FreundInnen meiner Mutter, wie tüchtig meine Großmutter den Hof geführt hat.
    Sie heiratete nie wieder, obwohl Anwärter genug da waren. Ein Mann hatte ihr gereicht. Er hatte das Nest gehabt, das sie schön ausgefüttert hat, für ihre Jungen und die Jungen der Jungen
    Zu meinen Cousinen und mir sagte sie einmal auf unsere Frage, weshalb sie nie wieder geheiratet hat, die meisten Bauern haben ihren Wein selbst getrunken, sie wollte ihn verkaufen

    Vermutlich hat Unangepasstheit auch mit Anlage, einer gewissen Furchtlosigkeit und der Erkenntnis, dass überall nur mit Wasser gekocht wird, zu tun.

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    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Ich war mein Lebtag nicht berufstätig, erst nach meiner Scheidung vor wenigen Jahren habe ich gegen Bares zu arbeiten begonnen. Abhängig habe ich mich trotzdem nicht gefühlt und war ich nicht. Nach außen sah es so aus und Menschen, denen ich heute erzähle, dass ich so lange verheiratet war und kein Geld verdient habe, erschrecken fast und ihre erste Frage ist die nach meinem Rentenanspruch. Ich kann sie beruhigen. Ich werde nicht verhungern. Man sieht, es ist nicht immer drin, was man vermutet.
    LG
    Veronica

  5. Inaktiver User

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Ich war mein Lebtag nicht berufstätig, erst nach meiner Scheidung vor wenigen Jahren habe ich gegen Bares zu arbeiten begonnen
    @Veronica
    Also, bei einer anderen könnte sowas ordentlich ins Auge gehen. Du hast, soweit ich informiert bin, für dich vorgesorgt. Das kann frau nur, wenn der Mann gut verdient (einmal abgesehen davon, dass eine Vereinbarung darüber vorhanden sein muss) oder wenn sie selbst Besitz hat.
    Du wärst andernfalls vielleicht doch früher in einen Beruf eingestiegen, wobei außerdem nicht vergessen werden darf, immer am Ball zu bleiben beim Zuhausesein, sonst kommt frau nach dreißig Jahren in ein Büro und fragt nach der Schreibmaschine

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    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Also, bei einer anderen könnte sowas ordentlich ins Auge gehen
    Klar, ich stelle mein Leben nicht als vorbildhaft hin. Was ich ausdrücken möchte, ist, dass man nicht nach äußeren Merkmalen sofort auf Passivität oder Abhängigkeit schließen kann.
    LG
    Veronica

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    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Klar, ich stelle mein Leben nicht als vorbildhaft hin. Was ich ausdrücken möchte, ist, dass man nicht nach äußeren Merkmalen sofort auf Passivität oder Abhängigkeit schließen kann.
    Ja, der äussere Eindruck täuscht oft.

    Es ist ja nicht so, dass jede Haufrau ein Hascherl ist und jede Berufstätige eine Alice Schwarzer. Das Leben ist selten schwarz/weiss.

    Die Hausfrauenehe birgt natürlich das Risiko der finanziellen Abhängigkeit und daraus resultierend die fehlenden Rentenansprüche im Alter.

    Beim Scheitern der Ehe schaut es meistens traurig aus, es sei denn, der Gatte hatte ein sehr gutes Einkommen und zahlt dementsprechend Unterhalt.

    Traurig finde ich die Ehen, und ich kenne einige davon, die zusammenbleiben müssen, weil eine Scheidung finanziell nicht möglich ist und beide Partner Sozialfälle würden.

    In guten Zeiten denken leider die Wenigsten an die eigenen Rentenansprüche, weil doch jeder davon ausgeht, dass man zusammenbleibt, bis dass der Tod sie scheidet.

    Charly
    Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
    Mark Twain (1835-1910)

  8. Inaktiver User

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Es ist ja jetzt auch irgendwo müßig, zu sagen "hätte", "wäre" und dergleichen. Es ist so gelaufen, wie es gelaufen ist. Früher waren berufstätige Mütter sehr selten, meine Schulfreundinnen hatten nur Hausfrauen als Mütter. Auch in unserer Generation war es sicher nicht so selbstverständlich, berufstätig zu sein. Oder frau war eben berufstätig bis die Kinder kamen und dann nicht mehr.
    Wobei ich auch vermute, dass es ein stärkeres Stadt-Land-Gefälle gab. Das weiß ich aber nicht definitiv.

    Was mir heutzutage auffällt: die Kinder werden ständig beaufsichtigt, überwacht, umsorgt. Beispiel: Ich wohne ja am Gemeindehaus, wo auch Kindergruppen stattfinden. Bei diesen Gruppen sammeln sich regelmäßig Scharen von Müttern an, die die lieben Kleinen (im höheren Grundschulalter!) mit den Familienkombis abholen, auf dass sie nicht zu Fuß gehen müssen oder sich der feindlichen Umwelt aussetzen. Dieselben Mütter bringen auch die Kids zur Schule und holen sie ab. Wir haben mal darüber gesprochen, wie das in unserer Kindheit war. Mütter hatten kein Auto. Punkt. Kinder fuhren mit dem Fahrrad oder dem Bus oder sonstigen Öffis zur Schule, zum Turnunterricht, zum Klavierunterricht etc. Und sie hatten kein Handy dabei. Sie spielten im Wald (hier in waldreicher Gegend üblich) oder in verwilderten Gärten (bei mir früher) und die einzige Beschränkung war, abends zum Essen zuhaus zu sein.
    Das scheint mir heute sehr anders zu sein. Und ob es wirklich soo gut ist? Wir wohnen übrigens in einer Kleinstadt mit guter Verkehrsanbindung und nicht auf einem Einödhof, wo ich den Taxidienst ja noch nachvollziehen könnte...

  9. User Info Menu

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Stimmt, Frauen unserer Generation haben meist mit dem ersten Kind ihre Berufstätigkeit für viele Jahre unterbrochen. Meine Berufstätigkeit hat sich durch die Scheidung vom Vater meiner Tochter ergeben, da musste ich arbeiten, da der Unterhalt viel zu gering war und Sozialamt war keine Alternative für mich. Im Nachhinein war es gut so. Haushalt ist für mich mehr ein notwendiges Übel und ich habe sehr gerne gearbeitet.

    Was mir heutzutage auffällt: die Kinder werden ständig beaufsichtigt, überwacht, umsorgt. Beispiel: Ich wohne ja am Gemeindehaus, wo auch Kindergruppen stattfinden. Bei diesen Gruppen sammeln sich regelmäßig Scharen von Müttern an, die die lieben Kleinen (im höheren Grundschulalter!) mit den Familienkombis abholen, auf dass sie nicht zu Fuß gehen müssen oder sich der feindlichen Umwelt aussetzen. Dieselben Mütter bringen auch die Kids zur Schule und holen sie ab. Wir haben mal darüber gesprochen, wie das in unserer Kindheit war. Mütter hatten kein Auto. Punkt. Kinder fuhren mit dem Fahrrad oder dem Bus oder sonstigen Öffis zur Schule, zum Turnunterricht, zum Klavierunterricht etc. Und sie hatten kein Handy dabei. Sie spielten im Wald (hier in waldreicher Gegend üblich) oder in verwilderten Gärten (bei mir früher) und die einzige Beschränkung war, abends zum Essen zuhaus zu sein.
    Anemone wir waren als Kinder viel freier. Unsere Mütter hätten auch die Zeit nicht gehabt, da auch der Haushalt noch wesentlich arbeitsintensiver war. Die Spielwiesen, die wir noch hatten sind heute großteils verbaut und auch der Straßenverkehr hat zugenommen.
    Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
    Mark Twain (1835-1910)

  10. Inaktiver User

    AW: Plauderecke ~~ bunt gemischt von A bis Z

    Magst du's nicht etwas SCHÄRFER benennen, liebe sylte. Plauderecke klingt so harmlos nach Häkelstern
    Colonna mir fiel nichts ein
    Wer hat Vorschläge? Und kann man das denn dann auch noch ändern?
    Jedenfalls finde ich Colonnas Großmutter sehr mutig und couragiert, was in dieser Zeit nicht unbedingt selbstverständlich war. Auch dass der Bauer seine Dienstmagd heiratete, was vielleicht auch mit dem großen Altersunterschied zu tun hatte, war nicht überall so.
    Ich kenne solche Erzählungen von meiner Mutter (Jahrgang 19).

    Ich kenne etliche Frauen, die sind nicht nur aus Liebe bei ihrem Mann geblieben, sondern rein der Kinder und der Versorgung wegen.

    Die heutige Generation fragt weder nach Besitz noch Sicherheit.
    Da wird sich getrennt auf Teufel komm raus.

    Auch was Anemone schreibt kann ich nur bestätigen.

    Übrigens Kachelmann ist wieder frei. Vorerst. Hat er nun, oder hat er nicht?

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