Wie schon geschrieben wurde, steckst du bereits mitten in der Co-Abhängigkeit.
Du hast 2 Möglichkeiten, entweder weiter schreien, toben, betteln etc., dich von seinen Versprechen hinhalten zu lassen oder Nägel mit Köpfen machen. Das Ultimatum hast du ja gestellt, das muss aber auch Konsequenzen haben.
Solange es für deinen Mann bequem weiter geht, wird er sich nicht ändern, warum auch. Daß er lieb und nett sein kann, glaub ich dir, Süchtige sind ja keine Unmenschen, sie sind krank, aber es ist eine Krankheit gegen die man was tun kann.
Es wird sicherlich noch ärger werden, wenn dein Mann in Pension ist, weil es da ja bei jedem eine gewissen Leere aufzufüllen gilt und was wirkt da schneller als der Alk...
Er braucht professionelle Hilfe, dazu muss er einsichtig sein und dies auch wollen, du brauchst die professionelle Hilfe wahrscheinlich auch, um für dich einen Weg zu finden.
Al-Anon ist schon mal ein guter Vorschlag.
Den Vorschlag von Anemone solltst du auch mal überdenken, ersens bekommst du Distanz zur Sache und dein Mann erkennt vielleicht den Ernst der Lage.
lg. Charly
Antworten
Ergebnis 11 bis 17 von 17
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30.04.2009, 16:32Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
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30.04.2009, 16:40Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
Eigenes Zimmer ist doch schon mal ein guter Anfang! Richte es dir wunderschön ein, erkläre es zur Ehemannfreien Zone und mach die Tür hinter dir zu! Ohne Wenn und Aber. Auch das wird er merken. Klar, sein Frust kann sich steigern, aber es kann auch womöglich schneller zu einer Erkenntnis führen, dass er Hilfe braucht. Und diese Erkenntnis kann nur er selber haben!
Du hast aber die Rente beantragt? Wäre es dann besser, finanziell? Könntest du Unterhalt von ihm erwarten? Weiß gar nicht, wie das ohne Kinder bei einem Rentner als Unterhaltsverpflichtetem ist...
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30.04.2009, 19:12Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
Es ist schon schlecht, wenn man aus finanziellen Gründen mit einem Menschen zusammenleben muss, vor dem die Achtung mehr und mehr schwindet und das passiert zwangsläufig, bei den vielen Abstürzen. Was ist das noch für eine Partnerschaft, wenn man kaum noch unterhalten kann? Wenn er nüchtern ist streitet ihr und wenn er voll ist kann er nicht reden.

Außerdem wäre es mir peinlich mit ihm überhaupt noch auszugehen, ist das Ende des Abends doch voraussehbar.
Ich jedenfalls könnte mir so etwas für mich nicht vorstellen, habe jedoch auch leicht reden, weil ich finanziell unabhängig bin. Vielleicht solltest Du Dir einmal bei einem Anwalt Rat einholen, was für Möglichkeiten für Dich bestehen.
Oder Du wartest ab, bis er sich totgesoffen hat.
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30.04.2009, 20:30
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03.05.2009, 08:17Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
@Althenea
...schon deine Beschreibung zeigt deutlich, dass DU Unterstützung suchst, jedoch ausführlicher ihn und sein Anliegen beschreibst.
Virtuell mit "Rat schlagen" wäre unverantwortlich, aber es wäre empfehlenswert, dass du für dich mal auflistest, was wichtig und weiterhin auch lebenswert ist.
Um aus der Denkspirale herauszukommen, die einem Hamsterrad gleicht, wäre es gut, feste Fakten zu schaffen.
Du musst für dich abwägen, was dafür und dagegen spricht und dein Fazit dann real abchecken, inwieweit du es für umsetzbar hältst.
Dein beschriebener Ist-Zustand und die bevorstehende Veränderung der Berentung zeigen deutlich sofortigen Handlungsbedarf auf.
Er ist Alkoholiker mit allen klassischen Merkmalen, deine Co-Abhängigkeit ist in Gange und du hast schon extern Hilfe angefordert.
Das ist in Ordnung und nun wäre es gut, wenn du für dich klärst, was du willst und das dann umsetzt. Er wird deine Veränderung spüren. Du "drohst nicht mehr" sondern du veränderst dein Leben so, dass es für dich paßt.
Wenn es ihm wichtig bleibt, wird er es annehmen, sich kräftig schütteln und handeln oder um Unterstützung bitten.
Tut er es nicht, entscheidet er sich für den langsamen Tod.
Aber du wirst dein Leben so gestalten, wie es für dich gut ist. Auch wenn du es jetzt verunsichert anschaust hinsichtlich deines Lebensabschnittes, wirst du einen Weg finden, weil du es willst.
Also, hab den Mut, eine lebenswerte Veränderung anzugehen, denn, wenn du ein Problem lösen willst, dann löse dich von dem Problem. Alles Gute für dich...
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03.05.2009, 12:59Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
Hallo Althenea,
ich hab auch so`n Exemplar zu Hause. Allerdings gibt er sich nur ca. 1 x die Woche die "Kante". Ich habe ein eigenes Schlafzimmer und ein eigenes kleines Wohnzimmer. Das erleichtert die Sache schon mal. Trotzdem widert es mich an.
Meiner Meinung nach werden wir unsere Männer nicht mehr ändern. Dazu sind die schon zu alt. Ich stelle mir vor, ich würde vorschlagen, er soll sich Hilfe holen. Da würde er glatt sagen er hat kein Alkoholproblem. Das würde er niemals machen. Alleine das Eingeständnis, dass er Alkoholiker ist wäre für ihn unvorstellbar.
Ich hab mich mit der Situation abgefunden. Säuft er, dann hau ich ab in meine Zimmer (allerdings mit Herzklopfen).
Die Zeit, wenn er nicht trinkt, genieße ich. Denn dann bin ich glücklich. Gott sei Dank ist er nicht verkommen. Geht seinem Beruf nach, ist sauber, verschuldet uns nicht und wir haben viele gemeinsame Interessen. Eigentlich ein ganz harmonisches Leben. Nur eben das Saufen.
Ne, zum Trennen bedarf es härtere Anlässe. So kann ich es noch aushalten. Wie gesagt, die sind zu alt um sich zu ändern.Geändert von Inaktiver User (03.05.2009 um 13:12 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler
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03.05.2009, 16:53Inaktiver User
AW: 60 Jahre und kein bißchen weise
Erst einmal bedanke ich mich herzlich für Eure Zuschriften. Wahrscheinlich könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen, wie erleichternd es sein kann, sein Problem einfach mal völlig unzensiert ausbreiten zu können. Ich wäge meine Worte hier an dieser Stelle nicht ab, sondern lasse sie einfach aus mir rausfließen und sehe mit Erstaunen, was da so alles aus mir raus will und was es auslöst.
Ich verändere mich. In unserem Dorf gibt es eine Gruppe der Guttempler, die ich nun schon einmal aufgesucht habe. Mein Zimmer ist mein Zimmer und außer mir hat niemand Zutritt. Ich habe mich im Fitnesstudio angemeldet und gehe jeden Tag dorthin (ok, ok,
erst seit einer Woche). Während der ganzen letzten Woche habe ich mich quasi überhaupt nicht um meinen Mann gekümmert – soll er doch in der Kantine essen, wenn er Hunger hat (übrigens, lieverd, er geht „brav“ und ohne jegliche Ausfälle seiner Arbeit nach). Inzwischen schleicht er etwas skeptisch um mich herum. Und an diesem ganzen langen Wochenende hat er nicht einen Tropfen angerührt – ich weiß, das bedeutet gar nichts im Hinblick auf seine Abhängigkeit, aber es bedeutet immerhin soviel, dass er meine allmähliche Veränderung spürt. Was jedoch für mich noch nicht lange heißt, dass ich eine klare Vorstellung von meiner Zukunft habe. Ich arbeite dran.


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