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  1. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Zitat Zitat von Margali62
    Was ich hier klarmachen will ist, dass ein Pflegedienst diese Leistung NIE NIE NIE erbringen kann und es eben sein kann, dass Anghörige die polnische Karte ziehen. Weil es schlicht anders nicht geht!
    Diese "es-geht-nicht-anders"-Haltung finde ich sehr befremdlich.

    Frank hat dargelegt, dass man, lässt man sich die Pflegekraft legal vermitteln und sozialversichern, auf Kosten von 1600 Euro kommt. (Ich hab das jetzt nicht nachgeprüft, unterstelle es mal als richtig.) Dazu kämen Kosten für Kost und Logis, sowie der Unterhalt der zu betreuenden Person, evtl auch Miete, sofern keine Eigentumswohnung vorhanden ist. Kann also locker auf 2500 bis 3000 Euro kommen.

    Wenn 3 Personen (poln. Pflegekraft, dt. Pflegedienst, Angehöriger) sich die Arbeit teilen, halte ich sie auch für zumutbar. Dann ließen sich 24-Std-Bereitschaftsdienste vermeiden.

    Aber: wer kann schon diese Kosten aufbringen? Was sollen die Familien machen, die sich das nicht leisten können?

    Eine Frau aus einem Krisengebiet in Afrika herholen? (Wundere mich, dass es dafür noch keine Vermitlungsagenturen gibt, kommt bestimmt noch.) Die würde bestimmt auch für 200 Euro arbeiten. Und rund um die Uhr.

    Und ich schließe mich Franks Frage an: was wollt ihr eigentlich? Billig soll's sein, aber die Frau soll auch soviel verdienen, dass uns unser Gewissen nicht allzusehr plagt. Denn, klar, wir sind auch für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, natürlich. Nur selbst würden wir solch eine 24-Stunden-Arbeit niiie machen.

    Das ist die Quadratur des Kreises.

    Gibt es eigentlich bundesweit organisierte Angehörigengruppen, die für die Verbesserung der Bedingungen in Pflegeheimen kämpfen? Wie wäre es, wenn man da ansetzt, anstatt die Lösung unserer sozialen Probleme Menschen aus anderen Ländern aufzubürden, die aus purer sozialer Not heraus diese fragwürdigen Stellen antreten?
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  2. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Du hast mich irgendwie überhaupt nicht verstanden.
    Wohlgemerkt: Wir (4 Personen im HH) mit Pflegedienst morgens und abends (was sag ich abends, das war ja ab 18 Uhr) meine Großmutter begleitet. Das schlimmste zuletzt :8 Monate.

    Wir sind abgekackt. Wir hätten bestimmt irgendwann nicht mehr gekonnt. Und haben uns zeitgleich bezgl. einer poln. Agentur schlau gemacht.

  3. Avatar von Nocturna
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Man hört doch, dass fast jeder niedergelassene Arzt Rufnummern kennt, die er betroffenen Personen anbietet. Ist das bei euch nicht so?

    Ich würde das Angebot nehmen, welches für meine Eltern oder Schwiegereltern am besten passt. Mit der illegalen Beschäftigung habe ich keine Probleme oder seit wann arbeiten alle Putzfrauen auf 400 Euro Basis oder werden Häuser ohne Schwarzarbeit gebaut? Ich habe nicht den Anspruch päpstlicher als der Papst zu sein oder anständiger als viele Firmen, die solche „Leiharbeiter“ haben.

    Wenn es mit der Pflegekraft gut klappt, steht es mir frei einen finanziellen Bonus zu verteilen und der landet dann auch tatsächlich dort, wo er hingehört, nämlich bei der Person, die pflegt.

    Meine Schwiegereltern würden niemals ihre Wohnung verlassen, eine Einweisung ins Heim wäre der erste Nagel in ihren Sarg. Da wegen der Entfernung weder Verwandte noch Kinder greifbar sind, sehe ich im Falle des Falles nur die Variante mit polnischen Hilfskräften.

    Meine Eltern dagegen sind in ein betreutes Wohnen gezogen, da geht nur die offizielle Schiene. Man wird sehen, welches Modell besser läuft und wo die Betreuung effizienter ist.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  4. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Zitat Zitat von Margali62
    Du hast mich irgendwie überhaupt nicht verstanden.
    Woraus schließt du das, Margali?

    Du beschreibst ein Problem. Die Frage ist, wie man damit umgeht, welche Lösung man sucht.

    Ich verstehe, dass einen die Pflege eines (vermute ich mal, kenne deine persönliche Situation nicht) desorientierten, evtl. immobilen, inkontinenten ... alten Menschen an die Grenzen bringt. Ich arbeite selbst in der Pflege, habe darüber auch viel mit Angehörigen zu tun und kenne solche Situationen zur Genüge.

    Das kann eine Person alleine nicht bewältigen. Das schaffen auch zwei Personen nicht, denn man hat ja noch sein eigenes Leben. Wenn man zusätzlich berufstätig ist, braucht es noch mehr Pflegepersonen.

    Was ich nicht verstehe ist: wie kann man auf den Gedanken kommen, eine Arbeit, die man sich selbst niemals zumuten ließe (24-Stunden-Betreuung eines fremden Menschen ohne geregelte Freizeit, nur darum ging es mir!) jemand anders zuzumuten? Nur weil diejenige Polin ist und sich mit diesen Bedingungen arrangiert, weil sie weil sie u.U. keine andere Verdienstmöglichkeit hat?

    Nocturna: ich habe keine grundsätzliche Probleme mit illegalen Arbeitsverhältnissen. Ich meine: keine "moralischen" Probleme (dem Staat gegenüber). Wohl aber finde ich es äußerst fragwürdig, jemanden ohne Versicherungsschutz arbeiten zu lassen. Was macht die Frau, wenn sie krank wird? Willst du sie dann nach Hause schicken? Und die 24-Stunden-Zuständigkeit ist doch wohl ein Unding. Gerade weil ich weiß, wie belastend diese Arbeit sein kann, würde ich das niemandem zumuten!

    Etwas anderes ist es, wenn die polnische Pflegekraft sich die Arbeit mit einem ambulanten Dienst und/oder Angehörigen teilt, und dabei zumutbare Arbeitszeiten und -bedingungen herauskommen. Darüber kann man ja gerne reden.
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    Geändert von Analuisa (21.03.2008 um 13:11 Uhr)

  5. Avatar von Nocturna
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Zitat Zitat von Analuisa
    Nocturna: ich habe keine grundsätzliche Probleme mit illegalen Arbeitsverhältnissen. Ich meine: keine "moralischen" Probleme (dem Staat gegenüber). Wohl aber finde ich es äußerst fragwürdig, jemanden ohne Versicherungsschutz arbeiten zu lassen. Was macht die Frau, wenn sie krank wird? Willst du sie dann nach Hause schicken? Und die 24-Stunden-Zuständigkeit ist doch wohl ein Unding. Gerade weil ich weiß, wie belastend diese Arbeit sein kann, würde ich das niemandem zumuten!
    Analuisa, ich kann dir keine exakten Auskünfte geben, wie ich das handhaben würde, weil ich mich trotz älterer Eltern/Schwiegeeltern mit dieser Situation noch nicht auseinander setzen musste.

    In der Anonymität dieses Forums gestehe ich allerdings, dass ich das machen würde, was den Pflegebedürftigen und den Angehörigen, also auch mir, am meisten nützen würde. Meine moralischen Bedenken halten sich in Grenzen. Ich gehe allerdings davon aus, dass die zu pflegenden Personen nicht rund um die Uhr betreut werden müssten, sondern öfter am Tag Hilfereichungen brauchen wie Toilette, Windeln, beim Essen und Trinken, so dass die Pflegekraft auch ihre Auszeiten nehmen kann. Schließlich würde im Heim auch keiner 24 Stunden am Tag am Bett meiner Eltern stehen, warum dann eine private Pflegekraft?

    Es ist mir klar, dass jeder mal krank werden kann und auch mal eine Auszeit braucht. Für kleinere Abwesenheiten kann man sicher selber in die Bresche springen oder Pflegedienste organisieren, bei gravierenden Ausfällen muss personell umorganisiert werden.

    Ich sehe das echt nicht wie moderne Sklaverei. Wer meinen Eltern oder Schwiegereltern zur Hand ginge und seine Sache gut macht, wäre mehr als nur eine Person X, der ich im Monat 1000 Euro überweise, eher ein erweitertes Familienmitglied. Ja, es ist harte Arbeit, aber es wird immer Personen geben, die solche Arbeit machen werden, weil es für sie keine Alternativen gibt, aber auf das Geld angewiesen sind. Ich werde die Welt nicht verändern, ich kann nur dafür sorgen, dass die Zustände in meinem Umfeld menschenwürdig sind und ich bin sicher, ich kriege das innerhalb meines Zuständigkeitsbereichs geregelt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  6. Inaktiver User

    AW: Polnische Pflegekräfte

    @Nocturna,


    @Analuisa,

    wenn Du im Pflegedienstbereich tätig wärest, dann sage mir doch bitte einmal, WER 24-Stunden-Dienst anbieten kann, welche Kosten hierfür monatlich aufzubringen sind und wieviel davon von den jew. KK's erstattet werden ??!!!

    Meine Freundin beispielsweise hätte sofort ihre Halbtagstätigkeit zugunsten der Mutter aufgegeben, wenn sie ihren Einsatz auch entsprechend bezahlt bekommen hätte. Es kann nicht angehen, dass man locker Euro 3.500,-- monatlich für eine Heimunterbringung aufbringt und der/die Angehörige mit einer Entschädigung von mtl. 410 / 620,-- (Pflegestufe II / III,) abspeist.

    Auf 200 Euro reduzierte sich dann diese Zahlung, als täglich ein Pflegedienst die morgendliche Versorgung (ca. 1 Std.) übernahm, da die Kosten hierfür nicht ausreichten.

    Dass Angehörige für 24 Std-Bereitschaft NUR mtl. 410 höchstens 620,-- Euro !!!!!! erhalten, das ist keine Ausbeutung und vertretbar ?????
    Geändert von Inaktiver User (24.03.2008 um 18:32 Uhr)

  7. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    @Analouisa:

    "Was ich nicht verstehe ist: wie kann man auf den Gedanken kommen, eine Arbeit, die man sich selbst niemals zumuten ließe (24-Stunden-Betreuung"


    Hä?

  8. Avatar von Valentine
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    hallo cindy
    die frage ist, ob *man* wirklich locker 3500 euro aufbringt?? und wer ist man? meinst du die kasse? 3500 ist sehr teuer für ein heim.
    und klar, die kosten entstehen erstmal aus der miete, aus dem essen, vollverpflegung, volle übernahme der wäsche, bügeln, ausbessern usw., kostenlose aktivitäten im heim, zu denen die bewohner gebracht werden vom personal, das natürlich auch noch ein kostenfaktor darstellt.
    allerdings kostet eine rundum pflege zuhause z.b.mit zweimal am tag die gemeindeschwester, zweimal am tag die nachbarschaftshilfe und nachts nen ziwi z.b. von der awo mehr als ein heimplatz.....also rein von den personalkosten!!
    so wars jedenfalls vor ein paar jahren.

    grüssle valentine

  9. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Zitat Zitat von Nocturna
    In der Anonymität dieses Forums gestehe ich allerdings, dass ich das machen würde, was den Pflegebedürftigen und den Angehörigen, also auch mir, am meisten nützen würde. Meine moralischen Bedenken halten sich in Grenzen.
    Nocturna, ich danke dir für deine Ehrlichkeit. Ich denke, so werden es die meisten Menschen sehen - wir selbst und die eigenen Angehörigen sind uns natürlich näher als eine uns unbekannte Helferin. Letzterer gegenüber fühlen wir uns nicht verpflichtet.

    Trotzdem erschreckt es mich etwas, dass niemand von den zuletzt hier Mitschreibenden irgendwelche moralischen Bedenken hat angesichts von Arbeitsbedingungen, die a) in einem Lohnarbeitsverhältnis illegal und b) einem Menschen nicht zumutbar sind. Woher kommt das?

    Und ich denke halt nicht nach der Maxime: Hauptsache meine Eltern sind zufrieden und müssen nicht ins Heim, alles andere ist nicht wichtig. Natürlich wünsche ich mir würdige Lebensbedingungen für meine Eltern, wenn sie sich einmal nicht mehr selbst versorgen können. Aber ich bin genauso für würdige Arbeitsbedingungen für die Pflegeperson/en. Was ist daran so schwer zu verstehen?

    Zitat Zitat von Nocturna
    Ich gehe allerdings davon aus, dass die zu pflegenden Personen nicht rund um die Uhr betreut werden müssten, sondern öfter am Tag Hilfereichungen brauchen wie Toilette, Windeln, beim Essen und Trinken, so dass die Pflegekraft auch ihre Auszeiten nehmen kann.
    Das kommt eben darauf an, um welchen Grad von Pflegebedürftigkeit es sich handelt. Entscheidend ist z.B., wieviel Hilfebedarf nachts besteht. Vielleicht kannst du dir ausmalen, was es für eine Pflegekraft bedeutet, wenn sie keine Nacht durchschlafen kann. Und dann am nächsten Morgen gleich wieder ran muss.

    Zitat Zitat von Nocturna
    Schließlich würde im Heim auch keiner 24 Stunden am Tag am Bett meiner Eltern stehen, warum dann eine private Pflegekraft?
    Nein, aber die Pflegerin im Heim dreht z. B. nachts ihre Runden und schaut bei Patienten, bei denen das nötig ist, mehrmals nach dem Rechten. Und nach Ende ihres Dienstes geht sie NACH HAUSE, das ist der entscheidende Unterschied. Ich habe durchaus Patienten erlebt, die 2-3stündig gewindelt werden mussten. Rund um die Uhr. Nun sag mir bitte, wie das eine Person machen soll.
    Nachtrag (habe gerade nochmal den Strang nachgelesen): siehe dazu auch die Ausführungen von Margali.

    Zitat Zitat von Nocturna
    Es ist mir klar, dass jeder mal krank werden kann und auch mal eine Auszeit braucht. Für kleinere Abwesenheiten kann man sicher selber in die Bresche springen
    So meinte ich das nicht mit dem "was machst du, wenn sie krank wird?". Ich wollte damit sagen: Wenn sie nicht versichert ist, kann sie noch nicht mal zum Arzt gehen, wenn sie krank wird.
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    Geändert von Analuisa (25.03.2008 um 17:36 Uhr)

  10. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Cindy, deine Frage kann ich dir nicht beantworten. Ich arbeite im stationären Bereich (Krankenhaus). Ich verstehe auch deinen Ärger mir gegenüber nicht. Mein Anliegen war es nur, für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte einzutreten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dass Angehörige für 24 Std-Bereitschaft NUR mtl. 410 höchstens 620,-- Euro !!!!!! erhalten, das ist keine Ausbeutung und vertretbar ?????
    Habe ich das gesagt, dass ich das richtig finde?

    Ich fände es angemessen, wenn die Sätze höher lägen, ja. Trotzdem finde ich, dass es noch ein Unterschied ist, ob Angehörige einen alten Menschen pflegen, oder ob dies Angestellte tun. Eine Mutter bekommt für ihre Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft auch kein Geld, eine Erzieherin würde ihre Arbeit selbstverständlich bezahlt bekommen. (Bitte nicht aufschreien: Dies soll KEIN Argument dafür sein, dass Angehörigenpflege nicht finanziell unterstützt werden sollte, ich würde es nur nicht auf die gleiche Stufe stellen mit der professionellen Pflege.)


    Margali, könntest du deine Frage noch einmal anders formulieren?
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