Thema geschlossen
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  1. Inaktiver User

    AW: Polnische Pflegekräfte

    Die polnische Pflegekraft, die ich für mich arbeiten/pflegen lasse, kann sich je nach Anforderung um die Angehörige kümmern und hat durchaus Freizeitmöglichkeiten, da jeder Patient auch gewisse Ruhephasen beansprucht.

    Das beste Beispiel ist die Fütterung eines Patienten: Während der ambulante Pflegedienst dies im Schnellverfahren durchzieht und oft behauptet, der Patient will nicht mehr essen, kann sich die polnische Pflegekraft voll auf die Essensgewohnheiten einstellen, da der Zeitfaktor hier überhaupt keine Rolle spielt.

    Wenn hier von Ausbeutung gesprochen wird, kann ich nur milde lächeln. Ob private Pflegedienste oder Caritas, AWO u.ä., sie alle zeichnet aus, dass dieser Wirtschaftszweig boomt. Es zeigt sich auch daran, dass diese Klientel bevorzugt Eigentum erwirbt und/oder Hauserweiterungen plant. Mag sein, dass sich einige Pflegemitarbeiter ausgebeutet vorkommen, aber dann sollten sie bitte das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber suchen.

  2. Inaktiver User

    AW: Polnische Pflegekräfte

    ...die „Auszeichnung“ sollte an die Medizin gehen, die mit ihrem Fortschritt die Menschen unnatürlich hochhält, zweiter Preis geht an die Verantwortlichen der Arbeitsmarktsituation, dass alte Menschen viele Jahre vor der Rente abgeschoben und auf dem Höhepunkt ihres Könnens nicht mehr gebraucht wurden.
    Dritter Preis der Profitierenden von alten Menschen nun die Wohlfahrt, die wächst und boomt und verdient sich dumm und dämlich an den mühsam erarbeiteten Renten der Alten. Aber nicht genug, denn sie brauchen zusätzlich die arbeitenden Familienangehörigen.
    Hier beißt sich die Katz in den Schwanz. Viele Menschen aus den Hilfsberufen sind genau diejenigen, die in ihrem erlernten Beruf mit jahrelanger Erfahrung und Qualifikation herhalten mußten. Diese könnten qualifiziert für ihre Zukunft eigene Renten sichern, ihr Wissen und Können weiter geben an die Jugendlichen mit einem Ausbildungsplatz, damit unsere Kids auch wieder eine Zukunft haben.
    Stattdessen werden sie in Schnellverfahren auf Altenpflege eingewiesen und dann auf die Alten mit dicker Brieftasche losgelassen.
    Letztendlich müssen wir uns jetzt unserem Konsumüberfluss und der überreizten Profitgier der letzten Jahrzehnte stellen und nun die sieben Mageren verantworten. Alles hat seinen Preis, egal von welcher Nationalität wir unseren Karren aus dem Dreck holen lassen...


  3. Registriert seit
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Na das hat uns nun wirklich weitergeholfen !!!!
    Wo bleiben denn die Alternativen ?
    ......Schweigen im Walde........

    Warum wundert mich das jetzt nicht ?

    Yvie
    Das Leben ist voller Überraschungen

  4. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Ich will gar nicht auf der Medizin rumhacken. Meine Großmutter ist einfach nur sehr alt geworden.
    Das liegt mit Sicherheit daran, dass sie bis zum letzten Atemzug bei uns war. Im Bekanntenkreis meiner Eltern war in einigen Fällen eine ähnliche Situation wie bei uns. Wären die alten Damen im Heim gewesen wären sie Jahre vorher verstorben. Wer dies nicht glaubt möge sich die Statistiken der Verweildauer in Pflegeheimen anschauen.

    Unter allen Umständen hätten wir dafür gesorgt, dass meine Oma zuhause sterben kann. Wie gesagt, auch die polnische Variante war eine der Möglichkeiten.

  5. Avatar von Valentine
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    hallo,

    als alternative gibt es zur körperpflege und medizinischen versorgung:
    die schwester der diakoniestation
    arbeiterwohlfahrt
    arbeitersamariterbund
    deutsches rotes kreuz
    es gibt private pflegedienste
    es gibt auch *deutsche* die 14tage am stück arbeiten, im haus des zu betreuenden mitleben und dann 14 tage frei haben. diese jobs werden gerne an frauen ab 50 vergeben.........
    bei uns gibts noch zusätzlich die hilfe der nachbarschaftshilfe, die keine pflege machen dürfen, aber betreuung und z.b. essen kochen, essen eingeben usw.
    die private pflege zuhause ist für den zu pflegenden sicher auf den ersten blick das beste. er kann in seiner gewohnten umgebung bleiben.
    aber pflege ist sehr sehr anstrengend und die fälle der gewalt in häuslicher pflege nehmen ständig zu, auch die fälle der verwahrlosung.
    pflege zuhause ist, wenn sie mit professionellem personal organisiert ist, sehr sehr teuer.
    ich selbst arbeite im heim, finde dies eine gute möglichkeit, im alter betreut zu werden.
    gegen polnische frauen, die private pflege im haus anbieten habe ich sowenig was, wie gegen sogenannte gastarbeiter, die in den 60 er jahren geholt wurden, weil es genügend arbeit gab, die *deutsche* nicht verrichten wollten...

    grüssle valentine

  6. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Zitat Zitat von yvie2002
    ......Schweigen im Walde........

    Warum wundert mich das jetzt nicht ?
    Yvie, falls du damit andeuten willst, dass niemand eine Antwort auf deine Frage hat .. ich werde noch was dazu schreiben. Kann nur momentan nicht, da ich sehr viel zu tun habe. Habe leider einen Job, der ein nebenbei-im-Internet-surfen nicht zulässt.

    Karline, aus deinem Postiong bin ich leider nicht schlau geworden, kannst du das nochmal übersetzen?

  7. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    ZUm Thema füttern:
    Noch eine Geschichte. Wenn meine Großmutter im KH war (z.B. der Katheter saß zum 1000. Mal zu, kein Arzt zu erreichen, Feuerwehr angerufen etc.) sagte man zu uns: Ihre Großmutter ißt ja gar nicht. Wir: Ne, sie muß gefüttert werden.

    Dazu sah man sich immer nicht in der Lage. Meine Mutter und ich sind dann mehrmals am Tag ins KH gefahren und haben meine Großmutter gefüttert. Meine Oma ist Privatpatientin. Der KH- Aufenthalt hat am Tag ich weiß nicht wieviel hunderte von EURONEN gekostet. Das hat man gern geommen. Füttern, das konnten sie nicht.
    Wie oft man uns zwingen wollte ("wollen Sie die Frau verhungern lassen?"), eine Magensonde legen zu lassen, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen.

    Mann, mir geht gerade wieder der Hut hoch.

    Das füttern und trinken hat zuhause einen Großteil der Zeit gefressen. Lagern, ach wie oft am Tag.

    Ein proff. Pflegedienst - ach, der ist doch gar nicht DA! Das Windeln und umziehen, waschen und kämmen- das ist doch vom Zeitanteil gering!

    M.

  8. Avatar von Valentine
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    hallo margali,

    wird ein *pflegefall* zu hause gepflegt, kann der prof. pflegedienst einiges abnehmen, aber nicht alles.
    ich schreib dir mal, wie wir das gelöst hatten.
    schwiegermutter, 70 jahre jung, von heute auf morgen ein pflegefall. wurde entlassen mit der auflage, dass sie eine rundumbetreuung braucht. ich habe damals folgendes organisiert:
    früh morgens habe ich-wohnte im nachbarhaus-insulin gespritzt, frühstück gemacht, geschaut, dass sie auch isst. manchmal auf den toilettenstuhl gesetzt, je nachdem. sie war nicht wirklich inkontinent, aber durch hirnmetastasen fielen einfach immer mehr funktionen aus und sie war oft nicht in der lage, aufzustehen um aufs clo zu gehen.
    um 9 uhr kam eine dame der nachbarschaftshilfe, hat die küche aufgeräumt und eine zwischenmahlzeit gereicht, bissle geredet und unterhalten.
    im lauf des vormittags kam die diakonie zum waschen, kam über mittag und kam abends. behandlungspflege.
    nachmittags hatte ich nochmals ne dame der nachbarschaftshilfe für 2 stunden, damit ich zeit hatte, wenn meine tochter aus der schule kam. abends haben wir zusammen abendbrot gegessen und in der nacht war eine ziwi da.
    wir brauchten diese intensiversorgung genau 14 tage, dann ist sie gestorben. sie konnte alle hilfe annehmen und war froh, nicht alleine gelassen zu werden.mein mann, unsere tochter und ich waren so oft wie möglich bei ihr.
    vor der intensivversorung war ich schon monatelang eingespannt als insulinspritzerin, als einkäuferin, als köchin, als unterhalterin, als ruhender pol, für die nächte, wenn sie nicht alleine sein wollte.
    an den wochenenden übernahm meine schwägerin und mein schwager diese aufgaben und ich hatte frei.
    die kosten für die 14 tage intensivversorgung überstiegen bei weitem die heimkosten!
    ...............................

    inzwischen pflege ich mit drei weiteren geschwistern und dem pflegedienst der diakonie meinen bettlägrigen vater.
    ich arbeite 54% im altenheim, bin 2 stunden am tag mindestens bei meinem vater, unterstützte auch meine mutter.
    die kosten für die betreuung durch die diakonie sind gut abgedeckt von der pflegeversicherung bei pflegestufe III
    ..................................

    pflege von angehörigen kostet sehr viel kraft.
    es muss genau aufgelistet sein, was getan werden muss. inkontinentenversorgung, lagerung bei bettlägrigen, pflege und waschen, verbände, einkaufen, kochen, essen geben.......
    und es sollte berücksichtigt werden, dass konflikte in der familie, oder konflikte mit dem zu pflegenden nicht besser werden, sondern sich eher verstärken, was zusätzlich sehr sehr bleastend ist. es sollte berücksichtigt werden, dass der zu pflegende nicht eine *sache* ist, sondern ein mensch, der auch zuwendung braucht, der unterhaltung braucht und der evtl. viel besuch bekommt- wie z.b. bei uns auf dem dorf. das sind alles zeiten, in denen jemand anwesend sein muss. bei uns kann das unsere mutter noch abdecken.
    wir sind jetzt zeitlich sehr eingespannt, haben aber finanziell keine belastung.
    ich möchte abschliessend sagen, dass pflege anstrengend ist, aber dass man auch viel zurück bekommt.

    grüssle valentine

  9. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    Tja, meine Großmutter war Pflegestufe 3 und letzte Demenzklasse.
    Ihr macht Euch keine Vorstellung, was wir geleistet haben.

  10. Avatar von Valentine
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    AW: Polnische Pflegekräfte

    hallo margali

    doch ich habe vorstellung davon, was ihr geleistet habt.
    aber ich habe ein wenig das gefühl, dass du sehr verbittert bist darüber und das täte mir leid und genau das soll nicht das ergebniss von pflege der angehörigen sein!!!
    es ist total wichtig, dass man selbst nicht untergeht, dass man loslassen und abgeben kann, wenn es notwendig wird.
    ich weiss, das ist schwierig und es ist erst recht schwierig wenn man mitten in der situation ist. aber eine pflege alleine durch zu führen ohne unterstützung das ist oft horror für pfleger UND pflegebedürftigen.

    grüssle valentine

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