Liebe BriCom,
ich bin jetzt 36 Jahre alt, habe einige ernsthafte und längere Beziehungen hinter mir und eine einige kürzere Sachen, bin seit einem Jahr alleine und frage mich, ob es mit mir überhaupt noch was werden kann.
In pessimistischen Momenten - und die häufen sich leider - denke ich: Nein. Ich bin in Liebesdingen einfach zu unbegabt oder gestört. Die meisten meiner Freunde und Bekannten sind seit Ende zwanzig unter der Haube, die, die es nicht sind hangeln sich wie ich vom einem Scheiß zum nächsten. Oft mit Männern, die bereits mit einem großen Päckchen in die Beziehung kommen und mit denen man zehn Jahre früher nicht im Traum was angefangen hätte.
Was ist dein Päckchen, werdet Ihr vielleicht fragen?
Leider ist es mir nicht möglich, in meinem persönlichen Beziehungsverhalten ein klares Muster zu erkennen. Ich habe vor drei Jahren eine Therapie gemacht, die mich zwar in der aktuellen Lage toll gestärkt hat, aber nicht, dass mir klar geworden wäre, was ich generell falsch mache.
Meinen ersten Freund, den ich immer eher nett fand als wirklich toll, habe ich nach zwei Jahren verlassen, weil es wohl eher eine Freundschaft war für mich. Da war ich 17. Er war 25 und bis heute der einzige Mann, der, trotz unserer jungen Jahre, alles von mir wollte: Heiraten, Häuschen usw.
In den nächsten habe ich mich dann wirklich sehr verliebt, allerdings war er mit einer anderen zusammen. Mit ihm ging es nach fünf Jahren auseinander - ich habe es nach vielen Lügen während der Trennung nie mehr geschafft, ihm wirklich zu vertrauen. Die Beziehung habe ich mir selbst wohl ruiniert. Sonnenklar.
Mein dritter Freund war einer, dem ich wirklich vertrauen konnte: Offen, direkt und ehrlich. Er war meine große und vielleicht erste wahre Liebe: Nach zwei traumhaften Jahren kam das Thema Kinder auf den Tisch, dann ging er. Konnte er sich nicht vorstellen.
Meine vierte Beziehung war bislang die schlimmste: Der Mann wollte Kinder, wirkte anfangs normal und beziehungserfahren, stellte sich aber nach kürzester Zeit als schwer depressiv heraus. Ich habe alles gegeben, ihn umsorgt, war für ihn da, aber es hat alles nicht geholfen und in Behandlung hat er sich trotz Suizidversuch - vor unserer Zeit - nie begeben. Nach eine Jahr fing ich an, mich wieder um mich zu kümmern - und er lies mich sitzen, weil ich nicht für ihn da bin, wie er sagte.
Seit einem Jahr bin ich jetzt alleine.
Und ich frage mich, ob es für eine wie mich überhaupt noch sowas wie Hoffnung gibt?
Was würdet ihr mir raten?
Und kennt ihr Geschichten von Liebespechvögeln wie mir, die es in hohem Alter doch noch geschafft haben, glücklich in der Liebe zu werden oder zumindest zufrieden. Ich brauche ein bisschen Optimismus.
Ganz lieben Dank für Eure Antworten.
Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7
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17.03.2007, 18:13
Liebespechvogel braucht Aufmunterung
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17.03.2007, 19:27Inaktiver User
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
Hallo lovemethusalem,
so, Du brauchts also Aufmunterung von uns "Alten"?
;-))
Schau doch mal beim Schreiberling-Forum rein. Rubrik: Ein Mensch. Da steht etwas von mir. Zwar sehr kurz, aber vielleicht hilft es Dir ein wenig.
Viel Grüße von sarahM
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17.03.2007, 20:02
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
Das ist süß! Danke!
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19.03.2007, 22:01
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
He! Wer wird denn hier kapitulieren???
Es gibt genug Ehen, die irgendwann geschlossen, todunglücklich ein Leben lang weiter laufen. Sei doch froh, dass Dir das erspart geblieben ist. Sicher, es gibt auch die andere Seite: Ehen, die super laufen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, viele auch dieser nach außen super laufenden Ehen - da hat der eine oder andere Partner sich schon mal zwischendurch wieder gewünscht Single zu sein.
Der Mensch will immer das, was er nicht hat.Wer verstehen kann, kann alles verzeihen
Ich bin bereit, überall hin zu gehen, wenn es nur vorwärts ist.
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21.03.2007, 07:17Inaktiver User
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
@lovemethusalem
...erst einmal STOPP STOPP STOPP!!! mit deiner energiegeladenen Reise zurück zu deinen unglücklichen Lebenssituationen.
1. Wunsch: ziehe dir etwas leichtes über und gehe raus in die Natur. Es ist Frühling. Nimm es mit allen deinen Sinnen wahr, es duftet, es zwitschert und ein leicht warmer Hauch streift deine Haut, die Sonne wärmt schon mit Kraft und gibt uns wieder rosiges Aussehen, atme tief durch und lasse alles auf dich wirken.
2. Wunsch: schau nur auf dich und deine Bedürfnisse, damit du dich wohl fühlst und es dir gut geht und du zufrieden bist und ergründe erst einmal - unabhängig von irgendeinem anderen Menschen - wie dein Lebensalltag gestaltet sein kann, damit du glücklich bist.
3. alle guten Wünsche für dein Leben und dein Wohlbefinden. Damit wächst deine freundliche Ausstrahlung und wird zur rechten Zeit wie von selbst jemanden magisch anziehen und du wirst es spüren, ob es für dich gut ist, weil du glücklich bist...
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22.03.2007, 10:09Inaktiver User
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
Erfahrung hat mir gezeigt, dass erst dann, wenn man mit sich im reinen ist, die richtige Liebe kommt - ich hatte viele Beziehungen, die rechte Vertrautheit kam erst dann als ich ich war. Sich nicht über eine andere Person definieren, ist schon ein Anfang - das Muster, ich bin nur was, wenn ich einen Mann habe, funktioniert nicht, das ribbelt sich spätestens dann auf, wenn der Mann sagt, geh doch alleine dort hin.
Ich habe zwei Männer verloren, den einen an den Krieg, seine Grausamkeiten - mein erster Mann war bei der israelischen Luftwaffe und hat seine Einsätze im Sechs-Tage-Krieg nie verwunden, noch heute nicht. Mit ihm habe ich einen Sohn.
13 Jahre nach der Scheidung und einigen Liebschaften, die von der anderen Seite durchaus zu einer Ehe hätten führen können, so ich gewollt hätte, lernte ich meinen zweiten Mann kennen, wir zogen nach 1 Woche zusammen, heirateten nach 16 Jahren, gingen miteinander nach Spanien - und dort starb er 5 Monate später.
Das ist auch schon wieder 8 Jahre her, jetzt fange ich langsam an, wieder nach einer festen Beziehung auszuschauen.
Ich bin 61, zufrieden und immer häufiger glücklich.
Liebe Grüsse
Elke
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22.03.2007, 10:25Inaktiver User
AW: Liebespechvogel braucht Aufmunterung
@lovemethusalem (wär eher ein nick für ü70er oder so..Es gibt genug Ehen, die irgendwann geschlossen, todunglücklich ein Leben lang weiter laufen
), das ist es doch! Als von Beziehungen und Männer Enttäuschte sieht frau doch meist eher die vielen Paare und Familien und fühlt sich leicht als Pechvogel, die nix langfristiges richtig zustande bringt. Aber diese Beobachtungen können ja auch ziemlich trügen! Mit 36 war ich auch noch (schon langjährig) verheiratet, mäßig glücklich, eher zufrieden. Auch ein zweites Kind hat da nichts verbessert, die Kurve ist runter gegangen. Getrennt hab ich mich erst mit über 50. Äußerlich gesehen wegen eines neuen Partners, mit dem ich mittlerweile glücklich verheiratet bin, aber dass es gerade zu diesem Zeitpunkt gefunkt hat, war Glück und Zufall. Die innere Scheidung war schon viele Jahre vorher.
Und so denke ich, es sollte nicht so viel in den vergangenen Pleiten herumgeforscht werden, sondern aufrecht in die Zukunft geblickt werden. Klar, mit Ende 30 fühlt eine Frau, die eigentlich gerne Kinder hätte, die biologische Uhr ticken, aber das sollte nicht das bestimmende Geräusch sein!
Außer meiner Geschichte, die sogar, was wohl nicht so häufig ist, einen glücklichen "Fang" im Bereich Internetkontakte bestätigt, gibt es viele Geschichten von Frauen, die erst mit ü40 oder ü50 wie und auf welchem Wege auch immer, eine wirklich glückliche Partnerschaft begonnen haben! Also: Kopf hoch, es kann klappen! Egal wann und wie, halt die Augen offen, geh positiv an deine Mitmenschen heran! Es gibt ne Menge netter Männer, nicht nur Pleiten!


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