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  1. Inaktiver User

    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von C1969 Beitrag anzeigen
    Was würdet ihr von einem "Retro-Strang" hier halten, falls es noch keinen gibt? Dort könnte jeder seine Anekdoten, Erlebnisse oder Erinnerungen an "früher" oder "die gute alte Zeit" reinschreiben, darüber diskutieren und lachen.

    Ich habe oft solche Momente in verschiedensten Situationen, wo ich nur denke "meine Güte, war das früher alles einfach und unkompliziert".
    Ob man einen Strang aufmachen sollte, weiß ich nicht.

    Der ganz große Unterschied zu früher ist oder war für mich: man hatte das Gefühl noch soo viel vor sich zu haben, soo viel Zeit.

    Das war ne schmerzliche Erkenntnis. Manche Menschen versuchen darum alles so zu leben als wärs der letzte Tag ihres Lebens, wie irre und anstrengend.

    Es ist eher so: je mehr man sich seiner Endlichkeit bewusst wird, je intensiver werden alle Momente.

    Was ich an früher vermisse ist: einfach Zeit füreinander zu haben. Nicht was Großartiges ausmachen müssen.
    Und dass das eben auch ne Art von Selbstverständlichkeit darstellt.

    Wenn solche kleinen Treffen lange fehlen, entsteht so ne Art von Entfremdung.
    Mir fehlt so ne altmodische Gemütlichkeit von früher.

    Darum pflege ich die - und ich habe wieder das Gefühl: ich habe Zeit, basta.
    Diese innere Ruhe nix zu verpassen finde ich wunderbar.

  2. Inaktiver User

    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ehrlich?

    Da fühle ich mich noch so 20-25 Jahre zu jung.

    Ich hatte im letzten Lockdown Winter eine schlimme Retrophase mit Musik aus den 80ern und überhaupt.

    Aber!
    ich LEBE jetzt. JETZT.

    Jetzt ist mein Leben. Eins, das nie wieder kommt, jeden Tag. Und das will ich nutzen und auskosten und leben. Aktiv und wirklich. Und so "Gott, was war alles geil, als Twix noch Raider hieß und Bruce Willis Haare hatte" Anfälle: gestehe ich mir zu.

    Aber! Nicht auf Kosten meines echten Lebens im Leben. Dazu ist mir die Zeit inzwischen zu kostbar geworden. Zu kostbar um sie mit Retroweh zu verplempern.

    Ich würde auch dir sehr raten, dich lieber auf das hier und jetzt JETZT zu konzentrieren. Sonst hast du in 20 Jahren das Problem, dass du haderst, dass du deine schönen 50er Jahre mit den alten 80ern verplempert hast. Und dir mit 70 denkst, hätte ich doch mit 50 bloß....

    Nee! Gelebt wird im Jetzt.

    So gut Duran Duran waren. Ham wohl neues Album, aber der Le Bon ist ein dicklicher alter Sack geworden. JETZT würde ich mir auf jeden Fall nicht mehr die Hand abhacken lassen um Yasmin LeBon zu sein.

    (Bissl Anekdote )
    Also ich frag mich da schon ein wenig: was das ist das was nur Jetzt ist?
    Mein Jetzt hat schon viel mit Früher zu tun.

    Deshalb bin ich trotzdem sehr aufgeschlossen und liebe auch Abenteuer und Neues.
    Sich so ein wenig über Früher und Heute auszutauschen, gerade mit Menschen die man lange kennt, hat was.

    Ich bin froh, so altmodisch gewesen zu sein und nur mal sporadisch die Pille genommen zu haben.
    Hatte ich vor kurzem mit meiner Jüngsten drüber gesprochen.

    Sich gewissen Entwicklungen zu verweigern und zu denken, ging doch früher auch, finde ich gar nicht so unklug.

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Hm. Also, ich liebe meine kleinen Retro-Anfälle. Mancher mag sie rückwärtsgewandt finden, aber ich finde sie toll.

    Manchmal überkommt es mich, ich denke an irgendwas von früher, und dann tauche ich richtig in diese Zeit ein, krame alte Fotos, Musik, Briefe raus und erlebe noch einmal das Gefühl von damals.

    Das bedeutet nicht, dass ich nicht im Jetzt lebe (das tu ich sogar sehr, mein Jetzt ist wunderbar). Es sind einfach kleine Zeitinseln in dem großen Meer meines Lebens, und ich liebe es, gedankliches und emotionales Inselhopping zu betreiben. Denn nur weil diese Dinge lange her sind, sind sie für mich nicht tot. Sie sind immer noch ein Stück von mir.

    Heinrich Böll hat mal geschrieben: "Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke."
    Und das mache ich. Und ab und zu sehe ich mir meine Sammlung einfach mal wieder an.
    Wir werden weitermachen!

  4. Inaktiver User

    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Es ist wie immer im Leben, auf das Maß kommt es an.
    Zu viel in der Vergangenheit hängen macht Nackenschmerzen, blockiert den Blick auf das, was man/frau jetzt hat und noch vor einem liegt.
    Mein Enkel hat mich am Wochenende gefragt, ob ich noch Fotos habe, als ich ein Baby und ein Kind war.
    Ihn interessiert das, er hat kürzlich ein Kinderfoto von seinem Papa und seinem Onkel gesehen.
    Wir werden demnächst mein Album anschauen.

    Meine Schwester und ich lachen miteinander über Anekdoten aus früheren Zeiten, häufig, wenn eine von uns Kontakt hatte zu Freunden aus der "Sturm- und Drangzeit".

    Die Zeiten waren nicht besser oder schlechter als jetzt, sie waren anders.
    Aber vertiefen und eintauchen nein, ich bin neugierig auf das, was noch kommt/ kommen mag.

  5. Moderation

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Hm. Also, ich liebe meine kleinen Retro-Anfälle. Mancher mag sie rückwärtsgewandt finden, aber ich finde sie toll.

    Manchmal überkommt es mich, ich denke an irgendwas von früher, und dann tauche ich richtig in diese Zeit ein, krame alte Fotos, Musik, Briefe raus und erlebe noch einmal das Gefühl von damals.

    Das bedeutet nicht, dass ich nicht im Jetzt lebe (das tu ich sogar sehr, mein Jetzt ist wunderbar). Es sind einfach kleine Zeitinseln in dem großen Meer meines Lebens, und ich liebe es, gedankliches und emotionales Inselhopping zu betreiben. Denn nur weil diese Dinge lange her sind, sind sie für mich nicht tot. Sie sind immer noch ein Stück von mir.

    Heinrich Böll hat mal geschrieben: "Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke."
    Und das mache ich. Und ab und zu sehe ich mir meine Sammlung einfach mal wieder an.
    Das mach ich auch hin und wieder. Da ich jetzt alle Familienfotos als einzige Ueberlebende hier bei mir habe, waere es echt schlimm, wenn ich die verlieren wuerde.
    Ich guck mir auch gerne mal Dinge an, die ich vor X Jahren gemacht habe oder Souvenirs von Reisen, Erbstuecke., und denke zurueck. Reflektieren gehoert zum Leben.
    Aber ich mag nicht so dieses ‘frueher war alles besser und wie schoen war es, dass wir noch ungezwungen Mezzo Mix trinken und Zuckerwatte essen konnten und draussen spielen durften bis die Strassenlaternen angingen.”
    Heute gibts auch gute Sachen zu essen und Kinder, die bis zum Dunkelwerden draussen toben.
    Ich bin dann auch zufrieden, wenn ich die Fotokiste wieder zumache, weil ich auch so Manches drin sehe, was sich im Nachhinein als gar nicht gut entpuppt hat. Was mir als Kind nicht auffiel, meinen Eltern allerdings schon.
    Leben halt.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  6. Inaktiver User

    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Eben nicht, es gibt kaum noch Kinder die alleine draussen spielen. Und das Schlimme daran ist, dass vergessen werden könnte wie wichtig das für sie ist. Für die motorische Entwicklung, für die Freiheit, für die Persönlichkeit.
    Darum wachsen Kinder eben auf dem Land auch gesünder auf.

    Und, was ich schmerzlich für meine Töchter finde: es gibt einfach nicht mehr dieses Procedere: am Wochenende zum Tanz gehen - und vor allem - sich auffordern lassen.

    Es gab auch noch Kühe und Gänse und Hühner die einfach so grasen durften.
    Wenn ich das alles nicht wüsste - würde ich vieles einfach als gegeben hin nehmen. Vielleicht.

    Soo sehr haben sich die Menschen in ihren Bedürfnissen nicht geändert, die Tiere auch nicht.
    Wenn ich so Filme aus den 30igern sehe, wie wild und toll die tanzen konnten - bin ich einfach fassungslos.

    Deshalb verfalle ich nicht in Schwermut, es hilft mir halt - auf dem Teppich zu bleiben.

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Hm. Also, ich liebe meine kleinen Retro-Anfälle. Mancher mag sie rückwärtsgewandt finden, aber ich finde sie toll.

    Manchmal überkommt es mich, ich denke an irgendwas von früher, und dann tauche ich richtig in diese Zeit ein, krame alte Fotos, Musik, Briefe raus und erlebe noch einmal das Gefühl von damals.
    Das ist wirklich ( manchmal ) schön, besonders wenn man den eigenen Kindern zeigen kann, "wie es früher so war". Meine Jungs sind auch voll auf den "vintage" Zug aufgesprugen, ihre Freundinnen auch. Als sie meine alte Schreibmaschine entdeckt haben, konnten sie es kaum fassen.

    Ich versuche manchmal mich an das Zeit- und Lebensgefühl aus den 80ern und 90ern zu erinnern. Als es noch Ladenschlusszeiten gab, kleine Tante Emma Lädchen, kein "Heimcomputer", kein Internet und nur 3 Fernsehprogramme. Gelbe muffige Telefonzellen ( mit ständig zerfetzten Telefonbüchern darin ), Dauerwellen und Schulterpolster, Familienfeiern, auf denen man geräuchert wurde, Mixtapes die man im Radio mitgeschnitten hat...

    Irgendwie war das Leben ruhiger und intensiver zugleich. Man konnte sich noch über Dinge freuen, die heute selbstverständlich sind. Diese ständige Verfügbarkeit von allem, rund um die Uhr, das ist so anstrengend. Vielleicht ist das auch meine Empfindung, dass heute vieles "entzaubert" oder irgendwie nur noch so lieblos hingeklatscht ist, wie das Weihnachtsgebäck in den Supermärkten.

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Soo sehr haben sich die Menschen in ihren Bedürfnissen nicht geändert, die Tiere auch nicht.
    Die sind noch genau so wie in der Steinzeit, nur meinen wir, andere und ständig neue Bedürfnisse zu haben, weil die Werbung uns das so schick verkauft.

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Zitat Zitat von C1969 Beitrag anzeigen
    Ich versuche manchmal mich an das Zeit- und Lebensgefühl aus den 80ern und 90ern zu erinnern. Als es noch Ladenschlusszeiten gab, kleine Tante Emma Lädchen, kein "Heimcomputer", kein Internet und nur 3 Fernsehprogramme. Gelbe muffige Telefonzellen ( mit ständig zerfetzten Telefonbüchern darin ), Dauerwellen und Schulterpolster, Familienfeiern, auf denen man geräuchert wurde, Mixtapes die man im Radio mitgeschnitten hat...
    Hm, schon interessant, wie unterschiedlich Menschen ticken. Ich halte alle vergangenen Zeiten für technisch unterentwickelt. Ich habe früher meinem Vater fasziniert zugehört, als der von den ersten Motorrädern mit Karbidbeleuchtung erzählt hat, weil sich das niemand mehr vorstellen kann, dass im Schlagloch das Licht plötzlich ausging. Mittlerweile ist mir klar, dass auch wir zu den Dinosauriern gehören, die noch Zeiten mit Telefonzellen kannten und ein Leben vor dem Internet. Und nicht um alles in der Welt möchte ich in diese Zeiten zurück. Ich habe auch keine Retrogefühle, die vergangen Zeiten waren in ihrem Kontext schön, aber aus heutiger Sicht hauptsächlich unpraktisch.
    Zitat Zitat von C1969 Beitrag anzeigen
    Irgendwie war das Leben ruhiger und intensiver zugleich. Man konnte sich noch über Dinge freuen, die heute selbstverständlich sind. Diese ständige Verfügbarkeit von allem, rund um die Uhr, das ist so anstrengend. Vielleicht ist das auch meine Empfindung, dass heute vieles "entzaubert" oder irgendwie nur noch so lieblos hingeklatscht ist, wie das Weihnachtsgebäck in den Supermärkten.
    Das ist deine persönliche Wertung, wohl auch weil du immer noch im Hamsterrad unterwegs bist. Ich finde das Jetzt toll und will es genauso haben wie es ist. Über mich verfügt niemand mehr. Meine Pflichten sind deutlich reduziert, seitdem meine Eltern gestorben sind und der studierende Sohn aus dem Haus ist. Ich lebe mein Leben zum größten Teil so, wie ich es will. Es gibt noch ein paar To do´s wie den Sohn ins Erwerbsleben zu begleiten und selbst noch einige Jahre berufstätig zu sein. Aber ich fühle mich freier als viele Jahre zuvor.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: War früher alles sinnlos? Werde ich langsam "alt"?

    Das Empfinden über alte Zeiten und technische Entwicklungen ist auf jeden Fall immer subjektiv. Es gibt ja Leute, die immer am Puls der Zeit leben, die neuesten Errungenschaften ausprobieren, usw. Eine Zeit lang habe ich das auch mitgemacht, dann aber gemerkt, dass vieles auch Schnellschüsse waren ( technisch gesehen ) und sich die Investition rückblickend nicht wirklich gelohnt hat. Mittlerweile geht alles ja so schnell, da wünsche ich mir echt manchmal meine Schreibmaschine und ein Telefon mit Wählscheibe zurück. Auch die Einrichtung war viel einfacher. Telefonschnur in die Wand stecken, fertig. Fernseher in die Wand stecken, fertig. Heute müssen mir meine Kinder helfen einen Sender zu finden!

  11. 13.11.2021, 10:08


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