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    Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Liebe Forumsleserinnen,

    ich denke, die ein oder andere steckt(e) in einer ähnlichen Situation, wie ich seit einigen Monaten:
    Kinder nun endgültig beide aus dem Haus, jeder auf seinem Weg (darauf bin ich stolz und auch keine klammerige Mutter).
    Die Beziehung zu meinem langjährigen Lebensgefährten ging letztes Jahr in die Brüche.

    Und nun lebe ich seit 3 Monaten alleine und ich muss sagen, dass das für mich ganz schön herausfordernd ist.

    Ich habe Momente, da kriege ich die Panik: Ich bin jetzt 57 Jahre alt, soll's das jetzt gewesen sein mit Partnerschaft und Neuanfang im Leben?

    Klar sagt mir mein Verstand, dass ich selbstverständlich neu anfangen kann, dass mir Mr. Right schon noch über den Weg laufen wird, dass ich keinen Grund habe, jetzt Panik zu schieben.
    Aber der Kopf sagt das eine, die Gefühle aber schießen wild um sich.

    Was habt ihr in dieser Lebensphase getan, um aus diesem Tief wieder herauszukommen? Oder wenn ich mittendrin steckt: was tut ihr, um Euch wieder zu motivieren?

    Ich kann eher wenig anfangen mit Tipps wie "Volkshochschulkurse besuchen" oder "Sportverein", zumal jetzt zu Corona-Zeiten das alles nicht so angesagt ist. Sportlich bin ich sowieso und ich habe auch vielfältige Interessen, mir ist nicht langweilig mit mir selbst.

    Ich kämpfe eher an gegen dieses Endzeit-Gefühl, weiß auch nicht, warum das immer wieder aufploppt. Könnt ihr das verstehen? Ist es Euch auch so gegangen oder tut es noch?

    Danke für Eure Antworten!

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Ich würde die positiven Seiten betonen: Endlich keine Kompromisse mehr, was Wohnen/Deko/Gewohnheiten/Vorlieben/Marotten... betrifft.

    Anfangen würde ich mit der Wohnung. Entrümpeln, mir überlegen, was du wirklich um dich haben willst, Dinge weggeben und Platz schaffen für neue, in kleinen Schritten oder in ganz großen. Endlich die Wand hinterm Bett in dem dunklen Blau streichen, das du schon immer haben wolltest. Und dann nach passender Bettwäsche schauen. Andere Bilder aufhängen. Blumen, Kerzen, was du willst und was DIR gefällt und niemandem sonst gefallen muss. Oder wenn nicht die Wohnung, dann die Klamotten. Das lenkt den Fokus auf dich und dein Wohlbefinden und weg von der Suche nach Mr. Right.

    Ich finde, das macht sehr viel Freude: Vorfreude beim Überlegen und Planen, Freude beim Suchen nach den neuen Dingen, und wenn sie dann da sind, freut man sich jeden Tag darüber. Je mehr Freude, desto weniger Raum für das Endzeit-Gefühl.

    Welchen Neuanfang - abgesehen von einem neuen Mr. Right - wünschst du dir für dein Leben? Hast du Wünsche, die du wegen der Kinder oder dem Partner lange aufgeschoben hast?

    Ich finde deinen Schreibstil ansprechend - schreibst du Tagebuch? Führst du ein Blog, nur für dich oder auch für andere? Kennst du das Buch von Doris Dörrie: Leben schreiben atmen? Da sind sehr schöne Schreibanregungen drin, die einen näher zu sich selbst bringen können, wenn man mit dem Schreiben wirklich beginnt und das Buch nicht nur durchliest (aber auch das kann schon sehr inspirierend sein). Auch hier wieder: Fokus auf dich! Wer bist du, wie bist du die geworden, die du jetzt bist, wie möchtest du sein?

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    wie habe ich mich daran gewöhnt?

    ausgangsituation: mit ehemann und 17jähriger tochter in einer wohnung. grosse tochter schon ausgezogen.

    neue situation: getrennt, scheidung eingereicht und alleine lebend.

    strategie: was hat mir nicht gut getan? was will ich? ich und nicht die andern? es ist mein leben. ich für mich! was ist an der neuen situation positiv?

    gut- ich habe meine neue situation bewusst herbei geführt und gewollt.

    mir scheint- du willst diese situation, so wie sie jetzt ist, nicht. nicht wirklich.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Ich dachte du hast kürzlich wieder geheiratet @Brighid?

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    die scheidung vom ersten mann und kindsvater war 2008.

    und den "neuen" mann habe ich im juni dieses jahr geheiratet.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Hi Sonne,

    Hast du schon mal den Begriff "empty Nest" gehört? Google mal, Du bist nicht allein.

    Du musst dich an die neue Situation erst gewöhnen.... Du bist jetzt frei und kannst machen was du willst ;)
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    die scheidung vom ersten mann und kindsvater war 2008.

    und den "neuen" mann habe ich im juni dieses jahr geheiratet.
    ich habe nur gefragt, wegen der "Einordnung"

    Ich war jünger als du @Sonne, aber ich kenne das Gefühl "und wenn nix mehr kommt"

    Ich dachte es kommt nix mehr. Nicht, nach dem was war usw.

    Daher hatte ich mir mein Leben für mich allein optimiert. Etwa in die Richtung, die @Roderic beschrieb.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Wichtig ist, zu sehen, was an der aktuellen "Allein-Situation" alles besser ist als vorher. Dann richtet man sich so ein, daß es den eigenen Bedürfnissen entspricht. Kein Kompromiß - nur Wohlfühlathmosphäre.

    Und dann sorgt man dafür, daß man ein soziales Umfeld hat - so daß allein wohnen nicht heißt: Einsam sein.

    Unternimm regelmäßig was mit Freunden und Freundinnen (ideal ist es, wenn diese in einer vergleichbaren Lebenssituation sind - sowohl was den Familienstand als auch die Finanzen angeht - das mag oberflächlich klingen - aber es macht keinen Spaß, wenn man finanziell ein großen Ungleichgewicht hat - denn der "besser gestellte" Teil will den anderen nicht brüskieren, würde aber gerne mal spontan essen gehen - was für den schlechter gestellten Part "weh" tut).

    Meine Mutter hat z.B. unter anderem eine verwitwetete ehemalige Kollegin, mit der sie viel unternimmt - ähnliches Alter, ähnliche Finanzlage, ähnliche Interessen, ähnliche Freizeit

    Erwarte nicht, daß eine Freundin alle Interessen teilt: Meine Mutter hat Freunde im Gymnastikverein, geht mit einer anderen Dame Nordic Walken, macht mit wieder einer anderen Ausflüge, mit einer Cousine längere Reisen, mit 2 Freundinnen kürzere Reisen oder Tagesfahrten. Mit meiner Schwägerin macht sie eine Aktivität, mit mir was anderes. Eine Freundin geht gern ins Theater, die andere hat es damit gar nicht.

    Teilweise überlappt sich die "Teilnehmergruppe" - die Nordic-Walking Freundin ist auch z.B. in der Gymnastikgruppe ..

    Und wenn sich niemand findet, unternimmt sie auch was allein, wie Kino oder botanischer Garten.

    Erwarte nicht, daß Du etwas willst und zufällig hat ein Bekannter den Gedankenblitz, ruft bei Dir an und will genau das machen. Als meine Mama Witwe wurde, haben wir ihr (natürlich nett, lieb und nicht sofort) gesagt: Wenn Du was machen willst, frag nach. Entweder jemand will auch - prima. Oder wenn nicht und Du willst, sitz nicht daheim und ärgere Dich - sondern mach selbst.

    So ist sie auch allein auf eine Australienreise gegangen (mit einer Reisegruppe). Das wollte sie immer, niemand hatte zu dem Zeitpunkt das Geld bzw. die Zeit. Es hat ihr auch einen Riesenschub an Selbstvertrauen gegeben, daß sie Anschluß findet, Spaß haben kann und nicht das Mauerblümchen ist.

    Was sie nicht mag, sind Zwangs-Single-Aktivitäten. Silvesteraufenthalte in Hotels mit Programm alias Alleinunterhalter und Pseudo-Bespaßung hat sie einmal gemacht und fand es furchtbar - das war eine Alibi-Ball-der-einsamen-Herzen Veranstaltung. Darauf hat sie keine Lust. Aber z.B. langes Wochenende im Wellnesshotel allein macht sie eigentlich jährlich.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Oh, vielen Dank für die superschnellen Antworten.... Da ist man mal kurz weg vom PC und schwupp- haben gleich ein paar Leute geschrieben... :-)

    @roderic:

    Das Entrümpeln habe ich schon hinter mir, bin Anfang Juni umgezogen und habe mich voll ausgelebt in Sachen Einrichten und tun und lassen, was mir gefällt.
    Es ist auch nicht so, dass mir nichts Freude machen würde, eher so, dass ich eigentlich schon weiß, was zu tun ist, aber es landet nicht so recht da unten im Bauch, wo die Gefühle brodeln...

    Ja, ich schreibe Tagebuch, Blogzeiten liegen hinter mir, lange her. Das Buch von Dörrie kenne ich nicht, ist aber sicher lesenswert, danke für den Tipp!

    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Wer bist du, wie bist du die geworden, die du jetzt bist, wie möchtest du sein?
    Tja, diese Art Fragen... damit kann ich immer wenig anfangen. Wer bin ich? Könntest Du das so frei von der Leber weg beantworten? Also ich nicht. Ich kann vielleicht sagen: "Ich bin die Summe meiner Erfahrungen", "ich bin eher Einzelgänger" usw. und auch zu sagen, wie ich sein möchte... Kann ich machen. Aber mir erschließt sich der Sinn nicht. Ich glaube nicht, dass irgendwo in mir Stellschrauben sind und dass ich nur intensiv genug daran drehen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

    Aber ich weiß natürlich, wie Du das meinst. Ich habe den Fokus sehr auf mich gelegt, seit letztem Jahr, seit der Trennung. Das ist auch gut so.


    @brighid

    Naja, ich wollte die Situation, so wie sie jetzt ist, schon. Ich habe die Trennung von meinem Lebensgefährten gewollt, das bereue ich auch überhaupt nicht. Auch dass meine Kinder nun alle ihre eigenen Leben leben, habe ich sehr unterstützt, ich fände es eher schlimm, wenn sie noch bei mir leben wollten und am Rockzipfel hängen würden.

    Ich sehe sehr viel Positives, hier und jetzt, für mich. Und doch... ist da dieser Schatten. Vielleicht bin ich auch nur ungeduldig und muss einfach mehr Zeit vergehen lassen. So schnell gewöhnt man sich vermutlich nicht an neue Lebensumstände, wenn man Jahrzehnte immer in Gesellschaft von Familie verbracht hat.

    @luftistraus

    ja, "empty nest" kenne ich. Bei mir kommt aber die Partnerlosigkeit noch obendrauf, ich denke, es ist wahrscheinlich dieses "Doppeltrennungspack", was mir zu schaffen macht.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    ich glaube auch, dass du mit dir selbst zu ungeduldig bist.

    wieviel jahre hast du im clan, familienverband gelebt- und wieviel zeit hast du jetzt das andere lebensmodell?

    jahre im zweistelligen bereich gegenüber ein paar monaten??
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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