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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Jetzt muss ich doch lachen - das kenne ich auch. Die Illusionen zurückhaben wollen.

    Ich weiß nur nicht, ob "Illusionen" das richtige Wort ist. Für mich passt eher etwas im Sinne von "Sehnsüchte", "Träume", oder "Phantasie", "Vorstellungskraft".
    Denn das ist es, was ich seit längerer Zeit an mir vermisse. Die Kraft der Phantasie, der Träume, sich etwas Tolles für sein Leben vorzustellen und darauf hinzuleben. Irgendwie kam mir diese Kraft so abhanden und ich versuche, das wieder in mir lebendig zu machen.

    Es hat aber nichts mehr zu tun mit den Mädchenträumen, ich bin ja auch mittlerweile eine erwachsene Frau mit vielen gelebten Erfahrungen. Da ändern sich die Träume und Phantasien natürlich. Und es wird schwieriger, sich darauf einzulassen.

    Der Traum vom tollen Mann an meiner Seite zum Beispiel, den hatte ich als junge Frau noch sehr in mir und ich glaubte daran, dass irgendwo dieser Mensch herumläuft. Ich lernte dann "den einen" mehrmals kennen, immer dachte ich: das ist er! Und dann ging auch diese Beziehung in die Brüche.

    Mittlerweile weiß ich: es gibt nicht nur "den einen". Und schon ist ein Traum zerplatzt. Ich fühle mich diesbezüglich schon desillusioniert, aber vielleicht birgt diese Desillusionierung auch eine Chance. Nämlich die, dass man sich selbst viel mehr kennt, seine Bedürfnisse mehr zum Ausdruck bringen kann, auch ein Gegenüber realistischer einschätzen kann. Das wiederum ist eine gute Grundlage dafür, dass eine Beziehung mehr gelingen kann. Wenn man nicht voll der Illusionen in eine hineingeht.

    Vielleicht sollte ich von mir als mit mir selbst im Einklang und im Frieden träumen. Einen ruhigen Traum, kein Aufreger, nichts himmelhoch Jauchzendes. Einfach friedlich ich sein dürfen. Das wäre doch eigentlich das Allerschönste.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Die Tage verlaufen wechselhaft. Aber ich schwinge mich ein auf ein stabileres Grundgefühl.
    Das letzte Wochenende war ruhig und gemütlich, ich habe am Samstag Sport gemacht und ansonsten die beiden Tage mit Wohnungsputz und Selbstpflege verbracht. Gebadet mit Musik und Kerzen. Es mir schön gemacht. Gelesen, Fotos aussortiert (was mich auch wehmütig gemacht hat), Musik gehört, getanzt.

    Und ich habe viel über mein Leben nachgedacht, auch meine Ängste angeschaut.
    Seit ein paar Tagen bin ich sehr nachdenklich. Aber auf eine gute Weise nachdenklich. Ich merke, dass diese Phase meines Lebens wichtig ist für mich. Ich hatte so viele Jahre keine Möglichkeit, mich so intensiv mit mir selbst und meinen Wünschen und Vorstellungen zu beschäftigen.
    Das beginnt schon mit meiner neuen Wohnung. Die habe ich so eingerichtet, wie es nur mir gefällt, ganz auf meine Bedürfnisse und meinen Geschmack ausgerichtet. Kein Partner hat mir reingeredet, keine Kinder waren zu berücksichtigen. Das fand ich toll, finde ich immer noch toll.
    Und ich lebe mich ein in einen neuen Rhythmus. Wann ich zu Bett gehe, wann ich aufstehe, was ich mache, wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme. Was ich esse, wann ich koche, wann nicht.

    Es ist so, als würde ich mich selbst kennenlernen. Klingt lustig, ist aber wirklich so. Ich merke erst jetzt, wie sehr mein Leben sonst immer in Kompromissen verlief. Das ist nicht grundsätzlich falsch, das ist nun mal so, wenn man mit anderen zusammenlebt. Hat ja auch viele Vorteile. Aber sowas wie jetzt erlebe ich zum ersten Mal in meinem Leben und ich fange an, das sehr zu mögen. Es ist eine Chance.

    Meine Mutter z.B. ist seit ihrem 21. Lebensjahr mit meinem Vater verheiratet, bis heute. Meine Eltern sind über die vielen Jahre irgendwie zusammengewachsen, so als wären sie eine Person. Natürlich haben sie unterschiedliche Charakter, aber sie leben so symbiotisch miteinander, dass sie wahrscheinlich gar nicht wüssten, was sie ohne den anderen tun sollten.

    Insofern sehe ich meine derzeitige Lebenssituation wirklich als eine Art Geschenk an. Vielleicht nicht das, was ich mir sehr gewünscht habe, es ist kein Geschenk, worüber man sich nur freut. Es ist ein herausforderndes Geschenk, eines an dem man wachsen kann, aber man muss etwas dafür tun.

    Die nächste Phase, in der es mir nicht gut geht, kommt bestimmt. Aber es kommen auch wieder bessere Phasen. Gute, tolle. Und eines ist ganz klar: so intensiv wie zur Zeit habe ich viele Jahre nicht gelebt, als ich noch verpartnert war. Da dachte ich oft: und das solls nun gewesen sein?

  3. Inaktiver User

    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Bei mir ist das natürlich total umgekehrt, das alles war für mich mein ganzes Leben lang selbstverständlich,
    die wichtigste selfcare Maßnahme wäre jetzt und auch schon früher, mir eine Partnerin zu suchen, dafür zu sorgen daß ich nicht so alleine bin,
    das mit dem alleine sein habe ich fünf Jahrzehnte lang gehabt.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Und warum so lange, wenn ich fragen darf? Was hat dazu geführt, dass Du jetzt doch jemanden zum Zusammenleben suchst? Oder willst Du "nur" eine Partnerin, ohne Zusammenleben?

    Ich könnte mir vorstellen, dass das schon herausfordernd ist, sich nach so langer Zeit auf einen anderen Menschen einstellen zu lernen. Genauso, wie es für mich umgekehrt herausfordernd ist, mich an das Alleinleben zu gewöhnen.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    hallo zusammen,
    ich denke es ist wie eine neue frische Liebe....sich verlieben in einen neuen Partner ihn kennen lernen und gemeinsam neue, schöne Dinge erleben und gestalten.
    Warum sollte das nicht möglich sein?
    Natürlich muss man/frau auch Kompromisse eingehen, wie in jeder Beziehung...
    Aber der Gewinn in einer neuen Partnerschaft wiegt doch viel mehr, als dem alten Leben hinterher zu trauern...oder sich damit abzufinden, den Rest des irdischen Lebens alleine zu bestreiten..

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Gustav57,

    erstens - ohne ein betrauern desVergangen ist kein neues gutes Leben möglich. Und die Trauer dauert solange sie dauert und sie verlauft so wie sie - die Trauer - will.

    zweitens -es gibt nicht nur die Möglichkeit, den "Lebensrest" ( komisches Wort übrigens - das Leben ist immer nur heute - nie gestern, nie morgen und schon gar kein Restleben) unglücklich alleine zu leben. Für viele Frauen ist es auch ein Glück, dass sie
    - mit oder ohne Sex - endlich alleine leben dürfen / können. Dieses Glück braucht natürlich die Frau, die sich ein soziales Netz außerhalt einer Partnerschaft aufbaut und pflegt - das können die meisten Frauen, viele Männer können das nicht, dieses Glück braucht natürlich die Frau, die weiss was sie will und was sie nicht will ( Haushälterin-Putzfrau-Köchin - natürlich kostenlos - der Liebe wegen). Und viele Frauen wissen nach der Trauerphase was sie wollen.

    drittens - mich stört deine moralisch Forderung, die Frau müsse sich wieder verlieben / wieder verpartnern, dann werde sie glücklich werden. Gemeinsam neue schöne Dinge erlebern und gestalten kann man auch mit einer Gruppe, mit einer Bekannten -der kann auch männlich sein - mit den Nachbarn, mit Kollegen, mit Kindern die erwachsen sind.

    viertens - nach meiner wissenschaftlich begründeten Auffassung gibt es kein Leben außer dem einem irdischen. Keine Wiedergeburt als ägyptische Prinzessin, keinen Platz im Himmel zu Füssen von Gott, der heiligen Dreieinigkeit oder Allah.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von Sonnengoldgelb Beitrag anzeigen
    Und warum so lange, wenn ich fragen darf? Was hat dazu geführt, dass Du jetzt doch jemanden zum Zusammenleben suchst? Oder willst Du "nur" eine Partnerin, ohne Zusammenleben?

    Ich könnte mir vorstellen, dass das schon herausfordernd ist, sich nach so langer Zeit auf einen anderen Menschen einstellen zu lernen. Genauso, wie es für mich umgekehrt herausfordernd ist, mich an das Alleinleben zu gewöhnen.
    Liebe Sonnengelb,
    ich gewöhne mich daran, weil es eben so ist.

    Aber, was will ich wirklich? Das ist sauschwer. Gestern habe ich einen Impuls erhalten, das war wie ne Glühbirne die sich angezündet hat.

    Fünf Oldies gründeten eine WG. Und zwei von denen haben sich als Paar zusammen gefunden.
    Natürlich wäre dann der normale Weg: sie sind ein Paar und ziehen aus.
    Bis die Frau sagte: ich will nicht mehr mit einem Mann alleine leben.

    Das traf mich wie ein Keulenschlag.
    Das will ich nämlich auch nicht mehr. Ich will Gemeinschaft und doch Zweisamkeit. Ich brauche Impule und Gebrauchtwerden und Nähe und Leben und Lustig-sein mit anderen Menschen.
    Die da sind, die nicht nur in meinem Kalender stehen oder mir blöde whatts-app Nachrichten schicken.

    Ich glaube, das wär was für mich.
    Natürlich ziehe ich jetzt nicht mit fliegenden Fahnen in eine WG.
    Aber, es ist schon was dran an dem Gedanken.

    Einfach mehr Austausch und Impuls als mit einem Partner und allein.

    Die Ricarda in dem Film hat ausgesprochen was ich für mich so seltsam fand. So a la : was biste komisch.
    Allein bleibt eben immer allein.

    Sich im höheren Alter wieder zu verlieben ist wohl ganz allgemein schwerer.
    Miteinander leben und Freundschaft pflegen kann man wohl einfacher angehen - und auch planen.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von Di-Di-Di Beitrag anzeigen
    Gustav57,

    erstens - ohne ein betrauern desVergangen ist kein neues gutes Leben möglich. Und die Trauer dauert solange sie dauert und sie verlauft so wie sie - die Trauer - will.

    zweitens -es gibt nicht nur die Möglichkeit, den "Lebensrest" ( komisches Wort übrigens - das Leben ist immer nur heute - nie gestern, nie morgen und schon gar kein Restleben) unglücklich alleine zu leben. Für viele Frauen ist es auch ein Glück, dass sie
    - mit oder ohne Sex - endlich alleine leben dürfen / können. Dieses Glück braucht natürlich die Frau, die sich ein soziales Netz außerhalt einer Partnerschaft aufbaut und pflegt - das können die meisten Frauen, viele Männer können das nicht, dieses Glück braucht natürlich die Frau, die weiss was sie will und was sie nicht will ( Haushälterin-Putzfrau-Köchin - natürlich kostenlos - der Liebe wegen). Und viele Frauen wissen nach der Trauerphase was sie wollen.

    drittens - mich stört deine moralisch Forderung, die Frau müsse sich wieder verlieben / wieder verpartnern, dann werde sie glücklich werden. Gemeinsam neue schöne Dinge erlebern und gestalten kann man auch mit einer Gruppe, mit einer Bekannten -der kann auch männlich sein - mit den Nachbarn, mit Kollegen, mit Kindern die erwachsen sind.

    Au ja !! da stimme ich dir zu 100% zu !!!

    Ich (54) lebe seit 2011 SEHR glücklich allein und möchte das NIE ändern ... !!!
    Freunde : JA ! .. Beziehung/Partnerschaft : NEIN !!!
    „Glück ist keine Station,
    bei der man ankommt,
    sondern eine Art zu reisen.“

    Margaret Lee Runbeck

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