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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von 1a2b Beitrag anzeigen
    gefettet von mir-

    genau damit setze Dich doch bitte mal auseinander-

    warum wirfst Du die antiquierten, völlig überholten "Maßstäbe" nicht auf den Müll?

    Nimm bitte bitte endlich Dich und Deine Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse ernst und vergiss den Mist der Vergangenheit

    Ich nehme meine Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse schon ernst, sonst würde ich ja gar nicht hier schreiben. Es hilft mir, in einen Austausch zu gehen.

    Allerdings "Mist der Vergangenheit" triff es nicht so ganz. Ich spreche eher von den Prägungen, die sind einfach da, ob man will oder nicht. Und wenn man bis ins junge Erwachsenenalter eingeprägt bekommt, wie ein anständiges Leben auszusehen hat, ploppt das eben immer mal auf, sogar wenn man selbst alt wird. Natürlich ist es dann meine Sache, wie ich damit umgehe.
    Ich habe mich gefragt, WARUM ich an manchen Tagen so hadere mit diesem Alleinleben, obwohl ich ganz grundsätzlich "ja" dazu sage, es auch genieße. Warum da immer mal diese andere Stimme da ist. Warum diese Ängste.

    Und ja, ich bin in der "Verpuppung", aber ich erwarte nicht, dass ich am Tag X plötzlich aus dem Kokon schlüpfe und alles wunderbar finde. So funktioniert es eben nicht. Es wird immer wieder mal Zweifel geben. Genauso mit dem anderen Konzept "Zusammenleben". Auch da würde es bei mir immer wieder Zweifel an der Funktionalität geben, auch da würde ich mir wünschen, doch allein leben zu können.

    Und ich glaube, da bin ich nicht allein. Ich schwinge mich eher ein auf eine Haltung, in der mir bewusst ist, dass beides in mir sein darf. Dass es immer auch eine entgegengesetzte Sichtweise gibt, die auch ihre Berechtigung hat. Ich möchte beides annehmen. Das macht auch Ängste hinfällig.

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    um es mit den worten eines lieben menschen zu sagen: schaffe dir einen hund an und du kannst heimkommen wann und in welchem zustand - du wirst freudig empfangen.


    vielleicht wäre das thema: haustier einen gedanken wert.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von brighid Beitrag anzeigen
    um es mit den worten eines lieben menschen zu sagen: schaffe dir einen hund an und du kannst heimkommen wann und in welchem zustand - du wirst freudig empfangen.


    vielleicht wäre das thema: haustier einen gedanken wert.
    An sich keine schlechte Idee, aber für mich nicht machbar.

    Zum Einen, weil ich Vollzeit arbeite - ein Tier den ganzen Tag alleine lassen, ist nicht so gut. Zum anderen: ich lebe in einer Großstadt. Ich liebe Tiere, ich mag Hunde, ich mag Katzen, aber es tut mir immer sehr leid, die Tiere in kleinen Wohnungen zu sehen, oder sogar ausschließlich in der Wohnung, wie das bei den Wohnungskatzen gemacht wird. Ich würde kein Tier einsperren wollen, auch wenn immer argumentiert wird, dass die Wohnungskatzen es gar nicht anders kennen. Ich würde mich egoistisch fühlen, ein anderes Lebewesen in einen so engen Rahmen zu pressen.

    Aber prinzipiell hast Du schon recht, Brighid. Ein Onkel von mir hatte bis ins hohe Alter seinen Hund bei sich. Auch er lebte als Witwer viele Jahre lang allein. Ich würde sagen, der Hund hat ihm noch ein paar Lebensjahre geschenkt und es war immer eine Freude, die beiden miteinander zu sehen.
    Ich glaube, wenn ich etwas ländlicher wohnen würde, in einem Haus mit Garten, könnte ich mir auch einen Hund vorstellen, wenn ich z.B. in Rente wäre. Aber da habe ich noch etliche Jahre vor mir...

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von Sonnengoldgelb Beitrag anzeigen

    Allerdings "Mist der Vergangenheit" triff es nicht so ganz. Ich spreche eher von den Prägungen, die sind einfach da, ob man will oder nicht. Und wenn man bis ins junge Erwachsenenalter eingeprägt bekommt, wie ein anständiges Leben auszusehen hat, ploppt das eben immer mal auf, sogar wenn man selbst alt wird. Natürlich ist es dann meine Sache, wie ich damit umgehe.

    .
    ja, das mit den Prägungen habe ich schon Verstanden und nenne es "Mist"- bin da leider selbst davon betroffen- und solange diese Prägungen so eine starke Macht haben "immer mal wieder aufploppen", zwingen sie einem ein Leben in Unfreiheit auf, weil eine bloße Willensentscheidung "dagegen" trotzdem unwirksam ist leider

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    @1a2b

    Ja, das verstehe ich.
    Ich versuche, da mittlerweile einen anderen Weg einzuschlagen, denn alles, wogegen man ankämpft, wird nur noch mehr zum Thema.
    Ich versuche, es einfach zu akzeptieren, dass es so war und weiterhin aufmerksam mit mir umzugehen und mir der Gefühle bewusst zu sein, die da in mir toben.
    Ich kann ja niemandem etwas vorwerfen. Weder meine Eltern, noch der Rest der Familie will mir ja was Böses. Sie sind selber mit diesen gesellschaftlichen Vorgaben aufgewachsen und geben das an ihre Kinder weiter. Und dann gibt es so renitente Nachkommen wie mich...

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Ok, so mache ich das auch ��, @ „dagegen ankämpfen“ ganz sicher nicht, aber verstehen und sich damit auseinandersetzen....

    Was meinst Du denn mit „anderen Weg einschlagen“?

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Ja, was meine ich mit "anderen Weg einschlagen"...

    Das weiß ich selber nicht so genau. Fakt ist, dass ich ja nicht so lebe, wie es mir vorgelebt wurde. Ich bin sowas wie das schwarze Schaf der Familie, aber damit bin ich im Frieden. Ich merke nur in meiner derzeitigen Lebenssituation, dass es mir doch mehr zu schaffen macht, als gedacht.

    Ich versuche, mir die Gründe dafür vor Augen zu führen. "Anderer Weg" vielleicht deswegen, weil ich schon immer eher der "Johnny Kontrolletti" bin, will alles planen und regeln und eben unter Kontrolle haben (ich meine, auf mich selbst und meine Aktionen bezogen, nicht im Miteinander mit anderen Menschen). Ich bin der klassische To-Do-Listen-Abarbeiter, Einkaufslistenersteller, Tages-, Wochen- und Monatsplaner...
    Aber in Gefühlsdingen geht das nicht. Deswegen war, bzw. bin ich immer noch so hin- und hergerissen. Und je mehr ich das unter Kontrolle haben will, oder auch "weghaben" will, umso schlechter geht es mir damit.

    Ich muss erst mal lernen zu trauern. Loszulassen, mich von Dingen und Seinszuständen verabschieden und auch zuzulassen, dass das weh tut, dass ich auch traurig sein darf und sogar soll. Mir zu sagen: "Das ist alles gar nicht so schlimm, Kopf hoch", das funktioniert bei mir nicht.

    Auf eine ganz verquere Weise soll mir das alles nichts ausmachen, weil ich sonst meiner Familie "Recht geben" müsste, die mir beibringen wollte, dass man mit dem Mann zusammenbleibt, den man als ersten geheiratet hat, dass man einen geraden Lebensweg geht und auch, wenn man in Lebensumständen ist, die einen unglücklich machen, dass man dann die Zähne zusammenbeißt, weil das nun mal so ist. Punkt.

    Ich habe nie so gelebt und jetzt in dieser Situation höre ich so im Hinterkopf die Stimmen meiner Familie, die sagen "Wir haben's dir doch gleich gesagt!"...

    Ich kann probieren, diese Stimme wegzudrängen, aber ich versuche lieber, das einfach anzunehmen. Ja, sie haben's mir gesagt, ich habe mich aber trotzdem für einen anderen Weg entschieden und das ist auch völlig ok. Ich bin ok, so wie ich bin. Und traurig darf ich auch sein, ohne mich dafür schuldig fühlen zu müssen.

    Erklärt das ein wenig, was ich meine?

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    du sprichst mir aus der seele.

    ich habe für mich gelernt: es mir zu erlauben. meine "entschuldigungszettel" selbst zu unterschreiben. mir im spiegel in die augen zu schauen und mir für umwege (die die ortskenntnis erhöhen) und fehler zu verzeihen.


    alte weisheit meiner oma:

    im leben immer einmal mehr aufstehen als hinfallen. und liegenbleiben - ist keine option.


    ich gönne es mir und ich verzeihe mir. das hat mir sehr weiter geholfen im leben.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Zitat Zitat von Sonnengoldgelb Beitrag anzeigen
    Ich habe mich gefragt, WARUM ich an manchen Tagen so hadere mit diesem Alleinleben, obwohl ich ganz grundsätzlich "ja" dazu sage ...
    Ich empfinde es als sehr normal, sich nicht konstant gleich zu fühlen.

    Wenn Du an Deine gemeinsame Zeit mit Deinem Lebensgefährten zurückdenkst ... gab es da
    nicht auch vielleicht Tage, an denen Du lieber allein gewesen wärst? Obwohl Du grundsätzlich
    die Beziehung befürwortet hast?

    .

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    AW: Wie gewöhnt man sich an das alleine leben?

    Guten Morgen Sonnengoldgelb,
    Deine Gefühle kann ich gut nachvollziehen.

    Nach Scheidung und Auszug der erwachsenen Kinder lebe ich jetzt seit drei Jahren allein.
    Der Anfang war furchtbar. Ich bin im Haus wie ein Tiger im Käfig herumgelaufen, kam mir überflüssig vor. Hektische Aktivitäten, insbesondere auch Versuche, krampfhaft eine neue Beziehung zu finden, haben mir nichts gebracht. Eher wurden die negativen Gefühle verstärkt. Es fiel mir schwer, den Alltag zu organisieren. Z.B. hab ich Lebensmittel eingekauft wie immer, also viel zu viel. Für mich allein zu kochen und auch allein zu essen, war gräßlich.

    Ich lebte zu der Zeit in einer Kleinstadt, wo man als geschiedene Frau gemieden und nicht gut behandelt wird. Ich wurde - auch von guten Freunden - nicht mehr eingeladen, Leute haben sich Dinge von mir ausgeliehen und nicht zurückgegeben, Bekannte haben auf der Straße so getan, als würden sie mich nicht sehen. Es lag sicher auch daran, dass mein Ex-Mann mich im Umfeld schlecht gemacht hat.

    Ich habe mich dann zu einem Umzug entschlossen. Die neue Wohnung habe ich so eingerichtet, dass möglichst wenig an die Ehewohnung erinnert. Ich habe mir therapeutische Hilfe gesucht, um aus diesem Tief herauszukommen. Nach und nach ging es mir besser.
    Heute kann ich sagen, es geht mir gut. Ich kann die Vorteile des Alleinlebens genießen. Einen neuen Partner habe ich nicht gefunden, suche aber auch nicht mehr danach.

    Rückblickend betrachtet ist es für mich wie eine Trauerphase, so als wenn ein geliebter Mensch verstorben ist.
    Dir kann ich nur raten, wenn die Gefühle und die Stimmung zu quälend werden, Dir Hilfe zu suchen.

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