Antworten
Seite 4 von 5 ErsteErste ... 2345 LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 43
  1. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Bin schon mehrmals in meinem Leben umgezogen und klar, so einfach wie zu Studizeiten lernt man nie wieder 'seine' Leute kennen (OK, ich hoere, das Leute, die Kinder haben, sich dadurch auch wieder einen Freundeskreis aufbauen). Aber im allgemeinen wuerde ich sagen, dass es doch von der Persoenlichkeit und dem Engagement abhaengt, ob man noch neue Bekanntschaften macht.

    Hinzukommt, dass man mittlerweile doch wirklich leicht mit seinen engen Freunden in regelmaessigem Kontakt sein kann. Mit meinen engsten Freunden, die ueberall auf der Welt verstreut sind, tausche ich mich regelmaessig ueber die verschiedensten Kanaele aus und kann mich auch immer auf sie verlassen (und sie sich auf mich) - wenns brennt, sind wir immer fuereinander da. Da kommt es schon mal vor, dass man sich kurzfristig Urlaub nimmt um jemanden zu unterstuetzen, der aus dem Krankenhaus entlassen wird o.ae.

    Whatsapp, Zoom und Co sind taegliche Begleiter und in nicht-Coronazeiten kann man sich auch leicht besuchen bzw gemeinsam ganz woanders Urlaub machen.

    Denke, das ist echt nicht mehr so wie noch in der Generation unserer Eltern oder Grosseltern - da war definitiv mehr 'aus den Augen, aus dem Sinn'.
    "Warum soll ich nicht beim Gehen" -
    sprach er "in die Ferne sehen?
    Schön ist es auch anderswo,
    und hier bin ich sowieso."

    Wilhelm Busch

  2. Inaktiver User

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen


    Mein Resümee:

    Nirgendwo wartet jemand auf einem.
    Wenn man von daheim weg geht, ist man der Fremde.
    Ich musste Einsamkeit aushalten und ich fand es oft sehr anstrengend und auch ängstigend sich mit den jeweiligen Gepflogenheiten anzufreunden.
    Wieso denn ängstigend?

  3. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Umziehen für einen schönen Altersabend- finde ich eine tolle Idee!

    Aber ja- leider sollte man sich vorher klar werden, was man braucht und möchte.
    Gerade im Alter finde ich zB behindertengerechte Wohnung sehr sinnvoll, Aufzug im Haus, Arzt gut erreichbar.

    Ich bin mehrfach in meinem Leben umgezogen und hab auch die Erfahrung "des Älterwerdens" gemacht.
    So hab ich mir mit Anfang 20 gar keine Gedanken dazu gemacht und hab auch nix vermisst.......während ich 20 Jahre später dann durchaus die Vertrautheit von "wo ist der beste Italiener?", "mein Frauenarzt, Zahnarzt, Friseur"- sehr vermisst habe.
    Manches IST Vertrauenssache und wenn man was Gutes hat, lässt man das nicht gerne los.

    Man muss sich halt wieder neu einrichten- auf allen Ebenen- das ist das erste halbe Jahr anstrengend- muss man einfach zugeben.

    Würde ich nochmal umziehen (was ich auch machen würde)- würde ich heute in der neuen Ecke, in Vereine gehen und so einfach die Menschen vor Ort schneller kennenlernen, schauen, wo ich mich ehrenamtlich einbringen könnte. Es geht dabei auch nicht um Freundschaften sondern einfach darum, dass man Verbindungen knüpft, mit denen man sich mehr angekommen fühlt.

  4. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieso denn ängstigend?
    na ja, ich hatte immer Angst, ob ich Kontakt finde, klar komme, ob die mich mögen - sowas halt.

    Empfinde ich jetzt als normale Gefühle, fern der Heimat, allein

  5. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Da würde ich mir mal eine Liste erstellen, mit allem was mir wichtig ist oder was gar nicht geht.

    Für mich käme z. B. niemals ein Umzug in ein Land in Frage, wo meine Sprache nicht gesprochen wird, obwohl ich ganz passabel Englisch kann. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man sich verständigen kann oder ob man auch Scherze und Andeutungen versteht.

    Das könnte schon innerhalb Deutschlands schwierig werden, die Süddeutschen haben schon eine völlig andere (oft als robust wahrgenommene) Mentalität als die Norddeutschen.

    Was ist dir wichtig im Alter? Gute Erreichbarkeit der Infrastruktur? Mindestens eine Kleinstadt aussuchen.

    Neue Kontakte und Bekanntschaften? Sicherlich einfacher in kleineren Orten, indem man sich dort einbringt in Vereinen, Kirchengemeinde o. ä.

    Schöne Landschaft, Ruhe, Kultur? Das sind ja alles Kriterien, die man bedenken sollte. Ich selbst fühle mich in Südwestdeutschland sehr wohl, bin hier geboren. Wo es mir von der Mentalität her erstaunlicherweise sehr gut gefallen hat, war Ostfriesland. Die Menschen dort sind wirklich nett, aufgeschlossen und freundlich zugewandt.

    Auch im Rheinland könnte ich mich wohlfühlen, gerade die Düsseldorfer habe ich als sehr offene und lustige Menschen kennen gelernt.

    Wo es mich nie wieder hin ziehen würde, ist Stuttgart. Da habe ich mal eine Weile gelebt, ich fands dort nur schlimm. Die Stadt hat natütrlich schöne Ecken, aber die Mentalität ist super spießig und engstirnig, jedenfalls empand ich das vor etlichen Jahren so. Vielleicht hat sich aber auch da einiges zum Positiven verändert!?
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  6. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Zitat Zitat von Rotebete Beitrag anzeigen
    Hat jemand von Euch schon mal geographisch den Sprung ins kalte Wasser gewagt, also in eine Gegend gezogen, wo Ihr niemanden kanntet und auch beruflich nicht 'hingezwungen' wurdet?
    Wie war's oder wie ist es?
    Ich bin mit 44 Jahren in Frührente gegangen und ein Jahr später mit meinem damaligen Partner in eine größere Stadt an die Ostsee gezogen. Wir wollten beide weg aus Bayern. Die Stadt die wir uns aussuchten hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie jene aus der wir kamen. Nicht zu groß und nicht zu klein. Das war uns wichtig.

    Wir haben uns 3 Monate nach dem Umzug getrennt. Ich bin geblieben, weil ich nicht wegen ihm in diese Stadt gezogen bin. Ich fühlte mich hier richtig.
    Ich hatte den schlechtesten Start den man sich vorstellen kann, weil ich Monate später lebensbedrohlich erkrankte und anschließend Jahre brauchte, um mich davon zu erholen. So ganz ohne Freunde vor Ort war das eine sehr schwierige Zeit.

    Ich habe alles mögliche versucht, ausprobiert, um Kontakte zu knüpfen aber bis heute nach 13 Jahren....kein soziales Netzwerk aufbauen können. Dies bräuchte ich um mich wirklich Zuhause fühlen zu können. Eine Freundin habe ich nach etlichen Jahren gefunden aber das reicht nicht aus.

    Ich überlege derzeit noch einmal den Standort im Norden zu wechseln. Doch ich nehme an, dass es mir in einer anderen Stadt ähnlich gehen würde. Und wieder ganz alleine von vorne anfangen ? - eigentlich möchte ich das nicht. Es war viel schwerer als ich es mir vorgestellt habe. Seinerzeit war ich sehr optimistisch und zuversichtlich. Zurück nach Bayern ist für mich keine Option. Da möchte ich nicht mehr hin. Mir würde die Weite und das Meer fehlen.

    Wenn Du, wie Du schreibst, in München schon nicht wirklich angekommen bist, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es Dir woanders genauso geht. Es kommt sehr darauf an wie kontaktfreudig und aufgeschlossen Du bist.
    Mit den hier genannten Vorschlägen wie Kirchengemeinde, Vereine ectr. kann ich z.B gar nichts anfangen.
    Ich finde es sehr schwer alleine in der Fremde ein neues Leben aufzubauen. Solange man noch im Berufsleben steht ist dies einfacher.

    Überlege es Dir gut! Die Klimaveränderung, das Wetter ist übrigens auch nicht ohne, falls Du an die Nord/Ostsee möchtest. Das hatte ich völlig unterschätzt.
    Geändert von versocasa (29.07.2020 um 00:53 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Wäre es denn eine Option in die alte Heimat zurückzuziehen, wenn es um weg aus Bayern und niedrigere Wohnkosten geht?

    Da könnten eventuell alte Kontakte einen Einstieg erleichtern. Nicht dass man in den alten Freundeskreis wieder eintaucht, aber darüber kann es leichter werden, neue passende Kontakte aufzubauen. Und, meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen, man hat mit den Menschen dort eine gemeinsame Basis aus der Jugend oder wie lange auch immer, das erleichtert die Kontaktaufnahme sehr.

    Ich merke das an meinem Mann, der seit rd. 40 Jahren in "meiner" Stadt lebt und Gründe hatte, warum er aus seiner Heimatregion wegziehen wollte. Wenn er aber dort ist, merke ich, wie leicht er mit Menschen vor Ort ins Gespräch kommt, die Sprachfärbung passt sich an, er verhält sich dort etwas anders als hier. Das sind nur Nuancen, aber die machen den Unterschied.

    Wenn alles so läuft wie geplant, werde ich in gut zwei Jahren in Rente gehen. Wir sind am Überlegen, ob wir dann in seine Heimatregion ziehen, damit er näher bei seinen alten Eltern ist und sie besser unterstützen kann. Ich weiß noch nicht recht, wie dazu stehe. Einerseits reizt es mich, auch mal aus meiner Geburtsstadt (Großstadt) rauszukommen und die Umgebung dort ist durchaus reizvoll und auch nicht provinziell. Andererseits sind halt meine Kinder/Enkel/Schwester und fast alle engen Freunde hier in meiner Stadt, mein Mann hat auch nur hier Freunde oder noch an ganz anderen Orten. Ich werde mir, falls wir umziehen, auf jeden Fall eine Option des Zurückziehens offen halten.

  8. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    @ Fels für Deine Gedanken, die ich teile ...nicht nur die Sprachbarrieren.

    und ein für Versocasa: das kenne ich auch. Wir dürfen nie vergessen, dass 'Alteingesessene' mehr oder weniger ihr soziales Netz haben / 'niemanden mehr brauchen' - das ging mir schon mit 40 Jahren so. Je älter, desto schwieriger bzw. langwieriger, Kontakte zu knüpfen bzw. zu halten. Die Zeit und Geduld dafür unterschätzen wir.
    Auch wir werden nicht ewig in Belgien bleiben und schauen uns auch mit Weile nach einer Region für die 3. Lebenshälfte um. Nicht einfach, obwohl wir offen und easy-going sind.
    Man sucht sich das Land seiner Geburt nicht aus ..Man sucht sich die Zeit nicht aus, an dem wir die Welt betreten ...aber gestalten können wir diese Welt ..Gioconda Belli, 1985


    Leben ist immer lebensgefährlich !...meint nicht nur Erich Kästner

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts - LEBEN muss man vorwärts ...ist mein Lebensmotto, nach S. Kierkegaard

  9. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Ist Belgien denn keine gute Option für den dritten Lebensabschnitt, verveine-citron?

    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
    .

  10. User Info Menu

    AW: Woanders zum Ruhestand ein neues Leben aufbauen - Eure Erfahrungen?

    Belgien - eigentlich schon: ich mag es sehr hier zu leben!
    Dennoch: das Gesundheitssystem ist (bislang) sehr gut, aber ein Pflegefall möchte in einem Land, dessen (dann vermutlich mehr medizinisch geprägtes) Vokabular ich in den diversen Landesssprachen nicht sehr gut beherrsche, dennoch nicht werden. Leider schon getestet, in einem Arztgepräch wenn beide Parteien in 4 Sprachen (incl. Englisch) versuchen, zueinander zu finden und sich verständlich zu machen. Entbierte nicht der Situationskomik , hat bei mir anfangs aber nicht zur seelischen Entspannung beigetragen.
    Kann halt auch Teil der 3. Lebenshälfte sein.
    Man sucht sich das Land seiner Geburt nicht aus ..Man sucht sich die Zeit nicht aus, an dem wir die Welt betreten ...aber gestalten können wir diese Welt ..Gioconda Belli, 1985


    Leben ist immer lebensgefährlich !...meint nicht nur Erich Kästner

    Verstehen kann man das Leben nur rückwärts - LEBEN muss man vorwärts ...ist mein Lebensmotto, nach S. Kierkegaard

Antworten
Seite 4 von 5 ErsteErste ... 2345 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •