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    alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Hallo zusammen!

    Irgendwie bin ich - schon lange - am Ende meiner psychischen Kraft und Lebensfreude.
    Ich bin "lebensmüde" - nicht im Sinne von "ich tue mir was an" - sondern einfach nur müde, kraftlos, freudlos.

    Zum einen bin ich seit 10 Jahren chronisch krank - mit Schmerzen, krankheitsbedingter Erschöpfung usw. - zum anderen bin ich 57, dazu in den Wechseljahren … wie das eben so ist.

    Aber mein größtes Problem sind meine Eltern/Vater.
    Seit 20 Jahren sind sie - mal mehr, mal weniger - "betreuungsintensiv" .. nicht im Sinne von direkter Pflege, aber so, dass ich immer der erste Ansprechpartner bin und immer parat stehen muss. Sie waren soweit immer selbstständig, eigentlich, haben allein gewohnt … aber ständig irgendwie krank und irgendwie kam belastend zu dem tatsächlichen Aufwand mit ihnen auch vor allem immer noch die Sorge, wie das mal alles wird …

    Nichtsdestotrotz habe ich immer mein bestes gegeben und auch versucht, keine schlechte Laune oder meine Angespanntheit zu zeigen. Allerdings habe ich aber trotzdem auf meine Krankheit und Erschöpfung hingewiesen - immer wieder - was aber offensichtlich keinen so interessiert hat, dass man darauf Rücksicht genommen hat.

    Fakt ist, dass meine Eltern sich nie Gedanken gemacht haben, was mit ihnen wird. Meine Mutter war 20 Jahre schwer herzkrank - und beide waren hochbetagt - da hätte es also durchaus Grund und Zeit und Gelegenheit gegeben. Meine Eltern waren immer der Meinung "alles wird wieder besser - und wenn es richtig schlimm wird, dann kümmern sich die Kinder".

    Nun ist meine Mutter letztes Jahr gestorben - mein Vater ist 92 und lebt noch in seinem Haus. Er ist nicht dement, aber altersbedingt geistig ziemlich eingeschränkt, auch starrsinnig … usw. … sehr anstrengend. Ich bin nach wie vor die erste Ansprechperson - mein Bruder kann das alles noch weniger nervlich verkraften als ich, wir unterstützen uns gegenseitig, aber gefühlt bleibt doch die Hauptlast an mir hängen, weil ich auch dichter an meinem Vater wohne.

    Es ist nun so - ich schaffe das alles nicht mehr. Tägliche Anrufe - immer irgendwelche Stressthemen und dazwischen wehleidiges Gejammer (obwohl er überhaupt nicht krank ist, keine Schmerzen hat oder so - er ist einfach nur alt) … ständige Besuche … ! Ich könnte alles mögliche machen - Essen kochen, Fahrten übernehmen usw. … aber der direkte Austausch, die Gespräche usw., das ertrage ich zunehmend schwerer. Außerdem bekomme ich fast Panikattacken, wenn es wieder heißt "es geht mir so schlecht, du musst mal kommen!" … auch deshalb, weil ich nicht weiß, wie es dann weitergeht … ! Er erwartet z.B. dass wir in sein Haus ziehen - wenn es ihm zu schlecht geht, dass er sich nicht mehr allein versorgen kann. In sein Haus ziehen!!!??? Von einem Tag auf den anderen!? Völlig abwegig!!! Aber das Haus verlassen - sprich in ein Seniorenheim will er natürlich auch nicht. Auf einen Pflegedienst hat er sich gedanklich eingelassen - das startet demnächst - aber der kommt 1 x die Woche für 20 Minuten oder so zum duschen … das entlastet mich auch nicht wirklich ...

    Meine Lebensfreude ist völlig dahin. Es gibt nichts, worauf und worüber ich mich freuen kann. Alles dreht sich nur um meinen Vater und die Gedanken und Aufregungen um ihn. Da ich selbst chronisch krank bin, brauche ich viel Ruhe und außerdem bin ich nicht mehr so aktiv - so dass mir auch entsprechende positive Aspekte in meinem Leben als Ausgleich fehlen. Ich arbeite noch, halbtags - das strengt mich krankheitsbedingt natürlich auch oft an, aber wenigstens habe ich in den Stunden Ruhe vor meinem Vater und bin gedanklich abgelenkt.

    Was mich auch so belastet und traurig macht … ich fühle mich so "böse". Ich war mein Leben lang eine "liebe Tochter" und habe meinen Eltern ein schönes Leben ermöglicht (nach meinen Möglichkeiten) … aber jetzt, wo mein Vater wirklich meine Hilfe braucht, da kann ich irgendwie nicht mehr … und auch wenn ich natürlich noch funktioniere und versuche, ihn mein Innenleben nicht zu deutlich zu machen, so stumpfe ich innerlich so ab … wünsche mir eigentlich nur endlich Ruhe und Frieden und Freiheit für mich …. und weiß, dass mein Vater mit seiner gesundheitlichen Verfassung noch gute Jahre leben kann. Dann bin ich vielleicht 70 … oder ich bin schon vor meinem Vater im Grab …

    Aber was soll ich tun?
    Ich kann ihn ja nicht hängen lassen, er ist ja total hilflos - und das würde auch mir nicht gut tun, denn man will sich ja auch immer im Spiegel angucken können.
    Mein Mann ist mir eine große Hilfe - aber die Situation lösen kann er natürlich auch nicht.

    Ich denke ja immer "so ist das, das ist nun meine Lebensaufgabe" - bin katholisch aufgewachsen "du sollst Vater und Mutter ehren" … aber dann merke ich, dass ich es - trotz bester Vorsätze - einfach nicht mehr kann. Ich habe das Gefühl - aber schon seit Jahren!!! - dass ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch und einer Einweisung stehe … dann nutze ich ja auch niemandem etwas.

    Sorry für den langen Text.
    Kann mich jemand verstehen - und mir ggf. Tipps geben?
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Hallo 555nase,

    hier in der Bri gibt es einige Stränge zu dem Thema. Da findest Du unter Garantie Hilfestellungen.

    Wir haben unserer Mutter (85) z.B. eine Alltagsbegleitung über die Krankenkasse zur Seite gestellt. Die Dame kommt sicherlich nur 1 x in der Woche und macht mit unserer Mutter das eine oder andere, auch einkaufen.

    Dann gibt es bestimmt die Möglichkeit, Deinen Vater mal in eine Tagespflege oder Tagesbegleitung zu geben? (DRK o.ä.?). Damit er auch mal rauskommt.

    Erkundige Dich in Deiner Stadt, welche Möglichkeiten es gibt.

    Und wie gesagt, schau Dich mal hier durch. Ich kann Dir leider keine Strangnamen nennen, aber so beim Durchschauen ist mir zumindest aufgefallen, bist Du mit dem Thema nicht allein.

    Alles Gute für Dich und pass auf Dich auf!

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Ich denke ja immer "so ist das, das ist nun meine Lebensaufgabe" - bin katholisch aufgewachsen "du sollst Vater und Mutter ehren" … aber dann merke ich, dass ich es - trotz bester Vorsätze - einfach nicht mehr kann. Ich habe das Gefühl - aber schon seit Jahren!!! - dass ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch und einer Einweisung stehe … dann nutze ich ja auch niemandem etwas.
    Unbedingt solltest Du auch an Deiner Einstellung arbeiten. Vater und Mutter ehren ist das eine, durch sie aber selbst krank werden, weil .... ist eine andere Sache.

    Es ist nicht Aufgabe der Kinder, bis zur eigenen Selbstaufgabe/Erschöpfung/Erkrankung die Eltern zu pflegen. Da ist etwas im Verlauf der Jahre bei Euch in Schieflage geraten. Dein Vater scheint keine Eigenmotivation zu haben, sondern verlässt sich ganz auf Dich.

    Sieh zu, dass zwischen Euch ein Zeitpuffer kommt, in welchem Du Dich erholen und Deinen Dingen nachgehen kannst.

    So das noch Jahre vielleicht so weitergeht .... nun, dann sehe ich schwarz für Dich.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Liebe Nase,
    Was du schreibst, ist nicht selten.
    Die alten Menschen werden insofern wieder zu Kindern", als sie sich wie diese als Fixstern sehen, um den alle anderen kreisen müssen. Unverrückbar!
    Dass die anderen (Angehörigen) inzwischen auch älter geworde sind, evt krank sind, nicht mehr so belastbar sind, sehen sie nicht.
    Alle Hilfe war selbstverständlich-wird es auch weiter sein.
    So unangenehm und tragisch es ist-da hilft nur eine klare Aussprache, möglichst mit jmd ausserhalb der Familie,zb vom Sozialdienst. Der dann ganz hart sagt:" wenn Sie Ihre Tochter weiter so belasten, kommt die vor Ihnen ins Grab"!
    Von Fremden ausgesprochen, wirkt das mehr, als wenn man selbst klagt. Da heisst es immer," du bist doch noch jung"!

    Dass man ins elterl. Haus ziehen soll, kenne ich auch. Noch mit dem Zusatz, man könne auch allein herziehn ohne Ehemann-man sei schliesslich schon 30 jahre verheiratet.

    Auf Einsicht zu hoffen, ist vergeblich. MMn entwickelt sich der gesundheitszustand alter Menschen oft in Stufen abwärts, also nicht in einer Linie. Wenns dann wieder eine Stufe abwärsts geht, zb durch einen Sturz, kh-aufenthalt oä, ist die Einsicht grösser.

    Ich würde dir raten, den Sozialdienst öfter zu buchen. Hat dein Vater eine Pflegestufe, muss er Medikamente nehmen, was man überwachen sollte? Dann könnte täglich jmd.kommen.
    Nachbarschaftshilfe-wae bei uns an die Sozialstation angegliedert. Die kauften ein und dann gabs noch eine kleine Unterhaltung.

    Wir hatten die gleiche Situation wie du. Bis 92 ging es leidlich. Dann kam eine op-danach viele Stufen schlechter. Vom kh aus wurde eine pflegestufe beantragt, die sozialstation kam anfangs 1x täglich.
    Wir waren die Bösen!
    Aber es ging nicht anderes. Und zu bestimmten Stunden stellte ich mein telefon stumm. So wurde ich nicht ständig mit klagen, wünschen, forderungen belastet.

    Du bist also nicht allein. Aber du musst agieren. Mit einer Sozialstation ein Gespräch führe, was möglich ist. So habe ich es gemacht-mir wurden Möglichkeiten aufgezeigt. Fürs Praktische andere Leute anstellen (wird auf Abwehr stossen,denn DU bist doch da!)

    Und was schwer ist-emotionale Distanz aufbauen.
    Könntest du mit deinem Mann in Urlaub fahren (ist jetzt halt blöd wg corona) und damit einfach gewisse zeit unerreichbar sein?
    Du schreibst kathol. Erziehung-bist du noch in die Gemeinde integriert? Dann wäre vielleicht ein Gespräch mit dem Pfarrer möglich? Auch die kirchen sehen das "Vater und Mutter ehren" heute pragmatischer.

    Aber du musst handeln-auch gg Widerstand. Deine körperl.und psych. Gesundheit ist auch wichtig.
    Alles Gute!

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Guten Morgen Nase,

    ich kann dich sehr gut verstehen, ich arbeite in dem Bereich und kenne viele Angehörige, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen.
    Chambord hat ja schon einiges geschrieben, vielleicht wäre für deinen Vater auch eine 24 Stundenhilfe eine Möglichkeit. Du schreibst ja, dass er in einem Haus wohnt, da gibt es doch sicher Platz dafür?
    In vielen Städten gibt es auch Selbsthilfegruppen für Angehörige, vielleicht wäre das etwas für dich?

    Liebe Grüße und alles Gute für dich :)
    Cumina

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Du musst dir Hilfe suchen!

    Die Angebote sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich organisiert oder heißen oft auch anders. Ich hab dir mal aufgelistet, was es bei uns - meiner Kenntnis nach - so gibt. Wenn du bei einer Stelle anfängst, sagt man dir sicher auch, wie die anderen Anlaufstellen örtlich jeweils heißen und wo sie zu finden sind.

    Senioren-Tagesstätte: Unterhaltung, Anregung, Kartenspielen, gemeinsam Fußball gucken, ordentliche Verpflegung...oft erscheinen alte Menschen ja quengelig und zu fordend, weil sie zu viel alleine sind und die Ablenkung fehlt

    Besuchsdienste: oft von KIrchen oder kirchl. Einrichtungen organisiert. Jemand kommt ab und zu zum Kartenspielen, reden, spazierengehen

    Rund-um-die-Uhr-Betreuung: wird von Pflegediensten vermittelt, oft Frauen aus Polen, Tschechien usw., die für gewisse Zeit mit im Haus wohnen - im Bekanntenkreis gibt es bei einige Fälle und nur gute Erfahrungen. Ist halt kostspielig.

    Essen auf Rädern: Entlastet dich von gewissen Aufgaben, bietet eine gewisse Kontrolle, weil die Ausfahrer schon auch drauf achten, dass die Empfänger auch auf den Beinen sind und nicht hilflos in der Wohnung liegen

    Familie: Gibt es außer deinem Bruder und dir noch weitere nahe Angehörige? Habt Ihr Kinder? Meine Erfahrung: Alte Menschen lassen sich von den Enkeln oft mehr sagen als von den eigenen Kindern.

    Beratungsstelle für pflegende Angehörige: Du pflegst zwar (noch) nicht, aber gute Anregungen wird man dir dort trotzdem geben können.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Seit 20 Jahren sind sie - mal mehr, mal weniger - "betreuungsintensiv" .. nicht im Sinne von direkter Pflege, aber so, dass ich immer der erste Ansprechpartner bin und immer parat stehen muss.
    Ich weiß, das ist es nicht, was Du hören willst - aber ich fürchte, zu diesem Gewohnheitseffekt
    hast Du selbst erheblich beigetragen, hast ihn quasi mit-zementiert. Aus diesem Muster von
    heute auf morgen auszusteigen wird schwer möglich sein.


    Allerdings habe ich aber trotzdem auf meine Krankheit und Erschöpfung hingewiesen - immer wieder - was aber offensichtlich keinen so interessiert hat ...
    Man hört das tatsächlich oft, wie gnadenlos egoistisch Eltern sein können.
    Du schreibst hier von vor rund 20 Jahren - da waren Deine Eltern noch nicht mal wirklich alt.

    Leider hast Du es versäumt, rechtzeitig den Riegel vorzuschieben bzw. Deine eigene
    Befindlichkeit ernst genug zu nehmen, um entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

    Man kann sich den Eltern gegenüber auch liebevoll verhalten, wenn man gleichzeitig seine
    eigenen Grenzen wahrt.

    Das ist mitnichten als Vorwurf gemeint, aber Du solltest Dir schon eingestehen, dass Du
    an der jetzigen Situation durchaus einen Anteil hast.


    Tägliche Anrufe - immer irgendwelche Stressthemen und dazwischen wehleidiges Gejammer … ständige Besuche … ! aber der direkte Austausch, die Gespräche usw., das ertrage ich zunehmend schwerer.
    Was sind "Stressthemen" konkret?

    Die täglichen Anrufe (Du rufst ihn an? Oder er Dich?) sind vermutlich zu einer Art Fixpunkt
    für Deinen Vater geworden, auf die er wahrscheinlich nicht so gerne verzichten möchte. Ich gehe
    mal davon aus, dass er einsam ist bzw. sich sehr einsam fühlt ...?

    Ich würde wohl diese Telefonate beibehalten, aber versuchen, die Gespräch zu steuern
    und sie zeitlich einzugrenzen.

    Wie oft besuchst Du ihn?


    Ich kann ihn ja nicht hängen lassen, er ist ja total hilflos ....
    Mein Mann ist mir eine große Hilfe
    Was meinst Du mit "total hilflos"?

    Und in wie fern unterstützt Dich Dein Mann?


    bin katholisch aufgewachsen "du sollst Vater und Mutter ehren"
    Das vierte Gebot ist auch heute noch aktuell. Allerdings scheinst Du die Interpretation
    Deinem eigenen, persönlichen Fürsorge-Ausmaß anzupassen. Im Grunde geht es lediglich
    "nur" darum, den Eltern Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Im Grunde geht es lediglich "nur" darum, den Eltern Respekt und Wertschätzung entgegenzubringen
    Das sollten allerdings Eltern den Kindern gegenüber auch!

    Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, entsteht nix Gutes.

    Nase ... Du kannst Deine bisherige Einstellung auch umdeuten, indem Du Deinem Vater durch entsprechende Maßnahmen Anreize schaffen möchtest, damit er sich wohlfühlt. Lehnt er alles ab, ist es seine Entscheidung und nicht Deine!

    Eltern auch im hohen Alter ernst zu nehmen (und eben nicht, wie ein Kind zu behandeln oder sich gar auch mit Ü60 noch als "Kind" zu fühlen), ist der 1. Schritt in die eigene Verantwortung.

    Nach dem Tod unseres Vaters (86jährig verstorben) war unsere Mutter (damals 81jährig, jetzt 85) dazu übergegangen, auf meine Schwester und mich einen Großteil der ehelichen Pflichten übertragen zu wollen. Geh mal, hol mal, bring mal, besorg mir mal, mach mal .. usw. Noch heute kann sie ganze Völkerstämme beschäftigen . Sie ist geistig fit, körperlich sicherlich nicht mehr so drauf, aber mit ihrem Rollator ist sie so fix um die Ecke oder in einem anderen Laden, so schnell kann man gar nicht gucken.

    Ich selbst habe den Abstand gut hingekriegt und mir meine Mutter förmlich "erzogen", meine Schwester ist auf gutem Wege, aber noch nicht da, wo ich bin.

    Was nicht bedeutet, dass ich für meine Mutter nichts tue. Ich regele ihre Krankenkassenangelegenheiten (sie ist privat versichert), gehe sie besuchen, halte Schwätzchen, fahre mit ihr auf den Friedhof, kaufe auch mal etwas für sie ein.

    Aber ich lasse mich von ihr nicht "bestellen und rufen", wie einen Hund. Das hat sie nämlich sehr gut drauf.

    Du siehst, das auch andere "Kinder" mit ihren Eltern in deren fortgeschrittenen Alter ihre Spätauseinandersetzungen haben.

    In ein Seniorenstift will unsere Mutter auf gar keinen Fall. Das ist für uns immer die Begründung, dass sie zusehen muss, fit zu bleiben. Die Alltagsbegleitung fanden meine Schwester und ich aber super, weil es unserer Mutter auch gut tut, mal jemanden anderen um sich zu haben. Soweit verstehen die beiden sich auch gut. Erst war sie nicht so begeistert, hat dann aber doch die Vorteile gesehen.

    Meine Schwester und ich sind noch berufstätig und von daher können wir nicht immer so, wie die alte Dame das gern hätte.

    Es war sicherlich eine riesige Umstellung für sie. Aber hier muss ich mal ganz klar äußern, dass Eheleute schlicht damit zu rechnen haben, dass einer übrig bleibt. Sich beizeiten Gedanken zu machen, wie es dann weitergehen soll, schadet nicht.

    Berufstätigen wird auch geraten, sich beizeiten Gedanken über die Rentnerzeit zu machen.

    Alter schützt vor Veränderung(en) nicht.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Hallo Nase,

    praktische Hinweise zur Lösung hast Du bekommen, auch was schafwolle schreibt, solltest Du Dir zu Herzen nehmen.

    Ich hebe mal dies hervor:

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen

    Meine Lebensfreude ist völlig dahin. Es gibt nichts, worauf und worüber ich mich freuen kann. Alles dreht sich nur um meinen Vater und die Gedanken und Aufregungen um ihn. Da ich selbst chronisch krank bin, brauche ich viel Ruhe und außerdem bin ich nicht mehr so aktiv - so dass mir auch entsprechende positive Aspekte in meinem Leben als Ausgleich fehlen.

    Was mich auch so belastet und traurig macht … ich fühle mich so "böse".

    Ich denke ja immer "so ist das, das ist nun meine Lebensaufgabe" - bin katholisch aufgewachsen "du sollst Vater und Mutter ehren"
    gekürzt von mir.

    Du möchtest Deinen Vater "retten", kannst aber Dir selbst nicht "helfen"? Wie soll das gehen? Das ist kein "Eltern ehren"!

    Ganz dringend rate ich Dir für Dich selbst Hilfe zu ersuchen. Begleitung für Angehörige gibt es über den Pflegedienst. Aber das wird nicht reichen. Ich meine Du brauchst eine Therapeutische Hilfe.

    Im Grunde bist Du nicht anders als Dein Vater. Beklagst Dich, machst Vorwürfe, und hast Dich von Dir selbst abgewendet, zeigst null Selbstfürsorge. "Nein"-sagen ist wichtig, das kann man nicht nur immer sich selbst gegenüber.
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph

  10. Moderation

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Ich will nicht alles wiederholen, was schon an sehr guten und wichtigen Punkten gesagt wurde - ich schließe mich dem nur an.
    Und wenn du dann alle in Erfahrung gebracht und angebahnt hast, was dein Vater an Hilfe braucht, dann beantragst du für dich eine Kur, teilst deinem Vater mit, dass du dann und dann für vier Wochen weg bist und er entsprechend anderweitig versorgt ist und dann bist du vier Wochen weg und nur im echten Notfall erreichbar.

    Du wirst sehen, wenn es nicht anders geht, geht plötzlich vieles und wenn du zurück kommst, hat er sich bereits an die neue Situation gewöhnt.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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