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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    - und vielleicht erhoffe ich mir zwar Hilfe, erwarte sie aber nicht wirklich
    (...)
    Nein, ich bin nicht rund um die Uhr bei meinem Vater - aber das ist auch nicht der Punkt.
    Der Punkt ist vermutlich eher, dass Du gar keine Hilfe willst, resp. sie nicht annehmen
    möchtest.

    In Deinem EP hast Du dezidiert um Tipps gebeten.
    Das war dann vermutlich nur eine Floskel.

    Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, konkreten Rat zu geben, ohne genau zu wissen, worum es geht. Ich glaube, niemand hier ist davon ausgegangen, dass Du rund um die Uhr bei Deinem Vater bist. Die Frage war eher, welche Deiner Tätigkeiten auf sinnvolle Art ausgelagert werden könnten zu Deiner Entlastung.

    Den Grad der Unterstützung bzw. der Hilflosigkeit Deines Vaters kann man ebenfalls ohne
    nähere Informationen nicht einschätzen. Ratschläge mehr oder minder ins Blaue sind dann
    auch nicht zielführend.


    ich schlucke eh schon genug runter,
    Das ist aber - leider - Deine Entscheidung.

    Und ich denke auch: schade um die verschwendete Lebenszeit.

  2. Inaktiver User

    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Und ich gebe auch zu, dass ich es meinen Eltern übel nehme, dass sie sich nie Gedanken um ihr Alter gemacht haben … sondern nach dem Motto lebten "Wenn es mit uns nicht mehr weiter geht, dann werden sich schon die Kinder kümmern". Das finde ich nach wie vor nicht in Ordnung -
    War bei mir ähnlich und machte mich ziemlich wütend. Nur nutzte es nichts, weil keine Alternative da war (trotz späterem Pflegeheim). Letztendlich spielt einem das Gewissen einen Streich, das man nicht so leicht ablegen kann, wie gerne behauptet wird.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Letztendlich spielt einem das Gewissen einen Streich, das man nicht so leicht ablegen kann, wie gerne behauptet wird.
    Mit dem schlechten Gewissen ist es wie mit der Angst: man hat sie, aber bestimmte Dinge sollte man trotzdem tun.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  4. Inaktiver User

    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Mit dem schlechten Gewissen ist es wie mit der Angst: man hat sie, aber bestimmte Dinge sollte man trotzdem tun.
    Eine Frage der Alternativen. Wenn keine da ist, ist keine da. Die muss man sich vorher aufbauen, nicht gegen Ende.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Frage der Alternativen. Wenn keine da ist, ist keine da. Die muss man sich vorher aufbauen, nicht gegen Ende.
    Habt Ihr am Ende der Welt gelebt? Könnte mir vorstellen, dass im sog. tief ländlichen Raum wirklich nahezu keine Alternativen zur Verfügung stehen. Da ist ja inzwischen sogar der öde-schnöde Hausarzt nicht mehr greifbar.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eine Frage der Alternativen. Wenn keine da ist, ist keine da. Die muss man sich vorher aufbauen, nicht gegen Ende.
    Verstehe ich nicht. Welche Alternative gibt es nicht? Es gibt immer eine, oder?
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    @Ivonne: das tut mir sehr leid für Dich und Deinen Mann und ist mir nachgegangen. Ich wünsche Dir alles Gute!

    @nase: mach Dir keine Vorwürfe. Es hört sich so an, dass Du schon alles tust, was Du kannst, was in Deinen Kräften steht und mehr geht nicht. Auch Deinen Neid auf Deinen Vater kann ich gut nachvollziehen. Das würde mir in der gleichen Konstellation genauso gehen. // Mit dem Umstand, dass er sich ständig wiederholt, hätte ich wohl weniger Probleme. Da bin ich sehr belastbar und großzügig. Das muss aber nicht jedem so gehen. Ich denke, dass ich mich vielleicht im Alter ebenfalls "ständig wiederhole" (ich hoffe nicht) und sehe es als natürlichen Lauf der Dinge.

    Manchmal treffe ich auf ältere Menschen, die noch super drauf sind, intellektuell, künstlerisch, psychisch. Die Mutter von einem lieben Freund habe ich mehrfach im Jahr besucht und mich dann sehr um sie gekümmert (weite, teure Reise dafür jedesmal unternommen mit Hotel etc.). Mir hat es viel Freude gemacht, weil sie so ein herziger Mensch war und ich habe ihre große Liebe gespürt. Da war es keine "Pflicht". Sie galt als "dement", aber ich glaube, sie konnte sich eher schwer ausdrücken, Probleme mit den Stimmbändern etc. Ich selber hatte damit gar kein Problem und wir haben uns eben auf andere Weise "unterhalten". Wenn wir wieder weggefahren sind, habe ich noch ihre Aura gespürt, ihre Stärke, unsere Verbundenheit, das war immer sehr schön.

    Meine Mutter hat liebe Seiten, aber sie hat mich von Kind an ( so ab 10) auch oft (fast täglich) auf härteste Weise kritisiert, die mir bis heute nicht wirklich gut tut. Mir z.B. kein Glück bei Vorstellungsgesprächen gewünscht, sondern immer orakelt, dass "dich sowieso keiner will", dass "dich eh jeder gleich auslacht" etc. Vordergründig haben wir ein gutes Verhältnis. Aber ich hätte auch nicht unbedingt Lust, wenn sie ins Altenheim müsste, 1 mal pro Monat vorbei zu fahren. Es wären allerdings auch etliche Stunden mit dem Zug. All die alten Verletzungen sind immer noch präsent, auch wenn ich großzügig drüber hinweg sehen kann. Aber das liebevolle Gefühl wie zu der Mutter von meinem lieben Freund fehlt irgendwie.

  8. Inaktiver User

    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Habt Ihr am Ende der Welt gelebt? Könnte mir vorstellen, dass im sog. tief ländlichen Raum wirklich nahezu keine Alternativen zur Verfügung stehen. Da ist ja inzwischen sogar der öde-schnöde Hausarzt nicht mehr greifbar.
    Große Großstadt.

    Mir geht es um die Verantwortlichkeit einer Person, die bei einer Generalvollmacht nicht damit aufhört, wenn ein Elternteil im Pflegeheim ist. Schon mal administratorisch mit der Gesundheits- und Pflegeindustrie zu tun gehabt, wenn ein Elterteil intensiv betreut werden muss?

    Die Alternative wäre gewesen, die Vollmacht an einen bestellten rechtlichen Betreuer abzugeben. Ich hatte mich dann allerdings für eine andere Lösung, eine andere Form von Alternative entschieden.

    Das Gewissen meldet sich trotzdem. Wie auch immer, mein Ableben werde ich organisieren. Ich will nicht, dass meine Kinder das übernehmen.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Gewissen meldet sich trotzdem.
    Es ist eben bedauerlich, dass sich die Gewissen immer nur in eine Richtung melden und nicht in Richtung auf sich selbst. Was nutzt es dem Angehörigen, wenn die einzige Person, die da ist, auch so erkrankt, dass sie ausfällt?

    Da eine Ausgewogenheit hinzubekommen, ist sicherlich vielfach nicht einfach, aber wiederum auch nicht unmöglich, gerade in einer Großstadt.

    Du hättest ggf. auf Aufgabenteilung hinarbeiten können mit einem weiteren Betreuer. Hast Du Generalvollmacht, bist Du auch in der Lage, Untervollmacht zu erteilen. Auf mehrere Schultern verteilt, ist es leichter. Und ja, ein gut Stück loslassen gehört sicherlich dazu. Wer das nicht kann, muss dann den Weg gehen mit allen Konsequenzen.

  10. Inaktiver User

    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Es ist eben bedauerlich, dass sich die Gewissen immer nur in eine Richtung melden und nicht in Richtung auf sich selbst.
    Das meldet sich in Richtung Ich, keine Angst. So etwas wie Wut kommt ja nicht aus dem Nichts.

    Nur kann man sich Anforderungen, Bedingungen und Handlungsspielräume nicht einfach wegdenken oder frei gestalten. Es ist der nicht endende Verantwortlichkeitsdruck, der einen langfristig und unaufhaltsam zermürbt.

    Da eine Ausgewogenheit hinzubekommen, ist sicherlich vielfach nicht einfach, aber wiederum auch nicht unmöglich, gerade in einer Großstadt.
    Demenz in der Großstadt ist wirklich eine Herausforderung, wenn die demente Person noch im eigenen Haushalt lebt. Ein bezahlbares (und gutes) Pflegeheim zu finden auch.

    Du hättest ggf. auf Aufgabenteilung hinarbeiten können mit einem weiteren Betreuer. Hast Du Generalvollmacht, bist Du auch in der Lage, Untervollmacht zu erteilen.
    Das hört sich nett an, praktisch war niemand da, der Teile der Verantwortung ad hoc hätte übernehmen können. Meinen Kindern rate ich immer, weit weg zu ziehen, damit es sie nicht überrollt. Da bin ich ganz bei dir, das Gewissen sollte auf sich selbst acht geben.

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