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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Bei meiner Mutter hat's geklappt. Ob ihr das gefällt oder nicht, interessiert mich nicht. Auch interessiert mich nicht, ob sie für mein Berufsleben oder überhaupt für mein eigenes Leben Verständnis hat.

    Ich bin abgenabelt.
    Ich formuliere das eher so: ich habe mich abgenabelt und meine Mutter lebt damit, weil sie es muss.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  2. Inaktiver User

    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Was mich auch so belastet und traurig macht … ich fühle mich so "böse".
    Das ist ein moralisches Dilemma, das sich nicht auflöst. Das Gefühl hatte ich bei der Betreuung meiner Mutter die ganze Zeit über und endete erst mit ihrem Tod. Danach "verstummte" ich für zwei Monate, die Rückenschmerzen wurden weniger und das Schlafbedürfnis war riesig.

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    So ist es - mein Vater ist wie ein kleines Kind. Er ist ja nicht dement im engeren Sinne - aber er versteht trotzdem nichts. Unterhaltungen sind nicht mehr möglich bzw. drehen sich nur um die gleichen 3 Themen und in denen wiederholen sich immer die 3 gleichen Sätze … ihn erreicht und interessiert auch nichts mehr, wenn dann nur seinen eigenen Dinge aber nichts von außen. Ich könnte sagen, dass bei uns im Wohnzimmer der Kaiser von China sitzt und Kaffee trinkt … er würde nur sagen "soooo viele Autos auf der Straße, wohin soll das nur führen!?!?" oder so ähnlich.
    Das ist eine Form von Demenz, und eher schon fortgeschritten.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Ich formuliere das eher so: ich habe mich abgenabelt und meine Mutter lebt damit, weil sie es muss.
    Diese Abnabelung ist nach überstandener Pubertät das Ergebnis.

    Viele scheinen aber diesen Prozess nicht durchlebt zu haben. Immer stromlinienförmig, immer artig, nie aufmuckend und dann noch die katholische Kirche obendrauf. Dann kann das auch nix werden.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Diese Abnabelung ist nach überstandener Pubertät das Ergebnis.

    Viele scheinen aber diesen Prozess nicht durchlebt zu haben. Immer stromlinienförmig, immer artig, nie aufmuckend und dann noch die katholische Kirche obendrauf. Dann kann das auch nix werden.
    Ich habe mich schon abgenabelt, viele Jahre wenig Kontakt gehabt, sie haben ihr Leben gelebt, ich meines. Aber nach dem Tod meines Vaters und der zunehmenden Hinfälligkeit meiner Mutter hat mich das alles wieder eingeholt. Zurück dorthin gezogen wäre ich auch nicht mehr, aber viele andere Dinge habe ich eben doch übernommen. Es hängen halt auch noch Häuser daran, und sei es nur sie zu verkaufen und sie bis dahin nicht verfallen zu lassen.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Zurück dorthin gezogen wäre ich auch nicht mehr, aber viele andere Dinge habe ich eben doch übernommen. Es hängen halt auch noch Häuser daran, und sei es nur sie zu verkaufen und sie bis dahin nicht verfallen zu lassen.
    Dass Du den Rückzug nicht gemacht hast, zeugt ja von Eigenständigkeit und einer erfolgreichen Abnabelung.

    Es ist ja auch nicht so, dass ich für unsere Mutter gar nichts mache. Aber ich funktioniere nicht so, wie sie es gern hätte. Schon diese Distanz bzw. dieses Nichtbefolgen der "Anweisungen" zeigt ihr, dass sie mit mir nicht so umspringen kann, als wenn ich noch 10 wäre.

    Und was die Häuser angeht, gehe ich davon aus, dass es letztlich auch Dein Erbe ist? Nun ja, da sollte frau sich dann schon kümmern.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Hallo Nase,
    wenn du nicht mehr kannst, dann lass es! Es gibt keine andere Lösung für dich.
    Du kannst es noch so ausführlich drehen und wenden und argumentieren, weshalb du dich nicht um dich selber in erster Linie kümmern musst.

    Wenn du jetzt nicht die Reißleine ziehst übernimmt das dein Körper für dich.

    Ich war auch mal auf dem Trip, relativ gesund und munter mindestens!! über 80 zu werden mit meinem Mann bei DEN Genen.

    Leider hatte das Schicksal andere Pläne.

    Meine Mutter ist sehr aggressiv und machte uns das Distanzieren dadurch leichter. Es war trotzdem schwer genug wie ich mit mir/wir mit uns gerungen haben.

    Das ist erst wenige Jahre her.
    Mittlerweile kämpfe ich zusammen mit meinem Mann um SEIN Leben. Er ist schwerkrank seit einem Jahr und ich bereue jeden Tag, das Leben vor seiner Krankheit mit IHM nicht mehr genossen zu haben zugunsten meiner eingebildeten Tochterpflichten.

    Ich schlug hier auch auf mit einem EP, Tenor, "Ich kann nicht mehr "
    Dabei war das in der Rückschau alles Pillepalle, unsere Welt zu dem Zeitpunkt noch ziemlich in Ordnung. Ich war "nur" erschöpft, depressiv wegen meiner Mutter, Schmerzpatientin, alles nicht so ungewöhnlich. Mein Mann immer hilfsbereit... Ich ahnte ja gar nicht, was auf uns noch zukommt.

    Überlege dir gut, was dir wirklich wichtig ist im Leben.

    Es kamen sehr gute Vorschläge.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Ich kann mich nur noch mal für die Antworten bedanken - und gleichzeitig entschuldigen, wenn ich nicht auf jede Frage einzeln eingehen kann. Das überfordert mich gerade. Aber ich habe alles mit sehr viel Interesse gelesen und mir auch zu Herzen genommen!

    Ja, vielleicht will ich auch einfach nur mal "jammern" - und vielleicht erhoffe ich mir zwar Hilfe, erwarte sie aber nicht wirklich, da ich schon seit 20 Jahren in dem Thema bin und bislang keine Lösung/Ausweg gefunden habe - trotz vieler Gedanken, die ich mir gemacht habe. Es liegt sicherlich auch an den Familienstrukturen, die sich über die Jahre aufgebaut haben - und die sich jetzt nicht mehr aufbrechen lassen. Vermutlich muss ich das wirklich so akzeptieren.

    Trotzdem tut es gut, eure Antworten zu lesen.

    Zwei Sachen noch, die mir spontan einfallen.
    Nein, ich bin nicht rund um die Uhr bei meinem Vater - aber das ist auch nicht der Punkt. Im Gegenteil. Mir ist TUN lieber als irgendwelche Endlos-Gespräche mit negativer Grundtendenz - z.B. bei den täglichen Telefonaten (mehrfach täglich). Das strengt mich mehr an als irgendwelche Aktionen, die ich für oder mit meinem Vater mache. Und wie schon jemand sagt - es kommt nicht darauf an, was tatsächlich ist - sondern wie schlecht es mir damit geht.

    Und etwas irritiert war ich, als ich das mit dem "missgünstig" las … im ersten Moment völlig abwegig … im zweiten Moment vielleicht doch nicht. Aber nicht "missgünstig" im bösen, neidischen Sinne … aber es ist schon so, dass ich meinen Vater (und meine bereits verstorbene Mutter) schon sehr beneide - heiß und glühend! Das gebe ich gern zu und das finde ich auch nicht ehrenrührig - wenn man in meinem Alter (Ende 50) keine weiteren Verpflichtungen hat und sich um niemanden mehr kümmern muss und für keinen verantwortlich ist, gerade wenn man selbst in einem Alter ist, wo die ersten Anstrengungen beginnen … Wechseljahre … noch dazu selber krank. Ja, das gebe ich zu - das wäre sehr schön!

    Und ich gebe auch zu, dass ich es meinen Eltern übel nehme, dass sie sich nie Gedanken um ihr Alter gemacht haben … sondern nach dem Motto lebten "Wenn es mit uns nicht mehr weiter geht, dann werden sich schon die Kinder kümmern". Das finde ich nach wie vor nicht in Ordnung - und das kann ich auch nicht damit entschuldigen, dass mein Vater nun über 90 ist … der er war auch mal 60, 70 und 80 … und da hätten sie sich Gedanken machen können … ! Ich finde, zu solchen Gedanken kann ich schon stehen - ich schlucke eh schon genug runter, aber manches ist eben, wie es ist - und zwar nicht gut!

    @Ivonne2017 … das tut mir leid mit deinem Mann und ich wünsche euch alles Gute! Dein Beitrag hat mich sehr berührt - und du hast so recht!

    Alles Liebe für euch!
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Das gebe ich gern zu und das finde ich auch nicht ehrenrührig - wenn man in meinem Alter (Ende 50) keine weiteren Verpflichtungen hat und sich um niemanden mehr kümmern muss und für keinen verantwortlich ist, gerade wenn man selbst in einem Alter ist, wo die ersten Anstrengungen beginnen … Wechseljahre … noch dazu selber krank. Ja, das gebe ich zu - das wäre sehr schön!
    Du bist für niemanden verantwortlich, außer für Dich selbst.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Vermutlich muss ich das wirklich so akzeptieren.
    Nicht nur vermutlich, sondern tatsächlich, weil Du es letztlich genau so willst.

    Wenn Du in 20 Jahren keine Lösung gefunden hast, wirst Du sie in den letzten Lebensjahren Deines Vaters auch nicht mehr finden.

    Schade. Wirklich vertane Zeit.

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    AW: alte Eltern - ich kann nicht mehr!

    Zitat Zitat von 555nase Beitrag anzeigen
    Nein, ich bin nicht rund um die Uhr bei meinem Vater - aber das ist auch nicht der Punkt. Im Gegenteil. Mir ist TUN lieber als irgendwelche Endlos-Gespräche mit negativer Grundtendenz - z.B. bei den täglichen Telefonaten (mehrfach täglich).
    Das finde ich sehr viel.
    Und ich glaube, auch mit 92 muss niemand mehrmals täglich jemandem was auch immer erzählen.
    Bei problematischen Telefonaten wird hier immer gerne empfohlen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und feste Telefonzeiten einzurichten. Da rufst du dann an und ansonsten gehst du nicht ans Telefon. So kann er sich dran gewöhnen, dass du immer am Montagabend und am Mittwoch mittag und am Samstag nachmittag anrufst. Oder so. Das ist dann für ihn verlässlich und für dich planbar und zwischen den Terminen kannst du gedanklich etwas loslassen.

    Und ich gebe auch zu, dass ich es meinen Eltern übel nehme, dass sie sich nie Gedanken um ihr Alter gemacht haben … sondern nach dem Motto lebten "Wenn es mit uns nicht mehr weiter geht, dann werden sich schon die Kinder kümmern".
    Ja, die Konsequenz dann jetzt eben, dass sich die Kinder kümmern - aber eben so, wie sie es für richtig halten.
    Wenn du keine Gestaltungsmöglichkeiten hast, kannst du auch keine Verantwortung übernehmen und umgekehrt - wer dir Verantwortung zuschanzt, muss damit leben, dass dann eben nicht mehr alles so geht, wie er sich das vorgestellt hat.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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